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Montag, 1. Mai 2017

Der Keramiker und Designer Gunnar Nylund

Gunnar Nylund wurde am 1. Mai 1904 als Sohn eines Künstlerpaares in Paris geboren, das dann 1907 mit ihrem Sohn nach Kopenhagen zog, der Heimatstadt der Mutter. Einige Jahre später zog die Familie nach Helsingfors (Helsinki), der Heimat des Vaters. Allerdings floh die Familie vor dem Ausbruch des finnischen Bürgerkrieges im Jahr 1917 dann zurück nach Kopenhagen, wo Nylund eine Internatschule besuchte, in der er 1923 auch das Abitur machte. Im gleichen Jahr erhielt Nylund dann einen Praktikantenplatz in Architektur und Keramik in Finnland. Im folgenden Jahr begann Nylund dann an der königlichen Kunstakademie in Kopenhagen Architektur zu studieren, ein Studium, das er nie zu Ende führte, da er 1925 einen Arbeitsvertrag bei der Porzellanfabrik  Bing & Grøndahl erhielt.

Bei Bing & Grøndahl verwirklichte Gunnar Nylund über 2000 Einzelwerke, darunter sehr viele Miniaturen, für die Nylund später auch international bekannt wurde. Als die Porzellanfabrik einen konservativen Direktor bekam, kündigte Nylund, der immer nach Neuerungen strebte. Gemeinsam mit der Chemikerin Nathalie Krebs gründete der Künstler dann ein eigenes Atelier, das sich ab 1930 Saxbo nannte. Unter diesem Namen wurden die beiden weltbekannt und revolutionierten das Steingut, einmal wegen dem eigenen Stil, aber auch wegen der Färbung und der Serienfertigung, die um diese Zeit für Steingut in ganz Skandinavien nicht existierte. Nach den Ausstellungen im Jahr 1930 wurde Nylund von Rörstrand als Künstler geworben.

Als künstlerischer Direktor bei Rörstrand gestaltete und arrangierte Gunnar Nylund rund 20 der Fabrikausstellungen, wobei er 1932 erstmals Steingut der Firma präsentierte, mit einem so großen Erfolg, dass das Röhsska Museum in Göteborg im folgenden Jahr eine entsprechende Ausstellung des Künstlers zeigte und das Steingut des Unternehmens auch auf der Weltausstellung in Chicago des Jahres 1933 zu finden war. Gunnar Nylund, der im Jahr 1997 starb, erneuerte bis Mitte der 40er Jahre die gesamte Kollektion Rörstrands und hatte 1943 seine bedeutendste Ausstellung im Nationalmuseum in Stockholm. Im Jahr 1964 öffnete Nylund dann erneut ein eigenes Atelier in Kopenhagen.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 1995: Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Juli 2016

Der schwedische Reklamezeichner Anders Beckman

Anders Beckman kam am 21. Juli 1907 in Örebro zur Welt und studierte an der Tekniska Skolan in Stockholm Kunst, ergänzt durch Studienaufenthalte in Berlin und Paris, wobei sich Beckman vor allem auf das Plakatzeichnen spezialisierte. Unmittelbar nach seinem Examen im Jahre 1930 machte sich Beckman selbständig und gewann Auftraggeber wie das Nationalmuseum, AB Aerotransport und Svenska Europahjälpen, die um diese Zeit nach einer Modernisierung ihrer Plakate suchten. Bereits in diesen Jahren zeichnete sich Beckman auch dadurch aus, dass er sich in keine Schablone pressen ließ und sich nicht nur mit Plakaten und Werbung zufrieden gab.

Der große Durchbruch kam für Anders Beckman als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, denn in diesem Jahr konnte er durchsetzen dass vor dem schwedischen Pavillon der Weltausstellung in New York ein gigantisches rotes Dalahäst zu sehen war, was auch dazu führte, dass dieses rote Pferd noch heute ein Symbol Schwedens ist. Zum anderen gründete Beckman unmittelbar nach seiner Rückkehr aus den USA die Beckman Reklam- och Designskola in Stockholm, an der heute, neben dem Reklamezeichnen, auch Modezeichnen gelernt werden kann.

Anders Beckman gilt heute als Revolutionär innerhalb des Reklamezeichnens, was, unter anderem, auf die Plakate für Hilfsorganisationen während des Zweiten Weltkriegs zurückzuführen ist, insbesonder jedoch auch auf seinen Einsatz bei der Ausstellung H55 in Helsingborg, denn hier war Beckman für das Warenzeichen der Ausstellung verantwortlich. Das sehr einfach gehaltene Plakat mit einem symbolischen H in dem die Zahl 55 dominiert, war während der Ausstellung überall präsent, und Beckman hatte das Symbol selbst auf Fahnen und vor dem Eingang auf der Straße festgehalten. Innerhalb von knapp drei Monaten gelang es Beckman damit das Symbol jedem Schweden zu vermitteln, wobei die Plakate noch heute auf Auktionen gehandelt werden. Die größte Sammlung seiner Arbeiten als Reklamezeichner findet man heute im Museum in Kristianstad.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Die schwedische Künstlerin Anna Boberg

Anna Boberg kam am 3. Dezember 1864 als Tochter eines Architekten und Künstlers unter dem Namen Anna Scholander in Stockholm zur Welt und erhielt eine gute Bildung, besuchte jedoch keinerlei Kunstschule. Vermutlich wurde Boberg von ihrem Vater, der ein sehr erfolgreicher Hobbymaler war, in die Grundlegen der Farbenlehre und des Malens eingeführt, denn die junge Frau hatte bereits im Alter von 18 Jahren, während einer Reise nach Spanien, zu malen begonnen und bewies dabei eine gewisse Fertigkeit die auf eine Grundausbildung in Malerei hinweist.

Als Anna Boberg 23 Jahre alt war, begann sie ernsthaft zu malen, vor allem in Aquarell, und nur ein Jahr später hatte sie ihre erste Ausstellung. Während der ersten Jahre ihrer Aktivität als Künstlerin versuchte sich Boberg an verschiedenen Kunstrichtungen, arbeitete an Wandmalereien, schuf eine Vase für die Glashütte Rörstrand und erstellte Webarbeiten. Einige Textilien der Künstlerin wurden selbst in der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 ausgestellt, bei der ihr Ehemann Ferdinand Boberg als Ausstellungsarchitekt beschäftigt war.

Die größten künstlerischen Werke Anna Bobergs entstanden jedoch erst ab 1901, als die Künstlerin die Landschaft Nordschwedens und des nördlichen Teils von Norwegen entdeckte. Vor allem die Lofoten sollten Boberg so stark beeinflussen dass sie dann 33 Jahre lang überwiegend die Natur und die Menschen der Lofoten malte, meist im Winter. Die Künstlerin hielt sich so oft auf den Lofoten auf, dass ihr Ehemann dort sogar ein kleines Häuschen baute in dem Boberg lange Monate über völlig allein lebte um zu malen. Als die Bilder der Künstlerin 1903 erstmals in Stockholm ausgestellt wurden, waren die Kritiker wenig begeistert, was jedoch Anna Boberg nicht von ihrem Ziel abhielt. Zwei Jahre später stellte sie ihre Bilder in Paris aus, was zu einer bedeutenden Karriere in Frankreich führte. Bis heute ist Anna Boberg, die am 27. Januar 1935 starb, in Schweden weitaus weniger bekannt als in Frankreich.


3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1890: Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 20. September 2014

Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens

Ernest Florman kam am 20. September 1862 als Sohn eines Fotografen in Karlstad zur Welt und arbeitete ab seiner Jugend als Assistent des Vaters, der 1871 nach Stockholm umgezogen war und dort das Atelier Florman gegründet hatte.  Florman erkannte sehr früh, dass der Film eine wichtige Rolle spielen würde und verfolgte daher die Entwicklung, musste jedoch bis 1897 auf seine große Chance warten, denn erst in diesem Jahr kam während der Weltausstellung in Stockholm in Lumières Kinematograf erstmals das Kino nach Schweden.

Da Ernest Florman um diese Zeit der einzige Fotograf Stockholms war, der sich für Film interessierte und etwas mit der Technik vertraut war, diente er während der Weltausstellung nicht nur dem französischen Fotografen Alexandre Promio als Assistent, sondern er stand auch beim Film Konungens af Siam landstigning vid Logårdstrappan, dem ersten schwedischen Film, hinter der Kamera und verewigte damit am 13. Juli 1897 Oscar II. mit seinen Gästen. Der Film Flormans hatte nur wenige Tage später während der Ausstellung seine Premiere.

Noch während der Ausstellung realisierte Ernest Florman mehrere Filme, die alle mit großem Enthusiasmus vom Publikum angenommen wurden. Am 14. August 1897 zeigte Florman dann mit Byrakstugan auch den ersten Spielfilm Schwedens bei dem er Regie führte und gleichzeitig hinter der Kamera stand. Da sich Oscar II. sehr gerne auf Film sah, ernannte er Florman zum Hoffilmer und Hoffotografen, was auch zu mehreren kurzen Filmen mit dem Regenten führte. Nach einer Verfilmung eines Besuches von Oscar II. auf Marstrand im Jahre 1905 verlieren sich leider alle Spuren des ersten Filmers Schwedens. Die meisten seiner Filme sind leider ebenfalls verschwunden.


20. September 1396: Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1685: Die Admiralskirche Ulrica Pia in Karlskrona
20. September 1776: Großbrände in Gävle
20. September 1816: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
20. September 1879: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte

Copyright: Herbert Kårlin