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Sonntag, 10. Februar 2019

Der Möbeldesigner und Architekt Ernst Spolén

Ernst Spolén kam am 14. Oktober 1880 als Sohn eines Prosten in Halmstad zur Welt, wuchs jedoch in Fryksände im nördlichen Värmland auf. Spolén studierte nach seiner Hochschulreife an der Technischen Hochschule Chalmers, wo er auch den Künstler Ivar Arosenius kennen lernte mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Nach seiner Hochzeit mit der Schwester des Künstlers ging Spolén 1905 nach Stockholm um dort seine Studien mit einem Architekturstudium an der Kunstakademie zu ergänzen. Nach Abschluss dieses Studiums im Jahr 1906 blieb das Ehepaar in Stockholm.

Ab 1906 arbeitete Ernst Spolén dann als Architekt bei Torben Grut, Ernst Stenhammar und Ivar Tengbom, die um diese Zeit bereits einen ausgezeichneten Ruf hatten. Nach den ersten Berufserfahrungen wurde Spolén von Ragnar Östberg angestellt und war damit auch an der Planung des Stockholmer Stadshuset beteiligt, was Spolén sehr wichtige Erfahrungen brachte, die ihm später zu seinem Ruhm verhalfen. Ab 1916 wurde Spolén nämlich für die Einrichtung des Gebäudes verantwortlich und er wurde zum Designer sämtlicher Möbel im Gyllene Saal und im Saal Tre kronor.

Ab dem folgenden Jahr ging die Karriere von Ernst Spolén dann parallel in zwei Richtungen, denn bereits 1917 nahm er mit einer Küche und einem Wohnzimmer, dessen Möbel er im gustavianischen Stil entworfen hatte, an einer Ausstellung in der Kunsthalle Liljevalch teil, aber er arbeitete auch als Architekt weiter. Wenige Jahre später wurde er zum Stadtarchitekten in Kristinehamn ernannt, anschließend in Filipstad und ab 1946 hatte er ein eigenes Architekturbüro in Karlstad, wo er bis zu seinem 80. Lebensjahr aktiv blieb. Ernst Spolén starb am 10. Februar 1974 in Bolum.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1876: Der Nationalromantiker August Söderman
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Der schwedische Möbeldesigner Carl Malmsten

Carl Malmsten kam am 7. Dezember 1888 als Sohn eines bekannten Arztes unter dem Namen Charley Malmsten in Stockholm zur Welt und sollte im Grunde in die Fußstapfen des Vaters treten, obwohl ihm die Schule wenig zusagte. Als Malmsten nach seinem Militärdienst jedoch krank wurde, begab er sich zur Genesung nach Ägypten und hatte dort die Chance als Künstler zu arbeiten. Als er dann 1909 nach Stockholm zurückkehrte, wollte Malmsten von einem Studium nichts mehr wissen und er machte eine Lehre als Schreiner. Nach Ende seiner Ausbildung setzte der spätere Möbeldesigner im Selbststudium fort und begann auch in verschiedenen Architekturbüros zu arbeiten.

Bereits 1916 hatte Carl Malmsten dann seinen Durchbruch als Möbeldesigner, denn mit seinen ersten selbst geschaffenen Möbeln gewann er den ersten und den zweiten Preis der Ausschreibung für die Innenausstattung des Stockholmer Stadshuset (Rathaus), einer Einrichtung, die man dort noch heute vorfindet. Nach diesem großen Erfolg war Malmsten nahezu über Nacht einer der begehrtesten Möbeldesigner Schwedens geworden, der auch mit dazu beitrug ein sogenanntes schwedisches Design zu schaffen. In zahlreichen Häusern Schwedens findet man noch heute einzelne Möbel des Designers, der am 13. August 1972 auf Öland starb.

