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Sonntag, 7. April 2019

Das Konzerthaus in Stockholm

Das Konzerthaus in Stockholm war eines der ersten Gebäude Schwedens, das konkret für Orchestermusik gebaut wurde, also nicht mehr mehrere Funktionen gleichzeitig hatte. Zum anderen handelt es sich dabei um eines der bedeutendsten Gebäude Schwedens, das im Klassizismus der 20er Jahre erbaut wurde. Für die Formgebung des Konzerthauses wurden mehrere Künstler der Epoche beschäftigt, wobei der Bau so einzigartig wurde, dass er heute den Marktplatz Hötorget geradezu dominiert und den Blick auf sich zieht. Eingeweiht wurde das Konzerthaus in Stockholm am 7. April 1926.

Ab dem Jahr 1926 werden im Konzerthaus in Stockholm auch die Nobelpreise in Medizin, Physik, Chemie und Literatur ausgeteilt, seit 2004 der Polar Music Prize, seit 2008 der Augustpreis und seit 2010 auch der Literaturpreis zur Erinnerung an Astrid Lindgren. Diese Ereignisse zeigen, welche Bedeutung dieses Gebäude im kulturellen Leben Stockholms seit seiner Gründung übernommen hat und welches architektonische Denkmal sich der Architekt Ivar Tengbom mit dem Konzerthaus geschaffen hat, das schon heute alle Voraussetzungen für den Denkmalschutz erfüllt.

Der Gedanke zum Bau einer Konzerthalle tauchte in Stockholm bereits gegen 1860 auf, aber zur Realisierung der Idee fanden sich mehrere Hürden, zum einen die Platzfrage, zum anderen die Finanzierung, so dass der erste Bauplan des Architekten Johan Fredrik Åbom nie verwirklicht wurde und die Vorführungen der Symphonie Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die alte Gasglocke gelegt wurden, was akustisch nicht unbedingt eine ideale Lösung war. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs hatte man den idealen Platz für das Konzerthaus gefunden, auch wenn man für den Bau des Konzerthauses erst einmal Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert abreißen musste. Die Finanzierung wurde dann durch private Spenden und eine bedeutende Donation von Rosa Nachmanson geklärt, die der Stadt ein Vermögen für kulturelle Zwecke hinterlassen hatte.


7. April 1651: Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson
7. April 1859: Der Künstler Johan Axel Gustaf Acke
7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. Januar 2017

Der Biochemiker und Nobelpreisträger Tomas Lindahl

Tomas Lindahl wurde am 28. Januar 1938 als Sohn eines Buchhalters in Stockholm geboren und wechselte mit acht Jahren von der Grundschule zum Gymnasium in Bromma, das Lindahl nach acht Jahren mit der Hochschulreife verließ. Die Interessen Lindahls lagen um diese Zeit insbesondere bei Sport, ohne jedoch größere Leistungen zu bringen, und Musik, insbesondere klassischer Musik und Jazz. Mit dem Beginn eines Medizinstudiums am Karolinska Institut war dann jedoch, aus zeitlichen Gründen, auch die begonnene Musikkarriere zu Ende, denn während der Semesterferien war Lindahl gezwungen seinen Militärdienst abzuleisten.

Nach den grundlegenden Kursen des Medizinstudiums und der Erkenntnis dass er für die Arbeit eines Chirurgen völlig ungeeignet war, gingen die Interessen von Tomas Lindahl immer mehr zur Biochemie und Bakteriologie über. Als dann die Abteilung für Bakteriologie Medizinstudenten suchte, die ihr Medizinstudium für ein Jahr unterbrachen um erste Forschungen in der Bakteriologie betreiben zu können, meldete sich Lindahl, und wurde, trotzt seiner mittelmäßiger Leistungen in der Medizin, akzeptiert, denn die Konkurrenz war gering, da diese Entscheidung auch bedeutete weiterhin seinen Militärdienst in den Semestern leisten zu müssen, was zukünftigen Chirurgen bald erspart blieb. Die Arbeit mit Einar Hammersten, der die DNA-Forschung lebendig machen konnte, fand Lindahl dann sein wahres Interesse.

Nach seiner Disputation am Karolinska Institut im Jahre 1967 begann sich Tomas Lindahl vollkommen auf die DNA-Forschung, insbesondere in Zusammenhang mit Krebserkrankungen, zu spezialisieren. Seine größte Leistung war dabei die Entdeckung dass gewisse Proteine in der Lage sind Enzyme zu schaffen, die wiederum in der Lage sind beschädigte Teile des DNA erst zu eliminieren und anschließend zu ersetzen. Diese Erkenntnis führte dazu dass man heute die lebenden Zellen besser verstehen kann, aber auch den Ursachen von Krebs und des Alterungsprozesses näher kam. Für diese Leistung wurde Tomas Lindahl 2015, gemeinsam mit den Forschern Paul Modrich und Aziz Sancar, der Nobelpreis für Chemie verliehen.


28. Januar 1568: Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa
28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
28. Januar 1859: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
28. Januar 1929: Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants
28. Januar 2006: Das Schlittschuhunglück bei Ridö im Mälaren 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Juli 2016

Der Physiker und Nobelpreisträger Kai Siegbahn

Kai Siegbahn ging bei seinem Tod am 20. Juli 2007, wie bereits sein Vater, Manne Siegbahn, als einer der bedeutendsten Physiker in die Geschichte Schwedens ein, da er zur ausgewählten Gruppe der Wissenschaftler gehört denen ein Nobelpreis verliehen wurde, auch wenn er 1981 den Preis mit Nicolaas Bloembergen und Arthur L. Schawlow teilen musste. Der Nobelpreis wurde an Siegbahn vergeben, weil es diesem gelungen war die Elektronenspektroskopie zu revolutionieren und Elektronenspektrometern eine bis dahin unmögliche Genauigkeit zu verleihen.

Kai Siegbahn war am 20. April 1918 als Sohn des Nobelpreisträgers Manne Siegbahn in Lund zur Welt gekommen und studierte nach seiner Hochschulreife in Uppsala Physik, Mathematik und Chemie. Da Siegbahn jedoch bereits ab 1942 als Forscher am Nobelinstitut in Stockholm zu arbeiten begonnen hatte, legte er 1944 auch in Stockholm sein Examen ab. Der Physiker arbeitete anschließend bis 1951 weiterhin am Nobelinstitut um jedoch in diesem Jahr als Professor in Physik an die KTH (Königlich Technische Hochschule) berufen zu werden, eine Aufgabe, die er nur drei Jahre lang wahrnahm, da er 1954 die Professur für Experimentalphysik an der Universität Uppsala annahm.

Kai Siegbahn arbeitete als Physiker in den Bereichen Kernphysik, Elektrooptik, Plasmaphysik, sowie Atom- und Molekülphysik und suchte dabei insbesondere nach genaueren Messmethoden, die es ermöglichen die Energie von Elektronen so genau wie möglich zu messen, wobei er hierbei auch Röntgenstrahlen zu Hilfe nahm. Auf diese Weise konnte Siegbaum nachweisen, dass die Energiemenge von der chemischen Umgebung der Atome abhängt. Die Forschungsarbeiten Siegbaums führten dazu, dass die Universität Uppsala heute weltweit führen in der Elektronenspektroskopie ist und eine enge Zusammenarbeit mit CERN hat.

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 7. Februar 2016

Der schwedische Nobelpreisträger Ulf Euler

Ulf Euler kam am 7. Februar 1905 als Sohn des Nobelpreisträgers Hans von Euler in Stockholm zur Welt und traf bereits als Kind zahlreiche Wissenschaftler im Haus seiner Eltern, was mit großer Wahrscheinlichkeit auch sein wissenschaftliches Interesse weckte. Im Jahr 1922 begann Euler ein Medizinstudium am Karolinska Institut in Solna. Seinen endgültigen Wissenschaftlichen Weg fand Euler dann jedoch 1926, als er von G. Liljestrand in der Fakultät der Pharmazie als Assistent beschäftigt wurde. Denn Liljestrand gelang es auch bei Euler das Interesse für Pharmazie zu wecken.

Nur 4 Jahre später und nach einem Rockefeller Stipendium wurde Ulf Euler dann am Karolinska Institutet als assistierender Professor beschäftigt, was dem Wissenschaftler 1939 letztendlich eine Professur an der gleichen Einrichtung einbrachte. Die ersten bedeutenden Arbeiten Eulers waren 1935 die Entdeckung von Prostaglandine im menschlichen Sperma und wenig später die Funktionsweise von Noradrelanin als Informationsübermittler in den Nervenfasern, eine Entdeckung, an der Euler weiterarbeitete und die ihm 1970 auch einen geteilten Nobelpreis in Physiologie oder Medizin einbrachte.

Bereits bevor Ulf von Euler den Nobelpreis, gemeinsam mit Julius Axelrod und Bernard Katz, erhielt, konnte er zahlreiche wissenschaftliche Preise aus mehreren Ländern aufweisen, wobei der Wissenschaftler ab 1953 auch Mitglied des Nobelkomitees für Physiologie und Medizin war, 1961 zum Sekretär im gleichen Komitee avancierte und ab 1965 der Vorsitzende der Nobelstiftung geworden war. Als Ulf von Euler am 9. März 1983 im Alter von 78 Jahren starb, galt er als einer der bedeutendsten schwedischen Physiologen seiner Zeit, der der Medizin durch seine Entdeckungen und Forschungen zu einer Revolution verholfen hatte.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. Januar 2016

Arvid Carlsson und der Nobelpreis in Physiologie oder Medizin

Arvid Carlsson kam am 25. Januar 1923 als Sohn eines Professors in Uppsala zur Welt, wuchs jedoch in Lund auf, wo sein Vater 1926 als Professor an die Universität Lund berufen wurde. Als eine Art Revolte gegen die humanistische und kunstbezogene Erziehung der akademischen Familie entschied sich Carlsson nach seiner Hochschulreife Medizin zu studieren um, nach eigenen Aussagen, etwas sinnvolleres als Kunst zu schaffen. Das Medizinstudium in Lund, das Carlsson 1941 begann, wurde indes vom Militärdienst unterbrochen so dass er dieses erst 1951 mit einem Lizenziat und einem Doktorat beenden konnte.

Noch während seines Medizinstudiums entschied Arvid Carlsson sich auf die Forschung in Pharmazie zu spezialisieren, nicht zuletzt deswegen, weil er bereits 1944 eine unbezahlte Nebenbeschäftigung im pharmakologischen Institut erhalten hatte und damit die Bedeutung von Medikamenten innerhalb der Medizin erkannt hatte. Für seine spätere Forschung ausschlaggebend war jedoch Professor Gunnar Ahlgren, der Carlsson mit der Erforschung des Metabolismus von Calcium betraute, denn auch wenn das ursprüngliche Forschungsziel nicht erreicht wurde, konnte Carlsson während seiner Arbeit feststellen dass Calcium nicht nur eine Rolle im Metabolismus spielt, sondern auch vom menschlichen Skelett aufgenommen wird.

Im Jahre 2000 wurde Arvid Carlsson der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen, den er mit zwei weiteren Forschern teilte. Carlsson war es gelungen die Signalsubstanzen im Nervensystem zu entdecken, gewissermaßen die Sprache der einzelnen Nervenzellen. Eine dieser Substanzen ist Dopamin, das die Bewegungen eines Körpers kontrolliert, also teilweise auch Parkinson erklären kann. Dank seiner Forschung war es gelungen Medikamente zu entwickeln, die bei Parkinson eingesetzt werden können und zumindest die Entwicklung der Krankheit bremsen können.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Januar 2016

Der schwedische Biochemiker Sune Bergström

Sune Bergström wurde am 10. Januar 1916 als Sohn eines Hydrographen in Stockholm geboren und studierte vor allem in England, der Schweiz und den USA Biochemie bevor er am Karolinska Institut in Stockholm 1944 den Doktorgrad erwarb und dort als Dozent in Biochemie zu arbeiten begann, nachdem er bereits vorher zwei Jahre in der biochemischen Abteilung des Nobelinstituts gearbeitet hatte. Im Jahre 1947 wurde Bergström dann als Professor in Medizin und physiologischer Chemie an die Universität Lund berufen.

