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Donnerstag, 22. März 2018

Der Designer Olle Eksell

Olle Eksell kam am 22. März 1918 als Olov Lennart als Sohn eines Vanillepulver-Herstellers in Åls zur Welt, wuchs jedoch, nachdem die Fabrik des Vaters abbrannte und die Firma in Konkurs ging, seine Kindheit in Uppsala. Auch die Geschäfte des Vaters in Uppsala gingen schlecht, so dass er, vor einem neuen Konkurs, im Jahr 1925 die Stadt, und auch die Familie, verließ. Als Eksell dann elf Jahre alt wurde, zog er mit der Mutter nach Stockholm und begann sehr viel zu zeichnen. Bereits in dieser Zeit entschied sich Eksell Reklamezeichner zu werden, und 1935 fand er bei Shell, ohne eine Ausbildung als Reklamezeichner zu haben, einen festen Arbeitsplatz im Atelier der Firma.

Nach einem Jahr in Malmö bei einem neuen Arbeitgeber, kehrte Olle Eksell 1938 zurück nach Stockholm um dort an der Schule für Buch- und Reklamekunst zu studieren, ein Studium, das er 1941 am Art Center College of Design in Los Angeles fortsetzte, wo er auch Paul Rand kennen lernte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Eksell zurück nach Schweden und begann seine Karriere als Reklamezeichner. Ab Mitte der 50er Jahre war Eksell dann der führende Graphik-Designer Schwedens und schuf die Buchumschläge für Verlage wie Bonniers, Wahlström & Widstrand, Norstedts und andere mehr, arbeitete aber auch an Logos und Markenzeichen für größere Unternehmen.

Der grösste Erfolg Olle Eksells, der am 11. April 2007 starb, entwickelte sich jedoch bei seiner Arbeit für das Unternehmen Manzetti, der heutigen Firma Fazer, zwischen 1956 und 1958. Manzetti war in dieser Zeit der erste Kakopulver-Hersteller, der das Pulver einschweißte und damit die Reinheit des Produkts garantierte. Eksell hatte dann die Idee daraus den sogenannten Ögon-Kakao (Augen-Kakao) zu schaffen, der sich dadurch von anderen Produkten unterschied, dass auf dem oberen Teil der Packung zwei Augen symbolisiert wurden, die heute Manzetti-Augen genannt werden, und auf zahlreichen schwedischen Produkten zu finden sind. Die Augen drückten nicht nur aus, dass der Hersteller ein Auge auf die Qualität des Produkts wirft, sondern der Kunde beim Kauf von Kakao auch jedes angebotene Kakaopulver genau betrachten soll, da nur Manzetti weder  Kaffee, noch Zimt oder andere Elemente beimischt.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1846: Der schwedische Künstler Axel Kulle
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. November 2016

Der schwedische Verein der Inserenten

Am 15. November 1924 trafen sich im Restaurant Gillet in Stockholm 36 Vertreter größerer schwedischer Firmen, die die Zukunft in der Werbung sahen, alles Persönlichkeiten, die bereits um diese Zeit sehr viel Geld für Anzeigen ausgaben und der Meinung waren dass das Geschäft mit Werbung immer unseriöser wurde und daher eine Organisation nötig sei, die sich für eine seriöse Werbung in der Presse einsetzt, allerdings nicht nur in Fragen von seriösen Anzeigen, sondern sie willen auch die Tagespresse zu einem seriösen Verhalten zwingen, die um diese Zeit der wichtigste Anzeigenträger Schwedens war.

Das erste Ziel des Vereins der Inserenten war die korrekte Auflagezahl der damals rund 200 existierenden Tageszeitungen zu erfahren damit die zu bezahlenden Insertionspreise auch mit der Menge der Zielgruppe verbunden werden konnte. Es sollte knapp zwei Jahre dauern bis die gewünschten Zahlen vorlagen, da selbst die unseriösen Zeitungen bald verstanden dass von diesen Zahlen auch ihre eigene Zukunft abhing. Bereits 1926 entstand daher das erste Handbuch für Inserenten, das sich heute zum einem Datenbuch der Mediafakten Schwedens entwickelte und ein relativ deutliches Bild der schwedischen Presse zeigt.

Nach diesem ersten Erfolg ging es dem Inserentenverein vor allem um die Anzeigen als solches und der Verein veröffentlichte ein Verzeichnis von Ausdrücken und Zitaten, die man bei Anzeigen vermeiden sollte, zum einen weil sie irreführend sein können, zum anderen aber auch weil sie werbemäßig als wirkungslos betrachtet wurden. Als dann auch jede unsinnige Werbung vom Verein der Inserenten verbannt wurde, wuchs die Anzahl der Mitglieder innerhalb von nur wenigen Jahren auf 62 Firmen an. Heute ist der schwedische Verein der Inserenten mit 600 Mitgliedsfirmen weltweit der größte Verein dieser Art und bietet den Mitgliedern selbst Ausbildung im Reklamewesen.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
15. November 1817: Frans Suell, ein schwedischer Kaufmann mit neuen Ideen
15. November 1849: Der Komponist und Psalmendichter Joël Blomqvist 
15. November 1859: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)
15. November 1945: Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Juli 2016

Der schwedische Reklamezeichner Anders Beckman

Anders Beckman kam am 21. Juli 1907 in Örebro zur Welt und studierte an der Tekniska Skolan in Stockholm Kunst, ergänzt durch Studienaufenthalte in Berlin und Paris, wobei sich Beckman vor allem auf das Plakatzeichnen spezialisierte. Unmittelbar nach seinem Examen im Jahre 1930 machte sich Beckman selbständig und gewann Auftraggeber wie das Nationalmuseum, AB Aerotransport und Svenska Europahjälpen, die um diese Zeit nach einer Modernisierung ihrer Plakate suchten. Bereits in diesen Jahren zeichnete sich Beckman auch dadurch aus, dass er sich in keine Schablone pressen ließ und sich nicht nur mit Plakaten und Werbung zufrieden gab.

Der große Durchbruch kam für Anders Beckman als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, denn in diesem Jahr konnte er durchsetzen dass vor dem schwedischen Pavillon der Weltausstellung in New York ein gigantisches rotes Dalahäst zu sehen war, was auch dazu führte, dass dieses rote Pferd noch heute ein Symbol Schwedens ist. Zum anderen gründete Beckman unmittelbar nach seiner Rückkehr aus den USA die Beckman Reklam- och Designskola in Stockholm, an der heute, neben dem Reklamezeichnen, auch Modezeichnen gelernt werden kann.

Anders Beckman gilt heute als Revolutionär innerhalb des Reklamezeichnens, was, unter anderem, auf die Plakate für Hilfsorganisationen während des Zweiten Weltkriegs zurückzuführen ist, insbesonder jedoch auch auf seinen Einsatz bei der Ausstellung H55 in Helsingborg, denn hier war Beckman für das Warenzeichen der Ausstellung verantwortlich. Das sehr einfach gehaltene Plakat mit einem symbolischen H in dem die Zahl 55 dominiert, war während der Ausstellung überall präsent, und Beckman hatte das Symbol selbst auf Fahnen und vor dem Eingang auf der Straße festgehalten. Innerhalb von knapp drei Monaten gelang es Beckman damit das Symbol jedem Schweden zu vermitteln, wobei die Plakate noch heute auf Auktionen gehandelt werden. Die größte Sammlung seiner Arbeiten als Reklamezeichner findet man heute im Museum in Kristianstad.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 25. März 2012

Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden

Obwohl in Schweden erst am 29. Oktober 1954 die ersten kurzen Fernsehsendungen in schwarz/weiß erfolgten, wurde dort bereits am 25. März 1954 das erste Mal das Farbfernsehen demonstriert. Allerdings gehörte Schweden zu den Ländern in denen die Ausstrahlung von regelmäßigen Sendungen dennoch am längsten verzögert wurden, da die Politiker des Landes mehrheitlich gegen jede Art von Fernsehen war. Erst am 4. September 1956 war es dann so weit, dass der Widerstand gebrochen war und auch andere Sendungen als Nachrichten und Wetter zu sehen waren und man nicht mehr nur jeden Freitag eine halbe Stunde lang sein Gerät benutzen konnte.

Wer jedoch hoffte, dass sich damit Schweden zu einem modernen Fernsehland entwickeln sollte, täuschte sich, dann nach langen Diskussionen entschlossen sich die Politiker nur einen einzigen Kanal zuzulassen, verbot jede Reklame und setzte fest, dass das Programm durch eine Lizenzgebühr finanziert werden sollte. Da man jedes finanzielle Risiko vermeiden wollte, legte man dann auch gleichzeitig fest, dass während der ersten beiden Jahre nur 15 Stunden pro Woche gesendet werden durfte und in den Folgejahren 25 Stunden, also gerade einmal dreieinhalb Stunden am Tag. Den Durchbruch des Fernsehens brachte dann in Schweden erst die Fußballweltmeisterschaft im Jahre 1958, als viele Schweden ihre ersten Fernsehgeräte kauften.

Die ersten Testsendungen in Farbe erfolgten dann am 3. Februar 1965. Zu diesem Zwecke hatte man Philipshaus in Stockholm ein provisorisches Studio eingerichtet und sich für die Übertragung einer Modeschau entschieden. Bis zum 1. April 1970 wurden dann jedoch nur unregelmäßig farbige Sendungen ausgestrahlt. Nach diesem Datum durften dann gesetzeskonform jede Woche sechs Stunden in Farbe gesendet werden, was natürlich die Entwicklung des Farbfernsehens in Schweden erheblich langsam in Schwung kommen ließ. Nicht zu vergessen ist dabei, dass die Farbfernsehgeräte im Jahre 1970 auch noch über 30.000 Kronen heutigen Wertes kosteten und daher für die Mehrheit der Schweden absolut unerschwinglich waren.

25. März: Der Waffeltag in Schweden
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original 

Copyright: Herbert Kårlin