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Montag, 18. März 2019

Die Schriftstellerin Barbro Lindgren

Barbro Lindgren wurde am 18. März 1937 unter dem Namen Barbro Enskog als Tochter eine Ingenieurs in Bromma geboren und besuchte nach der Hochschulreife erst das Konstfack in Stockholm und ab 1959 dann die Kunsthochschule in der gleichen Stadt. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete Lindgren als Reklamezeichnerin, aber auch in der Krankenpflege und, gemeinsam mit Marianne Eriksson, als Herausgeberin von Kinderbüchern. Ab 1965 machte sich Lindgren dann als Kinderbuchautorin und Illustratorin der eigenen Werke einen Namen, der bald weit über Schweden hinaus bekannt wurde.

Die literarische Karriere von Barbro Lindgren begann mit der dreiteiligen Kinderbuchserie über Mattias, die das Alltagsleben eines Fünfjährigen in der Stadt schildert, ohne dass die Autorin jedoch den Jungen wirklich viel erleben lässt. Als Lindgren dann vier Jahre später mit der Serie Loranga beginnt, wo sie Fantasie und tatsächliche persönliche Erlebnisse vermischt, werden auch die Verlage in anderen Ländern auf die Autorin, die um diese Zeit noch sämtliche ihrer Bücher selbst illustrierte, aufmerksam und Loranga wird zu einem internationalen Erfolg.

Im Laufe der Jahre schrieb Barbro Lindgren rund 100 Bücher, die in bis zu 30 verschiedene Sprachen übersetzt wurden, auch wenn die Schriftstellerin nie richtig die Phantasie frei walten lässt, sondern immer das Alltagsleben der handelnden Figuren in den Vordergrund stellte. Barbro Lindgren gehört in Schweden zu den typischen Autoren, die sich dem Entwicklungsroman widmen, der immer nur das Positive eines Menschen als Ziel sieht und daher im modernen Schweden eine Randposition einnimmt, jedoch als Gegenpol zu den Problemromanen weiterhin eine literarische Nische findet. Barbro Lindgren lebt heute auf Öland, wobei ihr bisher letztes Kinderbuch Titta Hamlet, das 2017 erschien, noch immer zu den Erziehungsromanen der Gattung Entwicklungsroman gehört.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1887: Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Februar 2019

Der schwedische Künstler Caleb Althin

Caleb Althin kam am 20. Februar 1866 als Sohn eines Priesters in Karlskrona zur Welt und studierte zwischen 1885 und 1894 Kunst an der Kunstakademie in Stockholm. Nach seinem Studium verbrachte Althin zwei Jahre auf einer Studienreise in Frankreich und in Deutschland bei der er seine künstlerischen Fähigkeiten noch weiter verbesserte und sich auf die Dekormalerei spezialisierte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden arbeitete der Künstler insbesondere als Dekorationsmaler in einigen der bedeutendsten Kirchen Schwedens, unter anderem der Domkirche in Uppsala und der Sofiakirche in Stockholm.

Parallel zu dieser Tätigkeit gründete Caleb Althin jedoch auch eine Schule für künftige Maler, die Althins målarskola, wo der Künstler selbst im freien Zeichnen unterrichtete. In kurzer Zeit entwickelte sich diese Schule zur bekanntesten privaten Kunstschule Skandinaviens in der über mehrere Jahrzehnte hinweg Künstler auf die Prüfung der Kunstakademie vorbereitet wurden, insbesondere auch Frauen, die im allgemeinen nicht überall Zugang hatten. Bereits ein Jahr nach Gründung seiner Schule wurde Althin auch als Kunstlehrer an der Technischen Hochschule in Stockholm beschäftigt und an 1912 hatte er zudem eine Anstellung am heutigen Konstfack.

Caleb Althin gehört mit zu den vielseitigsten Künstlern seiner Zeit, denn neben Fresken und dekorativen Malereien in Kirchen, arbeitete er auch als Illustrator und als Plakatmaler, unter anderem für die Stora Bryggeriet, eine Großbrauerei, in Stockholm und er bewies auch mehrmals seine Fähigkeit im Kupferstich, wobei einige seiner graphischen Werke stark an den Jugendstil angelehnt sind. Da Althin mehrere Kunststile meisterte, wurde er zwar sehr viel und sehr gerne beschäftigt, aber er fand wenig Anerkennung bei den etablierten Künstlern seiner Zeit, die alle nur einen bestimmten Stil verfolgten und die Vielseitigkeit Althins mehr dem Handwerk zuordneten. Caleb Althin fand dennoch den Zugang zur Nationalgalerie in Stockholm.