Im Jahre 1958 kehrte Sune Bergström zurück ans Karolinska Institut, dieses Mal als Professor in Chemie, und 1969 wurde er an der gleichen Einrichtung auch zum Rektor ernannt. Am Karolinska machte Bergström, gemeinsam mit Bengt Samuelsson seine revolutionäre Entdeckung und konnte die Rolle der Prostaglandinen im Körper von Menschen und Tieren nachweisen, einem Stoff, den Ulf Svante von Euler-Chelpin in den 30er Jahren entdeckt hatte, ohne jedoch deren Funktion zu beschreiben. Bergström gelang es die einzelnen Prostaglandine zu isolieren und er half damit deren chemische Struktur zu erklären.

Es sollte allerdings noch bis 1982 dauern bis die Arbeit von Sune Bergström auf Grund ihrer Bedeutung wirklich gewürdigt wurde, nämlich durch die Vergabe des Nobelpreises in Physiologie oder Medizin, den er mit Bengt Samuelsson und John Robert Vane teilte, denn mittlerweile hatte die Forschung der Wissenschaftler zu neuen Behandlungsmethoden bei Magengeschwüren, bei Menstruationsschmerzen und bei schmerzhaften Geburten geführt. Sune Bergström starb am 15. August 2004 im Alter von 88 Jahren und nach längerer Krankheit in Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden

Der sogenannte Nobeltag (Nobeldagen) gehört in Schweden zu jenen wenigen Tagen des Jahres in denen landesweit die schwedische Flagge gehisst wird. Am Todestag des Erfinders und Chemikers Alfred Nobel wird seit dem 10. Dezember 1901 nicht nur regelmäßig der Nobelpreis vergeben, sondern im ganzen Land werden auch private Nobelfeste arrangiert an denen sehr gutes Essen geboten wird und der Champagner fließt, gleichzeitig mit der Liveübertragung des offiziellen Festes. Der Nobeldagen ist auch der einzige Tag des Jahres in dem man das Nobelmuseum in Stockholm kostenlos besuchen kann.

Genau genommen gibt es nicht nur einen Nobeltag, sondern auch eine Nobelwoche, denn die Preisträger kommen, mit Familie, in der Regel schon einige vor dem Nobeldagen in Stockholm an und verbringen eine Woche in der schwedischen Hauptstadt. In dieser Woche halten die Empfänger des Nobelpreises auch ihre mit dem Preis zusammenhängende Vorlesung zum Thema das ihnen zum Nobelpreis verhalf. Die Preisvergabe mit dem folgenden Bankett im Stockholmer stadshus ist lediglich der Höhepunkt des Aufenthalts auf den in ganz Schweden deutlich aufmerksam gemacht wird. Der Nobeltag ist in Schweden so wenig zu übersehen wie der Nationalfeiertag, das Luzienfest oder Weihnachten.

Am Fest des Nobeltages nehmen rund 1300 geladene Gäste teil, wobei die Mitglieder des Königshauses als Ehrengäste empfangen werden und Jimmie Åkesson, als einziger Parteiführer des Landes, grundsätzlich ausgeschlossen wird. Auch wenn die meisten Gäste mit Frack oder Abendkleid erscheinen, so ist es auch vollkommen normal mit einer der schwedischen Volkstrachten zu erscheinen. Nach dem Bankett und den Reden der Preisträger setzt das Fest im Goldenen Saal fort, ein Ereignis das das Staatsfernsehen grundsätzlich in live überträgt und dabei nahezu den Zuschauerrekord schlägt, nur von dem Eurovision Song Contest noch deutlich überholt.


10. Dezember 1748: Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist 
10. Dezember 1787: Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel
10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Der Erfinder und Nobelpreisträger Gustaf Dalén

Gustaf Dalén starb am 9. Dezember 1937 im Alter von 68 Jahren an Krebs auf Lidingö, nur wenige Monate nach seiner selbst gewählten Pensionierung auf Grund der Krankheit. Dalén war am 30. November 1869 als Sohn eines Landwirts und unter dem Namen Gustaf Johansson in Stenstorp zur Welt gekommen und hatte dabei das Glück dass seine Familie einen hohen Wert darauf legte dass sämtliche Kinder eine gute Bildung erhielten. Dalén war dabei das einzige Kind der Familie, das mehr an praktischen Experimenten und Erfindungen interessiert war als an theoretischem Wissen. Nach seiner Ausbildung gründete Dalén einen Samenhandel, war als Imker aktiv, leitete eine kleinere Molkerei auf dem Gut der Eltern und ging seinem Lieblingsinteresse nach, der Reparation und der Verbesserung von landwirtschaftlichen Maschinen.

Vor  allem seine Nebentätigkeit als Mechaniker weckte bei Gustaf Dalén das Interesse für Maschinentechnik und Naturwissenschaft. Als der Erfinder ein Gerät entwickelt hatte das den Fettgehalt von Milch feststellen messen konnte, reiste er damit zu Gustaf de Laval nach Stockholm, der die Fähigkeiten Daléns sofort richtig einschätzte und ihm zu einer grundlegenden technischen Ausbildung riet und ihm nach der Abschlussprüfung auch eine Anstellung versprach. Nach einigem Privatunterricht und Selbststudien wurde Dalén an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg aufgenommen, wo er auch die Prüfung als Ingenieur ablegte. Nach dem Studium in Göteborg ging Dalén für ein weiteres Jahr ans Polytechnikum in die Schweiz, der damals leitenden technischen Ausbildungseinrichtung Europas.

