Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet

Wenn man heute die schwedische Abendzeitung Aftonbladet kauft, so kauft man eine Zeitung, die zwar den Stempel linksliberal trägt, aber zu 91 Prozent dem norwegischen Mediagiganten Schibsted gehört und nur noch zu neun Prozent dem schwedischen Gewerkschaftsverband LO (Landsorganisationen i Sverige), also nur noch wenig mit einer oppositionellen linkgsgerichteten Zeitung zu tun hat, was auch der erste Blick auf die Titelseite sehr deutlich bestätigt.


Bevor jedoch am 6. Dezember 1839 das erste Aftonbladet erschiene, das als der Vorläufer der heutigen Abendzeitung gilt, gab es bereits ein anderes Aftonbladet in Schweden, das jedoch nur vom 16. September 1811 bis zum 2. Januar 1833 existierte, also zu einer Zeit, als eine Tageszeitung nur für einige hundert Personen erstellt wurde und das Mediageschehen die Volksmasse noch gar nicht erreicht hatte. Dieses erste Aftonbladet starb mit dem Tod des Herausgebers Georg Löwegren, der im übrigen nicht nur das Aftonbladet herausgab, sondern zwischen 1813 und 1832 auch die Götheborgs-Posten.

Als Lars Johan Hierta dann am 6. Dezember 1830 die erste Ausgabe des „neuen“ Aftonbladets veröffentlichte, so stellte er sich damit auf die Seite der Gegner des Königshauses, was erhebliche Konsequenzen hatte, denn auch wenn die Pressefreiheit bereits 1766 in Schweden eingeführt wurde, so kamen die finanziellen Unterstützungen vom Königshaus und erreichten somit kein Aftonbladet. Zum anderen benötigte man für die Herausgabe einer Zeitung eine Genehmigung, die dem Aftonbladet allein im Jahre 1838 zehn Mal entzogen wurde, so dass Hierta jedes Mal einen neuen Strohmann finden musste, der einen neuen Antrag stellte. Der König konnte jedoch nicht verhindern, dass das Aftonbladet Ende der 30er Jahre die meist verkaufte Zeitung Schwedens war und vom Volk gelesen wurde.

6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht



Copyright: Herbert Kårlin

Keine Kommentare:

Kommentar posten