20. Februar 1513: Johan II. von Schweden, König für vier Jahre
20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1636: Der Reichsrat Axel Oxenstierna af Södermöre
20. Februar 1816: Anders Jönsson und die schwedische Textilindustrie
20. Februar 1856: Carl David Skogman und wie Wirtschaftspolitik Schwedens
20. Februar 1866: Der schwedische Architekt Carl Westman
20. Februar 1903: Der schwedische Maler Gotthard Werner
20. Februar 1916: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises
20. Februar 1917: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie
20. Februar 1988: Die schwedische Künstlerin Idun Lovén 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Januar 2019

Der Künstler und Graphiker Erland Melanton

Erland Melanton kam am 31. Januar 1916 als Sohn eines Werkmeisters in Arvika im Värmland zur Welt und besuchte nach einigen Arbeitsjahren und Privatkursen in Malerei erst von 1938 bis 1943 die Kunstindustrielle Schule in Stockholm. Drei Jahre später wurde er Lehrer für Aquarellmalerei am Konstfack, was ihm die auch die Möglichkeit bot in seiner Freizeit in Ravenna die Mosaiktechnik zu erlernen und in Florenz sich in der Wandmalerei zu perfektionieren. Diese Kenntnisse führten letztendlich auch dazu, dass Melanton 1949 zum Professor an der Kunsthochschule ernannt wurde.

Vor allem der Aufenthalt in Florenz sollte sehr bedeutend für den Künstler Erland Melanton werden, denn bereits 1947, im gleichen Jahr als er aus Florenz zurückkam, gewann er den zweiten Preis für die Ausschmückung der Schule Söder in Stockholm. Neun Jahre später konnte Melanton sein erstes monumentales Werk in der T-Centralen der Stockholmer U-Bahn verwirklichen, als er, gemeinsam mit Bengt Edelfalk ein Glasmosaik schuf, das eine Fläche von 500 Quadratmeter deckte und den Namen Karlavagnen (Großer Wagen) trug. Für diese gigantische Arbeit benötigte der Künstler zwei Jahre.

Während Erland Melanton in den 50er Jahren bei mehreren seiner Monumentalwerke seine Fähigkeiten in der dekorativen Kunst zeigte und selbst zur experimentellen Abstraktion griff, ging der Künstler anschließend mehr zur künstlerischen Anekdote und Satire über und experimentiert mit unterschiedlichen Techniken. In diesen Jahren entstanden seine Glasmalereien, Emailarbeiten, Miniaturmalereien und vieles andere mehr. Gleichzeitig wirkte sich dieser Experimentierwille auch positiv auf seine Schüler an der Kunstakademie aus, denn er lernte ihnen die vorgegebenen Rahmen zu verlassen und über das Experiment persönliche Kunstformen zu finden. Erland Melanton starb am 30. September 1968 im Alter von nur 52 Jahren in Täby.


31. Januar 1208: Die Schlacht bei Lena (Slaget vid Lena)
31. Januar 1746: Der Künstler und Spielmann Pehr Hörberg
31. Januar 1802: Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn
31. Januar 1838: Der schwedische Dekormaler Fritz Ahlgrensson
31. Januar 1902: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden
31. Januar 1942: Die legendäre Marathonläuferin Evy Palm
31. Januar 1972: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
31. Januar 1976: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens

31. Januar 1982: Die schwedische Sängerin Elena Paparizou
31. Januar 1982: Tomas Gustafson und der Weltrekord im Eisschnelllauf

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. Januar 2018

Die schwedische Künstlerin Linnéa Jörpeland

Linnéa Jörpeland kam am 22. Januar 1971 als Tochter einer Künstlerin in Sollentuna zur Welt und begann ihre künstlerische Ausbildung an der Kunstschule Idun in Stockholm, um sich dort auf den Besuch an der Kunsthochschule vorzubereiten, die Jörpeland dann von 1994 bis 1999 besuchte. Innerhalb von nur sechs Jahren war es der Künstlerin dann gelungen einen völlig eigenen Stil zu entwickeln und sich damit auch durchzusetzen, zum einen durch Ausstellungen, zum anderen durch erste öffentliche Aufträge.

Ihren großen Durchbruch hatte Linnéa Jörpeland, die nach wie vor in Sollentuna ihr Atelier hat, mit einem dreiteiligen öffentlichen Kunstwerk, das man am inneren Hafen von Sundsvall finden kann. Alle drei Bronzeskulpturen wurden direkt auf dem Boden angebracht, da die Künstlerin der Meinung war, dass ein Sockel einen künstlichen Abstand zwischen Fußgänger und Kunstwerk schaffe, was auch eine Logik ist, da man, zum Beispiel, den Katzenmann nun auf gleichem Niveau findet und er Teil der Umgebung wird, statt zu einem Objekt, das man nur betrachtet.

Warum eine relativ junge Künstlerin wie Linnéa Jörpeland so erfolgreich ist, hängt vor allem mit ihrem eigenen Stil zusammen, da die Künstlerin in der Lage ist die klassische, pure Skulptur mit Humor zu verbinden, eine Verknüpfung, die in der Kunst relativ selten ist. So trifft, zum Beispiel, in einem ihrer Werke ein Dalmatiner eine Birke, ein Alltagserlebnis, das dennoch eine gewisse Komik beinhaltet. Linnéa Jörpeland erklärt allerdings ihre Werke nicht, sondern lässt dem Betrachter seine eigene Denkweise, was dazu führt, dass manche ihre Werke nur lustig finden, andere jedoch eine enorme Tiefe in ihrem Schaffen entdecken.


22. Januar 1806: Der schwedische Politiker Ludvig Manderström
22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens 
22. Januar 1932: Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz
22. Januar 1987: Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Bang 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. November 2016

Der schwedische Künstler Olle Hjortzberg

Olle Hjortzberg kam am 14. November 1872 als Sohn eines Ingenieurs als Olof Hjortzberg in Stockholm zur Welt und zeigte seine künstlerische Neigung bereits als Schüler, denn bereits sehr früh malte er Naturbilder, die er im Buchhandel in Stockholm verkaufte. Im Jahre 1892 begann Hjortzberg dann ein Kunststudium an der Königlichen Kunsthochschule in Stockholm, das er vier Jahre später beendete. Zwischen 1898 und 1905 lebte der Künstler mit seiner Frau, dank eines Stipendiums, überwiegend in Frankreich, Italien, Griechenland und Palästina um sich dort der Malerei und dem Erlernen neuer Techniken zu widmen.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden verwirklichte Olle Hjortzberg als erstes vier Glasfenster in der Katarina Kyrka, die die Geburt, den Tod und die Auferstehung von Jesus darstellen. Der nächste große Auftrag des Künstlers war dann die Dekoration der Klara Kyrka, wo er das Leben des Gottessohnes darstellte. Die folgenden Jahre sollte Hjortzberg mehrere Kirchen dekorieren und auch Altartafeln malen, die heute in mehreren Kirchen der Region Stockholm zu betrachten sind. Bei den kirchlichen Arbeiten Hjortzbergs entdeckt man sehr häufig den Einfluss der assyrischen Kunst mit der er sich während seiner Reisen vertraut gemacht hatte. In diesen Jahren verwirklichte der Künstler allerdings auch einige profane Arbeiten, die man heute im Rathaus in Stockholm und der dortigen Technischen Hochschule entdecken kann.

Neben seinen Aufträgen als Künstler war Olle Hjortzberg auch Lehrer an der Kunsthochschule, später Professor und ab 1920 auch Direktor und, parallel hierzu, arbeitete er als Grafiker. Hjortzberg illustrierte Bücher, schuf Vorlagen für Briefmarken und zeichnete das Plakat für die Olympischen Sommerspiele 1912 in Stockholm. Die bedeutendste Arbeit als Buchillustrator leistete Hjortzberg mit der Illustration der Bibel von Gustaf V., die 1927 erschien, jedoch nur rund 40 Jahre lang benutzt wurde. Olle Hjortzberg gilt auch als der Erneuerer der modernen schwedischen Wandmalerei, was man sehr leicht nachvollziehen kann wenn man die Dekoration der Lindebergska Schule in Lund betrachtet.


14. November 1802: Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.
14. November 1898: Die schwedische Schauspielerin Magda Holm 
14. November 1907: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
14. November 1907: Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden
14. November 1908: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan
14. November 1948: Kristina Lugn, Poesie und Drama einer Außenseiterin
14. November 1994: Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander
14. November 2004: Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 4. Oktober 2016

Die Kunsthochschule Valand in Göteborg

Am 4. Oktober 1865 wurde in Göteborg die Musei Ritskola in den Räumen der Ostindischen Kompanie eröffnet und nahm bereits im ersten Jahr etwa 170 Schüler auf. Während der ersten vier Jahre war der Unterricht vor allem ein künstlerischer Zusatzunterricht für Schüler der Göteborger Schulen, die hier am Zeichenunterricht teilnahmen. Vier Jahre nach der Eröffnung wurde dann auch erstmals Unterricht im Malen gegeben, was der Schule allerdings bald neue Schüler brachte, nämliche Erwachsene, die dort ein Ausbildung im künstlerischen Malen suchten.

Als die Musei Ritskola Erwachsene zu unterrichten begann, ging der Schritt direkt zu einer künstlerischen Ausbildung, mit einem Prinzip, das relativ neu war. Die erwachsenen Schüler waren nämlich zur Hälfte Frauen, die in der Kunstakademie in Stockholm noch mit starkem Rückhalt akzeptiert wurden und dort daher eine bedeutende Minorität ausmachten. Die Musei Ritskola, die heute als Kunsthochschule Valand bekannt ist, hatte mit der Wahl der Schüler allerdings einen Hintergedanken, denn die Frauen, die ausschließlich aus gutem Hause kamen, mussten für den Unterricht bezahlen und damit die Schule mitfinanzieren, und die angenommenen Männer sollten, ohne hohen finanziellen Einsatz, zu Künstlern ausgebildet werden, erhielten daher also auch eine weitaus bessere Ausbildung.