Zurück in Schweden zerschlug sich zwar die Anstellung bei Laval, da dessen Unternehmen am Rande des Konkurses lag, aber Dalén gründete mit einem Studienfreund erst ein eigenes Unternehmen um jedoch bereits 1909 zum Geschäftsführer des angeschlagenen Unternehmens AGA (Aktiebolaget Gas-Accumulator) zu werden. Für AGA machte Dalén dann seine bedeutendsten Erfindungen, denn stufenweise verbesserte er die Technik der Leuchtturme und schuf die sogenannten AGA-Leuchttürme, die bis zu einem Jahr ohne Personal und Wartung auskommen konnten und damit einen wichtigen Beitrag zur sicheren Seefahrt leisteten. AGA erhielt daher auch den Auftrag den Panama-Kanal mit Leuchttürmen zu versehen. Im Jahre 1912 explodierte bei einem Versuch Daléns ein Ethin-Behälter und der Erfinder erblindete, ohne deswegen jedoch seinen Beruf aufzugeben. Nur kurze Zeit nach der Explosion wurde Gustaf Dalén für seine überragenden Leistungen mit dem Nobelpreis in Physik ausgezeichnet.

9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1594: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und die moderne Literatur
9. Dezember 1898: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
9. Dezember 1910: Der Zehnte als Kirchensteuer wird abgeschafft
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 16. November 2015

Die Nobelbibliothek der Schwedischen Akademie

Kurz nachdem die Svenska Akademien (Schwedische Akademie) im Jahre 1901 das Nobelinstitut gegründet hatte, entschied sich die Einrichtung auch dafür eine Nobelbibliothek aufzubauen, die dabei helfen sollte allen Mitarbeiter der Akademie die belletristische Literatur zur Verfügung zu stellen, die dabei helfen konnte den jeweils nächsten Preisträger des Nobelpreises in Literatur zu wählen. Der Auftrag diese Bibliothek aufzubauen ging an den Literaturprofessor Karl Warburg, der sich unmittelbar an die Arbeit machte so dass die Nobelbibliothek bereits am 16. November 1901 eingeweiht werden konnte.

Genau genommen hatte Warburg bereits im Vorjahr begonnen nach Räumen für die Bibliothek zu suchen und er hatte alle großen Verlage Europas kontaktiert, obwohl die endgültigen Entscheidungen zur Einrichtung der Nobelbibliothek in Stockholm noch nicht gefallen war. Der Kontakt zu den ausländischen Verlagen war nötig, da die neue Bibliothek über möglichst viele Bücher in Originalsprache verfügen sollte, wenn möglich ergänzt durch die die schwedischen Übersetzungen. Die Arbeit ging so zügig voran, dass die Bibliothek bereits nach fünf Jahren über 15.000 Bände verfügte und 1921 der Umfang so stark angewachsen war, dass man neue Räume suchen musste. Am 1. Oktober 1921 zog daher die Nobelbibliothek in das noch heute benutzte Gebäude, das Börshuset in Gamla stan.

Auch wenn die Nobelbibliothek ursprünglich nur für die Arbeit der Svenska Akademien geschaffen worden war, öffnete man diese sehr bald auch für Wissenschaftler und Schriftsteller, die damit einen Zugang zur Weltliteratur erhalten sollten. Heute ist die Nobelbibliothek für die Allgemeinheit offen und selbst dem Fernleihsystem angeschlossen, so dass man die Bücher von jeder Bibliothek Schwedens aus erhalten kann, bis auf einige wertvolle Ausgaben, die nur im Börshuset gelesen werden können. Heute organisiert die Nobelbibliothek auch Vorträge und Seminare für Buchhändler und Bibliothekare und spielt damit eine wichtige Rolle in der Weiterbildung im Literaturbereich.


16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1785: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung
16. November 1940: Albert Engström, Humor als Ausdrucksmöglichkeit
16. November 1944: Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus
16. November 1969: Die heutige Jakobskirche in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. Juni 2015

Der Nobelpreisträger Torsten Wiesel

Torsten Wiesel kam am 3. Juni 1924 als Sohn eines Psychiaters in Uppsala zur Welt, besuchte dann jedoch eine Privatschule am Rande Stockholms. Als Wiesel 17 Jahre alt war, begann er sich für Psychiatrie und Medizin zu interessieren, wobei ihn, nach eigenen Aussagen, vor allem das Nervensystem interessierte. Nach Abschluss seines Medizinstudiums am Karolinska Institut arbeitete Wiesel ein Jahr lang in der gleichen Einrichtung als Forscher im Labor von Professor Carl Gustaf Bernhard um dort an der Neurophysiologie zu arbeiten.

Im Jahre 1955 wurde Torsten Wiesel an das Stephan Kuffler's Labor in den USA eingeladen um dort an Forschungsarbeiten teilzunehmen und seine Kenntnisse zu perfektionieren. Wiesel sollte dann jedoch 54 Jahre lang in den USA bleiben und dort eine wissenschaftliche Karriere machen, denn 1973 wurde er Direktor der neurobiologischen Fakultät der Harvad Medical School und zwischen 1991 und 1998 war er Präsident der Rockefeller University. Erst mit 85 Jahren kehrte Torsten Wiesel dann zurück nach Stockholm, ohne jedoch seine internationale Forschungstätigkeit ganz aufzugeben.

Ab den 60er Jahren untersuchte Torsten Wiesel, gemeinsam mit seinem Kollegen David Hubel den Aufbau und die Informationsverarbeitung der visuellen Cortex bei Katzen und Affen und konnte damit grundlegende Inforationen zum Sehvermögen vorlegen. Für diese bahnbrechende Forschung erhielten die beiden Wissenschaftler im Jahr 1981 einen geteilten Nobelpreis für Medizin verliehen. Die Arbeit von Wiesel erklärt die Informationsverarbeitung im Gehirn beim Sehen und gehört mit zu den bedeutendsten neurobiologischen Erkenntnissen des vergangenen Jahrhunderts.


