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Dienstag, 21. März 2017

Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen

Helene Henschen kam am 21. März 1940 in Solna zur Welt und verbrachte ihre Kindeheit und ihre Jugend in Stockholm. Obwohl Henschen Designerin war, Bücher illustrierte und als Buchautorin arbeitete, ist über sie nur sehr wenig bekannt. Henschen hatte am Konstfack Textilkunst studiert und trat 1965 erstmals groß an die Öffentlichkeit. Bei einem Modehappening hatte sie Veronica Nygren und Kristina Torsson aus ihrer Studienzeit wiedergetroffen und die drei Frauen stellten fest dass sie sie alle drei nahezu eine identische Mode schufen. Sie entschieden sich daher ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das den Namen Mah-Jong tragen sollte.

Die nächsten Jahre verknüpfte sich das Leben Helena Henschens vollkommen mit jenem ihrer Freundinnen, denn Mah-Jong sollte weiche, farbenprächtige Mode verbreiten, verbunden mit der Ideologie dass die Kleidung auch auf den Menschen und sein Verhalten einwirke. Der Name Mah-Jong sollte ausdrücken dass die drei Frauen politisch der Ideologie des damaligen China folgten. Trotz der relativ einfach gehaltenen Kleider, die die drei Frauen schufen, wurden sie Ende der 60er Jahre die bedeutendste Modeerscheinung Schwedens, was vermutlich auch dazu führte dass Mah-Jong 1977 aufgelöst wurde und Helene Henschen danach wieder eigene Wege ging.

In den Folgejahren folgte Helena Henschen zwar ihrer politisch linken Linie, ging jedoch von der Mode über zum Schreiben und der Illustration von Kinderbüchern. Henschen schrieb mehrere Jahre lang vor allem für Zeitschriften wie das Marxistiskt Forum, Moderna Tider und SKP, hatte jedoch auch einige Buchprojekte im Kopf. Im Jahre 2004 erschien dann der erste Roman Henschens unter dem Titel I skuggan av en brott, einen Roman über den Mord von Sydows, der sich in der Familie ihrer Mutter ausgetragen hatte. Vier Jahre später kam der Roman Hon älskade, der wiederum die Geschichte ihrer Großmutter väterlicherseits war, die Tochter des Kunstmäzens Ernest Thiel. Helena Henschen starb am 27. Januar 2011 an einer Gehirnblutung.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 3. März 2017

Der schwedische Modedesigner Claes Bondelid

Claes Göran Bondelid kam am 3. März 1956 zur Welt, wechselte aus verschiedenen Gründen die Schule mehrmals und hatte im Laufe der Jahre auch mehrere verschiedene Jobs. Mit 22 verkaufte Bondelid dann Anzeigen für die neu gegründete Musikzeitschrift Schlager und gründete gleichzeitig einen Schallplattenverlag. Wenig später gründete er zudem ein Fluggesellschaft, die ihn reich machen sollte, denn er setze ganz auf das zehnjährige Jubiläum von Woodstock. Bedauerlicherweise wurde das Festival eingestellt und Bondelid musste eine andere Beschäftigung suchen. Mit einem Freund mietete der spätere Modedesigner dann einen Keller in der Altstadt Stockholms und schuf dort einen der ersten Second-Hand-Shops Schwedens mit Kleidung.