Carl Malmsten verband mit seinen Möbeln eine Philosophie, die er weitergeben wollte, unter anderem dadurch dass er eigene Schulen für Möbelschreiner schuf und einige seiner Schöpfungen auch serienmäßig herstellen ließ um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Einige wenige seiner klassischeren Modelle werden noch heute hergestellt. Die Stärke Malmgrens lag im Klassizismus, den er auch fortsetzte als in den 30er Jahren der Funktionalismus in Schweden seinen großen Durchbruch hatte. Seine bedeutendsten Werke dieser Zeit gehören zur Gruppe Swedish Grace, die eine gesamt Stilrichtung der Epoche ausmacht und, vor allem als Porzellan Rörstrands, auch heute noch die schwedische Bevölkerung anspricht.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 1979: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling
7. Dezember 2004: Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. März 2016

Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Maja Sjöström kam am 13. März 1868 als Tochter eines regionalen Staatsbeamten in Bärslöv zur Welt und begann bereits sehr früh viel zu zeichnen und zu malen. Als Sjöström 18 Jahre alt war, zog sie nach Stockholm um dort die höhere kunstindustrielle Schule zu besuchen, das heutige Konstfack. In einem Milieu, das sonst für die höhere Bürgerschicht reserviert ist, studierte Sjöström vor allem das Musterzeichen.

Mit dieser Ausbildung in der Tasche begann Maja Sjöström ab Ende der 90er Jahre für die Handarbetets Vänner (Freunde der Handarbeit) zu arbeiten, was dazu führte, dass Sjöström ein größeres Textilwerk für die Stockholmausstellung lieferte, das Wilhelm Röntgen erwarb als er seinen Nobelpreis in Empfang nahm. Als Ragnar Östberg den Auftrag erhielt das Stadshuset in Stockholm zu bauen, beauftragte er Maja Sjöström mit der Innendekoration. Sjöström entwarf zwischen 1916 und 1923 sämtliche Textilien, die man noch heute im Stockholmer Rathaus (Stadshuset) sehen kann.

Maja Sjöström holte dabei auch viele Ideen aus Italien, das Sie in diesen Jahren mehrmals besuchte um Östberg wirklich internationale Kunst bieten zu können. Nach Abschluss des Auftrags ging Sjöström ganz nach Italien um sich dort ihreer Kunst zu widmen. Ihr Problem wurde jedoch, dass sie eine große Anhängerin von Mussolini wurde, was ihre Arbeiten während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden, und vielen anderen Ländern, unverkäuflich machte. Als Sjöström im Jahre 1961 in Rom starb, war sie nahezu vergessen und konnte lediglich auf eine einzige Ausstellung in der Nachkriegszeit zurückblicken, die das Röhsska Museum in Göteborg organisiert hatte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1854: Der schwedische Sprachforscher Adolf Noreen
13. März 1885: Der Kinodirektor Anders Sandrew
13. März 1942: 17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Der Nobeltag (Nobeldagen) in Schweden

Der sogenannte Nobeltag (Nobeldagen) gehört in Schweden zu jenen wenigen Tagen des Jahres in denen landesweit die schwedische Flagge gehisst wird. Am Todestag des Erfinders und Chemikers Alfred Nobel wird seit dem 10. Dezember 1901 nicht nur regelmäßig der Nobelpreis vergeben, sondern im ganzen Land werden auch private Nobelfeste arrangiert an denen sehr gutes Essen geboten wird und der Champagner fließt, gleichzeitig mit der Liveübertragung des offiziellen Festes. Der Nobeldagen ist auch der einzige Tag des Jahres in dem man das Nobelmuseum in Stockholm kostenlos besuchen kann.

Genau genommen gibt es nicht nur einen Nobeltag, sondern auch eine Nobelwoche, denn die Preisträger kommen, mit Familie, in der Regel schon einige vor dem Nobeldagen in Stockholm an und verbringen eine Woche in der schwedischen Hauptstadt. In dieser Woche halten die Empfänger des Nobelpreises auch ihre mit dem Preis zusammenhängende Vorlesung zum Thema das ihnen zum Nobelpreis verhalf. Die Preisvergabe mit dem folgenden Bankett im Stockholmer stadshus ist lediglich der Höhepunkt des Aufenthalts auf den in ganz Schweden deutlich aufmerksam gemacht wird. Der Nobeltag ist in Schweden so wenig zu übersehen wie der Nationalfeiertag, das Luzienfest oder Weihnachten.

Am Fest des Nobeltages nehmen rund 1300 geladene Gäste teil, wobei die Mitglieder des Königshauses als Ehrengäste empfangen werden und Jimmie Åkesson, als einziger Parteiführer des Landes, grundsätzlich ausgeschlossen wird. Auch wenn die meisten Gäste mit Frack oder Abendkleid erscheinen, so ist es auch vollkommen normal mit einer der schwedischen Volkstrachten zu erscheinen. Nach dem Bankett und den Reden der Preisträger setzt das Fest im Goldenen Saal fort, ein Ereignis das das Staatsfernsehen grundsätzlich in live überträgt und dabei nahezu den Zuschauerrekord schlägt, nur von dem Eurovision Song Contest noch deutlich überholt.


10. Dezember 1748: Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist 
10. Dezember 1787: Der Naturwissenschaftler Conrad Quensel
10. Dezember 1896: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur
10. Dezember 1981: Nelly Sachs und die Gedichte zur Flucht des jüdischen Volkes
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Oktober 2015

Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht

Auch wenn das Stockholmer Rathaus nach langwierigen Umbauten bereits am 1. September 2009 wieder vom Amtsgericht übernommen wurde, konnte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude erst am 23. Oktober 2009 von Kronprinzessin Victoria eingeweiht werden, eine Gelegenheit bei der die Teilnehmer der Einweihung auch eine ausgedehnte Runde durch die Gänge und Räume machen konnten. Trotz seines Namens, findet man im Rathaus der schwedischen Hauptstadt lediglich das Amtsgericht, denn die administrativen Arbeiten der Stadt sind seit langem im Stadthaus (Stadshuset) zu finden, das im Deutschen ebenfalls als Rathaus bezeichnet wird.

Das Rathaus in Stockholm wurde im Jahre 1915, nach einer fünfjährigen Bauzeit, bereits einmal von Gustav V. eingeweiht, wobei die Stadt den Auftrag für den Bau dem Architekten Carl Westman übertragen hatte, da sein einziger ernsthafter Konkurrent im Gegenzug dazu das Stadthaus bauen durfte. Auch wenn der Bau des Konkurrenten, Ragnar Östberg, heute öfter fotografiert wird als das Rathaus und weitaus bekanntes ist, so handelt es sich beim Rathaus um ein Hauptwerk der schwedischen Nationalromantik und ist daher für Architekten bedeutender als das Stadshuset. Genau genommen gehört das Rathaus mittlerweile auch nicht mehr der Stadt Stockholm, sondern wurde vom schwedischen Staat übernommen.

Das Rathaus Stockholms, in dem man auch sehr viele Kunstwerke findet, wurde von Carl Westman so weit wie möglich dem Baustil aus der Vasazeit nachempfunden, sowohl vom Äußeren als auch im Inneren. Wenn man den Turm des Rathauses betrachtet, so sieht man sehr deutlich die Ähnlichkeit mit dem Schloss Vadstena aus dem 16. Jahrhundert und auch die Gewölbe im Inneren erinnern an den Stil der gleichen Epoche. Dieser Eindruck wird durch die Wahl der Kunstwerke im Inneren des Gebäudes und dem Justitiabrunnen im Innenhof noch zusätzlich verstärkt.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1656: Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 7. August 2015