3. Juni 1605: Hogenskild Bielke wird in Stockholm hingerichtet
3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest
3. Juni 1990: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Sonntag, 17. Mai 2015

Gunnar Myrdal und der politische Wandel Schwedens

Als Gunnar Myrdal am 17. Mai 1987 im Alter von 88 Jahren in Stockholm starb, hatte der Wirtschaftswissenschaftler nicht nur den Nobelpreis in Wirtschaft erhalten und über Jahre hinweg die europäische Wirtschaftskommission der UNO geleitet, sonder er musste es auch nicht erleben, dass sich mehrere seiner Theorien als Irrtum erwiesen und selbst der schwedische Sozialstaat nicht nach seinen Theorien erhalten bleiben konnte, obwohl gerade seine Theorien Schweden der sozialen Gerechtigkeit näher gebracht hatten.

Gunnar Myrdal war am 6. Dezember 1898 in Gustafs in Dalarna als Sohn eines Eisenbahnkonstrukteurs zur Welt gekommen und studierte nach seiner Hochschulreife Jura. Auf Anregung seiner Ehefrau, Alva Myrdal, schloss er diesem Studium noch Studien in Volkswirtschaft, Soziologie und Finanzwissenschaften an. Von Beginn an zeigte sich Myrdal dabei als Sozialdemokrat, der sich jedoch in jedem Punkt gegen den Marxismus stellte. Dennoch unterzeichnete Gunnar Myrdal während seiner zwei Jahre als Wirtschaftsminister ein Handelsabkommen mit der Sowjetunion, das im allgemeinen stark kritisiert wurde. Als es dann 1947 auch noch zur schwedischen Währungskrise kam, legte Myrdal alle seine politischen Aufträge ab, ohne jedoch den Gedanken einer sozialen Reform Schwedens aus den Augen zu verlieren.

Jan Myrdal lehnte jedoch nicht nur jeden marxistischen Gedanken ab, sondern kritisierte auch sämtliche anderen Wirtschaftstheorien seiner Zeit und schuf die sogenannte Polarisationstheorie, nach der die lokale und regionale Wirtschaftskonzentration als Motor des Wirtschaftswachstums dient. Myrdal kam daher zum Schluss, dass der Staat in das Wirtschaftsgeschehen eingreifen muss um eine wirtschaftliche Machtkonzentration weitgehend zu verhindern, da diese Wirtschaftskonzentration auch zu sozialen Ungerechtigkeiten führen muss. In diesem Gedanken verfasste Gunnar Myrdal, gemeinsam mit seiner Frau, auch das Buch „Die Krise in der Bevölkerungsfrage“, das letztendlich zur Einführung der Sozialhilfe für Familien in Schweden führte.


17. Mai 1788: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens 
17. Mai 1900: Der erste Lastwagen Schwedens liefert Bier
17. Mai 1918: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson 
17. Mai 1936: Lars Gustafsson und die gesellschaftskritische Literatur der Gegenwart 
17. Mai 1979: Jimmie Åkesson, Vorsitzender der Sverigedemokraterna

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 30. August 2014

The Svedberg und ein Nobelpreis in Chemie

The Svedberg wurde am 30. August 1884 unter dem Namen Theodor Svedberg in Fleräng im Gästrikland geboren und sollte als Sohn eines Vorarbeiters eine bessere Zukunft haben. Aus diesem Grund schickten ihn die Eltern erst in Köping, dann in Örebro und schliesslich in Göteborg zur Schule. Nach seiner Hochschulreife in Göteborg schrieb sich Svedberg im Jahr 1904 an der Universität Uppsala ein an der der spätere Wissenschaftler bereits 1908, nach einer Arbeit über kolloide Lösungen, seinen Doktor in Philosophie erhielt.

Die Karriere von The Svedberg setzte mit gleicher Geschwindigkeit fort mit der er sein Studium duchführte, denn bereits 1907 war er Dozent in Chemie in Uppsala geworden und 1912 wurde er zum Professor in physikalischer Chemie ernannt. Während seiner Zeit als Professor arbeitete Svedberg, nach den Theorien von  Albert Einstein und Marian Smoluchowski, an Kolloiden und entwickelte dabei die analytische Ultrazentrifugation und bewies damit, dass es möglich war gereinigte Proteine voneinander zu trennen.

Mit Hilfe der Ultrazentrifuge gelang es The Svedberg die Molekülmasse von Proteinen zu bestimmen, eine Leistung ohne die die heutige Biochemie undenkbar wäre. Svedberg erhielt für diese Leistung nicht nur im Jahre 1926 den Nobelpreis für Chemie überreicht, sondern auch die Masseinheit des Sedimentationskoeffizienten wurde nach dem Wissenschaftler benannt und als S (Svedberg-Einheit) bezeichnet. The Svedberg war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen, unter anderem auch Mitglied der Kungliga Vetenskapsakademien. Zwischen 1949 und 1967 war Svedberg auch der Direktor des Instituts für Kernchemie in Uppsala. The Svedberg starb am 26. Februar 1971 im Alter von 86 Jahren in Kopparberg im Västmanland.


30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg 
30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem 
30. August 1888: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst 
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. August 2014

Sune Bergström und der Nobelpreis in Medizin

Als Sune Bergström am 15. August 2004 im Alter von 88 Jahren in Stockholm starb, gehörte er zu den wenigen Personen Schwedens, denen für ihre wissenschaftlichen Leistungen die höchstmögliche Ehre zuteilwurde, denn 1982 hatte der Biochemiker, gemeinsam mit zwei Kollegen, den Nobelpreis in Medizin oder Physiologie erhalten. Bergström hatte sein wissenschaftliches Leben nahezu ausschließlich der Erforschung der Prostaglandine gewidmet, eine Forschung, die die Medizin weltweit revolutionierte.

Sune Bergström war am 10. Januar 1916 als Sohn eines Hydrographen in Stockholm geboren worden und hatte in Stockholm, in England, den USA und der Schweiz Chemie, Medizin und Biochemie studiert, ein Studium, das er 1944 mit einer Doktorarbeit in Biochemie am Karolinska Institut in Solna beendete. Vier Jahre lang arbeitete Bergström am Karolinska als Dozent bevor er eine Professur an der Universität Lund erhielt. Schon 1958 kehrte der Wissenschaftler dann jedoch nach Stockholm zurück um anschließend dem Karolinska Institut, an dem er 1969 zum Rektor ernannt wurde, bis zur Pensionierung die Treue zu halten.

Als sich Sune Bergström der Erforschung der Prostaglandine zuwandte, waren diese seit über zehn Jahren bekannt ohne dass man sie jedoch entschlüsselt hatte und ihren Einfluss auf den Körper kannte. Die größte Leistung des Wissenschaftlers war daher die chemische Struktur der Prostaglandine zu finden und anschließend ihren Einfluss auf den menschlichen Körper zu erforschen. Der erste Durchbruch kam für Bergström bereits im Jahre 1957, kurz bevor er seine Professur am Karolinska Institut antrat. Auch wenn man heute weiß, dass Prostaglandine bei der Fortpflanzung, bei Entzündungen, der Regulation des Blutdrucks und der Schmerzbekämpfung eine Rolle spielen, so konnte die Forschung bis heute nicht alle Fragen zu diesen Hormonen klären.


15. August 1247: Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan
15. August 1794: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
15. August 1901: Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden
15. August 1954: Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod
15. August 1982: Der schwedische Biochemiker Hugo Theorell
15. August 1986: Die Nationalflagge der Samen
15. August 2011: Sif Ruud, noch mit 85 auf der Bühne des Dramaten

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. August 2014

Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius

Arne Tiselius kam am 10. August 1902 in Stockholm zur Welt und wuchs mit seiner Mutter und zwei Geschwistern auf, da der Vater sehr früh gestorben war. Da die Familie von der Unterstützung Verwandter und den Arbeiten der Mutter leben musste, war auch Tiselius sehr früh dazu gezwungen einen finanziellen Beitrag zu leisten und jüngeren Schülern Nachhilfeunterricht zu geben. Dass der junge Tiselius auch unter diesen schwierigen Voraussetzungen seiner Neigung nachgehen konnte, verdankte er einem Lehrer, der festgestellt hatte, dass der Junge ein ausgezeichnetes Gefühl für Chemie hatte. Tiselius erhielt daher einen Schlüssel für die Schule um jede gewünschte Stunde Zugang zum Chemielabor zu haben.

Nach seiner Hochschulreife zog Arne Tiselius nach Stockholm um wenig später an der Universität Uppsala Chemie, Medizin und Physik zu studieren. Erneut hatte Tiselius Glück, denn auch Theodor Svedberg, sein Professor in Chemie, erkannte die Begabung seines Studenten und bot ihm nach Abschluss des Studiums einen Arbeitsplatz in seinem Labor in dem die beiden Wissenschaftler die Zusammensetzung des Blutes erforschten und nach einer Methode suchten, die es ermöglichte die Einzelteile des Blutes zu trennen, eine Tätigkeit, die Tiselius bis zu seinem Tod beschäftigte und ihm 1948 zum Nobelpreis in Chemie einbrachte.

Auch wenn Arne Tiselius bereits im Labor von Svedberg bedeutende Erfolge in der gemeinsamen Forschung verzeichnen konnte, so kam der Durchbruch erst nachdem der Forscher 1946 ein eigenes Labor und ein biochemisches Institut erhielt, das ihm die Anwendung aller Analysemethoden erlaubte. Sehr bald konnte Tiselius nachweisen, dass das Blutserum aus vier verschiedenen Proteinen bestand. Mit der Entwicklung seiner Analysemethoden und Apparaturen konnte Arne Tiselius dann die Grundlage der heutigen Biochemie legen, die sowohl die DNA-Identifikation ermöglicht, als auch bei der modernen Lebensmittelkontrolle bei Fleischprodukten eingesetzt werden kann. Das biochemische Institut von Tiselius in Uppsala legte auch den Grundstock für die gesamte schwedische Pharmaindustrie.


10. August 1537: Das Schloss Gripsholm am Mälaren
10. August 1628: Die Vasa sinkt bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm
10. August 1762: Axel Gabriel Silverstolpe, ein literarischer Revolutionär
10. August 1907: Der schwedische Sportklub IK Sirius
10. August 1928: Hjalmar Selander und das reisende Theater Schweden
10. August 1951: Der Musiker, Koch und Moderator Plura Jonsson
10. August 1983: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Sonntag, 6. Juli 2014

Der schwedische Biochemiker Hugo Theorell

Hugo Theorell kam am 6. Juli 1903 in Linköping als Sohn eines Regimentsarztes zur Welt und machte seine Hochschulreife an der Kathedralschule der gleichen Stadt bevor er im Jahre 1921 begann Medizin am Karolinska Institut in Solna zu studieren. Dort hatte Theorell das Glück, unter anderen, Gösta Mittag-Leffler als Lehrer zu haben, der seinen Studenten die besten Voraussetzungen für eine Karriere bot und dem jungen Wissenschaftler auch zur Weiterbildung am Institut Pasteur in Paris verhalf.

Nach seiner Rückkehr aus Frankreich arbeitete Hugo Theorell als Assistent im medizinisch-chemischen Institut des Karolinska Instituts und begann seine Studien über den Einfluss von Lipiden bei der Sedimentation des Blutes. Parallel dazu bereitete Theorell seine Promotion vor, die er 1930 mit einer Arbeit über die Lipide erfolgreich abschloss. Nach seiner Promotion erhielt der Wissenschaftler eine Professur am Institut, arbeitete jedoch bereits zwei Jahre später auch parallel dazu am biochemischen Institut der Universität Uppsala. 1937 wurde Theorell dann Professor und Leiter der biochemischen Abteilung des Nobelinstituts am Karolinska Institut.

