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Samstag, 27. April 2019

Die Wasserwerke in Stockholm werden eingeweiht

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt Stockholm mit einer enormen Geschwindigkeit, und niemand dachte daran, dass es in einer Stadt mit nahezu unbegrenzter Wassermenge zu Problemen kommen könnte. Man nahm das Wasser des Mälaren zum Waschen, Trinken und Kochen, obwohl dort natürlich auch das gesamte Abwasser der Industrie und der Haushalte landete. Dass unter dieser Situation gesundheitsschädliche Bakterien entstanden, war unbekannt und selbst als 1834 knapp 4000 Stockholmer an Cholera starben, sah man dabei eher eine göttliche Strafe als ein Wasserproblem.

Natürlich wurde um diese Zeit auch über die schlechte Wasserqualität in Stockholm geklagt, und Wilhelm Leijonancker brachte dann auch ins Gespräch eine Wasserleitung zu bauen und dabei das Wasser dort zu holen, wo es noch am saubersten war. Obwohl auch die ersten Stimmen auftauchten, die einen Zusammenhang zwischen Krankheiten und unreinem Wasser sahen, war der Widerstand gegen den Bau eines Wasserwerks und einer Wasserleitung enorm, denn die Mehrheit der Bevölkerung war der Meinung, dass dies zu teuer, und auch unnötig sei. Wenn nicht die gehobene Bürgerschicht darüber informiert gewesen wäre, dass man in England mit großem Erfolg ein Reinigungswerk und eine Wasserleitung nutzte, wäre der Plan in Stockholm auch auf Eis gelegt worden.

Im Jahr 1855 entschied sich dann die Stadt Stockholm, trotz des Widerstands der Bevölkerung, ein Wasserwerk zu bauen, aber Klagen gegen den Bau verzögerten die Arbeiten um weitere drei Jahre. Erst 1858 konnte der Bau der Wasserleitung und des Wasserreinigungswerkes beginnen, wobei die Rohre hierfür aus England importiert wurden. Drei Jahre später war dann ein 30 Kilometer langes Wassernetz in Stockholm geschaffen, das König Karl XV. am 27. April 1861 einweihte, auch wenn das Wasser erst am folgenden Tag durch die Leitungen fließen sollte. Dieses Wasserwerk sollte es letztendlich ermöglichen, dass Stockholm sich tatsächlich zu einer modernen Stadt entwickeln konnte.


27. April 1757: Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest
27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1890: Der Schriftsteller und Kunsthistoriker Karl Asplund
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
27. April 1917: Die Künstlerin Agneta Wrangel af Sauss
27. April 1918: Reichsmarschall und Richter Sten Rudholm
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Februar 2016

Das Schloss Skokloster wird Museum

Das Schloss Skokloster am Mälaren, zwischen Stockholm und Uppsala, wurde als Privatpalast auf einem Kloster aus dem 13. Jahrhundert  gebaut und gilt heute als das eindrucksvollste Barockkloster Schwedens. In der Tat handelt sich dabei um den größten je in Schweden gebauten privaten Palast während der schwedischen Epoche der Großmacht, auch wenn der Bauherr Carl Gustaf Wrangel noch vor der Fertigstellung des Schlosses starb und daher nie die volle Pracht sehen konnte. Wer heute das Schloss Skokloster betrachtet, versteht auch warum man für den Bau dieses Schlosses 30 Jahre benötigte.

Am 23. Februar 1967 kaufte der schwedische Staat das Skokloster mit rund 50.000 Einrichtungs- und Kunstgegenständen für den Preis von 25 Millionen Kronen, was heute über 200 Millionen Kronen entsprechen würde, und verwandelte das Schloss in ein Museum. Allerdings entfernte der letzte Privatbesitzer, die Familie von Essen, noch nahezu alle sehr wertvollen Gegenstände des Schlosses Skokloster, was der Besucher jedoch kaum bemerkt, da es so viel zu sehen gibt, dass dieser Verlust, von touristischer Warte, zu verschmerzen ist.