Diese Idee sollte dazu führen dass in den ersten 20 Jahren der späteren Kunsthochschule Valand Künstler wie Carl Larsson, Bruno Liljefors und Carl Wilhelmson entstanden, die heute aus der nordischen Kunstgeschichte nicht mehr wegzudenken sind. Eine der wenigen Frauen, die sich in jener Zeit zu einer anerkannten Künstlerin entwickelte, war Hanna Pauli. Den Namen Valand erhielt die Kunstschule erst 1951, als zur Abteilung für Zeichnen und Malen auch die Skulptur gekommen war. Dennoch sollte es noch bis 1970 dauern bis die Kunstschule von der Stadt übernommen wurde und nicht mehr ständig nach neuen Sponsoren suchen musste. 1977 wurde die Kunstschule zur Hochschule ernannt und in die Göteborger Universität integriert, was zum Namen Kunsthochschule Valand führte.


4. Oktober 1550: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
4. Oktober 1872: John Wigforss, vom Bohème-Revolutionär zum Konservatismus
4. Oktober 1894: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und Antidemokratie
4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht
4. Oktober 1920: Der schwedische Musiker Charlie Norman
4. Oktober 1935: Das Konzerthaus in Göteborg und seine Geschichte 
4. Oktober 1953: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte) 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. November 2015

Der schwedische Künstler Axel Fridell

Axel Fridell kam am 6. November 1894 als Sohn eines Möbelschreiners in Falun zur Welt und arbeitete nach seinem Volksschulabschluss erst als Laufbursche und später in der Grube seines Heimatorts. Gleichzeitig besuchte er die Abendschule in Falun und 1909 begann er, vor allem als Autodidakt, mit einer Kunstausbildung. Mit 19 Jahren entschied sich Fridell dann nach Stockholm zu ziehen, wobei er dort nur kurze Zeit die Malerschule Carl Wilhelmson besuchte bevor er in der Kunsthochschule der schwedischen Hauptstadt aufgenommen wurde und ernsthaft Kunst zu studieren begann.

Allerdings schloss Axel Fridell seine Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm nie ab, da er 1916, gemeinsam mit seinem Freund Bertil Bull Hedlund, von der Schule verwiesen wurde da er zu häufig abwesend war und in den Augen seiner Lehrer sein Studium nicht ernst nahm. Aber dennoch war es Fridell in diesen Jahren bereits gelungen in Kunstkreisen bekannt zu werden und er hatte seine Technik gefunden, die sich mehr in der Graphik ansiedelte, denn Fridell war ein Meister des Kupferstichs geworden, mit einer Neigung zur Kaltnadelradierung. In diesen wenigen Jahren hatte der Künstler allerdings nicht nur die Technik des Kupferstichs gelernt, sondern auch einen etwas makabren humoristischen Zeichenstil entwickelt und dabei einige im ganzen Land bekannte Karikaturen geschaffen.

Axel Fridell, der eine sehr unruhige Natur war und am 26. Mai 1935 an Lungenkrebs in Stockholm starb, erhielt in sehr wenigen Jahren mehrere Stipendien, die ihm einige Auslandsreisen erlaubten und wurde auch mit Portraits einiger bedeutender schwedischer Persönlichkeiten beauftragt. Wirklich bedeutend sind jedoch seine Kupferstiche, die ein etwas mystisches Bild von Falun, Stockholm, London oder auch Paris zeigen, denn Fridell suchte überall das Verborgene, oder eine Stimmung die von der Wirklichkeit ablenkt. Heute gilt der Künstler als einer der bedeutendsten Graphiker Schwedens, wobei einige seiner bedeutendsten Werke im Museum in Falun zu entdecken sind.


6. November 1632: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
6. November 1853: Der schwedische Philosoph Samuel Grubbe
6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 1926: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
6. November 1962: Örnulf Tigerstedt und die rechte schwedische Literatur Finnlands
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Karl Axel Pehrson

Karl Axel Pehrson kam am 30. Oktober 1921 als Sohn eines Direktors in Örebro zur Welt, wobei sein Vater jedoch bereits ein Jahr später bei einem Autounfall ums Leben kam und der Junge daher unter etwas schwierigeren Verhältnissen aufwuchs. Als Pehrson 15 Jahre alt war, verließ er die Schule und machte sich mit seinem Bruder Karl Erik auf eine Studienreise nach Österreich. Bereits im Jahre 1937 kehrte Pehrson nach Schweden zurück und schrieb sich an der Edvard Berggrens Malerschule ein. Drei Jahre später wechselte der Künstler dann zur Kunsthochschule in Stockholm, wo er weitere sechs Jahre lang Kunst studierte.

Seine erste Ausstellung hatte Karl Axel Pehrson im Jahre 1947, als er an der Ausstellung Ung Konst bei Färg och Form teilnahm. Allerdings sollte es dann weitere sieben Jahre dauern bis Pehrson bei der Galleri Blanche in Stockholm seine erste eigene Ausstellung erhalten solle. In den 50er Jahren arbeitete Pehrson an Wandmalereien, schuf Skulpturen, gestaltete aber auch eine Briefmarke und zeichnete Vorlagen für Stoffe und 1956 präsentierte der Künstler das Plakat für das Weltmusikfestival. Pehrson arbeitete in diesen Jahren mit den unterschiedlichsten Techniken, hatte mehrere Ausstellungen, und kämpfte, insbesondere in den 60er Jahren, auch mit dem Alkohol.

Der Umbruch kam für Karl Axel Pehrson Mitte der 60er Jahre, denn nachdem er den Guldbaggen, den Goldenen Käfer für das Svenska Filminstitutet geschaffen hatte, begab sich der Künstler nach Mexiko um sich mit den dortigen Insekten zu beschäftigen. Das Ergebnis davon war, dass Pehrson 1967 im Stockholmer Sadtmuseum die Ausstellung Stadens insekter bietet konnte und die U-Bahn-Station Gärdet mit Insekten schmückte, die es nicht gibt. Während der 70er Jahre schuf Pehrson, der am 10. August 2005 in Danderyd starb, zahlreiche neue Insekten aus Holz und Plastik, denen er jeweils einen glaubwürdigen lateinischen Namen gab. Einige der interessantesten Werke des Künstlers findet man heute in Örebro im Länsmuseum.


30. Oktober 1611: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
30. Oktober 1785: Gustaf Philip Creutz, vom Dichter zum Diplomat Schwedens
30. Oktober 1807: Handelsmann Johanna aus Ödeshög
30. Oktober 1860: Der Weg zur Religionsfreiheit in Schweden
30. Oktober 1982: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
30. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno 

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 8. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Ivar Arosenius

Ivar Arosenius kam am 8. Oktober 1878 als Sohn eines Eisenbahningenieurs in Göteborg zur Welt und begann mit 15 Jahren seine erste künstlerische Ausbildung, wenn auch nur  bei einem Amateuraquarellmaler in seiner Schule. Diese Ausbildung führte jedoch Arosenius auf den Weg zum Künstler, denn nur ein Jahr später schrieb er sich an der Malerschule Valand, der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg ein und wiederum ein Jahr später, parallel dazu, auch an der Kunsthandwerklichen Schule der westschwedischen Stadt. 1898 wurde Arosenius dann an der Kunstakademie Stockholm aufgenommen, aber da er mit dem dortigen Unterricht unzufrieden war, wechselte er 1998 zur Malereischule des Künstlerverbands in Stockholm und kehrte letztendlich zurück nach Valand.

Im Jahre 1902 hatte Ivar Arosenius seine erste Ausstellung in der die Werke der Schüler Valands ausgestellt wurden. Unmittelbar danach begann der Künstler eine Studienreise, die ihn erst nach München, anschließend nach Paris und schließlich in die Normandie führen sollte. Im August 1904 kehrte Arosenius nach Schweden zurück und ein Jahr später stellte er 86 Aquarelle in der Ausstellung der unabhängigen Künstler aus, allerdings ohne von den Kritikern besonders beachtet zu werden. Die größte Aufmerksamkeit erlangte der Künstler erst im Jahre 1907, als Hasse Zetterström eine Sondernummer von Söndags-Nisse herausgab in der ausschließlich Zeichnungen von Arosenius zu finden waren, auch wenn Arosenius sich hier vor allem als Satiriker auszeichnete und weniger als künstlerischer Maler.

Im Herbst 1907 zog Ivar Arosenius erst nach Göteborg und wenig später nach Älvängen, wo die Mutter seiner Frau ein kleines Häuschen besaß in dem sich die junge Familie niederlassen konnte. Nur ein Jahr Jahr später hatte Aosenius dann mit einer Ausstellung bei Valand seinen tatsächlichen Durchbruch als Künstler, den er jedoch nur kurze Zeit genießen konnte, da er bereits am 2. Januar 1909 an einem Blutpfropfen starb. Die größte Sammlung der Werke des Künstlers, der erst nach seinem Tod international anerkannt wurde, findet man heute im Kunstmuseum in Göteborg. Auch sein bekannteste Bilderbuch Katteresan wurde erst wenige Monate nach seinem Tod der Öffentlichkeit vorgestellt.


8. Oktober 1889: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa
8. Oktober 1926: Lars Jansson und die Familie Mumintroll
8. Oktober 1953: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein
8. Oktober 1976: Der schwedische Künstler Arne Jones
8. Oktober 1978: Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Mai 2015

Der schwedische Künstler Karl Konrad Simonsson

Karl Konrad Simonsson wurde am 23. Mai 1843 als Sohn eines Organisten in Skärkind im Östergötland geboren und studierte zwischen 1867 und 1873 an der Kunstakademie in Stockholm, wobei er sich hierbei vor allem auf Landschaftsmalerei und Zeichnen spezialisierte. Nach Beendigung seines Studiums bereiste er erst das Värmland, das Dalsland, Norwegen und schließlich auch die anderen Regionen Schwedens, immer auf der Suche nach Landschaften, die ihn inspirierten.

Da sich Karl Konrad Simonsson, der am 27. Oktober 1911 in Stockholm starb, sich die größte Zeit seines Lebens nicht von der Kunst ernähren konnte, was auch mit der enormen Konkurrenz an Landschaftsmalern jener Zeit und mangelnden Beziehungen zusammenhängt, unterrichtete der Künstler an Malerei interessierte Jugendliche, die er für die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie vorbereitete. Auch wenn Simonsson an mehreren wichtigen Ausstellungen teilnahm, unter anderem 1891 an einer Sammelausstellung in der Kunsthochschule Valand in Göteborg, gelang ihm der Durchbruch nicht.

Karl Konrad Simonsson, der sehr viele seiner Zeichnungen und Gemälde auf Gotland malte, gehörte den Freiluftmalern an, die zur romantisch-realistischen Form griffen und daher nahezu als bildliche Vorläufer der Fotografie gelten können, konnte sich mit diesem Stil künstlerisch nicht durchsetzen und die Kritiker überzeugen, da Simonsson mehr Technik als eigenen Stil zeigte. Auch wenn die Mehrheit der Gemälde Simonsson überwiegend an den Wänden der gehobenen Bürgerschicht landeten,so fndet man heute einige seiner Werke auch im Nationalmuseum in Stockholm und im Östergötlands Länsmuseum in Linköping.


23. Mai 1654: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
23. Mai 1891: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
23. Mai 1913: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre
23. Mai 1929: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson
23. Mai 1936: Der Stockholmer Flughafen Bromma
23. Mai 1944: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens
23. Mai 1951: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
23. Mai 1962: Die neunjährige schwedische Grundschule

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. März 2015

Der schwedisch-amerikanische Künstler David Edström

David Edström kam am 27. März 1873 in Vetlanda bei Jönköping zur Welt, wanderte jedoch bereits 1880 mit seinen Eltern nach Amerika aus und verbrachte einen wichtigen Teil seiner Kindheit an verschiedenen Orten in Illinois und Iowa bevor sich die Familie letztendlich in Ottumwa in Iowa niederließ. Unter diesen Umständen war natürlich nicht sehr viel an Bildung zu denken und die Armut der Familie zwang Edström zudem sehr früh dazu durch unterschiedliche Arbeiten auch finanziell zum Unterhalt der Familie beizutragen. Als der Jugendliche dann jedoch den deutsch-amerikanischen Maler Johannes Scheiwe kennenlernte, entdeckte er auch seine wahre Neigung zur Kunst und entschied sich Skulpteur zu werden.

Scheiwe überzeugte David Edström auch davon nach Europa zu gehen um dort Kunst zu studieren. Als Edström 21 Jahre alt war, entschied er sich nach Schweden zurückzukehren um in Stockholm an der Königlichen Kunsthochschule Kunst zu studieren was er vor allem dem Mäzenat  von Ernest Thiel verdankte mit dem ihn Ellen Key in Verbindung gebracht hatte. Nach sechs Jahren  in Stockholm, entschied sich David Edström seine Studien in Florenz abzuschließen. Die Folgejahre verbrachte der Künstler in den  verschiedensten Städten, unter anderem in Stockholm, Paris, Berlin und London, wo er auch zahlreiche bedeutende Ausstellungen hatte. Erst 1915 kehrte Edström dann jedoch ganz nach Amerika zurück, wo er am 12. August 1938 auch starb.

Die bedeutendsten Arbeiten David Edströms entstanden während seiner Zeit in Europa, was damit zusammenhängen kann, dass Edström sehr stark von der freikirchlichen Bewegung beeinflusst war und in Amerika zeitweise auch als baptistischer Prediger aktiv war. Während die rund 40 Portraits, die Edström malte und seine Büsten der wichtigsten Persönlichkeiten seiner Zeit allgemein gelobt wurden, waren seine freien Werke etwas umstritten, da Edström seine weiblichen Skulpturen nicht idealisierte, sondern grundsätzlich versuchte ihre realistischen menschlichen Eigenschaften hervorzuheben. Dieser Zug macht die Skulpturen zwar einzigartig, aber kaum eines der Modelle war davon begeistert.


27. März 1794: Die schwedisch-dänische Konvention von 1794 
27. März 1805: Johan Murberg und der Erfolg der schwedischen Sprache 
27. März 1904: Der erste Golfklub in Stockholm 
27. März 1922: Die Öresundsvarvet in Landskrona geht in Konkurs 
27. März 1940: Der schwedische Freiwilligen-Verband 
27. März 1942: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren 
27. März 1966: Ragnar Josephson wird in Lund verewigt
27. März 1966: Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 29. August 2014

Die schwedische Künstlerin Maj Bring

Die Künstlerin Maj Bring wurde am 29. August 1880 unter dem Namen Ebba Maria Bring als Tochter eines Politikers und Juristen in Uppsala geboren. Sehr früh interessierte sich Bring für eine Karriere als Künstlerin, aber erst im Alter von 20 Jahren durfte sie im Vorgänger der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg eine Ausbildung beginnen, die die Studentin zwischen 1902 und 1905 an der Kunstakademie in Stockholm vervollständigte. Bereits 1905 kehrte Maj Bring jedoch zurück zu Carl Wilhelmson in Göteborg, der die junge Künstlerin weitere drei Jahre lang unterrichtete. 1908 ging Bring nach Paris, was für alle Künstler jener Zeit geradezu eine Notwendigkeit war. Im Jahre 1910  besuchte die Künstlerin dann, gemeinsam mit Sigrid Hjertén, noch die Malereischule von Matisse, die ihr den letzten Schliff gab.

Bevor Maj Bring jedoch ihre erste Ausstellung hatte, brachte der Verlag Norstedt ihre zwei gezeichneten Bilderbücher auf den Markt, unter anderem ihr bekanntes ABC-Buch. 1913, zwei Jahre später, wurden ihre Landschaften dann erstmals in einer Ausstellung in Stockholm gezeigt, aber der Durchbruch ließ auf sich warten. Erst 1921, als Bring eine der drei weiblichen Künstlerinnen war, die eine Sammelausstellung bei Liljevalchs hatten, wurde ihr Name in Kunstkreisen bekannt. Nach einigen weiteren Ausstellungen in der schwedischen Hauptstadt, gründete Bring dann im Jahre 1930 eine Schule für Malerei in Stockholm, die insgesamt neun Jahre lang aktiv war und mehreren späteren Künstlern auf den Weg half.

Maj Bring hatte sich bereits während ihres ersten Aufenthalts in Paris vor allem auf modernistische Landschaftsmalerei spezialisiert, Werke, die man heute im Nationalmuseum in Stockholm finden kann. Als die Künstlerin in den 50er Jahren bemerkte, dass sie immer schlechter sah, erklärte ihr Siri Derkert, dass ein Maler nicht unbedingt sehen muss um Meisterwerke zu schaffen. Bring teilte diese Meinung nicht uneingeschränkt, aber begann in dieser Zeit mit Collagen zu arbeiten und benutzte neben Papier auch Perlen, Federn und Paljetten um den Werken einen Ausdruck und Tiefe zu geben und ging damit den Weg, den auch Matisse zeitweise beschritten hatte. Die letzte Ausstellung hatte Bring noch im Alter von 89 Jahren, nur zwei Jahre bevor sie am 5. Dezember 1971 in Stockholm starb.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1902: Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström

Johan Niclas Byström wurde am 18. Dezember 1783 in Filipstad geboren und legte während seiner Jugend seine Träume vom Künstler auf Eis, zumindest so lange seine Mutter lebte. Nach ihrem Tod verließ Byström dann jedoch das Geschäft seines Vaters in dem er bis dahin als Verkäufer arbeitete und ging nach Stockholm. Überzeugt von sich selbst bewarb er sich unmittelbar bei Johan Tobias Sergel, der ihn allerdings gar nicht erst beachtete und selbstverständlich als Student ablehnte.

Der zukünftige Künstler ließ sich davon nicht entmutigen und folgte dann dem Unterricht der zweiten Garde der Professoren an der Kunstakademie, die er von 1803 bis 1809 besuchte. Da er für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen erhielt, gelang es Johan Niclas Byström dann dennoch die Aufmerksamkeit Sergels bald zu gewinnen, der ihm dann auch einige Arbeiten anvertraute, was vermutlich mit dazu führte, dass Byström ein bedeutendes Stipendium erhielt um sich in Rom niederzulassen um dort sein Studium zu vervollständigen.

Auch wenn Rom ab 1910 die zweite Heimat für Johan Niclas Byström wurde, so verbrachte er sehr viel Zeit in Stockholm, da er mit Aufträgen für Skulpturen und Statuen, unter anderem von mehreren schwedischen Königen, nahezu ausgelastet wurde. Byström hatte für seine Arbeiten nicht nur ein Haus in Carrera, sondern verfügte auch über einen eigenen Marmorbruch für das Material seiner Werke. Als Byström im Jahre 1838 für einige Jahre ganz nach Stockholm zurückkehrte, entstand auf den Höhen von Djurgården die berühmte Byströms Villa in der er auch einen Teil seiner Werke unterbrachte. Als der Künstler 1844 gesundheitliche Probleme bekam, kehrte er nach Italien zurück wo er bereits vier Jahre später starb.


18. Dezember: Der Tag des Kuchens in Schweden 
18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. April 2013

Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten

Auch wenn der schwedische Architekt Carl Bergsten am 22. April 1935 in Stockholm starb, der Stadt in der er erst an der Königlichen Technischen Hochschule Architektur studierte, einem Studium, das er mit einer Ausbildung an der Akademie für Freie Künste ergänzte, bevor er noch in Deutschland und vor allem in Wien nach modernen Einflüssen suchte, so sind seine bedeutendsten Gebäude in Norrköping zu finden, die überwiegend eine Mischung aus Wiener Architektur und Jugendstil sind.

Carl Bergsten war indes kein Architekt, der sich auf das Zeichnen und Bauen von Gebäuden festlegte, denn Bergsten war eine Mischung aus Architekt, Designer und Künstler, der in seinem Schaffen keine Grenzen kannte. Er wollte sich weder an einen bestimmten Stil halten und sah in der Architektur eine Gesamtheit. Aus diesem Grund wurde er Möbeldesigner, schuf Monogramme für Bettwäsche und wurde der Designer für den Ehering seiner Frau und ihres Hochzeitskleids, das man heute im Stadtmuseum Norrköpings bewundern kann.

Die Vielseitigkeit des Architekten Carl Bergsten zeigt sich auch an seinen verschiedenen Aufgaben, die er akzeptierte, denn von 1912 bis 1916 arbeitete er als Redakteur für die Zeitschrift Arkitektur, von 1917 bis 1925 war er verantwortlich für die Möbelabteilung des Kaufhauses NK (Nordiska Kompaniet) und wurde ein Reformator der schwedischen Einrichtung, von 1925 bis 1931 hatte er eine leitende Funktion im schwedischen Bauamt und anschließend arbeitete er als Professor für Architektur an der Kunsthochschule in Stockholm. So nebenbei hatte der Architekt auch noch ein eigenes Architekturbüro.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Der schwedische Architekt Helge Zimdal starb am 3. Oktober 2001 im Stadtteil Hovås in Göteborg. Seine Ausbildung erwarb Zimdal auf der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm und anschließend an der Kunsthochschule, ebenfalls in der Hauptstadt Schwedens. Noch im gleichen Jahr als er seine Ausbildung abschloss beteiligte sich Zimdal bereits mit Möbel und Textilien an der Stockholmausstellung 1930, wobei er auch bereits zu Beginn seines Studiums mit Nils Ahrbom ein Architekturbüro gegründet hatte, das die beiden Architekten lange Zeit gemeinsam führten.

Helge Zimdal, der am 27. April 1903 in Alingsås geboren worden war, machte sich zwischen 1936 und 1951, die Jahre, die er in Stockholm verbrachte, einen Namen als Architekt für den Bau von Schulen, auch wenn er dazwischen das Länsmuseum in Linköping zeichnete. Bei den meisten dieser Bauten handelte es sich um Gymnasien und Hochschulen. Seine Gebäude kann man noch heute in Städten wie Stockholm, Motala, Enköping oder auch Ludvika betrachten, wobei man dabei entdecken wird, dass man auch an Schulbauten die Handschrift eines Architekten sehr deutlich feststellen kann.

Als Helge Zimdal im Jahre 1951 als Professor an die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg kam, änderten sich zwei Dinge. Zum einen nahm der Architekt den Namen an unter dem er bekannt ist, denn bis dahin schrieb man den Nachnamen Zimdahl, also mit einem zusätzlichen „h“. Zum anderen begann Helge Zimdal nun Bürohäuser, eine Kirche und im Jahr 1974 auch die schwedische Botschaft in Brasilia zu bauen. In der gleichen Zeit begann eine intensive journalistische Arbeit des Architekten, denn er wollte die Diskussion über Architektur in den Alltag bringen und der Architektur eine Seele geben. Helge Zimdal führte ab dieser Zeit einen ständigen Kampf gegen routinierte und gefühllose Massenbauten, wenn auch nur mit geringem Erfolg.


3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. September 2012

Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän

Am 24. September 1928 starb der schwedische Maler Carl Wilhelm Wilhelmson in Göteborg, ein Künstler, der in Fiskebäckskil im Bohuslän aufwuchs und mit seinen Motiven diese steinige Landschaft und seine Menschen nie verlassen hat. Beim Betrachten seiner Bilder bekommt man daher nahezu den Eindruck bei jedem Pinselstrich die karge Landschaft zu entdecken, was sich selbst darin ausdrückt, dass Wilhelmson sehr wenig Farbe auflegte, so dass das Tuch bisweilen Teil eines Bildes wurde.

Carl Wilhelm Wilhelmson hatte sich bereits mit 14 Jahren entschieden Maler zu werden und nahm ab diesem Alter Kurse in Göteborg. Sobald er bei der Kunsthochschule Valand akzeptiert wurde, setzte er dort seine Studien fort und hatte das Glück auch Carl Larsson und Bruno Liljefors als Lehrer zu haben. Neben seinem Kunststudium ließ sich Wilhelmson allerdings gleichzeitig als Lithograf ausbilden, da die reine Kunst nicht unbedingt eine sichere Zukunft war.

Die Jahre zwischen 1890 und 1897 verbrachte Carl Wilhelm Wilhelmson in Spanien, Deutschland und Frankreich, wo er überwiegend als Lithograf arbeitete und seine relativ wenigen Bilder, die um diese Zeit entstanden, bei Kunstausstellungen unterbrachte. Der Erfolg kam dann in Paris, wo seine Bilder in den Salons beachtliches Aufsehen erregten. Zurück in Schweden entstanden dann, neben seiner Arbeit als Kunstlehrer in Göteborg und Stockholm, die eindrucksvollsten Werke des Künstlers, die fast immer das Bohuslän zum Thema hatten. Seine Portraits und Landschaftsbilder findet man in allen großen Kunstmuseen Schwedens, unter anderem in der Nationalgalerie in Stockholm und dem Kunstmuseum in Göteborg.


Copyright: Herbert Kårlin