Aber es sollte für Claes Bondelid nicht beim Verkauf von gebrauchter Kleidung bleiben, denn 1979 schuf er, gemeinsam mit seiner Freundin Britt-Inger Wilhelmsson, die Bekleidungsmarke Bondelid. Das Paar interessiert sich im Grunde nicht für Mode und bot daher einen Stil an, der ihnen persönlich zusagte. Die Idee sollte sich auszahlen, denn Ende der 90er Jahre lag der Jahresumsatz bei 70 Millionen Kronen. In den Geschäftsräumen findet man heute jedoch drei Geschäfte, nämlich die Mode Bondelid, die eigene Modelinie Brittinger (Britt-Inger) und die Schuhmode Claes Göran. Die beiden Besitzer sind heute zwar kein Paar mehr, aber haben eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Vor einigen Jahren wollte Claes Bondelid etwas neues schaffen, und er gründete die Firma Cleas-Göran, ohne allerdings ein klares Konzept zu haben und ohne zu wissen was er eigentlich verkaufen sollte. Letztendlich schuf er Sneakers, die während der ersten beiden Jahre nahezu unverkäuflich waren. Aber auch hier sollte sich dann das Blatt wenden, denn die Schuhmarke Claes-Göran ist mittlerweile sehr gut eingeführt und hat ein Angebot für jedes Alter, wenn auch nicht für jeden Geschmack, denn Claes Bondelid ist sich selbst treu geblieben, nämlich das zu schaffen was ihm selbst Spaß macht und ihm persönlich gefällt. Bondelid ist damit einer der wenigen Modedesigner Schwedens, die ohne entsprechende Ausbildung Erfolg haben.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1770: Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler
3. März 1813: Die schwedische Kolonie Guadeloupe
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1844: Leonard Bygdén und die Universitätsbibliothek in Uppsala
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. November 2013

Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander

Noch heute ist die am 9. März 1970 geborene Paula Fahlander nur in Schweden wirklich ein Begriff als Modedesignerin, obwohl ihre Firma Re-Cover bereits am 14. November 1994 in Luleå gegründet wurde und ihre Mode in mehreren ausgewählten Geschäften in Nordschweden verkauft wird, über Internet zu erhalten ist und sich ihr Design bedeutend von der üblichen Mode schwedischer Designer unterscheidet, denn die Modemacherin legt nicht nur Wert auf Design, sondern auch auf die praktische Anwendung.

Auch wenn die Mode von Paula Fahlander das Gefühl, das Klima und die Natur Norrbottens als die wichtigsten Elemente ihres Schaffens bezeichnet, so legt die Modedesignerin auch sehr großen Wert auf Eleganz und fordert von ihrer Kleidung, dass sie haltbar und robust ist und nicht zur Gruppe der Wegwerfmode gehört. Das Material, das sie verarbeitet kommt aus der Natur, wobei Paula sich natürlich auch von der Mode anderer Länder Ideen holt, diese jedoch immer in einen eigenen Stil des hohen Nordens verwandelt.

Im Laufe von 17 Jahren hat sich Paula Fahlander einen bedeutenden Namen in Nordschweden gemacht und ihr Unternehmen dehnt sich immer weiter aus. Re-Cover wurde, auch dank mehrerer Ausstellungen, ein Lebensstil, der sich in den letzten Jahren immer weiter nach Südschweden ausdehnt. Fahlander blieb allerdings nicht bei Modedesign stehen, sondern sie suchte auch nach einem Parfum, das an die nordschwedischen Wälder erinnert und ließ bei einem Schweizer Unternehmen eine Duftnote schaffen, die an die Allackerbeere, die nordschwedische Brombeere (Rubus arcticus) erinnert.


14. November 1907: Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden 
14. November 2004: Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 12. November 2012

Filippa K wird zum Modeimperium in Schweden

Am 12. November 1965 wurde Filippa Knutsson als Tochter von Lars Knutsson und Martina Clason geboren, dem Ehepaar, das im Jahre 1966 die Firma Gul & Blå in Stockholm gründete und Modejeans herstellte. Als die Ehe scheiterte, heiratete der Vater die Designerin Maria Knutsson, die dann für das Unternehmen die schwedische Jeans der 70er Jahre schuf. Filippa war daher nahezu vom ersten Tag an von Mode und Modedesign umgeben und begann schließlich auch im Familienunternehmen zu arbeiten.

Nach ihrer Ausbildung in London arbeitete Filippa K einige Jahre als Einkäuferin für Gul & Blå, anschließend als Produktmanagerin. Aber nach sechs Jahren wollte sie eigene Ideen verwirklichen und tiefer in das Modegeschäft und das Modedesign einsteigen. 1993 waren ihre Vorbereitungen dann so weit gediehen, dass Filippa, gemeinsam mit Patrik Kihlborg und der Designerin Karin Segerblom die Firma Filippa K gründete, die im ersten Jahr allerdings sehr handwerklich in der Wohnung Filippas ihren Sitz und ihre Produktionsdstätte hatte.

Die Idee von Filippa Knutsson ist eine sehr einfache und zeitlose Mode zu schaffen, deren Teile leicht miteinander zu kombinieren sind und durch eine hohe Qualität sehr lange getragen werden können, eine Idee, die sehr schnell einen großen Kundenkreis überzeugte. Mit ihrem nahezu minimalistischen Design gelang es Filippa K innerhalb von 19 Jahren ihre Mode in 700 Boutiquen von 17 verschiedenen Ländern zu verkaufen. Und im Jahre 2011 hatte Filippa K bereits einen Umsatz von 58 Millionen Euro.


12. November 1921: Lars Gyllensten, ein schwarzes Schaf der Svenska Akademien
12. November 1961: Ernst Thörnberg, der vergessene sozioökonomische Schriftsteller 
12. November 1987: Cornelis Vreeswijk, eine musikalische schwedische Legende 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Oktober 2012

Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden

Am 21. Oktober 1990 kam Isabella Löwengrip, die vor allem unter dem Namen Blondinbella bekannt ist, in Stockholm zur Welt. Mit 14 startete sie ihr Blog „Blondinbella“ und bereits 2010 wurde das Blog vom schwedischen Bloggportalen als das drittgrößte schwedische Privatblog bezeichnet. 2011 hatte das Blog offiziell 400.000 unique visitors, eine Entwicklung, die Isabella Löwengrip bereits während ihrer Schulzeit zu einer Legende gemacht hatte, auch wenn die Besuchszahlen im Laufe der Jahre immer wieder angezweifelt wurden.

Bereits 2007 gründete Blondinella mit Hilfe ihres Vaters Per Rydberg, der einen etwas zweifelhaften Ruf in der Stockholmer Geschäftswelt hat, die Aktiengesellschaft Blondinbella AB und das Blog verwandelte sich in ein extrem erfolgreiches Verkaufsportal, was Isabella auch dazu nutzte im Jahre 2008 die Bekleidungsmarke Classified zu gründen und wenig später das Investmentunternehmen Löwengrip Invest. Als zentralen Punkt für die Werbung benutzt die Jungunternehmerin grundsätzlich ihr Blog, das vor allem jungen Mädchen zeigt welche Produkte sie verwenden müssen, was zu einer Art Kultbewegung wurde.

Blondinbella, die weiß wie sie sich sich überall in den Medien sichtbar machen kann, hatte mit ihrem Erfolg, der zwischen 2007 und 2008 wirklich ins Laufen kam, allerdings auch immer wieder Kritik herausgefordert, die sie in der Regel schlecht verkraftet. So wurde ihr vorgeworfen Schleichwerbung zu machen und mit Produktplatzierung zu arbeiten, was aber bisher zu keinen Urteilen von Seiten des Verbraucherschutzes führte. Eine andere Anklage lautet, dass sie, wie auch andere Blogs, die sich seriös geben, pseudo-redaktionelle Seiten bietet, die eindeutig für Werbezwecke gekauft wurden und daher gegen Gesetze verstoßen. Ob es sich um Tatsachen oder üble Nachrede handelt, ist sehr schwer zu sagen, denn Tatsache ist, dass sie bisher für keine Vergehen verurteilt wurde.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1961: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Januar 2012

Nylonstrümpfe kommen nach Schweden

Am 3. Januar 1947 wurde in Malmö die Serienproduktion von Nylonstrümpfen aufgenommen, einer Erfindung, die bereits 1939 auf der Weltausstellung in New York vorgestellt worden war und von denen die schwedischen Auswanderer in den USA in ihren Briefen schwärmten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren nur wenige Exemplare an Nylonstrümpfen nach Schweden gelangt, wobei die europäische Produktion fast ausschließlich in Frankreich zu finden war.

Vor 1920 trugen die meisten schwedischen Frauen der einfacheren Schicht im Winter Wollstrümpfe oder verzichteten im Sommer ganz auf diese Beinbekleidung. In gehobenen Kreisen trug man die relativ teuren Seidenstrümpfe. Als dann ab den 20er Jahren die Röcke etwas kürzer wurden, so dass ein kleines Stück weibliches Bein sichtbar wurde, entwickelte sich die Herstellung von Strümpfen aus Kunstseide, die allerdings immer noch so teuer waren, dass sich die meisten schwedischen Frauen diesen Luxus nur an besonderen Tagen leisten konnten. Die Entwicklung von preisgünstigem Nylon konnte daher als Revolution in der Mode gesehen werden.

Erst 1956 wurden in Schweden dann auch die ersten Strumpfhosen hergestellt, allerdings nur für Kinder. Frauen mussten nach wie vor auch zu Strumpfbändern, Strumpfhaltern, Hüftgürteln und Korsett greifen, wenn sie Nylonstrümpfe tragen wollten. Mitte der 60er Jahre, und mit den immer kürzeren Röcken, konnten dann auch Frauen in Schweden Strumpfhosen kaufen und das vorher nötige Zubehör fand den Weg vom Kaufhaus zum Sexshop. Die Strumpffabrik in Malmö lieferte 1947 nahezu 3000 Paar Strümpfe und überschritt erst 1950 eine Produktion von 100.000 Paar Strümpfen pro Jahr. Nylonstrümpfe konnten erst Mitte der 50er Jahre auch die Frau vom Volke erreichen, etwa fünf Jahre nachdem der Traum bereits geboren war.

3. Januar 1960: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

Am 22. Dezember 1998, mitten während des weihnachtlichen Hauptgeschäfts, brach in der Parfümerie des Stockholmer Kaufhauses PUB, Ecke Hötorget/Kungsgatan, ein Brand aus, der von einigen kleineren Explosionen gefolgt wurde. Das Kaufhaus wurde problemlos geräumt und der Brand war, als die Feuerwehr ankam, bereits von der Sprinkleranlage nahezu vollständig gelöscht. Ein Unbekannter hatte in der Parfümabteilung Benzin ausgeschüttet und angezündet. Da die Videoüberwachung an diesem Tag nicht funktionierte, konnte weder der Täter identifiziert werden, noch aber konnte man etwas über die Motive des Attentats erfahren.

Kaufhaus PUB im zentralen Stockholm

Das PUB, das nach seinem Gründer Paul Urbanus Bergström benannt ist, ist das älteste Kaufhaus Stockholms und wurde im Jahre 1882 gegründet. Bergström gilt als einer der ersten Modekenner Schwedens, insbesondere in Hinblick auf Herrenkonfektion, und bot in seinem Kaufhaus exklusives Design an, das sehr schnell einen großen Kundenkreis anzog. Der bekannteste Kunde des PUB war im April 1917 Lenin während eines Besuches in der schwedischen Hauptstadt und die bekannteste Verkäuferin war die spätere Schauspielerin Greta Garbo, die auch erstmals für einen Reklamefilm des Kaufhauses vor der Kamera stand.

Nachdem das PUB erst von Bergström geleitet wurde und dann als Kooperative funktionierte, wurden die Gebäude 1994 erneut privat übernommen. Heute bietet das PUB, das zum Atrium Ljungberg Konzern gehört, auf fünf Etagen über 600 verschiedene Marken an, wobei der Schwerpunkt auf skandinavischem Design und skandinavischen Marken liegt. Alle bedeutenden schwedischen Unternehmen für Mode, Design, Einrichtung, Sport, Gesundheit oder Schönheit sind heute im PUB zu finden, das seit zwei Jahren wieder im Aufwärtstrend steht, trotz der etwas gehobenen Preise. Das PUB hat täglich geöffnet, wenn auch am Sonntag nur von 11 bis 17 Uhr.

22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter 


Copyright: Herbert Kårlin