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Freitag, 15. März 2019

Mollie Faustman, Künstlerin und Schriftstellerin

Mollie Faustman kam am 15. März 1883 als Tochter eines Ingenieurs und einer Lehrerin in Stockholm zur Welt und erhielt, da sie aus bürgerlichem Milieu kam, auch eine gute Ausbildung, auch wenn die Eltern sich lange gegen ihre Ambitionen Kunst zu studieren widersetzten. Dennoch gelang es Faustman sich 1905 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg einzuschreiben und dort bis 1908 Kunst zu studieren. Es folgte eine Studienreise nach Paris, wo die Künstlerin auch bei Matisse studierte. Auch wenn sich Faustman dem Expressionismus stark näherte, behielt sie in vielen Punkten die Romantik bei, die sie in Göteborg gelernt hatte.

Trotz Kunststudium gehörte Mollie Faustman nicht zu jenen Frauen, die sich auf einen einzigen Beruf festlegten, sondern auch eine Sicherheit im Beruf suchten. Aus diesem Grund begann sie noch während ihres Studiums auch eine Parallelkarriere als Schriftstellerin und Illustratorin. Bereits 191 erschien ihr Bilderbuch Malins midsommar, dem später zahlreiche weitere Jugendbücher und Kinderbücher folgen sollten, wobei Faustman hierbei die Neigung hatte vor allem Gesellschaftsprobleme ins Auge zu fassen, da sie den Leser nicht nur unterhalten wollte. Hinzu kamen journalistische Beiträge in den Zeitungen Dagens Nyheter und Idun, wo sich Faustman durch eine gezielte Ironie auszeichnete.

Dennoch bezeichnete sich Mollie Faustman in erster Linie als Künstlerin, die sich im Laufe der Zeit in eine frühe Modernistin verwandelte, auch wenn sie dabei ihre persönlichen Charakterzüge nie vergaß und die Neigung hatte oft Kinder mit auf ihren Gemälden unterzubringen. Faustman hatte sehr wenige Einzelausstellungen, sondern präsentierte ihre Werke überwiegend in Sammelausstellung, erst gemeinsam mit den Optimisterna, später den Independenterna und schließlich mit der Gruppe Färg och Form. Mollie Faustman, die am 4. Januar 1966 in Stockholm starb, hinterließ zahlreiche Landschaftsgemälde, die sie vor allem im Västergötland und im Hälsingland verwirklichte, wobei einige davon in den bedeutendsten Museen Schwedens zu finden sind.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1794: Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg
15. März 1795: Der königliche Leibarzt Abraham Bäck
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Januar 2015

Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström

Anna Sahlström kam am 7. Januar 1876 als Tochter eines Großbauern und Politikers auf Gut Sahlström, genannt Salströmsgården, in Utterbyn im Värmland zur Welt. Auch wenn der Vater, der in der Region als der Fryksdalskungen bezeichnet wurde, die Kultur stützte und Künstler auf sein Gut einlud, so versuchte er seine Kinder davon abzuhalten selbst Künstler zu werden. Als jedoch der Künstler Carl Wilhelmson auf dem Gut verweilte, wählte dieser Anna als Modell für einige seiner bekanntesten Gemälde und entdeckte dabei auch das Talent Sahlströms. Der Künstler ermunterte die junge Frau bei ihrem künstlerischem Wirken, die dem Rat Wilhelmsons auch nur zu gerne folgte.

Mit der Unterstützung von Carl Wilhelmson begann Anna Sahlström im Jahre 1905 an der Tredje Målarskolan des Stockholmer Künstlerverbands zu arbeiten. Dort hatte Sahlström nicht nur einige der bedeutendsten Maler Schwedens als Lehrer, sondern saß auch in der gleichen Klasse wie Isaac Gründewald, Einar Nerman und Gösta Sandels. Nur vier Jahre später gehörte Anna Sahlström dann auch zu jenen Künstlern Schwedens, die die Schule in Stockholm verließen um ihre Studien an der Académie Matisse in Paris zu perfektionieren.

Im Gegensatz zu anderen schwedischen Malern, die sich um diese Zeit in Paris aufhielten, brachte Anna Sahlström nur neue Techniken und die Farbenpracht mit zurück nach Schweden. Sahlström kehrte auf das elterliche Gut zurück und damit auch zu ihren früheren Motiven, der Natur Värmlands und landwirtschaftlichen Motiven, die jedoch nun in einem neuen Licht erschienen und Meisterwerke wurden die ihren Weg auch nach Paris, London und die USA fanden. Das bekannte Selbstportrait der Künstlerin findet man heute jedoch in keinem Museum, sondern im Speisesaal des Sahlströmsgården, der heute eine Mischung aus Museum, Restaurant, Hotel und einer Konferenzanlage ist.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
7. Januar 1770: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1940: Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation 
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. August 2014

Die schwedische Künstlerin Maj Bring

Die Künstlerin Maj Bring wurde am 29. August 1880 unter dem Namen Ebba Maria Bring als Tochter eines Politikers und Juristen in Uppsala geboren. Sehr früh interessierte sich Bring für eine Karriere als Künstlerin, aber erst im Alter von 20 Jahren durfte sie im Vorgänger der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg eine Ausbildung beginnen, die die Studentin zwischen 1902 und 1905 an der Kunstakademie in Stockholm vervollständigte. Bereits 1905 kehrte Maj Bring jedoch zurück zu Carl Wilhelmson in Göteborg, der die junge Künstlerin weitere drei Jahre lang unterrichtete. 1908 ging Bring nach Paris, was für alle Künstler jener Zeit geradezu eine Notwendigkeit war. Im Jahre 1910  besuchte die Künstlerin dann, gemeinsam mit Sigrid Hjertén, noch die Malereischule von Matisse, die ihr den letzten Schliff gab.

Bevor Maj Bring jedoch ihre erste Ausstellung hatte, brachte der Verlag Norstedt ihre zwei gezeichneten Bilderbücher auf den Markt, unter anderem ihr bekanntes ABC-Buch. 1913, zwei Jahre später, wurden ihre Landschaften dann erstmals in einer Ausstellung in Stockholm gezeigt, aber der Durchbruch ließ auf sich warten. Erst 1921, als Bring eine der drei weiblichen Künstlerinnen war, die eine Sammelausstellung bei Liljevalchs hatten, wurde ihr Name in Kunstkreisen bekannt. Nach einigen weiteren Ausstellungen in der schwedischen Hauptstadt, gründete Bring dann im Jahre 1930 eine Schule für Malerei in Stockholm, die insgesamt neun Jahre lang aktiv war und mehreren späteren Künstlern auf den Weg half.

Maj Bring hatte sich bereits während ihres ersten Aufenthalts in Paris vor allem auf modernistische Landschaftsmalerei spezialisiert, Werke, die man heute im Nationalmuseum in Stockholm finden kann. Als die Künstlerin in den 50er Jahren bemerkte, dass sie immer schlechter sah, erklärte ihr Siri Derkert, dass ein Maler nicht unbedingt sehen muss um Meisterwerke zu schaffen. Bring teilte diese Meinung nicht uneingeschränkt, aber begann in dieser Zeit mit Collagen zu arbeiten und benutzte neben Papier auch Perlen, Federn und Paljetten um den Werken einen Ausdruck und Tiefe zu geben und ging damit den Weg, den auch Matisse zeitweise beschritten hatte. Die letzte Ausstellung hatte Bring noch im Alter von 89 Jahren, nur zwei Jahre bevor sie am 5. Dezember 1971 in Stockholm starb.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1902: Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 22. Mai 2013

Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald

Als der schwedische Künstler Isaac Gründewald am 22. Mai 1946 gemeinsam mit seiner zweiten Frau, Märta Grundell, bei einem Flugzeugabsturz bei Oslo ums Leben kam, war er zwar einerseits auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt, aber es war ihm nicht gelungen die Polemik um seine Person und seine Kunst zum Schweigen zu bringen, denn der Neid und die Vorurteile hatten sich zu tief in großen Teilen der schwedischen Bevölkerung eingefressen und es sollte noch Jahrzehnte dauern bis das Genie des Künstlers wirklich anerkannt wurde.

Isaac Grünewald war am 2. September 1889 in Stockholm geboren worden und hatte im Grunde während seines Schaffens mit zwei Problemen zu kämpfen. Auf der künstlerischen Seite hatte er das Problem, dass er von 1908 bis 1911 in der Matisse Akademie in Paris Malerei studierte, denn um diese Zeit wurden alle Schüler von Matisse in Schweden als Kopierer eingestuft, die zudem die nationale Kunst Schwedens in der Dreck zogen. Als einer der ersten Modernisten Schwedens war es daher für Grünewald lange Zeit unmöglich mit seiner Kunst anerkannt zu werden, die im Heimatland geradezu als entartet galt.

Das zweite Problem von Isaac Grünewald war seine jüdische Herkunft, die ihn während der nationalistischen Bewegung Schwedens zu einem Ziel der übelsten Nachreden machte. In vielen Fällen war dies vielleicht nicht einmal der Antisemitismus, sondern der Neid anderer Künstler, die Grünewald seinen steigenden Erfolg nicht gönnten und daher jede Schwachstelle nutzten. Grünewald wurde auf jeden Fall als ein profitgieriger Künstler dargestellt, der die schwedische Kunst und Kultur mit seiner Arbeit bedrohte. Selbst nach seinem Tode verstummten die Kritiker nicht, was dazu führte, dass Grünewald erst ab den 60er Jahren nach und nach wegen seiner Werke anerkannt wurde. Zum Großteil verdankt man dies der neuen Generation an Künstlern, die mittlerweile in Schweden entstanden waren und der Antisemitismus in Schweden abnahm. Von 1911 bis 1937 war Grünewald in erster Ehe mit der Künstlerin Sigrid Hjertén verheiratet.


22. Mai 1614: Die Gründung Kristianstads 
22. Mai: Sibylla, mehr als eine Gatukök in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg Jährlicher Gothia Cup in Göteborg

Sonntag, 24. März 2013

Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose

Als Sigrid Hjertén am 24. März 1948 in Saltsjöbaden nach einer Lobotomie im Alter von 62 Jahren starb, hatte sie aus freier Entscheidung seit rund zehn Jahren keinen Pinsel mehr in die Hand genommen. Hjertén, die mit dem Künstler Isaac Grünewald verheiratet war, litt bereits seit 1910 immer wieder unter Depressionen, was manche Kunstkritiker schamlos gegen ihre Kunst anwandten indem sie von ihrer kranken Kunst redeten, obwohl es sich bei den Werken um einen expressionistischen Ausdruck handelte, der um diese Zeit kaum in Schweden zu finden war.

Sigrid Hjertén hatte bei ihrem Aufenthalt in Paris im Jahre 1910 zu Matisse und über den französischen Maler zum Expressionismus gefunden. Als Koloristin ging es Hjertén dabei mehr darum die Farben in den Vordergrund zu stellen und dabei die Darstellung der Objekte in den Hintergrund zu verdrängen. Ihre erste Ausstellung im Jahre 1918 war jedoch eine Katastrophe für die Künstlerin, nicht nur, weil sie bei der Expressionistenausstellung in Stockholm Bilder im französischen Malstil präsentierte, sondern auch, weil sie mit ihrem Mann ausstellte, der als cholerischer Antisemit sämtliche Kritiker Schwedens gegen sich eingenommen hatte, was dann auch zur negativen Kritik der Bilder seiner Ehefrau führte, die bei weitem nicht die Meinung ihres Mannes teilte.

Da die meisten Kritiker jener Zeit einer Frau keine eigene Rolle und Meinung zubilligten, sondern in der Kunst von Sigrid Hjertén immer den Ausdruck ihres Mannes suchten, dauerte es für die Künstlerin bis 1935, bevor sie erstmals in der Göteborger Kunsthalle eine eigene Ausstellung bekam und die Bilder ihres Mannes nur eine Beigabe waren. Als der wahre Durchbruch dann mit einer Ausstellung in der Kunstakademie in Stockholm kam, hatte die Künstlerin nur noch wenige Jahre um einige ihrer bedeutendsten Werke zu schaffen, die heute mehrere Millionen Kronen wert sind.


24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte 
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg