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Montag, 11. Februar 2019

Die Skultuna Messingfabrik

Die Skultuna Messingfabrik (Skultuna Messingbruk AB) wurde bereits am 11. Februar 1607 von Karl IX. gegründet und ist eine der wenigen schwedischen Unternehmen, die bis heute überlebten. Der Hoflieferant, der gegenwärtig rund 400 Schmuck- und Haushaltsartikel anbietet, gehört damit mit zu den ältesten Messingfabriken weltweit. Zur Gründungszeit hatte das Werk allerdings ein anderes Ziel, denn um diese Zeit hatte Schweden gegenüber der Hanse enorme Schulden, die durch eine eigene Messingherstellung abgebaut werden sollten, eine der teuersten Importwaren jener Zeit.

Der Grund, warum man das Messingwerk in Skultuna anlegte, ist an seiner geografischen Lage zu suchen, denn der Ort lag am Fluss Svartå, der die nötige Wasserkraft bot, die Grube in Falun, die das Rohmaterial Kupfer lieferte, war in nächster Nähe und die Wälder in der Umgebung boten genügend Holz für die notwendige Holzkohle. Die Skultuna Messingfabrik war von Beginn an über eine größere Fläche verteilt, da man jede Werkstatt mit einer bestimmten Aufgabe betraute und Skultuna von Anfang an eine große Palette an Produkten bieten wollte. Aus dem Jahr 1619 ist heute jedoch nur noch ein Leuchter erhalten, den man in der Vårfrukyrkan in Enköping finden kann, da es sich bei den meisten Gegenständen um Gebrauchsgegenstände handelte.

Trotz eines Brandes, mehrmaliger finanzieller Probleme und anderem mehr, gelang es der  Messingfabrik Skultuna alle Probleme zu überwinden, neue Techniken anzuwenden und sich immer wieder dem wechselnden Bedarf der Kunden anzupassen. Die bedeutendste Neuerung war indes nicht technischer Natur, sondern die Tatsache, dass das Werk ab 1896 Designer beschäftigte um auf diese Weise an den Weltausstellungen 1897 in Stockholm und 1900 in Paris teilzunehmen und einige der bedeutendsten Preise für ihr Kunsthandwerk zu gewinnen. Das in Paris ausgestellte Taufbecken kann man heute im Museum in Skultuna bewundern. Die gegenwärtig angebotenen Gegenstände des Unternehmens entstammen nahezu ausschließlich Künstlerhänden, die für das Design verantwortlich sind.


11. Februar 1700: Der Beginn des Großen Nordischen Krieges
11. Februar 1744: Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens 
11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
11. Februar 1987: Ebba Busch Thor und die Christdemokraten Schwedens
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Februar 2017

Der schwedische Skiläufer Sixten Jernberg

Sixten Jernberg wurde am 6. Februar 1929 in ärmlichen Verhältnissen in Lima in Dalarna geboren und begann nach sieben Jahren Schulbildung in einer Schmiede zu arbeiten. Nach nur wenigen Monaten wurde er Waldarbeiter, was, zumindest indirekt, der Beginn seiner Karriere ausmachte, denn um im Winter zum Arbeitsplatz zu kommen, musste er Skier benutzen. Um diese Wege etwas spannender zu machen, wurden die Wege zu kleinen Ausscheidungen bei denen er seine Geschwindigkeiten ständig verbesserte und beginnen konnte bei Jugendausscheidungen in Dalarna teilzunehmen.

Als Sixten Jernberg im Jahre 1949 gerade 20 Jahre alt war, gewann er die Junior-Dalarna-Meisterschaft und begann seine Skikarriere, die ihn zu einem der legendären Wintersportler Schwedens machen sollte. Nur fünf Jahre später nach seinem ersten Sieg gewann Jernberg seine erste Medaille bei der Weltmeisterschaft in Falun und im folgenden Jahr kehrte er mit vier Medaillen von der Winterolympiade in Cortina nach Schweden zurück. So nebenbei gewann Sixten Jernberg auch zweimal den Vasalauf und reihte sich damit in die Liste der unvergesslichen Skiläufer ein.

Bereits 1964 beendete Sixten Jernberg dann seine professionelle Karriere als Skiläufer und konnte in den wenigen Jahren allein bei schwedischen Meisterschaften auf 32 Goldmedaillen zurückblicken. In seiner Freizeit blieb Jernberg, der am 14. Juli 2012 an einem Schlaganfall in Mora starb, dem Skilauf jedoch bis zu seinem 79. Jahr treu, wenn auch nur in seiner Freizeit. In seinem letzten Lebensjahr konnte Jernberg noch den ersten Spatenstich zum Sixten Jernbergmuseum in Limedsforsen erleben, aber die Einweihung des Museums, das regelmäßig zahlreiche Besucher anzieht, konnte der Skiläufer, der sein gesamtes Leben in Lima verbracht hatte, nicht mehr erleben.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1927: Der nordschwedische Künstler Leander Engström
6. Februar 1975: Das Verbot von DDT in Schweden
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell

Als Henning Mankell am 5. Oktober 2015 in Särö bei Göteborg an seinem Krebsleiden starb, hatte er insgesamt über 40 Millionen Bücher in der ganzen Welt verkauft und galt als einer der größten Kriminalautoren Schwedens, obwohl Mankell auch in der Geschichte des schwedischen Theaters eine gewisse Rolle spielte und seine Romane über Afrika ein Zeichen seines politischen Engagements waren. Nahezu unbekannt war bei seinem Tode auch dass sich Mankell sehr stark für die Dritte Welt einsetzte und hohe Summen an Organisationen verschenkte, die sich für eine bessere Welt einsetzten. Noch 2007 hatte Mankell den SOS Kinderdörfern 15 Millionen Kronen geschenkt.

Henning Mankell war am 3. Februar 1948 als Sohn eines Komponisten gleichen Namens in Stockholm zur Welt gekommen, wobei sich seine Eltern trennten als Mankell gerade einmal ein Jahr alt war. Sowohl der spätere Schriftsteller als auch seine ältere Schwester wurden allein vom Vater erzogen. Mankell traf seine Mutter erstmals als er 15 Jahre alt war, ohne dass sich dabei jedoch irgend ein näheres Verhältnis entwickelte, so dass sich auch der Selbstmord der Mutter fünf Jahre später kaum auf den Schriftsteller auswirkte. Bereits Mitte der 60er Jahre hatte Mankell das Ziel für das Theater zu arbeiten und gleichzeitig Schriftsteller zu werden.

Die gesamte Arbeit und auch seine späteren Werke sind stark von der politischen Einstellung Mankells geprägt, auch wenn seine linksradikalen und maoistischen Ideen sich mit der Zeit abschwächten und vor allem auf die Entwicklung der Dritten Welt konzentrierten. Neben seinen Kriminalromanen mit Kriminalkommissar Kurt Wallander, zeigte Mankell auch ein starkes Theaterengagement, denn in den 70er Jahren war er einer der Gründer des Dalateatern in Falun und 1984 wurde Mankel Direktor des Kronobergsteatern in Växjö. Dies bedeutete zwar dass Mankell zwischen 1984 und 1990 keinerlei schriftstellerischer Tätigkeit nachging, jedoch dem Theatergeschehen ein neues Gesicht gab, denn Mankell setzt in Växjö sehr stark auf schwedische Theaterstücke, was nicht nur in Växjö einen sehr großen Erfolg zeigte, sondern sehr viele Theater Schwedens beeinflusste, die ab dieser Zeit auch der schwedischen Kunst wieder einen größeren Platz gaben.


5. Oktober 1785: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
5. Oktober 1904: Die schwedische Sängerin Greta Wassberg
5. Oktober 1923: Stig Dagerman, ein zerrissenes Leben bis zum Tod
5. Oktober 1938: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
5. Oktober 1953: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping
5. Oktober 1987: Der schwedische Künstler Alf Gustavsson
5. Oktober 1997: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 18. Februar 2016

Die schwedische Künstlerin Karin Larsson

Auch wenn Karin Larsson bei ihrem Tod am 18. Februar 1928 im Schatten ihres Ehemannes Carl Larsson stand, so stand die Künstlerin ihrem Mann in keinem Punkt nach, da sie nicht nur acht Kinder erziehen musste, sondern auch künstlerisch einzigartige Arbeiten hinterließ und als die wichtigste Kritikerin der Bilder ihres Mannes gilt. Und selbst der sogenannte Carl Larsson-gården ist ein Erbe ihrer Eltern und ist weitaus mehr von ihren Arbeiten geprägt als von jenen ihres Ehemannes. Aber in jener Zeit war es normal dass die Frau nur eine Nebenrolle in der Kunst zu spielen hatte und nur wenig Chance hatte öffentliche Anerkennung zu finden.

Karin Larsson, geborene Bergöö, war am 3. Oktober 1859 als Tochter eines Kaufmanns in Örebro zur Welt gekommen und zeigte sehr früh eine künstlerische Neigung, denn noch während sie die Franska skolan besuchte, schrieb sie sich an der Slöjdskolan in Stockholm ein um sich auf die Kunstakademie vorzubereiten. 1877 schrieb sich die damalige Bergöö dann an der Kunstakademie ein, wo sie auch Eva Bonnier, Jenny Nyström, Julia Strömstedt und andere Künstlerinnen traf. Auch wenn diese Künstlerinnen die gleiche Ausbildung wie männliche Studenten erhielten, so war ihnen der Zugang zur Hauptabteilung der Akademie versagt, denn Frauen wurden separat unterrichtet.

Nach fünf Jahren Studium unterbrach Karin Larsson ihre Ausbildung an der Akademie um ihre Ausbildung an der schwedischen Künstlerkolonie bei Paris zu ergänzen. Dort lernte die Künstlerin auch Carl Larsson kennen, den sie nur ein Jahr später heiratete. Nach einem weiteren gemeinsamen Aufenthalt in Paris zog das Künstlerpaar 1888 in ein kleines Häuschen bei Falun, das Karin Larsson von ihren Eltern erhielt und sich langsam in den heutigen Carl Larsson-gården verwandelte. Dort ging die Künstlerin mehr und mehr von der Malerei auf Textilkunst über, wovon das Museum stark geprägt ist. Die Künstlerin entwarf und schuf dort nicht nur Textilien, sondern gab auch einem Teil der Möbel, die man im Carl Larsson-gården findet, ihr Aussehen. Heute gilt Karin Larsson als eine Vorläuferin der skandinavischen abstrakten Textilkunst.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Februar 2016

Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur

Sanna Kallur kam am 16. Februar 1981, mit ihrer Zwillingsschwester Jenny Kallur, als Tochter eines Eishockeyspielers in Huntington in den USA zur Welt, da der Vater um diese Zeit für die New York Islanders spielte. Allerdings wuchs Kallur dann ab ihrem vierten Lebensjahr in Falun auf, wo sie auch zur Schule ging, sich auf eine sportliche Karriere vorbereitete und wo sie noch heute, gemeinsam mit ihrem Eheman Klas, der Tochter Majken und ihrer Katze Greta, lebt. Gegenwärtig bereitet sich Kallur in ihrem Heimatort auf die Olympiade in Rio de Janeiro vor.

Der sportliche Durchbruch kam für Sanna Kallur, die eigentlich Susanna Kallur heißt, mit der Weltmeisterschaft der Junioren im Jahre 1998, als die Sportlerin gerade einmal 17 Jahre alt war und sie beim 100-Meter-Hürdenlauf den dritten Platz errang. Nur zwei Jahre später gewann Kallur dann die Weltmeisterschaft der Junioren und sie wechselte zu den Senioren. In den folgenden Jahren gelang es der Sportlerin jedoch nicht die Spitzenposition zu halten und erst 2005 kam dann die erste  Bronzemedaille bei der Hallenweltmeisterschaft in Moskau, der im gleichen Jahr der Sieg bei der Europameisterschaft in Göteborg folgte.

Im Jahre 2008 gelang Sanna Kallur der Weltrekord beim 60-Meter-Hürdenlauf, was bedeutete, dass die Leichtathletin nun zur Weltspitze gehörte. Zwischen Dezember und Februar bewies Kallur mit fünf besten Zeiten ihre Leistungsfähigkeit, aber eine Verletzung unterbrach für sie die Saison und beim Neustart während der Olympischen Spiele 2008 schied Kallur im Semifinale aus. Anschließend unterbrach Sanna Kallur ihre Karriere und kehrte erst 2010 wieder langsam zurück zur Leichtathletik. Als 2013 ihre Tochter Majken zur Welt kam, setzte sich die Pause fort und Schwierigkeiten mit Sponsoren machten ein echtes Comeback problematisch. Nun hofft Kallur während der Olympiade 2016 wieder ihre volle Form zu zeigen, vermutlich die letzte Chance um eine Sportlegende zu werden, da Sanna Kallur nun 35 Jahre alt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 6. November 2015

Der schwedische Künstler Axel Fridell

Axel Fridell kam am 6. November 1894 als Sohn eines Möbelschreiners in Falun zur Welt und arbeitete nach seinem Volksschulabschluss erst als Laufbursche und später in der Grube seines Heimatorts. Gleichzeitig besuchte er die Abendschule in Falun und 1909 begann er, vor allem als Autodidakt, mit einer Kunstausbildung. Mit 19 Jahren entschied sich Fridell dann nach Stockholm zu ziehen, wobei er dort nur kurze Zeit die Malerschule Carl Wilhelmson besuchte bevor er in der Kunsthochschule der schwedischen Hauptstadt aufgenommen wurde und ernsthaft Kunst zu studieren begann.

Allerdings schloss Axel Fridell seine Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm nie ab, da er 1916, gemeinsam mit seinem Freund Bertil Bull Hedlund, von der Schule verwiesen wurde da er zu häufig abwesend war und in den Augen seiner Lehrer sein Studium nicht ernst nahm. Aber dennoch war es Fridell in diesen Jahren bereits gelungen in Kunstkreisen bekannt zu werden und er hatte seine Technik gefunden, die sich mehr in der Graphik ansiedelte, denn Fridell war ein Meister des Kupferstichs geworden, mit einer Neigung zur Kaltnadelradierung. In diesen wenigen Jahren hatte der Künstler allerdings nicht nur die Technik des Kupferstichs gelernt, sondern auch einen etwas makabren humoristischen Zeichenstil entwickelt und dabei einige im ganzen Land bekannte Karikaturen geschaffen.

Axel Fridell, der eine sehr unruhige Natur war und am 26. Mai 1935 an Lungenkrebs in Stockholm starb, erhielt in sehr wenigen Jahren mehrere Stipendien, die ihm einige Auslandsreisen erlaubten und wurde auch mit Portraits einiger bedeutender schwedischer Persönlichkeiten beauftragt. Wirklich bedeutend sind jedoch seine Kupferstiche, die ein etwas mystisches Bild von Falun, Stockholm, London oder auch Paris zeigen, denn Fridell suchte überall das Verborgene, oder eine Stimmung die von der Wirklichkeit ablenkt. Heute gilt der Künstler als einer der bedeutendsten Graphiker Schwedens, wobei einige seiner bedeutendsten Werke im Museum in Falun zu entdecken sind.


6. November 1632: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
6. November 1853: Der schwedische Philosoph Samuel Grubbe
6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 1926: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
6. November 1962: Örnulf Tigerstedt und die rechte schwedische Literatur Finnlands
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. Januar 2015

Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue

Ernst Rolf wurde am 20. Januar 1891 in Falun als Sohn eines Schneiders unter dem Namen Ernst Ragnar Johansson geboren und galt bereits als Kind als musikalisch begabt, was auch dazu führte, dass er sehr früh, gemeinsam mit seinem Bruder, sehr häufig bei Veranstaltungen des IOGT, dem größten Verband der Antialkoholiker Schwedens, auftrat. Allerdings machten ihn diese Auftritte nur sehr lokal bekannt und führten zu keiner künstlerischen Karriere.

Mit 15 Jahren begann Ernst Rolf dann bei der Postorderfirma Åhlén & Holm zu arbeiten und machte dort die Bekanntschaft des Volkskomikers Ragnar Åkerblom, der zu dieser Zeit bereits einige humoristische Stücke für das lokale Bauerntheater geschrieben hatte. Diese Freundschaft veranlasste Ernst Johansson bereits ein Jahr später dazu seinen Namen zu ändern, die Arbeitsstelle aufzugeben und als Sänger von Volksweisen und Schauspieler durch Schweden zu reisen. Da die Lieder, die Ernst Rolf schrieb, die ländliche Bevölkerung unmittelbar berührten und so einfach gehalten waren, dass man sie leicht nachsingen konnte, war der Künstler in kürzester Zeit überall im Land bekannt.

Am 12. Oktober 1910 nahm Ernst Rolf seine erste Schallplatte auf, der anschließend 851 Aufnahmen folgen sollten und den Sänger zum produktivsten Autor und Sänger der Grammaophonepoche machten. Als am 1. Januar 1924 im Oscarsteatern in Stockholm seine Revue Lyckolandet aufgeführt wurde, erneuerte er damit die Theaterform Schwedens, da er eine  Mischung zwischen Kabarett und amerikanischer Show bot, was um jene Zeit in Schweden noch nicht existierte und beim Publikum unmittelbar ankam. Am 25. Dezember 1932 starb Ernst Rolf im Alter von nur 41 Jahren an einer Lungenentzündung, der Folge eines abgebrochenen Selbstmordversuchs durch Ertrinken.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. Mai 2014

Der schwedische Erfinder Gustaf de Laval

Gustaf de Laval kam am 9. Mai 1845 in Orsa in Dalarna zur Welt, legte 1863 seine Hochschulreife an der Universität Uppsala ab und studierte dort anschließend drei Jahre lang Mechanik. Nachdem de Laval dann zwei Jahre lang im Kupferbergbau gearbeitet hatte, kehrte er zurück nach Uppsala und legte dort im Jahre 1872 seinen Doktor in Philosophie ab. Auch wenn Gustaf de Laval um diese Zeit bereits einige Erfindungen gemacht hatte, begann er erst anschließend geradezu unermüdlich an ständig neuen Erfindungen zu arbeiten.

Da sich Gustaf de Laval als angestellter Ingenieur in Falun unbefriedigt fühlte, ging der Erfinder 1877 ganz nach Stockholm und entwickelte sich dort zum eventuell produktivsten Erfinder Schwedens, auch wenn de Laval die Nachteile hatte, dass er auch utopische Visionen hatte, die er nie realisieren konnte und dass er keinerlei Verhältnis zu Geld hatte, was seine Tests mit den Erfindungen manchmal problematisch machte. Dennoch gelangen ihm einige der bedeutendsten Erfindungen seiner Zeit, die noch heute weiterleben. Es handelt sich dabei insbesondere um die Dampfturbine, die Milchzentrifuge und die Lavaldüse, die noch heute in der Raketentechnik angewandt wird.

Die Bedeutung von Gustaf de Laval kann man ermessen, wenn man bedenkt, dass er während seines Lebens 37 verschiedene Firmen gründete und 93 schwedische Patente besaß. Da der Erfinder jedoch unfähig war mit Geld umzugehen und er teilweise sehr teure Entwicklungen realisierte, benötigte er in seinen Unternehmen immer wieder Partner, die seine Erfindungen auch vermarkten konnten. Aber auch das half de Laval nicht bei seinen persönlichen finanziellen Schwierigkeiten, denn bei seinem Tod musste seine Ehefrau noch wegen der Erbschaft den persönlichen Konkurs anmelden.


9. Mai 1767: Der Uhrmacher Jean Fredman bleibt der Nachwelt erhalten
9. Mai 1945: Beda Hallberg und der Kampf gegen die Tuberkulose
9. Mai 1947: Penicillin in Schweden
9. Mai 2006: TV6, der Fernsehkanal für Männer bis 45

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. April 2014

Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr

Hedemora ist die älteste Stadt Dalarnas, wenn man sich an den Stadtrechten orientiert, denn Hedemora wurde bereits 1459 mit den Stadtrechten versehen, auch wenn Falun mindestens gleich alt ist und beide Städte bereits im Mittelalter existierten. Aus dieser ältesten Zeit existiert in Hedemora allerdings nur noch die Kirche, die spätestens Anfang des 14. Jahrhunderts gebaut wurde, auch wenn später Anbauten und Renovierungen den ursprünglichen Charakter der Kirche etwas veränderten.

Aber auch wenn Hedemoras erste Gebäude vermutlich bereits im 11. Oder 12. Jahrhundert gebaut wurden, so hat die Stadt heute einen relativ modernen Charakter, den vor allem der Architekt Lars Israel Wahlman zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschaffen hat, denn wie bei so viele schwedische Holzstädten, zerstörten Großbrände den ursprünglichen mittelalterlichen Charakter der Stadt und selbst die Straßenführung des 18. Jahrhunderts musste der jüngeren Stadtplanung weichen.

Hedemora wurde im Laufe der Geschichte von zwei großen Bränden heimgesucht. Der erste Großbrand am 2. Mai 1754 zerstörte 90 der 110 Gebäude der Stadt. Auch wenn der König dann befahl, nur noch Steinhäuser zu bauen, zwang die Armut die Mehrheit der Bewohner dazu, erneut zum Holz zu greifen. Das Ergebnis davon war, dass es bereits am 21. April 1849 zu einem neuen Brand kam bei dem 33 Gebäude vollständig abbrannten. Dieses Mal entschied der Stadtrat, dass dies die letzte große Zerstörung Hedemoras sein sollte. Natürlich konnte man Brände nicht vermeiden, aber man entschied sich nun eine Feuerwehr einzurichten und eine Person dafür zu bezahlen auch nachts die Stadt zu überwachen damit der kleinste Brand sofort gelöscht werden konnte.


21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs 
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden 
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 19. März 2014

Der Bergwerksarzt Johan Moraeus

Johan Moraeus wurde am 19. März 1672 in Falun geboren und wäre heute sicher vergessen, wenn er nicht der Schwiegervater von Carl von Linné gewesen wäre, denn die bedeutende Buchsammlung des Arztes wurde bei einem Brand in Uppsala in Asche verwandelt und da Moraeus mehr eine Neigung für die praktische Aktivität eines Arztes hatte, hinterliess er auch kaum eigene Schriften. Alles was man über ihn weiß, stammt von einflussreichen Freunden und seinem Schwiegersohn.

Nachdem der Vater von Johan Moraeus bereits 1678 starb, wurde der Junge von seinem Onkel Jesper Swedberg erzogen, der ihn vom Bergwerksmilieu in Falun nach Stockholm brachte, damit dieser Medizin studieren konnte. Swedberg unterstützte Moraeus dann finanziell während seines Praktikums als Apotheker, finanzierte die für einen Arzt notwendigen Auslandsreisen und bot ihm eine kostenlose Unterkunft. Während seiner Tätigkeit als Apotheker legte Moraeus auch die Grundlage für sein medizinisches Können, denn er sammelte so viele Rezepte wie möglich, da er der Überzeugung war, dass praktisches Wissen in der Medizin wichtiger sei als die Theorie.

Bereits die wenigen Aufzeichnungen, die man heute Johan Moraeus zuordnen kann, zeigen tiefe Kenntnisse des Arztes, die von der Alchimie bis zu ausführlichem botanischen Wissen führen. Der Arzt beschreibt bis in Detail die Wirkungen und Gefahren einiger der gefährlichsten Giftpflanzen, die damals zu medizinischen Zwecken verwendet wurden. Im Jahr 1708 kehrte Johan Moraeus zurück nach Falun um dort nur ein Jahr später der offizielle Arzt der Stadt zu werden und sich 33 Jahre lang um die Gesundheit der Bevölkerung zu kümmern. Im Jahre 1739 wurde Moraeus in die nur ein Jahr vorher gegründete Königliche Akademie der Wissenschaften (Kungliga Vetenskapsakademien) gewählt.


19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs 
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius 
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ 
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens entsteht
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. Juni 2013

Die Kupfergrube in Falun stürzt ein


Nachdem man beim Abbau der ältesten Kupfergrube Schwedens in Falun über Jahrhunderte hinweg kaum koordiniert arbeitete und die Schächte daher die gesamte Gegend destabilisierten, konnte man bereits Mitte Juni 1687 hören wie sich die Erde bewegte, ohne dies aber sonderlich ernst zu nehmen. Vermutlich am Mittsommertag, dem 24. Juni 1687, stürzte dann im Umkreis von 1,6 Kilometer an mehreren Stellen nahezu die gesamte Grube ein, wobei das größte Loch zur touristischen Attraktion werden sollte und seit 2001 zum Weltkulturerbe erhoben wurde.

Da bei diesem Unglück niemand verletzt wurde, muss das Unglück am Mittsommertag stattgefunden haben, der um diese Zeit jeweils am 24. Juni gefeiert wurde und zu den Feiertagen zählte an denen grundsätzlich nicht gearbeitet wurde. Über das Datum als solches ist man sich jedoch nicht so ganz einig, denn manche sprechen heute beim Unglück auch vom 25. Juni, obwohl dies ein Mittwoch war und daher ein Arbeitstag. Noch verwirrender ist allerdings, dass in Schweden um diese Zeit noch der julianische Kalender galt, also eine andere Zeitrechnung angewendet wurde.

Wer heute die Kupfergrube in Falun besucht, die lokal oft als gamla mormor (Urgroßmutter) bezeichnet wird, sieht natürlich nicht mehr den ursprünglichen Einsturz, denn in den folgenden Jahrhunderten kamen noch zwei weitere größere Einstürze hinzu, die das heutige Loch formten. Wenn man bedenkt, dass die gesamte Grube aus etwa 4000 Schächten besteht, so versteht man auch, dass man beim Besuch der Anlage nur einen sehr kleinen Teil zu sehen bekommen kann.


24. Juni 1853: Die Weltumseglung der HMS Eugenie 
24. Juni 1920: Åland, die finnischen Inseln mit schwedischer Kultur

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 8. Dezember 2012

Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens

Am 8. Dezember 1818 starb Johan Gottlieb Gahn in Falun, Besitzer eines Bergwerks in Falun, der sich als Chemiker jedoch vor allem in der Verarbeitungstechnik einen Namen machte und dem zahlreiche wichtige Entdeckungen zu verdanken sind, auch wenn Gahn diese nie unter seinem Namen veröffentlichte oder geheim hielt, sondern sie jedem Besitzer eines Bergwerks zugänglich machte, was auch in jener Epoche nicht üblich war.

Johan Gottlieb Gahn hatte in Uppsala Chemie studiert und dort Freundschaft mit Torbern Bergman und Carl Wilhelm Scheele geschlossen, zwei der bedeutendsten Chemikern der Epoche für die die Wissenschaft im Vordergrund stand. Als Gahn später in seiner Grube seine Entdeckungen machte, so war sein erster Schritt grundsätzlich seine beiden Freunde darüber zu unterrichten, die dadurch seine private Forschung überprüfen konnten und auch veröffentlichten, was allerdings auch dazu führte, dass Gahn als Entdecker der Prozesse meist gar nicht erst auftauchte und man erst später feststellte, dass er den Grundstein mancher großer Erfindung legte.

Auch wenn Johan Gottlieb Gahn der erste war, der Kristalle und ihre Veränderungen beschrieb, die Anwendung des Blasrohrs in der Chemie und der Mineralogie beschrieb, das Reduktionsverfahren mit Hilfe von Kohle anwandte, Mangan entdeckte oder das Vorkommen von Baryt im Gestein analysierte, so sah er seine Aufgabe nicht in der Wissenschaft, die er seinen Freunden überließ, sondern er engagierte sich in der Politik und vertrat in dieser Eigenschaft die Bergwerksbesitzer bei Falun. Zu seiner Erinnerung erhielt das seltene Mineral Zinkspinell den Namen  Gahnit.


8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. November 2012

Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio

Am 3. November 1896 wurde Gustaf Tenggren im kleinen Ort Magra bei Alingsås im Västergötland geboren. Da sein Vater 1898 nach Amerika auswanderte ohne den Sohn mitzunehmen, wurde Gustaf von seinem Großvater Johan Teng erzogen. Der spätere Illustrator lernte seinen Beruf in der Kunsthochschule Valand in Göteborg und ersetzte im Jahre 1916 den Illustrator John Bauer bei der Serie Bland tomtar och troll, für die er bis 1925 Gestalten der schwedischen Sagenwelt zeichnete.

Bereits 1920 wanderte Gustaf Tenggren ebenfalls nach Amerika aus, wo er die ersten Jahre vor allem Zeitungen illustrierte und Plakate malte, da er sich erst dem amerikanischen Stil anpassen musste, der wenig mit jenem in Schweden gemein hatte. Bald begann Gustaf Tenggren dann jedoch auch Märchenbücher zu malen, die zwar im amerikanischen Stil entstanden, wo man jedoch immer wieder die bekannten Morauhren im Hintergrund entdeckt, die auch die typische Malereien aufweisen und eine verborgene schwedische Signatur des Illustrators darstellt.

Im Jahre 1936 wurde Gustaf Tenggren bei den Disney Studios angestellt wo er während der Entstehung der Filme „Schneewittchen und die Sieben Zerge“, „Bambi“ und „Pinocchio“ Atelierchef war, was sich, unter anderem, bei der Gestalt Geppetto sehr deutlich zeigt, da dieser in sehr vielen Zügen seinem Großvater Johan Teng ähnelt. Gustaf Tenggren, der bis 1940 bei Disney arbeitete und anschließend fast ausschließlich Bücher illustrierte, kehrte nie nach Schweden zurück, sammelte jedoch Antiquitäten aus Scheden, die er testamentarisch dem Dalarna Museum in Falun vermachte, wo sie in einer eigenen Abteilung zu sehen sind.


3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. Juni 2012

Der Stora Kopparberget in Falun

Untersuchungen der Kupfergrube in Falun am Stora Kopparberget (Großer Kupferberg) beweisen, dass hier bereits zur Zeit der Wikinger, also vor dem Jahr 1000, Kupfer abgebaut wurde, auch wenn der erste offizielle Verkauf erst am 16. Juni 1288 unterzeichnet wurde, als der Bischof Peter in Västerås ein Achtel des Tiskasjöberg, dem alten Namen der Grube, aufkaufte. Nach dieser Urkunde wurde daher am 16. Juni 1288 die erste Aktiengesellschaft Schwedens gegründet.

Diese Urkunde aus dem Jahre 1288 ist das älteste Dokument, das uns über den Bergbau in Schweden Auskunft gibt und trägt das Sigel des Königs Magnus Birgersson, sowie die acht Sigel der Bischöfe, die an diesem Tag die Grube übernahmen. Als dann Magnus Eriksson rund 50 Jahre später einen ausführlichen Privilegienbrief für die Ausbeutung des Stora Kopparberget ausstellte, hatte sich die Grube die größte Kupfergrube weltweit verwandelt und war einer der bedeutendsten Arbeitsplätze Schwedens.

Während in der Grube in Falun im 13. und 14. Jahrhundert vor allem Tagelöhner beschäftigt wurden, also überwiegend Bauern, die von der Landwirtschaft allein nicht überleben konnten, änderte sich dies dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts unter der Herrschaft von Gustav Vasa. Um den Gewinn für die Krone zu erhöhen, hatte er den königlichen Einfluss über den Bergbau extrem gestärkt, wobei er fast ausschließlich Verbrecher, die sich über den „Bergsfriden“ zu ewiger Strafarbeit verpflichtet hatten, Bettler und Kriegsgefangene im Bergwerk beschäftigte, was jedoch auch zu einer großen Armut in Dalarna und damit zu Aufständen gegen Gustav Vasa führte.


16. Juni 1858: Gustav V., König von Schweden
16. Juni 1943: Die Sandöbron schafft eine Landverbindung nach Haparanda 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. März 2012

Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder

Am 8. März 1970 wurde Mattias Flink geboren, ein Mann, der am 11. Juni 1994 unter Alkoholeinfluss sieben Menschen tötete und weitere drei verletzte. Auch wenn Mattias Flink im Februar 1995 dann zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde, entschied der Oberste Gerichtshof Schwedens am 20. Dezember 2011, dass die Strafe auf 30 Jahre verkürzt wird und er daher bereits 2014 frei gelassen wird, sobald er zwei Drittel der Strafe abgebüßt hat. Seit 2007 wurde Mattias Flink bereits mehrmals eine Ausgangsgenehmigung erteilt, wobei ihm vom Skatteverket auch eine geschützte Identität gegeben wurde.

Mattias Flink war bereits in frühen Jahren Sportschütze und Jäger, wobei er nach seiner Wehrpflicht die militärische Karriere wählte. Flink galt als sehr guter Schütze, was sich dann auch während der Morde in Falun, wo er stationiert war, zeigte. Bereits im Frühjahr 1994 zeigte sich Mattias Flink extrem aggressiv, neigte zur Eifersucht und hatte paranoide Anfälle, weshalb er psychische Hilfe erhielt. Seine Freunde befürchteten zwar nicht, dass Flink zum Mörder würde, hatten jedoch extreme Bedenken wegen seinen gewaltsamen Anwandlungen, die sich vor allem unter Alkoholeinfluss zeigten.

Als Mattias Flink am 10. Juni 1994 erst an einem Restaurant abgewiesen wurde und dann auch an einer Diskothek vor deren Tür gegen seine Freundin Eva gewalttätig geworden war, nahm das Drama seinen Lauf. Stark berauscht ging Flink erst nach Hause, zog seine Uniform an und beschaffte sich dann im Regiment einen Automatikkarabiner mit fünf Magazinen und eine Pistole. Da er mit den Waffen nicht durch den Eingang gehen konnte, kletterte er damit über den Kasernenzaun. Als er im Stadtpark von Falun auf eine Gruppe weiblicher Soldaten traf, die zurück zur Kaserne wollten, eröffnete er das Feuer. Innerhalb weniger Sekunden gab er dann 47 Schuss ab, die alle trafen und insgesamt sieben Menschen töteten.

8. März 1889: John Ericsson, der bekannteste Schwede Amerikas 
8. März 1912: Der Internationale Frauentag in Schweden

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Samstag, 11. Juni 2011

Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit

Am 11. Juni 1743 machten sich ungefähr 4500 Dalkarlar, vor allem Landwirte und Arbeiter aus Dalarna, von Falun aus auf den Weg nach Stockholm um ihre Unzufriedenheit mit der Regierung auszudrücken und um der Regierung und dem König eine Liste an Forderungen zu stellen. Begleitet wurde diese Gruppe, die auf dem nach Stockholm ständig zunahm und vermutlich auf bis zu 10.000 Personen anwuchs, von etwa 1000 Soldaten, die vor allem für Ordnung sorgen sollten.

Dieser Marsch nach Stockholm, der als der Stora Daldansen in die Geschichte einging, wird oft mit einem Aufruhr oder gar einem Bürgerkrieg verglichen, obwohl diese Aussage nach offiziellen Aufzeichnungen jener Zeit ein völlig falsches Bild auf diesen Demonstrationszug wirft und weit von der Realität entfernt ist.

Die Führer des Stora Daldansen wurden von den in Dalarna eingesetzten Regierungsvollmächtigen unterstützt, die dem Demonstrationszug ebenfalls folgten und als Vermittler dienen sollten. Allein die schriftlich festgehaltenen Forderungen belegen den politischen Charakter des Zuges, denn an erster Stelle sollte der König Antwort auf die Thronfolgefrage liefern, an zweiter Stelle forderten die Aufständigen, dass die führenden Generäle für ihre Fehlentscheidungen während des russischen Krieges bestraft werden sollten, aber sie wollten auch Antwort darauf wie es zur Kriegserklärung kam und verlangten, dass Kriegsverräter unmittelbar bestraft werden.

Was dann vor und in Stockholm geschah, kann dann jedoch nicht mehr genau geklärt werden. Sicher ist noch, dass der damalige König Fredrik I. vor der Zollstelle in Stockholm zu den Führern der Aufständigen sprach und sie aufforderte nur eine Delegation zu den Verhandlung in die Stadt zu schicken, was diese auch akzeptierten. Niemand weiß, warum die Mehrheit des Demonstrationszuges dann dennoch nach Stockholm eindrang. Jedenfalls kam es dort zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und die Dalkarlar wurden als Verräter betrachtet und die rund 3000 Personen, die vom Militär gegriffen wurden, wurden wegen Aufruhr bestraft.

11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens
11. Juni 1972: Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens 

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Samstag, 28. Mai 2011

Selma Lagerlöf, Mitglied der Svenska Akademien

Nach über 150 Jahren männlicher Dominanz wurde Selma Lagerlöf am 28. Mai 1914 als erste Frau in die Svenska Akademien gewählt, die vermutlich bekannteste Schriftstellerin Schwedens, die auch die erste Frau war, der 1909 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde. Obwohl man Selma Lagerlöf immer mit Mårbacka (Värmland) in Verbindung bringt, so entstanden die größten ihre Werke jedoch in Falun (Dalarna).

Arvid Backlunds Selma Lagerlöf in Sunne

Selma Lagerlöf schrieb mit 33 ihren ersten Roman, die Gösta Berlings Saga, die das Bürgermilieu, in dem die Autorin auch aufwuchs, vor allem von der kritischen Seite zeigte, was ihr auch eine sehr geteilte Kritik einbrachte. Ihre christliche Prägung, die man in allen ihren Werken findet, beruht jedoch bereits auf ein Erlebnis in ihrer Kindheit. Als sie zehn Jahre alt war, wurde ihr Vater schwer krank. Um ihn zu retten, las Selma die gesamte Bibel und bat Gott, das Leben ihres Vaters zu verschonen. Der Vater lebte dann weitere 17 Jahre lang.

Auch politisch gesehen trat Selma Lagerlöf mehrmals an die Öffentlichkeit, so als starke Verfechterin des Wahlrechts für Frauen, als Mitbegründerin der schwedischen Folkpartiet und in ihrem Kampf gegen die Judenverfolgung in Deutschland in den 30er Jahren. Letzteres führte auch dazu, dass ihre Bücher während der Nazizeit in Deutschland verboten wurden. Der einzige negative Punkt, der ihr angelastet wird, ist, dass sie eine Verfechterin der Rassenbiologie gewesen sei.

28. Mai 1853: Carl Larsson, der volksnahe Maler Schwedens
28. Mai 1961: Die Skandale der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin

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