International aufmerksam wurde man auf Hugo Theorell 1953, als er, gewissermaßen als Nebenprodukt seiner Forschung über die Oxidation von Enzymen, ein Antibiotikum zur Bekämpfung der Tuberkulose entdeckte. Nur zwei Jahre später wurde dem Wissenschaftler der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Forschungsarbeiten verliehen. Seine Bedeutung in der Medizin beschränkt sich allerdings nicht auf seine Hauptforschung zur Oxydation von Enzymen, denn Theorell erforschte auch die Alkoholverbrennung in der Leber und leistete eine bedeutende Forschung über die Fermente der Zellatmung.


6. Juli 1774: Vom Vorname Gustav zu Gustav Vasa
6. Juli 1823: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. Juli 1859: Verner von Heidenstam und der Umbruch in eine neue Zeit
6. Juli 1859: Verner von Heidenstam, ein Erneuerer der schwedischen Literatur
6. Juli 1917: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius
6. Juli 1946: Die schwedische Sängerin Ulla Billquist 

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Mittwoch, 2. April 2014

Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Als Hannes Alfvén am 2. April 1995 in Djursholm bei Stockholm starb, hatte er für einen Physiker die höchst mögliche Stufe erreicht, da ihm 1970 der Nobelpreis in Physik überreicht worden war. Studiert hatte der am 30. Mai 1908 in Norrköping geborene Alfvén an der Universität Uppsala, wo er 1932 auch Dozent in Physik wurde, bevor er einige Jahre später als Professor zur Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm wechselte. Seine überragenden Forschungen fielen dann vor allem in die Jahre ab 1963, als Alfvén als Professor und Forscher für Plasmaphysik tätig war, eine Tätigkeit, die er bis 1973 ausübte, auch wenn ab 1967 in den USA lebte.

Die theoretischen Ausführungen von Hannes Alfvén, insbesondere im Gebiet der Magnetohydrodynamik, sind bis heute von größter Interesse der Physik, wobei Alfvén allerdings noch zu jener Gruppe an Wissenschaftlern gehört, die sehr breit arbeitetet und dessen Interesse nicht am Rande seines Fachbereichs endete. Als Kosmologe und Elektrotechniker untersuchte Alfvén daher auch die magnetischen Stürme und die elektrischen Felder und versuchte dabei auch die Entstehung der Polarlichter zu erklären.

Trotz seiner Errungenschaften für die schwedische Wissenschaft war Hannes Alfvén im Jahre 1967 gezwungen seine Forschung für mehrere Jahre in die USA zu verlegen, da er die schwedische Kernkrafttechnologie stark kritisiert hatte, was wiederum zur Folge hatte, dass ihm die schwedische Wirtschaft Forschungsgelder verweigerte und die Regierung den Physiker als persona non grata betrachtete. Erst nachdem Alfvén den Nobelpreis für Physik erhalten hatte, wurde er wieder positiver in Schweden gesehen. Alvén war bis zu seinem Tode auch politisch als Kernkraftgegner aktiv, zu Beginn bei der Zentrumspartei und später bei den Grünen des Landes.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens 
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden 
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1957: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg 
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden

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Mittwoch, 5. Juni 2013

Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde

Alvar Gullstrand wurde am 5. Juni 1862 in Landskrona geboren und wollte nach seiner Hochschulreife in Jönköping im Grunde Mathematik studieren. Sein Vater, der der leitende Stadtarzt in Landskrona war, konnte ihn jedoch davon überzeugen in Uppsala Medizin zu studieren. Nach seinem Examen ging Gullstrand kurze Zeit nach nach Wien um seine medizinischen Kenntnisse auszudehnen. Dort kam der Mediziner jedoch nicht nur mit Allgemeinmedizin in Berührung, sondern auch mit der Augenkunde, die ihn zu faszinieren begann.

Wieder zurück in Schweden begann Allvar Gullstrand unterschiedliche Forschungsarbeiten und kam 1888 an das Karolinska Institut in Stockholm an dem er 1890 in Medizin promovierte. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler Dozent für Augenkrankheiten am Institut und 1894 wurde er auf Grund seiner Fähigkeiten zum Professor  in Ophtalmologie an der Universität Uppsala, was Gullstrand die Möglichkeit bot sich ausführliche mit der Augenheilkunde zu beschäftigen, da ihm in Uppsala alle Forschungsmöglichkeiten zur Verfügung standen.

Allvar Gullstrand arbeitete in den folgenden Jahren vor allem an der Lichtbrechung im Auge und der optischen Abbildung, was in gewisser Weise seine beiden Gebiete vereinte, nämlich Augenheilkunde und Mathematik. Bereits sehr früh untersuchte und beschrieb Gullstrand den Astigmatismus, was nicht nur dazu führte, dass er mehrere Instrumente erfand, die die Untersuchung der Augen vereinfachten sondern die Augenheilkunde revolutionierte. Seine Forschung erlaubte es der Medizin das Sehen besser zu verstehen und insbesondere die Störungen zu begreifen, die Augenmuskeln verursachen können. Für diese Leistung erhielt Allvar Gullstrand im Jahre 1911 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen.


5. Mai 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein 
5. Mai 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

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Dienstag, 19. Februar 2013

Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger

Svante Arrhenius wurde am 19. Februar 1859 geboren und gehört, mit Wilhelm Oswald und Jacobus Henricus van't Hoff, zu den Gründern der physikalischen Chemie. Arrhenius, der an der Universität Stockholm Physik unterrichtete, wurde jedoch nicht nur wegen seinen wissenschaftlichen Leistungen bekannt, sondern auch, weil er der erste Schwede war, dem im Jahre 1903 der Nobelpreis in Chemie überreicht wurde und damit schwedisches Wissen auf eine internationales Niveau stellte.

Svante Arrhenius studierte an der Universität Uppsala in Rekordzeit Mathematik, Chemie und Physik mit einigen Nebenfächern. Problematisch wurde es jedoch als Arrhenius in Uppsala seine Doktorarbeit zu schreiben plante indem er die Grenzforschung zwischen Physik und Chemie betreiben wollte, denn sein Professor entschied, dass er sich für eines der beiden Fächer entscheiden müsse. Diese Auseinandersetzung führte dazu, dass sich der Wissenschaftler an die Vetenskapsakademien in Stockholm wendete und den Doktorvater wechselte. Erik Edlund, der neue Professor, half  Arrhenius und zwei seiner Freunde dann beim Zugang zum Labor, und ermöglichte die Forschung, die letztendlich zum Nobelpreis führte.

Svante Arrhenius machte sich unmittelbar an die Arbeit das Molekülgewicht chemischer Verbindungen zu untersuchen und ging dann darauf über das elektrolytische Leitungsvermögen zu erforschen, was letztendlich das Thema seiner Doktorarbeit wurde. Sein Professor in Uppsala zeigte sich von den Ergebnissen der Arbeit wenig erfreut und lehnte sie ab. Arrhenius wandte sich daher an Otto Pettersson, der Professor für Chemie an der neugegründeten Universität in Stockholm war, der sofort die immense Leistung des Wissenschaftlers erkannte und nur einige kleinere Änderungen vorschlug. Aber auch das half Arrhenius in Uppsala noch wenig und seine Karriere schien zu Ende. Erst die Unterstützung von Wilhelm Oswald, der ihm nach der Lektüre der Arbeit sofort eine Dozentenstelle in Riga anbot, half Arrhenius bei seinem Durchbruch in Schweden. In Uppsala wurde der Forscher jedoch sein Leben lang nie voll anerkannt, trotz der bahnbrechenden Erkenntnisse, die er bereits als Doktorand lieferte.


19. Februar 1719: Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet
19. Februar 1930: Kjell Espmark, ein Leben für eine unsterbliche Literatur 

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Montag, 3. Dezember 2012

Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik

Der schwedische Physiker Manne Siegbahn wurde am 3. Dezember 1886 in Örebro geboren. Seine Laufbahn war exemplarisch für jemanden, dessen Passion die Physik ist, denn er studierte das Fach an der Universität in Lund und wurde dort nach seiner Disputation Dozent in Physik. Bereits 1915 erhielt er an der gleichen Universität eine Professur, die 1920 zu einer ordentlichen Professur wurde. Nur zwei Jahre später verließ Siegbahn Lund um eine Professur in Uppsala anzunehmen.

Manne Siegbahn hatte sich von 1908 bis 1912, als Assistent des Professors J. R. Rydberg, vor allem mit Problemen der Elektrizität und des Magnetismus beschäftigt. Als Siegbahn dann eine eigene Professur in Lund erhielt, konnte er sich seinen wahren Interessen zuwenden und begann über die Röntgenspektroskopie zu arbeiten. Seine Forschungsergebnisse fasste der Wissenschaftler 1923 in seinem Werk „Spektroskopie der Röntgenstrahlen“ zusammen.

Für diese Leistungen erhielt Manne Siegbahn im Jahre 1924 den Nobelpreis für Physik, den er allerdings erst ein Jahr später in Empfang nehmen konnte, da das Nobelkomitee im Jahre 1924 entschied, dass keiner der nominierten Kandidaten die von Alfred Nobel aufgestellten Kriterien erfüllte, auch Siegbahn nicht. Aber auch wenn die Preisvergabe an Siegbahn im Jahre 1924 daher etwas umstritten ist, so hätte er ihn mit Sicherheit für seine Leistungen in der Kernphysik erhalten, da er 1939 Direkter des Forschungslabors für Experimentelle Physik in Uppsala wurde und in dieser Eigenschaft eine weltweit führende Rolle in der Erforschung des Atomkerns und der radioaktiven Strahlungsprozesse einnahm.


3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

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Dienstag, 6. November 2012

Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie

Am 6. November 1964 starb Hans von Euler-Chelpin im Alter von 91 Jahren in Stockholm. Euler-Chelpin war 1873 im deutschen Augsburg geboren und studierte erst an der Kunstakademie in München Farbenlehre bevor er anschließend zwei Jahre lang Chemie in München und Berlin studierte und in diesem Fach auch promovierte. Ab 1897 arbeitete Hans von Euler-Chelpin an der Universität Stockholm, wo er bis zum Leiter des Instituts für Biochemie emporstieg und einen maßgeblichen Einfluss auf die Forschung der schedischen Hochschulen bekam.

Obwohl Euler-Chelpin bereits 1902 die schwedische Staatsangehörigkeit annahm, beteiligte er sich auf deutscher Seite aktiv am Ersten Weltkrieg, war Mitglieder einer Vereinigung, die später die Hitlerregierung in Deutschland förderte und er hielt während des gesamten Zweiten Weltkriegs sehr enge Verbindungen zu den Machthaber und der politischen Elite Deutschlands. Diese rechte Einstellung verhinderte jedoch nicht, dass er 1943 dem jüdischen Chemiker George de Hevesy, der sich damals in Kopenhagen aufhielt, vermutlich das Leben rettete indem er ihn als Mitarbeiter in sein Institut nach Stockholm holte.

Hans von Euler-Chelpin erhielt im Jahre 1929, gemeinsam mit Arthur Harden, den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über die alkoholische Gärung und seine Forschung über die Enzyme. Allerdings hatte der Chemiker einen bedeutenden Stab an Mitarbeitern und Studenten, die ihn bei der Forschung unterstütze, so dass seine persönliche Leistung nicht festzustellen ist. Seine Arbeiten veröffentliche Euler-Chelpin grundsätzlich in deutscher Sprache, die für ihn bis zu seinem Lebensende die Sprache der Wissenschaft war.


6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén 

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