Der schwedische Künstler Einar Forseth

Einar Forseth wurde am 7. August 1892 als Sohn eines norwegischen Lithographen in Linköping geboren, wuchs jedoch in Örebro auf, wo sein Vater ein lithographischees Atelier besaß. Im Jahre 1908, drei Jahre nachdem die Familie nach Göteborg umgezogen war, begann Forseth eine künstlerische Ausbildung an der Schule der Kunsthandwerker und der Kunsthochschule Valand in Göteborg. 1912 setzte Forseth seine Studien dann an der Kunstakademie in Stockholm fort und begann seine Werke auszustellen. Als der Künstler 1917 bei der Upsala-Ekeby AB beschäftigt wurde, war er vor allem für das Design von Kachelöfen und die Dekoration von Keramik zuständig, was Forseth wiederum eine Reisestipendium einbrachte, das ihm erlaubte nur zwei Jahre später eine einjährige Studienreise nach Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Nordafrika zu unternehmen, die er privat um zwei weitere Jahre verlängerte.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden erhielt Einar Forseth von Ragnar Östberg, dem Architekten des Stockholmer Stadshuset, einen Auftrag, der den Künstler unvergesslich machen sollte. Forseth sollte die Ausschmückung des sogenannten Goldenen Saales übernehmen, dem Saal, der heute nach dem Nobelbankett als Tanzsaal verwendet wird. Forseth schuf ein Goldmosaik, das insgesamt aus 18,6 Millionen Teilen besteht und unter anderem die Mälarkönigin (mälardrottning) mit zahlreichen anderen Figuren aus der schwedischen Sagenwelt und Geschichte darstellt. Das byzantinisch beeinflusste Werk galt um diese Zeit als eines der modernsten Kunstwerke des Nordens und gilt auch heute noch als das bedeutendste Werk des Künstlers.

Auch wenn sich Einar Forseth als Künstler sehr vielseitig zeigte, bedeutende Räume dekorierte, Bücher illustrierte, mehrere Altartafeln malte und eindrucksvolle Kirchenfenster seine künstlerische Breite zeigen, so arbeitete Forseth überwiegend mit Keramik, was 1925 mit einer Anstellung bei der Lidköpings Porslinfabrik begann. Nur wenige Jahre später, und nach einer weiteren Studienreise nach Griechenland, Konstantinopel und Palästina, schuf der Künstler einige der bekanntesten Motive für Rörstrand, unter anderem das Kaffeeservice Diana och Gazell. Einar Forseth starb am 5. Dezember 1988 in Stockholm als international anerkannter Künstler, der durch seine öffentlichen Arbeiten das schwedische Kunstverständnis bis heute mit prägt.


7. August 1598: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
7. August 1824: Der schwedische Philosoph Nils von Rosenstein
7. August 1848: Jacob Berzelius und die Kennzeichnung der chemischen Elemente
7. August 1862: Victoria von Baden wird schwedische Königin
7. August 1869: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
7. August 1890: Anna Månsdotter und die Todesstrafe in Schweden
7. August 1898: Der schwedische Gewerkschaftsbund LO 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 23. Juni 2013

Stockholms Stadshus, das Rathaus der Hauptstadt wird eingeweiht

Das Stockholmer Stadshus, das oft als das Rathaus der Stadt bezeichnet wird, obwohl diese Übersetzung nur teilweise zutrifft, wurde am Mittsommerabend des Jahres 1923 eingeweiht, also am 23. Juni 1923, dem Tag, an dem Gustav Vasa 400 Jahre früher als Sieger in die schwedische Hauptstadt eingezogen war, ein Tag, der symbolisch für die Freiheit Schwedens steht und, wenn man steinernen Monumenten Glauben schenkt, bereits in der frühesten Geschichte des Landes gefeiert wurde.

Das Stockholmer Stadshuset in neuromantischem Stil

Bereits im Jahre 1908 hatte der Stockholmer Stadtrat entschieden ein Stadthaus zu bauen, das einerseits das Rathaus beherbergen sollte, zum anderen aber auch ein Gebäude für die bedeutendsten Feste Stockholms werden sollte, eine Bestimmung, die sehr klug war, denn durch diese Veranstaltungen, insbesondere das Nobelfest, wurde das Stadthaus eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. Der 106 Meter hohe Turm des Stadshuset ist immer noch das vierthöchste Gebäude Stockholms und wurde zu einem Wahrzeichen der Hauptstadt, das nahezu jeder Tourist mindestens einmal fotografiert.

Für den Bau des Stadthauses hatte Stockholm das Gebiet der ehemaligen Dampfmühle Eldkvarn am Mälaren gekauft, was sich allerdings als Problem erwies, da über dem felsigen Grund elf Meter Lehm lag, die Verankerung des Gebäudes jedoch im Fels stattfinden musste. Der Architekt Ragnar Östberg meisterte jedoch alle Schwierigkeiten und konnte das Gebäude zudem zu einem Symbol für die Multikultur des Landes machen, denn er griff beim Bau zur italienischen Architektur, der nordischen Gotik und verschmolz das Ganze mit der Kunst des Islams. Während einer Führung im Stadshuset ist es leider unmöglich alle Kunstwerke des Gebäudes zu entdecken, gewinnt jedoch einen Eindruck vom schwedischen nationalromantischen Stil.


23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1952: Mittsommer in Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 31. Oktober 2011

Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt

Wenn man heute im Schwedischen den Ausdruck „inte sen Eldkvarn brann“ hört, was soviel heißt wie „es ist sehr lange her“, so erinnert dieses Idiom an den 31. Oktober 1878, als die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm niederbrannte. Die Feuerschwaden waren, nach Berichten der damaligen Zeitungen, von der ganzen Stadt aus zu sehen. Auch wenn das Gebäude und das Lager durch das Feuer vernichtet wurden, so konnte die Dampfmühle anschließend die Arbeit wieder aufnehmen und bis 1906 weiterhin angewendet werden.

Die Eldkvarn wurde im Jahre 1805 vom Erfinder und Physiker Abraham Niclas Edelcrantz gebaut, wobei der Antriebe von einer Dampfmaschine der Marke Boulton & Watt erfolgte. Als diese Dampfmühle erbaut wurde, erhielt sie den Namen Eldkvarn (Feuermühle), weil man Maschinen mit dieser Antriebsart „eld- och luftmachin“ (Feuer- und Luftmaschine) nannte. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Eldkvarn längst in Betrieb war, tauchte dann der Begriff „Ångkvarn“ (Dampfmühle) auf, eine weitaus korrektere Bezeichnung, die jedoch nie für die Eldkvarn angewendet wurde.

Die Mühle Eldkvarn war die erste Dampfmühle Schwedens und wie sich herausstellte, wurde der Brand im Jahre 1878 von einer Gaslampe, die auf den Boden fiel, entfacht. An die Mühle Eldkarn erinnert heute noch der Name des Stadtteils, aber auch eine Steintafel am Stockholmer Stadshuset, auf der der Brand abgebildet ist. Da das Stadshuset an der Stelle gebaut wurde wo früher die Dampfmühle lag, ist von dem historischen Bau leider nichts mehr zu sehen.

Auf der Seite „När Eldkvarn brann...” findet man einen Augenzeugenbericht zum Brand und ein weiteres Zeitdokument, das an den grossen Brand erinnert.

31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Juni 2011

Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Obwohl Alfred Nobel bereits 1896 verstorben war, verzögerten Verhandlungen und zahlreiche Konflikte, dass sein Testament unmittelbar zu der von ihm gewünschten Nobelstiftung führte. Erst am 29. Juni 1900 konnte dann die von ihm gewünschte Stiftung seine Arbeit aufnehmen und wieder ein Jahr später konnten dann auch die ersten Nobelpreise vergeben werden. Damit die Nobelstiftung seine Arbeit aufnehmen konnte, war es nötig, dass sich das norwegische Stortinget, das Karolinska Institutet, die Kungliga Veteskapsakademin und die Svenska Akademien einigten.

Seit 1901 vergibt die Nobelstiftung jährlich die Nobelpreise in Physik, Chemie, Medizin, Literatur und für Arbeiten, die den Weltfrieden näher bringen. Der Wirtschaftspreis wurde erst weitaus später von der schwedischen Reichsbank eingeführt und lediglich im Rahmen der Feierlichkeiten der Nobelstiftelse vergeben. Außer dem Friedensnobelpreis, der jedes Jahr in Oslo vergeben wird, werden alle Preise in Stockholm verliehen.

Die Preisvergabe, außer dem Friedensnobelpreis, in Stockholm setzt mit einem Bankett in der Blauen Halle des Stadshuset fort, bei dem die Königsfamilie als Ehrengäste geladen sind. Insgesamt nehmen an diesem Bankett etwa 1300 Personen teil, die entweder Frack tragen oder aber eine Volkstracht. Das Essen dauert grundsätzlich vier Stunden und geht anschließend in ein Fest mit Tanz über, das im Goldenen Saal statt findet. Bei diesem bedeutenden Fest ist auch die internationale Presse als Beobachter zugelassen.

29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin