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Mittwoch, 26. April 2017

Der schwedische Komponist Erland von Koch

Erland von Koch kam am 26. April 1910 als Sohn eines Komponisten und einer Künstlerin in Stockholm zur Welt, verlor jedoch seinen Vater bereits im Alter von neun Jahren an der Spanischen Grippe, so dass er nur von der Mutter erzogen wurde. Seine Ausbildung als Musiker begann von Koch am Konservatorium in Stockholm, wo er 1935 das Examen als Organist und Kantor ablegte. Anschließend ging von Koch nach Berlin um dort Komposition, Dirigieren und Piano zu erlernen, ein Studium, das er letztendlich noch in Paris komplementierte.

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Erland von Koch als Musiklehrer an der Karl Wohlfarts Musikschule und begann insbesondere Filmmusik zu schreiben, die man in den frühen Filmen Ingmar Bergmans hören kann. Im Jahr 1952 wurde von Koch an der Musikhochschule in Stockholm angestellt, wo er 1968 auch zum Professor ernannt wurde. Parallel hierzu arbeitete von Koch auch sehr viel für den staatlichen schwedischen Rundfunk und arbeitete, unter anderem, auch an seinen insgesamt sechs Symphonien und seinen zwölf Konzerten, die jedoch außerhalb Skandinaviens nur vereinzelt aufgeführt wurden.

Dass Erland von Koch, der am 31. Januar 2009 starb, vor allem in Schweden Erfolg hatte, lag natürlich an seinen Kompositionen, denn einerseits verzichtete von Koch auf jede moderne musikalische Strömung und behielt einen klaren, einfachen Stil, zum anderen waren seine Werke sehr stark vom nordischen Volksglauben beeinflusst, der wiederum vom Rhythmus dominiert ist, nicht von der Melodie. Die Kompositionen von Kochs sind daher eine Mischung aus klassischer Musik und Volksmelodien, die der Künstler zu einer Einheit verschmelzen lässt. Von Koch lässt sich auch etwas schwierig in die Linie der nordischen Komponisten einordnen, da er, neben Filmmusik, auch Ballettmusik, Kammermusik und Psalmen schrieb, also religiöse Choräle.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1946: Die anarchistische Künstlerin Lena Svedberg
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitler
Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 7. Februar 2014

Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent

Wilhelm Stenhammar wurde am 7. Februar 1871 in Stockholm geboren und begann seine musikalische Karriere als Pianist, wobei er in dieser Eigenschaft mehrere Jahre lang mit dem Violinisten Tor Aulin auf Tournee war. Da Stenhammar, nach einer Grundausbildung in Stockholm, vor allem in Berlin Musik studierte, war er sehr stark von Richard Wagner und Anton Bruckner beeindruckt, was man bei seiner ersten Symphonie noch sehr deutlich spür, einem Werk, das er nach der Uraufführung in Schweden jedoch als zu unpersönlich betrachtete und zurückzog.

Vor allem unter dem Einfluss seines Freundes Jean Sibelius fand Wilhelm Stenhammar dann bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts den nordischen Stil, der eine starke Passion und die überwältigende Natur des Nordens ausdrückt. Stenhammar konnte mit dieser „neuen“ Musik seine Gefühle in Töne verwandeln. Seine zweite Symphonie überzeugte dann auch das nordische Publikum, da er hier die deutsche kraftvolle Musik gegen die nordische Wehmut eingetauscht hatte ohne jedoch in die Romantik zu verfallen.

Wilhelm Stenhammar komponierte neben seinen Symphonien auch einige andere bedeutende Werke, war jedoch von 1907 bis 1922 vor allem als Chefdirigent der Göteborger Symphoniker aktiv, mit einer Neigung zu Werken von Jean Sibelius und Carl Nielsen, wobei die Symphoniker Göteborgs bis heute immer wieder Sibelius im Programm haben. In Erinnerung an den großen Dirigenten und Komponisten wurde im Konzerthaus in Göteborg einer der kleineren Säle zum Stenhammarsalen getauft. Wilhelm Stenhammar starb am 20. November 1927 im Alter von 43 Jahren in Jonsered im Västergötland.


7. Februar 1795: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
7. Februar 1809: Charles Emil Hagdahl und die moderne Küche Schwedens 
7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König 
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 
7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. Februar 2014

Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad

Adolf Fredrik Lindblad, geborener Friberg, wurde am 1. Februar 1801 unehelich in Skänninge geboren. Da sich seine 17-jährige Mutter nicht um ihn kümmern konnte, wurde das Kind von Carl Jacob Lindblad, einem Kaufmann des Ortes, der gleichzeitig mit der Tante seiner Mutter verheiratet war, aufgezogen. Seinen Geburtsnamen Friberg hatte er ebenfalls nur kurze Zeit, denn sein Ziehvater gab dem Jungen sehr schnell seinen eigenen Familiennamen Lindbald und betrachtete ihn als eigenen Sohn.

Durch die „Adoption“ erhielt Adolf Fredrik Lindblad eine gute Erziehung und konnte ab 1822 in Uppsala Musik studieren. Bereits ein Jahr nach seiner Studienaufnahme wurde Lindblad im künstlerischen Salon von Malla Silfverstolpe aufgenommen, die dem jungen Künstler auch ein zweijähriges Studium in Deutschland finanzierte, wo er, unter anderem,  auch Felix Mendelssohn Bartoldy kennen lernte, der später Lindblads Symphonie Nr. 1 in Leipzig aufführen sollte.

Zurück in Stockholm gründete Adolf Fredrik Lindblad eine in gehobenen Kreisen der Stadt anerkannte Musikschule, die auch vom späteren König Oscar I., dessen Sohn Prinz Gustaf Oscar, dem sogenannten „Sängerprinzen“, und vor allem auch von der legendären schwedischen Sängerin Jenny Lind besucht wurde. Während die über 200 Lieder, die Lindblad schrieb, in Schweden unmittelbar Erfolg hatten, wurden seine beiden Symphonien damals nur in Deutschland gewürdigt. In Schweden erkannte man den Wert dieser Werke erst in jüngster Zeit.


1. Februar 1594: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. März 2013

Sten Broman, ein schwedisches Original

Sten Broman wurde am 25. März 1902 in Uppsala geboren und ist, obwohl er bereits 1983 starb, noch heute nahezu jedem Schweden ein Begriff, da er sich in nahezu jedem Punkt vom Durchschnittsschweden unterschied und ein Original war, das viele Jahre eine wichtige Rolle beim Karneval in Lund  spielte, sich aber auch in zahlreichen anderen Bereichen auszeichnete, die weit entfernt von seinem Beruf als Komponist, Dirigent und Musikpädagogen lagen.

Bereits sein Ausbildung als Musiker entsprach nicht ganz der normalen Ordnung eines schwedischen Künstlers, da Sten Broman erst Musik in Prag studierte, dann eine Kandidatur in Musik- und Kunstgeschichte in Lund anhängte um letztendlich noch die Musikgeschichte des Mittelalters in der Schweiz und in Deutschland zu studieren. In Schweden bekannt wurde Broman dann vor allem durch sein humoristisches Fernsehprogramm Musikfrågan Kontrapunkt, das von 1964 bis 1980 ausgestrahlt wurde, da es ihm gelang Menschen die klassische Musik näher zubringen, die zuvor jeden Konzertbesuch als Unsinn abgelehnt hätten.

Sten Broman, der avantgardistische Kammermusik liebte und seine Kleidung nach seinen eigenen Ideen schneidern ließ, komponierte Kammermusik und schrieb, wie Beethoven, neun Symphonien. Allerdings gab es für Broman in der Musik keine Grenzen, denn er schrieb auch leichte Musik für zahlreiche Filme und begnügte sich beim Film Ett svårskött pastorat nicht nur mit der Filmmusik, sondern wirkte dort auch gleichzeitig als Schauspieler mit. Spaß machte ihm auch die Liebesgedichte Laura och Dolly des Schriftstellers Falstaff, fakirs zu vertonen, da diese im selben Stil geschrieben waren wie seine persönlichen Auftritte.


25. März: Der Waffeltag in Schweden 
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg, ein Reiseführer