Nach dem Kauf des Skoklosters setzte eine enorme Restaurationsarbeit von zehn Jahren ein, die das Ziel hatte das Gebäude so lange wie möglich zu erhalten. Um Probleme mit modernem Baumaterial zu vermeiden, benutzte man ausschließlich Techniken und Material des 17. Jahrhunderts das möglichst jenem entsprach, das auch Wrangel beim Bau seines Schlosses benutzt hatte. Besucher des staatlichen Museum entdecken heute drei Waffensammlungen, Kunsthandwerk, Textilien, Keramik und andere historische Gegenstände, die die Privatbesitzer des Schlosses Skokloster zwischen 1550 und 1850 gesammelt hatten. Das Schloss ist zwischen Mai und September geöffnet, wobei die Grundausstellungen kostenlos besucht werden können.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 28. Januar 2016

Das Schlittschuhunglück bei Ridö im Mälaren

Schlittschuhlanglauf hat auf dem Mälaren bei Stockholm eine lange Tradition, wobei die bekanntesten Rennen das 80 Kilometer lange Vikingarännet und das 30 Kilometer lange Krogrännet sind. Nachdem in der Regel bei organisierten Läufen alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden, sind hierbei Unglücke selten, abwer es gibt Ausnahmen. Noch heute erinnern sich viele Schweden an den 28. Januar 2006, als bei einem der Langstreckenläufe 14 Läufer im eisigen Wasser landen und zwei unter ihnen an Unterkühlung sterben, denn an diesem Tag gab es erstmals Tote bei einer dieser Sportveranstaltungen.

Die tatsächliche Unglücksursache konnte nie eindeutig gefunden werden, denn an diesem Tag waren  mehrere Gruppen auf dem Eis und nur eine unter ihnen war vom Unglück betroffen. Von den 15 Personen der Gruppe des Stockholmer Schlittschuhsegelerklubs SSSK brachen 14 durch die Eisschicht, die nur wenige Stunden vorher kontrolliert worden war. Eine Untersuchung kam anschließend zur Meinung dass die Läufer zu dicht hintereinander liefen, was das Eis übermäßig belastet, denn die Geschwindigkeit der Läufer, die ebenfalls einen Einfluss auf das Eis hat, war korrekt, was beim vorgegebenen Mindestabstand zwischen den Sportlern nicht der Fall war.

Dass es beim Ridöolyckan, dem Unglück bei Ridö, zu Toten kam, hatte mehrere Gründe, denn da der Rettungshubschrauber erst an einer falschen Stelle suchte, kam er erst 50 Minuten nach dem Unglück bei den halberfrorenen Schlittschuhläufern an, die mittlerweile von ihren Freunden aus dem Wasser gezogen worden waren, zum anderen hatte man beim Start nicht kontrolliert ob alle 15 Läufer die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen beachteten und die Siherheitsausrüstung dabei hatten, was bei einigen der Teilnehmer nicht der Fall war und daher zu einem weitaus schwerwiegenderen Unglück hätte führen können. Seit diesem Unglück wird nun das Eis vor den Läufen noch besser getestet und auch die Läufer werden besser auf die Einhaltung der Sicherheitsbedingungen geprüft.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Mai 2015

Der schwedische Künstler Gunnar Hallström

Gunnar Hallström kam am 2. Mai 1875 in Stockholm zur Welt und studierte von 1893 bis 1897 an der dortigen Kunstakademie bevor er sich als Landschaftsmaler und Illustrator selbstständig machte, allerdings unterbrochen von einer einjährigen Studienreise nach Paris, die er durch ein Stipendium finanzieren konnte. Nur drei Jahre nach seiner Rückkehr aus Frankreich wurde Hallström als Kunstlerner und Vorstand an die Kunsthochschule Valand in Göteborg berufen. Nur zwei Jahre später gab der Künstler jedoch die beiden Ämter wieder auf um sich ganz seinen eigenen Werken widmen zu können.

Im Jahre 1912 zog Gunnar Hallström mit der Künstlerin Signe Hallström, geborene Löfgren, seiner Ehefrau, und den gemeinsamen Kindern auf die Insel Björkö im Mälaren, der Insel, auf der seine bekanntesten Landschaftsgemälde entstanden. Allerdings diente die Insel dem Künstler nicht nur der künstlerichen Inspiration, sondern er setzte ich auch aktiv dafür ein die historischen Teile Björkös zu erhalten. Dies mit großem Erfolg, denn Hallström konnte den Staat davon überzeugen gewisse Teile der Insel zu erwerben und damit den Bau von Ferienwohnungen an historisch wertvollen Stellen eindämmen.

Auf Björkö trat allerdings auch die konservative Einstellung Gunnar Hallströms immer mehr in den Vordergrund, denn nicht nur, dass er seine Signatur auf seinen Werken grundsätzlich in Form eines Hakenkreuzes anbrachte, er brach auch mit den künstlerischen Strömungen und der Welt der damaligen Künstler. Während sich die Malerei erneuerte, blieb Hallström permanent bei seinem nationalromantischen Stil. Es geht auch das Gerücht, dass Hermann Göring durch eine Signatur des Künstlers in einer von Hallström bemalten Jagdhütte die Idee bekam das Hakenkreuz als Parteisymbol der Nationalsozialisten anzuwenden. Im Jahr 1997 erschienen auch einige der Aufzeichnungen Hallströms, der am 6. Oktober 1943 starb, zu Björkö.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag 
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur 
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker 
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens 
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Mittwoch, 25. Februar 2015

Der schwedische Architekt Ove Hidemark

Der schwedische Architekt Ove Hidemark kam am 25. Februar 1931 in Stockholm zur Welt und gehört zu den drei Architekten des Landes, die nicht auf Grund ihrer außerordentlichen Neubauten oder einem neuem Baustil bekannt wurden, denn Hidemark, der auch zum Schlossarchitekten ernannt wurde, hatte sich auf die Restauration von Gebäuden spezialisiert. Der Architekt, der seinen Beruf vor allem an der Königlichen Kunsthochschule in Stockholm erlernte, griff dabei selten zu den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern erweckte auch vergangene Techniken wieder zum Leben und ging immer davon aus, dass jedes alte Gebäude eine Seele haben, die der Restaurator-Architekt fangen muss.

Bekannt wurde Ove Hidemark bereits durch seine erste große Arbeit, die Renovation eines der bedeutendsten Schlösser Europas, des barocken Skoklosters am Mälaren. Kurz nachdem die Regierung 1967 das Schloss gekauft hatte, sollte Hidemark den Bestand des ursprünglichen Gebäudes erhalten, eine Arbeit, die zehn Jahre in Anspruch nahm, wobei das Dach des Schlosses, wegen den enormen Kosten, sogar erst seit 2014 renoviert wird. Ove Hidemark musste bei seiner Arbeit den Handwerkern erst wieder die Techniken des 17. Jahrhunderts beibringen, denn da Hidemark selbst den Putz des Schlosses erhalten wollte, musste das gleiche Material und die gleiche Technik wie damals auch für die Restauration benutzt werden.

Ove Hidemark, dessen Neubauten schnell gezählt sind und zu denen das Skogens Hus im Skansen gehören, nahm nach diesem ersten großen Auftrag eine wichtige Rolle beim Erhalt historischer Bauten Schwedens ein, denn er arbeitete am Schloss in Stockholm, am Schloss Drottningholm und er restaurierte die Kathedrale in Strängnäs. Bei jedem dieser Gebäude war es ihm wichtig den ursprünglichen Charakter der Gebäude zu behalten und neue Techniken nur dann einzusetzen wenn dies nötig für die Bestandserhaltung war. Die tatsächliche Bedeutung Hidemarks kann man auch daran erkennen, dass für ihn in der Stockholmer Kunsthochschule eine Professur für die Kunst des Restaurierens eingerichtet wurde.


25. Februar 1834: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen 
25. Februar 1764: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele 
25. Februar 1882: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden 
25. Februar 1952: Thomas Ledin, ein Musiker gegen Rassismus 
25. Februar 1978: Acht Personen erfrieren im Jämtland

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. Dezember 2013

Das Schloss Drottningholm brennt ab

Das Schloss Drottningholm auf Lövön im Mälaren hat seinen Vorgänger bereits im Jahre 1579, als Johan III. an dieser Stelle ein Steinhaus für Königin Katarina Jagellonica planen ließ, auf einem Grund, der Gustav Vasa unter dem Namen Torvesund als königlicher Garten diente. Johann III. nannte dann das für die heutige Zeit relativ bescheidene Gebäude, zu Ehren seiner Ehefrau, Drottningholm.

Drottningholm stand jedoch unter einem schlechten Vorzeichen, denn zum einen brach um diese Zeit die Pest in Stockholm aus, so dass der Bau verzögert wurde, zum anderen bot die katholische Katarina Jagellonica den letzten Katholiken des Landes Zuflucht auf Lövön, was allerdings politisch zu gewissen Spannungen führte. Das Gebäude wurde jedenfalls erst nach dem Tode der Königin fertiggestellt und Johan III. hatte sehr wenig Interesse daran und hielt sich nur sehr selten dort auf. Ab 1592 überließ der König Drottningholm ganz seinem Schicksal.

In der Folgezeit wurden, mit einer Ausnahme, mehrere Königinnen die Besitzerinnen des Schlosses Drottningholm. Als Königin Hedvig Eleonora am 30. Dezember 1661 das Gebäude kaufte, war es von Magnus Gabriel De la Gardie neu renoviert und hatte bereits bedeutende Ausmaße angenommen, denn allein der Turm des Schlosses verfügte über 20 Zimmer. Aber auch Hedvig Eleonora brachte das Schloss nicht viel Glück, denn noch am Tag des Kaufes brannte es bis auf die Grundmauern ab. Die Königin beauftrage unmittelbar nach dem Brand den Architekten Nicodemus Tessin den Älteren ein neues Schloss an der gleichen Stelle zu bauen, das heute existierende Schloss Drottningholm, das seit 1777 Eigentum des schwedischen Staates ist, auch wenn der Südflügel die offizielle Wohnung des aktuellen Königspaares ist.


30. Dezember 1886: Georg Arn, der Architekt, der Örebro seinen Stempel gab 
30. Dezember 1940: Schiffe aus Göteborg müssen eskortiert werden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Oktober 2013

Der Verkehrsknotenpunkt Slussen in Stockholm

Wenn man heute von Slussen, der Schleuse, in Stockholm redet, so meint man in der Regel den Verkehrsknotenpunkt zwischen Gamla Stan und Södermalm, auch wenn das Wort slussen (Schleuse) mehr die Wasserverbindung zwischen Mälaren und Saltjön bezeichnet, ein Knal, der mit Sicherheit bereits 1642 seine erste Schleuse erhielt. Die gegenwärtige Karl Johansslussen, die zwischen dem 1. Mai und dem 31. Oktober geöffnet wird, geht dagegen nur bis zum Tag seiner offiziellen Eröffnung am 15. Oktober 1935 zurück.

Die Schleuse (slussen) unter dem Verkehrsknotenpunkt Slussen

Das Problem mit der Schleuse und einer schmalen Straßenverbindung wurde ab den 20er Jahren von großer Bedeutung, denn sowohl der Autoverkehr als auch der Bootsverkehr stiegen auf eine Größenordnung an, dass es für beide zu einem Engpass führte. Im März 1931 entschied sich daher der Stockholmer Stadtrat dafür das gesamte Gebiet um die Schleuse umzubauen. Die Veränderungen waren bedeutend, denn zahlreiche Gebäude wurden abgerissen und die Karl-Johansslussen wurde genau zwischen zwei älteren Schleusen gebaut. Auf diese Weise konnte der Schiffsverkehr reibungslos fortsetzen und gleichzeitig das Wasserniveau des Mälaren geregelt werden.

Gleichzeitig mit der neuen Schleuse wurde auch das Verkehrskarussell Slussen in Form eines Kleeblatts gebaut, das nicht nur das erste europäische „Straßenkleeblatt“ innerhalb einer Stadt wurde, sondern bereits für den fast 30 Jahr später in Schweden eingeführten Rechtsverkehr vorbereitet war. Die von den USA inspirierte Konstruktion war in seiner Gesamtheit so aufsehenerregend und durchdacht, dass Architekten aus der ganzen Welt die Idee und das Bauwerk rühmten. Selbst Corbusier war von der Lösung „Slussen“ in Stockholm geradezu begeistert. Heute sind die Umbaupläne der Verkehrsknotenpunkts erneut ein heißes Thema in der schwedischen Hauptstadt.


15. Oktober 1992: Das Reichssportmuseum in Stockholm 
15. Oktober 2011: Gekås in Ullared schlägt den eigenen Verkaufsrekord

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. August 2012

Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren

Am 19. August 1922 wurde das historische Drottningholmsteatern (Schlosstheater Drottningholm) auf der Insel Lovön im Mälaren nach einer über 70-jährigen Pause und einer kunstvollen Restauration neu eröffnet. Bereits nach dem Mord an Gustav III. im Jahre 1792 war das Theater nur noch sehr selten benutzt worden, da sich die folgenden Könige und Königinnen wenig für diese Art von Vergnügen interessierten und nach dem Mord ein gewisser Schatten über dem Theater hing. Das letzte Stück vor der Wiedereröffnung war dann 1858 zur Geburt von Gustav V. geboten worden.

Das ursprüngliche Schlosstheater Drottningholm wurde bereits 1754 gegründet, brannte dann jedoch bereits am 25. August 1762 vollkommen ab. Auf Initiative von Lovisa Ulrika wurde dann an der gleichen Stelle ab 1764 ein neues Theater erbaut, das am 9. Juli 1766 mit „Rhadamiste et Zénobie“ eröffnet wurde. Die Vorstellungen wurden überwiegend von adeligen Amateurschauspielern gegeben, auch wenn, bis zum Bau des Gustavianschen Opernhauses, bisweilen auch die Theatergruppen Stockholms eingeladen wurden.

Das Schlosstheater Drottningholm ist heute das am besten bewahrte Barocktheater Europas, wobei auch heute noch die Kulissen und die ursprünglichen technischen Einrichtungen des 18. Jahrhunderts benutzt werden. Das Repertoire, das jeden Sommer im Theater angeboten wird, sind ausschließlich Opern und Ballettvorstellungen aus dem 17. und dem 18. Jahrhundert, wobei, bis auf wenige Ausnahmen, auch ausschließlich historische Instrumente der Zeit benutzt werden, was jeden Besuch des Theaters zu einem außerordentliches Erlebnis macht.


19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. August 2012

Das Schloss Gripsholm am Mälaren


Am 10. August 1537 wurde der Grundstein für das Schloss Gripsholm am Mälaren gelegt, wobei dieser Bau allerdings noch mehr einer Festung glich als einem Schloss. Heute ist dieses prachtvolle Gebäude eines des meistbesuchten Schlösser Schwedens, da man im Inneren nicht nur die größte Porträtsammlung Schwedens mit seinen 4000 Werken findet, sondern davor auch die Runensteine entdecken kann, die über den legendären Ingvarståget der Wikinger aus den Jahren 1036 bis 1041 berichten.

An der Stelle, an der Gustav Vasa im Jahre 1537 das Schloss Gripsholm bauen ließ, fand man jedoch bereits gegen 1370 eine Burg des Reichsrates Bo Jonsson, der dem Geschlecht Grip angehörte und nach dem das Schloss noch heute benannt ist. Bo Jonsson hatte diese Stelle wegen seiner Nähe zu Stockholm und der strategisch günstigen Lage am Mälaren gewählt. Während des Aufstands im Jahre 1434 unter Engelbrekt Engelbrektsson wurde die Burg allerdings abgebrannt. Sten Store der Ältere schenkte dann 1498 die neu aufgebaute Burg dem Kartusiankloster.

Allerdings sollte die neu erbaute Burg und das Kloster nicht lange überleben, denn Gustav Vasa beschlagnahmte das Bauwerk und die zugehörigen Ländereien, verbot im Zuge der Reformation das Kloster und ließ die Burg abreißen. Da Gustav Vasa das Schloss Gripsholm jedoch für Verteidigungszwecke bauen ließ, war es wenig prunkvoll und begann nach seinem Tod zu verfallen. Das heutige Aussehen verdankt das Schloss Gripsholm insbesondere der Königin Hedvig Eleonora, die das Schloss umbauen, erweitern und modernisieren ließ. Die endgültige Form erhielt das Schloss dann durch die weiteren Umbauten unter Fredrik Lilljekvist ab dem Jahre 1890.


10. August 1628: Die Vasa sinkt bei ihrer Jungfernfahrt vor Stockholm
10. August 1983: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. Mai 2012

Massenmord auf dem Mälaren

Am 16. Mai 1900 beging John Filip Nordlund auf dem Dampfer Prins Carl, der auf dem Mälaren unterwegs war, einen Massenmord, der als eines der größten Verbrechen in die Kriminalgeschichte Schwedens einging. Der Dampfer war in der Nacht vom 16. zum 17. Mai von Arboga nach Stockholm aufgebrochen, wobei weder Besatzung noch Passagiere ahnen konnten wen sie an dieser Nacht an Bord hatten und welche Pläne in diesem Mann gereift waren.

Als John Filip Nordlund, ein bereits mehrmals vorbestrafter Dieb, an Bord stieg, hatte er bereits zwei Ziele im Auge. Zum einen wollte er sämtliche Passagier ausrauben und die Bordkasse stehlen, zum anderen wollte er keinen Zeugen der Tat am Leben lassen und den Dampfer in Brand stecken. Um das größte Chaos an Bord zu schaffen, tötete er den Kapitän des Bootes zuerst. Im folgenden tötete er dann fünf Passagiere und verletzte weitere acht zum Teil schwer. Nur die Ankunft des Schiffes „Köping“ verhinderte weitere Tote und John Filip Nordlund flüchtete in einem Rettungsboot.

Bereits am nächsten Tag wurde der Täter dann jedoch am Bahnhof in Skogstorp festgenommen, was seiner Flucht nach Kopenhagen ein Ende setzte. Bei der Verhandlung gab es keine große Überraschung über die Strafe, denn John Filip Nordlund wurde zum Tode durch das Beil verurteilt. Am Morgen des 10. Dezembers 1900 wurde er dann in Västerås hingerichtet und war damit die vorletzte Person in Schweden, die tatsächlich hingerichtet wurde und der letzte, der durch das Beil starb, denn Alfred Ander, der noch nach ihm hingerichtet wurde, starb durch die Guillotine.


16. Mai 1923: Alkoholverkauf in Schweden
16. Mai 1930: Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. September 2011

Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum

Am 17. September 936 wurde in der Wikingerstadt Birka am Mälaren der deutsche Bischof Unni getötet. Dieser Tag ist das erste konkrete Datum der schwedischen Geschichte, auch wenn er der deutschen Kirchengeschichte entstammt, da der Tod des Bischofs Unni die Wikinger wenig berührte und daher auch nicht von ihnen festgehalten wurde. Nicht festgehalten wurden daher auch die Informationen wann Unni im Jahre 935 in Birka ankam, noch weiß man wer ihn getötet hat.

Unni sollte in Birka das Werk des Mönches Ansgar fortführen, der gegen 837 Birka zwar nicht christianisieren konnte, aber dafür sorgte, dass in der Umgebung Birkas mehrere Kirchen gebaut wurden, die alle von einem Priester besetzt waren und damit den christlichen Glauben erneut im Wikingerreich verbreiten sollten. Wie erfolgreich diese Aktion war, ist unbekannt. Sicher ist jedoch, dass es bereits gegen 870 keine Priester mehr im Svealand gab und selbst die zum Christentum übergetretenen Wikinger waren wieder zum altnordischen Glauben zurückgekehrt.

Als daher der Bischof Unni 935 in Birka ankam, musste er die Missionierung von neuem beginnen. Das Ziel der Missionierung war in jener Zeit jedoch weniger wahre Christen zu schaffen, sondern es war wichtig, dass die Heiden christliche Werte übernahmen, da dies die Handelsbeziehungen vereinfachte. Unni hatte sich daher die Genehmigung zur Christianisierung von den Königen des Sveareiches, die ebenfalls an einem ausgedehnten Handel interessiert waren, vor seiner Arbeit eingeholt. Der Vorteil bei der Christianisierung war, dass die Wikinger sich mit allen Göttern gut stellen wollten und daher einen weiteren Gott ohne Probleme in ihrem Glauben aufnehmen konnten. Da es jedoch 936 auch eine Widerstandsbewegung gegen die Christianisierung gab, überlebte Unni nur ein knappes Jahr in Birka. Bereits 30 Jahre nach seinem Tod waren jedoch alle Wikinger in Birka, auf Druck ihrer Führer, getauft und damit offiziell zu Christen geworden. In der Realität hatte sich jedoch ein Mischglaube entwickelt, der erst bei späterer Missionierung abgeschafft wurde.

17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Copyright: Herbert Kårlin