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Donnerstag, 10. Dezember 2015

Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden

Der sogenannte Nobeltag (Nobeldagen) gehört in Schweden zu jenen wenigen Tagen des Jahres in denen landesweit die schwedische Flagge gehisst wird. Am Todestag des Erfinders und Chemikers Alfred Nobel wird seit dem 10. Dezember 1901 nicht nur regelmäßig der Nobelpreis vergeben, sondern im ganzen Land werden auch private Nobelfeste arrangiert an denen sehr gutes Essen geboten wird und der Champagner fließt, gleichzeitig mit der Liveübertragung des offiziellen Festes. Der Nobeldagen ist auch der einzige Tag des Jahres in dem man das Nobelmuseum in Stockholm kostenlos besuchen kann.

Genau genommen gibt es nicht nur einen Nobeltag, sondern auch eine Nobelwoche, denn die Preisträger kommen, mit Familie, in der Regel schon einige vor dem Nobeldagen in Stockholm an und verbringen eine Woche in der schwedischen Hauptstadt. In dieser Woche halten die Empfänger des Nobelpreises auch ihre mit dem Preis zusammenhängende Vorlesung zum Thema das ihnen zum Nobelpreis verhalf. Die Preisvergabe mit dem folgenden Bankett im Stockholmer stadshus ist lediglich der Höhepunkt des Aufenthalts auf den in ganz Schweden deutlich aufmerksam gemacht wird. Der Nobeltag ist in Schweden so wenig zu übersehen wie der Nationalfeiertag, das Luzienfest oder Weihnachten.

Am Fest des Nobeltages nehmen rund 1300 geladene Gäste teil, wobei die Mitglieder des Königshauses als Ehrengäste empfangen werden und Jimmie Åkesson, als einziger Parteiführer des Landes, grundsätzlich ausgeschlossen wird. Auch wenn die meisten Gäste mit Frack oder Abendkleid erscheinen, so ist es auch vollkommen normal mit einer der schwedischen Volkstrachten zu erscheinen. Nach dem Bankett und den Reden der Preisträger setzt das Fest im Goldenen Saal fort, ein Ereignis das das Staatsfernsehen grundsätzlich in live überträgt und dabei nahezu den Zuschauerrekord schlägt, nur von dem Eurovision Song Contest noch deutlich überholt.


10. Dezember 1748: Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist 
10. Dezember 1787: Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel
10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. März 2014

Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere

Immanuel Nobel wurde am 24. März 1801 in Gävle geboren.Sein Vater wollte ihm ursprunglich eine Ausbildung zum Arzt finanzieren, aber die finanziellen Möglichkeiten waren zu beschränkt, so dass Nobel, der seine Schulbildung nur vom Vater erhalten hatte, mit 14 Jahren zur See gehen musste. Als er vier Jahre später wieder abmusterte, begann er eine Ausbildung als Baumeister. Ab 1819 studierte Nobel Architektur in Stockholm, was möglich war, da er mehrere Stipendien erhielt und gleichzeitig Zeichnungen in Auftrag nahm.

Nach Abschluss seines Studiums gründete Immanuel Nobel ein Bauunternehmen in Stockholm, wobei sich in dieser Zeit auch sein Einfallsreichtum als Erfinder zeigte. Allerdings gelang es ihm weder seine ersten drei Erfindungen patentieren zu lassen, noch war er Kaufmann genug um sein Bauunternehmen über Wasser zu halten, denn 1833 musste Nobel den Konkurs beantragen. Da die Gläubiger Nobel immer mehr unter Druck setzten, ging er erst ein Jahr nach Finnland, später nach Sankt Petersburg, wo er eine mechanische Werkstadt gründete und, unter anderem, mit Sprengmitteln experimentierte, eine Tätigkeit, die später seinen Sohn Alfed Nobel weltberühmt machte.

Da jedoch auch der Zar Immanuel Nobel kaum beachtete und ihm nahezu jede Unterstützung verweigerte, musste der Erfinder 1859 erneut einen Konkurs beantragen und er kehrte zurück nach Schweden. Zurück in Stockholm gründete Immanuel Nobel die Fabrik Heleneborg wo er, zusammen mit seinen Söhnen Alfred und Emil mit Nitroglycerin experimentierte. Drei Jahre später wurde dann das sogenannte „Nobels Sprengöl“ im Bergbau eingesetzt. Auch wenn Immanuel Nobel zahlreiche bedeutende Erfindungen machte, so werden seine Leistungen von jenen seines Sohnes überschattet. Nobel starb am 3. September 1872 auf Heleneborg.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins 
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte 
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden
24. März 1979: Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. September 2013

Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens

Der schwedische Erfinder Martin Wiberg wurde am 4. September 1826 in Viby in Skåne geboren und hatte das Glück, dass seine Eltern, wohlhabende Bauern, ihren Kindern eine gute Ausbildung bieten wollten. Wiberg begann daher als 19-jähriger ein Philosophiestudium an der Universität Lund und bereits 1850 war er Doktor der Philosophie. Auch wenn Wiberg danach jede wissenschaftliche Karriere offen war, entschied er sich Erfinder zu werden.

Die Karriere als Erfinder begann für Martin Wiberg in London, wo er im Jahre 1854 eine Setzmaschine entwickelte, die es nicht nur erlaubte eine ganze Zeile auf einmal in Blei zu gießen, sondern die auch die Zwischenräume zwischen den Worten so ausglich, dass anschließend alle Zeilen die gleiche Länge hatten, eine Setzmaschine, die später leider spurlos verschwunden ist und kritisiert wurde, weil dafür zu viel Blei nötig war. Wiberg erfand später eine Rechenmaschine, eine Heizung für Eisenbahnwaggons, einen Hinterlader und vieles mehr, das man als Revolution des 19. Jahrhunderts betrachten kann.

Aber auch wenn Martin Wiberg einer der bedeutendsten Erfinder seiner Zeit war, so hatte er keinerlei Vermögen seine Erfindungen auch zu vermarkten, sondern ließ sich in jeder Weise ausnutzen. Trotz seiner Bekanntschaft mit Kronprinz Oscar und Alfred Nobel, starb er in größter Armut und wurde von der Nachwelt nahezu vergessen. Nur in der Weltgeschichte der Technik blieb der geniale schwedische Erfinder erhalten. Nur wenige seiner Erfindungen wurden auch von ihm patentiert, da Wiberg weder das nötige Geld hatte, noch die Gönner, die ihm die nötigen Summen zur Verfügung stellten.


4. September 1563: Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert 
4. September 1564: Das Blutbad von Ronneby

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Dezember 2012

Der schwedische Erfinder Martin Wiberg

Am 29. Dezember 1905 starb der schwedische Erfinder Martin Wiberg in Stockholm, ein Tüftler, dessen größte Erfindung eine Rechenmaschine war, die zwar nach dem gleichen Prinzip wie jene von Charles Babbage und Georg Scheutz arbeitete, die jedoch auch die Logarithmentafeln berechnen und ausdrucken konnte und daher internationale Aufmerksamkeit erregte. Sehr schnell wurden die Tabellen auch in Englisch, Deutsch und Französisch herausgegeben, Tabellen, die heute noch angewendet werden, da sie auch die Basis für die Berechnungen eines Computers sind.

Martin Wiberg, der in Lund Philosophie studiert hatte, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Erfinder Schwedens des 19. Jahrhunderts, denn er entwickelte einen Apparat mit dem man die Geschwindigkeit eines Zuges messen konnte, eine andere mit der man Pflanzen vom Boden des Meeres sammeln konnte, eine Maschine für die Herstellung von Streichholzschachteln und eine Setzmaschine für den Buchdruck, um nur einige der Erfindungen zu nennen, die selbst bei den damaligen Weltausstellungen auf ein großes Interesse stießen.

Aber auch wenn die meisten Erfindungen von Martin Wiberg, der am 4. September 1826 in Viby in Skåne geboren worden war, einen industriellen Fortschritt bedeuteten, so stieß er auch an manche Grenzen, denn seine Farbtonoper wurde durch den Tod von Alfred Nobel verhindert und seine Idee gewisse Krankheiten mit Hilfe von Licht zu heilen wurde von Medizinern als unsinnig betrachtet, da diese der Meinung waren, dass ein Nichtmediziner von dieser wissenschaftlichen Materie die Finger lassen sollte, da Wiberg von Krankheiten keine Ahnung habe. Heute weiß man, dass gewisse Krankheiten mit der Lichteinstrahlung zusammenhängen können und die Mediziner jener Zeit im Irrtum waren..


29. Dezember 1999: Das Museum Tre Kronor in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. Oktober 2011

Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits

Am 21. Oktober 1833 wurde Alfred Bernhard Nobel in Stockholm geboren, einer der größten schwedischen Erfinder, dessen Name durch den von ihm gestifteten Nobelpreis bis heute i aller Munde ist. Da die Erfindungen Nobels auch für kriegerische Zwecke eingesetzt werden können, er aber für den friedlichen Einsatz seiner Entwicklungen war, nahm er in seinem Testament auf, dass nur jene Personen den Nobelpreis erhalten können, die eine Erfindung machten, die der Menschheit zum Vorteil gereicht.

Christian Erikssons Alfred Nobel in Karlskoga

Alfred Nobel verbrachte seine Kindheit und seine Jugend in Sankt Petersburg wo sein Vater, nach einem Konkurs in Schweden, ein Imperium aufbaute. Als Alfred Nobel dann 1863 zurück nach Schweden kam, begann er sich intensiv mit Sprengstoff zu beschäftigen und experimentierte vor allem mit Nitroglycerin. Als bei einem Unglück im Jahre 1864 sein Bruder Emil Nobel und zahlreiche Arbeiter im Werk in Heleneborg ums Leben kamen, begann er intensiv daran zu arbeiten die unkontrollierte Sprengung zu lenken, was 1866 zur Entdeckung von Dynamit führte.

Diese Erfindung und zahlreiche andere aus dem Sprengstoffbereich, aber auch sein unermüdliches Arbeiten an neuen Erfindungen, führte dazu, dass Alfred Nobel über 30 Unternehmen in der ganzen Welt gründete von denen einige noch heute bestehen und die in gewisser Weise die Welt revolutionierten. Während seines Lebens war allein Alfred Nobel für etwa 30 Prozent aller schwedischer Erfindungen im Patentamt zuständig, eine Leistung, die kein anderer Schwede je erreichte. Alfred Nobel starb am 10. Dezember 1896 in San Remo.

21. Oktober 1862: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Juni 2011

Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Obwohl Alfred Nobel bereits 1896 verstorben war, verzögerten Verhandlungen und zahlreiche Konflikte, dass sein Testament unmittelbar zu der von ihm gewünschten Nobelstiftung führte. Erst am 29. Juni 1900 konnte dann die von ihm gewünschte Stiftung seine Arbeit aufnehmen und wieder ein Jahr später konnten dann auch die ersten Nobelpreise vergeben werden. Damit die Nobelstiftung seine Arbeit aufnehmen konnte, war es nötig, dass sich das norwegische Stortinget, das Karolinska Institutet, die Kungliga Veteskapsakademin und die Svenska Akademien einigten.

Seit 1901 vergibt die Nobelstiftung jährlich die Nobelpreise in Physik, Chemie, Medizin, Literatur und für Arbeiten, die den Weltfrieden näher bringen. Der Wirtschaftspreis wurde erst weitaus später von der schwedischen Reichsbank eingeführt und lediglich im Rahmen der Feierlichkeiten der Nobelstiftelse vergeben. Außer dem Friedensnobelpreis, der jedes Jahr in Oslo vergeben wird, werden alle Preise in Stockholm verliehen.

Die Preisvergabe, außer dem Friedensnobelpreis, in Stockholm setzt mit einem Bankett in der Blauen Halle des Stadshuset fort, bei dem die Königsfamilie als Ehrengäste geladen sind. Insgesamt nehmen an diesem Bankett etwa 1300 Personen teil, die entweder Frack tragen oder aber eine Volkstracht. Das Essen dauert grundsätzlich vier Stunden und geht anschließend in ein Fest mit Tanz über, das im Goldenen Saal statt findet. Bei diesem bedeutenden Fest ist auch die internationale Presse als Beobachter zugelassen.

29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin