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Sonntag, 20. Januar 2019

Die Konzert- und Opernsängerin Birgit Finnilä

Birgit Finnilä kam am 20. Januar 1931 in Sibbarp im Halland auf einem Bauernhof zur Welt und zeigte als Kind wenig Interesse für die Schule, auch nicht für den Gesang, so dass es sehr lange dauerte bis jemand auf ihre Alt-Kontraalt-Stimme aufmerksam wurde. Relativ spät begann Finnilä daher bei Ingalill Lindén in Göteborg eine Gesangsausbildung, die sie dann an der Royal Academy of Music in Londen vervollständigte. Nach Beendigung der Ausbildung kehrte Finnilä nach Göteborg zurück und wurde dort vom Stora Teatern engagiert.

Zwischen 1963 und 1967 trat Birgit Finnilä dann in Göteborg vor allem als Konzertsängerin auf, wurde jedoch auch für Opernaufführungen engagiert. Im Jahr 1967 spielte die Sängerin in Orfeus und wurde von der Presse für ihre Leistungen außerordentlich gelobt, aber auch für ihre Interpretationen von Bach, Bruckner und Wagner, die damals in Mode waren. Auf diese Weise gelang es Finnilä unmittelbar von einer kleinen Bühne auf die Weltbühnen in Mailand, Paris und München zu gelangen und, unter anderem, mit Solti, Karajan und Barbirolli zu arbeiten. Nahezu über Nacht war Finnilä zu einer der gefragtesten Sängerinnen weltweit geworden.

Bereits 1968 ging Birgit Finnilä auf Welttournee und besuchte auch Australien, die USA und die damalige Sowjetunion. Im Gegensatz zu Sopransängerinnen, die insbesondere auf der Opernbühne Karriere machten, wurde Finnilä vor allem für Konzerte engagiert, da hier ihre Stimme weitaus mehr zum Tragen kam als in einer Oper. In diesem Zusammenhang wurde sie auch von mehreren Schallplattenfirmen für Konzertaufnahmen unter Vertrag genommen, unter anderem für Aufnahmen von Werken Schumanns, Bachs und Vivaldis, die ohne eine gute Alt-Stimme nicht zum Leben erweckt werden können.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1741: Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1917: Der Künstler und Silberschmied Bertil Berggren Askenström

20. Januar 1918: Die Textilkünstlerin Ulla Schumacher Percy 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. April 2017

Der schwedische Komponist Erland von Koch

Erland von Koch kam am 26. April 1910 als Sohn eines Komponisten und einer Künstlerin in Stockholm zur Welt, verlor jedoch seinen Vater bereits im Alter von neun Jahren an der Spanischen Grippe, so dass er nur von der Mutter erzogen wurde. Seine Ausbildung als Musiker begann von Koch am Konservatorium in Stockholm, wo er 1935 das Examen als Organist und Kantor ablegte. Anschließend ging von Koch nach Berlin um dort Komposition, Dirigieren und Piano zu erlernen, ein Studium, das er letztendlich noch in Paris komplementierte.

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Erland von Koch als Musiklehrer an der Karl Wohlfarts Musikschule und begann insbesondere Filmmusik zu schreiben, die man in den frühen Filmen Ingmar Bergmans hören kann. Im Jahr 1952 wurde von Koch an der Musikhochschule in Stockholm angestellt, wo er 1968 auch zum Professor ernannt wurde. Parallel hierzu arbeitete von Koch auch sehr viel für den staatlichen schwedischen Rundfunk und arbeitete, unter anderem, auch an seinen insgesamt sechs Symphonien und seinen zwölf Konzerten, die jedoch außerhalb Skandinaviens nur vereinzelt aufgeführt wurden.

Dass Erland von Koch, der am 31. Januar 2009 starb, vor allem in Schweden Erfolg hatte, lag natürlich an seinen Kompositionen, denn einerseits verzichtete von Koch auf jede moderne musikalische Strömung und behielt einen klaren, einfachen Stil, zum anderen waren seine Werke sehr stark vom nordischen Volksglauben beeinflusst, der wiederum vom Rhythmus dominiert ist, nicht von der Melodie. Die Kompositionen von Kochs sind daher eine Mischung aus klassischer Musik und Volksmelodien, die der Künstler zu einer Einheit verschmelzen lässt. Von Koch lässt sich auch etwas schwierig in die Linie der nordischen Komponisten einordnen, da er, neben Filmmusik, auch Ballettmusik, Kammermusik und Psalmen schrieb, also religiöse Choräle.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1946: Die anarchistische Künstlerin Lena Svedberg
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitler
Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. Oktober 2016

Der schwedische Männerchor Orphei Drängar

Als in Uppsala Mitte des 19. Jahrhunderts eine Choleraepidemie herrschte und die Stadt wie eine Festung geschlossen war, war auch das Nachtleben nahezu nicht mehr existent. In dieser schwierigen Situation trafen sich am 30. Oktober 1853 etwa ein Dutzend Musikstudenten erst in einer Kneipe und zogen dann weiter auf dem Marktplatz der Stadt um zu singen, was zum Auftakt der Gründung des Männerchors Orphei Drängar, kurz OD, wurde. Der Name des Chors entstammte einem der Lieder, das die Männergruppe an diesem Abend sang, nämlich dem bekannten Lied Hör I Orphei Drängar des bekannten Dichters Carl Michael Bellman.

Obwohl die Orphei Drängar sehr schnell Konkurrenz aus Lund und Stockholm bekamen, gelangen es ihnen noch im 19. Jahrhundert die Vorrangstellung der schwedischen Männerchöre zu erlangen, und bis heute zu erhalten, was sicher auch mit dem ersten Chorleiter Hugo  Alfvén mit zusammenhing. Allerdings sollte es elf Jahre dauern bevor der Chor auch das erste eigene Konzert gab und erst am 13. April 1870 sangen die Orphei Drängar dann erstmals den Frühling ein, eine Tradition, die noch heute in ganz Schweden weiterlebt. 1891 machten die Orphei Drängar dann ihre erste Tournee in Schweden, ein Jahr später besuchten sie auch Kopenhagen und Hamburg und 1907 wurde in London erstmals ein Konzert des Männerchors aufgenommen und zur Platte gepresst.

Als die Orphei Drängar 1962 erstmals ihre Konzerte Capricerna gaben, war dies der Auftakt für eine lange Tradition in Uppsala, denn jedes Jahr am Wochenende um den Zweiten Advent sind die fünf Capricerna der Sänger, die in der Aula der Universität Uppsala gegeben werden, bis auf den letzten Platz ausverkauft. Die Orphei Drängar zeichnen sich aber auch dadurch aus, dass sie sich auf einer Bühne in einem stillgelegten Eisenwerk ebenso wohl fühlen wie der Royal Albert Hall in London oder der Symphony Hall in Osaka. Bei ihren Konzerten, die von nationalromantischen Liedern bis zum Riverdance und Jazz gehen, treten auch die bedeutendsten Sänger und Sängerinnen Schwedens als Gäste auf. Unter den Gästen findet man, unter vielen anderen, auch Anne Sophie von Otter, Peter Mattei oder auch Malena Ernman.


30. Oktober 1611: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
30. Oktober 1785: Gustaf Philip Creutz, vom Dichter zum Diplomat Schwedens
30. Oktober 1807: Handelsmann Johanna aus Ödeshög
30. Oktober 1860: Der Weg zur Religionsfreiheit in Schweden
30. Oktober 1921: Der schwedische Künstler Karl Axel Pehrson
30. Oktober 1982: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
30. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 15. März 2016

Die schwedische Sängerin Veronica Maggio

Veronica Maggio kam am 15. März 1981 mit einer schwedischen Mutter und einem italienischen Vater in Uppsala zur Welt, was ihr eine etwas ungewöhnliche Kindheit und Karriere bescherte, denn als Maggio zehn Jahre alt war, zog die Familie in die Toscana und die späteres Sängerin musste von einer schwedischen Schule in eine italienische wechseln. Dort schloss sich Maggio auch unmittelbar der lokalen Musik- und Tanzgruppe an und hatte in diesem Zusammenhang auch ihre ersten öffentlichen Auftritte.

Die Folgejahre sollten für die Sängerin nicht weniger chaotisch werden, denn ein Jahr später kehrten Mutter und Tochter zurück nach Schweden und Veronica Maggio folgte in der Schule der Musiklinie. Nach einem Zwischenaufenthalt in Österreich und ihrer folgenden Hochschulreife zog die Sängerin nach Norwegen, um jedoch bald darauf ihren Wohnort nach Göteborg zu verlegen. Als ihr Musikprojekt in der westschwedischen Stadt scheiterte, ging Maggio nach Stockholm um ein Journalistikstudium zu beginnen, das sie jedoch nie abschloss. Nach wie vor beschäftigte sich Maggio mit Musik, und als Stefan Gräslund sie auf einem Demoband hörte, nahm er mit Universial Music Kontakt auf und die Sängerin erhielt einen Vertrag. Im Jahre 2006 erschien dann ihre erste Single Dumpa mig.

Der unmittelbare Erfolg der Single brachte Veronica Maggio eine Vertragsverlängerung und noch Ende des gleichen Jahres erschien ihr erstes Album Vatten och bröd, das der Sängerin nur ein Jahr später einen Grammis in der Kategorie Newcomer des Jahres brachte. Ab dieser Zeit war der Erfolg der Sängerin, die ihre Texte meist selbst schreibt, nicht mehr aufzuhalten und mit Måndagsbarn aus ihrem zweiten Album kam auch der internationale Erfolg. Bereits mit ihrem vierten Album brachten die Verkaufsziffern Maggio Platinscheiben ein, was sich allerdings auch dadurch auszeichnet dass ihre Konzerte regelmäßig ausverkauft sind.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 12. März 2016

Das Musik- und Theatermuseum in Stockholm

Am 12. März 1899 wurde in Stockholm ein Musikhistorisches Museum in Form einer Stiftung gegründet, auch wenn es dann zwei Jahre dauern sollte bis das Museum auch für die Öffentlichkeit zugänglich war. Bis zu den 30er Jahren war die Aktivität des Museums relativ eingeschränkt, aber dank mehrerer Spenden und einem Zuschuss des Staates konnten die Sammlungen bald wachsen und, ebenfalls in den 30er Jahren wurde das Museum dann auch mit dem Konservatorium verknüpft.

Im Laufe der Jahre wuchs der Einfluss des Staates, aber auch seine Unterstützung, bis das Musikhistorisches Museum dann im Jahre 1981 ganz die Form einer Stiftung verließ und sich in ein staatliches Museum der schwedischen Hauptstadt verwandelte. Diese Veränderung führte 2010 auch dazu dass das Museum nun auch für die Sammlungen der schwedischen Volksmusik verantwortlich wurde und gleichzeitig das Marionettenmuseum und das Theatermuseum einverleibt bekam. Aus dem ursprünglich Musikhistorischen Museum wurde dadurch das Musik- und Theatermuseum.

Bereits im März 2014 schloss dann jedoch das Museum für Umbauten und auch um inhaltliche Veränderungen zu ermöglichen. Im Laufe des Jahres 2016 wird jedoch im gleichen Gebäude ein neues Museum öffnen das den Namen Museum für Bühnenkunst tragen wird. Aber auch wenn der Name Museum beibehalten wird, so werden dort auch weiterhin vor allem Veranstaltungen, Konzerte, pädagogische Aktivitäten und Workshops zu den entsprechenden Themen angeboten. Das Museum befindet sich im ältesten noch erhaltenen Industriegebäude Stockholms, direkt neben dem Dramaten.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
12. März 1995: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. September 2015

Die Entwicklung des Stadttheaters in Malmö

Bereits 1931 wurde in Malmö der Verein Föreningen Malmö Stadsteater gegründet um darauf zuzuarbeiten, dass die Stadt eine regelmäßige Theateraktivität bieten kann. Die Zeit war indes schlecht gewählt, da die Krise vor dem Zweiten Weltkrieg kaum große Investitionen ermöglichte. Dies war dann auch der Grund dafür, warum die drei mit dem Bau beauftragten Architekten das Gebäude erst 1944 fertigstellen konnten, in einer Zeit, als ganz Europa unter dem Zweiten Weltkrieg zu leiden hatte. Am 23. September 1944 wurde das Stadttheater in Mälmö dann jedoch mit William Shakespeares „Ein Mittsommernachtstraum“ auf der großen Bühne und mit Vilhelm Mobergs Mans kvinna auf der kleineren Bühne eröffnet.

Zu Beginn war das Stadttheater in Malmö (Malmö Stadsteater) ein Raum, der neben Theaterstücken auch für Opern, Konzerte und Tanzveranstaltungen benutzt wurde, wobei das Orchester des Theaters auch gleichzeitig als Symphonieorchester eingesetzt wurde. Da das Gebäude natürlich mehr für ein moderneres Theater gedacht war, wurde 1985 erst die Konzertaktivität in das neu gebaute Konzerthaus ausgelagert und 1994 erhielt auch die Oper ein eigens Gebäude, so dass das Stadttheater ab diesem Zeitpunkt zu einer für Theater übliche Tätigkeit überging.

Die Glanzzeit für das Stadttheaters in Malmö kam allerdings bereits in den 50er Jahren, als Ingmar Bergman dort als Regisseur und künstlerischer Direktor des dramatischen Ensembles zu arbeiten begann. Es ist auch Bergmann zu verdanken, dass das Stadsteater international bekannt wurde, denn der Regisseur wählte seine Schauspieler sehr gezielt aus und es gelang ihm mit einigen seiner bedeutendsten Aufführungen zu Gastspielen in Paris und London eingeladen zu werden. Als dann ab den 60er Jahren vor allem die Operette die Theaterbühne Europas einnahm, gelang es dem Stadttheater erneut eine Führungsstelle in Schweden einzunehmen und Malmö wurde sogar als die Stadt der Operette bezeichnet. Mit der Aufspaltung der verschiedenen Aktivitäten, gefolgt von finanziellen Schwierigkeiten, sollte das Malmö Stadsteatern jedoch dann erst wieder ab 2008 den Weg nach oben machen, allerdings ohne bisher wieder den einstigen Ruf zu erringen, da es sich bei den bedeutendsten Aufführungen im Haus nun um Gastspiele handelt.


23. September 1535: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden
23. September 1835: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
23. September 1885: Kristina Nilssons Gesang verursacht 20 Tote in Stockholm
23. September 1906: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
23. September 1934: Per Olov Enquist und die interpretierte Wirklichkeit im Roman
23. September 1943: Ernst Trygger wird Ministerpräsident Schwedens
23. September 1944: Die Entwicklung des Stadttheaters in Malmö
23. September 1963: Tystnaden, das Schweigen, von Ingmar Bergman

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. September 2015

Die Königlich Schwedische Musikakademie

Die Königlich Schwedische Musikakademie (Kungliga Musikaliska Akademien) wurde am 8. September 1771 auf Initiative der Mitglieder der schwedischen Ordensgemeinschaft Utile Dulci gegründet und sollte in erster Linie zum musizieren und komponieren anregen. In diesem Zusammenhang bot die Musikakademie auch eine musikalische Ausbildung und veranstaltete Konzerte. Die Ausbildungen endeten, nach mehreren Unterbrechungen, endgültig 1971, als das Konservatorium sich von der Akademie abspaltete. Nur zehn Jahre später ging auch die gesamte Sammlung der Musikinstrumente der Akademie in ein eigenes staatliches Museum über, das in diesem Zusammenhang auch sämtliche Konzertaktivitäten übernahm.

Als Gustav III. die Königliche Schwedische Musikakademie einrichtete, hielt er fest, dass nur diejenigen Personen Mitglied der Akademie werden konnten, die entweder bedeutende Leistungen in der Komposition oder der Dichtkunst aufwiesen, die zum Vertonen geeignet war, aber es sollten auch jene Personen aufgenommen werden können die sich durch ihren Gesang oder die besondere Schicklichkeit auf einem Instrument auszeichneten. Diese Regelung und die Zusammensetzung der Kungliga Musikaliska Akademien wurden immer wieder geändert, letztmals im Jahre 2000, als die Menge der Mitglieder stark erweitert wurde. Heute darf die Akademie aus 100 schwedischen und 70 ausländischen Mitgliedern bestehen, sowie höchstens acht Ehrenmitglieder ernennen, wobei Mitglieder, die 70 Jahre überschritten haben, hierbei nicht mehr gerechnet werden.

Die Musikakademie befand sich ursprünglich im Kirsteinska huset in Stockholm, das jedoch 1951 abgerissen wurde um dem Hotel Continenal Platz zu machen. Später fand man die Musikakademie dann im sogenannten Gamla Ackis, dem nachgesagt wird den schönsten Konzertsaal Schwedens zu besitzen und, nachdem das Königshaus die Möbel des Utrikesministerhotellet zum königlichen Schloss Haga gebracht hatte, zog die  Kungliga Musikaliska Akademien dort ein, wo sie noch heute im zweiten Stock ihren Sitz hat, in einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus dem 17. Jahrhundert.


8. September 801: Sankt Ansgar im schwedischen Birka
8. September 1622: Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs
8. September 1790: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
8. September 1841: Carl Snoilsky und die kulturelle Revolution Schwedens
8. September 1870: Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn
8. September 1930: Mads Edvin Rydman, Poet und Filmschauspieler
8. September 1953: Der Bau der ersten Autobahn Schwedens
8. September 1960: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
8. September 1962: Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn
8. September 1966: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom
8. September 1994: Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 27. Oktober 2014

Die schwedische Nationalarena Friends Arena

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts war der Fußballwelt Schwedens klar geworden, dass die im Jahre 1937 eingeweihte Nationalarena Råsunda endgültig ausgedient hatte und entweder vollkommen umgebaut werden musste, oder aber eine neue Fußballarena entstehen musste. Nach dem Kostenvoranschlag zur Aufrüstung von Råsunda gab es jedoch nur noch die Lösung eine neue Arena zu bauen, die allen modernen und zukünftigen Ansprüchen gerecht wird. Man wurde in Solna fündig, denn dort sollte ohnehin ein neuer Stadtteil entstehen und Stockholm war nahe genug um die Arena füllen zu können.

Am 7. Dezember 2009 wurde bereits der erste Spatenstich für die neue Arena geschaffen, die nur wenige Monate vor der Einweihung am 27. Oktober 2012 den Namen Friends Arena erhielt und eine Stadion der sogenannten fünften Generation darstellt, denn hier dürfen jede Art von Fußballspielen ausgetragen werden, da alle technischen Bedingungen von FIFA und UEFA erfüllt werden. Das Stadion, das auch für Musikveranstaltungen der größten Ordnung geeignet ist, ist vollständig erwärmt, auch wenn das Dach im Sommer geöffnet werden kann - und bei bedeutenden Spielen finden 50.000 Zuschauer einen Sitzplatz. Die Kosten für die Friends Arena waren ursprünglich auf 1,9 Milliarden Kronen berechnet worden, aber die Endziffer lag dann bei 2,8 Milliarden Kronen, was bedeutete, dass die Arena vermutlich nie rentabel werden kann, trotz zahlreicher Sponsoren.

Der Plan Solnas war natürlich nicht nur eine Fußballarena in die Landschaft zu stellen,sondern dort einen eigenen Stadtteil entstehen zu lassen. Den Anfang machten ein Hotel, Wohnhäuser, Bürogebäude und im Jahre 2015 wird auch ein gigantisches Einkaufszentrum eröffnet, der Mall of Scandinavia, mit 250 Geschäften auf drei Etagen. Gegen 2020 wird um die Arena, die seit ihrer Einweihung nur Verluste einfuhr, eine Stadt innerhalb der Stadt entstanden sein, auch wenn die Umgebung bisher nicht an das U-Bahnnetz angeschlossen ist und daher auf unökologischen Autoverkehr hoffen muss da Linienbusse während der Veranstaltungen die Menschenmenge nicht transportieren können. Bruce Springsteen zog immerhin das Maximum von 65.000 Besuchern an, Stehplätze eingerechnet, und die absolute Grenze der zulässigen Besuchermenge war erreicht.


27. Oktober 1844: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises
27. Oktober 1857: Ernst Trygger wird Ministerpräsident Schwedens
27. Oktober 1885: Die schwedische Künstlerin Sigrid Hjertén
27. Oktober 1964: Dawit Isaak, zehn Jahre Gefangenschaft eines Journalisten
27. Oktober 1967: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
27. Oktober 1981: Der schwedische Sänger Salem Al Fakir 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 7. Februar 2014

Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent

Wilhelm Stenhammar wurde am 7. Februar 1871 in Stockholm geboren und begann seine musikalische Karriere als Pianist, wobei er in dieser Eigenschaft mehrere Jahre lang mit dem Violinisten Tor Aulin auf Tournee war. Da Stenhammar, nach einer Grundausbildung in Stockholm, vor allem in Berlin Musik studierte, war er sehr stark von Richard Wagner und Anton Bruckner beeindruckt, was man bei seiner ersten Symphonie noch sehr deutlich spür, einem Werk, das er nach der Uraufführung in Schweden jedoch als zu unpersönlich betrachtete und zurückzog.

Vor allem unter dem Einfluss seines Freundes Jean Sibelius fand Wilhelm Stenhammar dann bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts den nordischen Stil, der eine starke Passion und die überwältigende Natur des Nordens ausdrückt. Stenhammar konnte mit dieser „neuen“ Musik seine Gefühle in Töne verwandeln. Seine zweite Symphonie überzeugte dann auch das nordische Publikum, da er hier die deutsche kraftvolle Musik gegen die nordische Wehmut eingetauscht hatte ohne jedoch in die Romantik zu verfallen.

Wilhelm Stenhammar komponierte neben seinen Symphonien auch einige andere bedeutende Werke, war jedoch von 1907 bis 1922 vor allem als Chefdirigent der Göteborger Symphoniker aktiv, mit einer Neigung zu Werken von Jean Sibelius und Carl Nielsen, wobei die Symphoniker Göteborgs bis heute immer wieder Sibelius im Programm haben. In Erinnerung an den großen Dirigenten und Komponisten wurde im Konzerthaus in Göteborg einer der kleineren Säle zum Stenhammarsalen getauft. Wilhelm Stenhammar starb am 20. November 1927 im Alter von 43 Jahren in Jonsered im Västergötland.


7. Februar 1795: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
7. Februar 1809: Charles Emil Hagdahl und die moderne Küche Schwedens 
7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König 
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 
7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. November 2013

Die schwedische Opernsängerin Malena Ernman

Malena Ernman wurde am 4. November 1970 unter dem Namen Sara Magdalena Ernman geboren und gilt wegen ihrem enormen Stimmumfang als eine der bedeutendsten Opernsängerinnen Schwedens, auch wenn ihr enormer internationaler Durchbruch erst nach ihrer Teilnahme am Eurovision Song Contest, einem Pop-Ereignis, stattfand, als sie mit ihrem Song La Voix Oper und Pop vermischte und damit bei der schwedischen Vorausscheidung alle Konkurrenten hinter ich ließ. Durch einen 21. Platz bei der Endausscheidung konnte die Sängerin allerdings das internationale Publikum und die Jury nicht überzeugen konnte.

Ihre Ausbildung zur Opernsängerin (Mezzosopran) erhielt Malena Ernman in der Königlichen Musikhochschule in Stockholm, dem Konservatorium im französischen Orléans und der Opernhochschule in Stockholm. Der Durchbruch kam für Malena Ernman im Jahre 1999, als sie mit Aggrippina von Händel in Brüssel und Paris auf der Bühne stand. Diesem Auftritt folgten Festivals in Nancy und Salzburg, mehrere Engagement an der Staatsoper in Berlin, aber auch in Wien, Paris und Amsterdam, mit dem Ergebnis, dass sie an der Stockholmer Oper seither nahezu nur noch Gast ist.

Neben ihren Auftritten an den Opernhäusern Europas gibt Malena Ernman seit 1999 auch sehr häufig Konzerte zwischen Tokyo, Rom, Paris und Los Angeles, die alle vor ausverkauften Bühnen stattfinden. Einer der bekanntesten Auftritte als Konzertsängerin geht auf den 18. Juni 2010 zurück, als sie Min plats på jorden für Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel am Hochzeitskonzert vortrug. Malena Ernman, die in den letzten Jahren auch häufiger Gast im schwedischen Fernsehen war, gehört dem Aufsichtsrat der Folkoperan an, ist seit 2011 schwedische Hofsängerin und seit 2006 Mitglied der Kungliga Musikaliska Akademien.


4. November 1842: Olof Arborelius und die Landschaft Dalarnas 
4. November 1954: Stig Dagerman, der depressive Schriftsteller Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. Oktober 2013

Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman

Johan Helmich Roman wurde am 26. Oktober 1694 als Sohn eines Hofkapellmeisters in Stockholm geboren und wurde bereits in den jüngsten Jahren an die Musik geführt, denn im Alter von sieben Jahren trat er bereits als Violinist am königlichen Hof auf und mit 15 wurde er in das königliche Hoforchester aufgenommen. Seinen musikalischen Können verdankte er dann, dass er 1716 die Genehmigung zu einer Studienreise nach London erhielt wo ihn Georg Friedrich Händel in das Orchester der Oper aufnahm. In England erwarb Roman auch seine Kenntnisse, die ihn später als Komponisten bekannt machen sollten.

Im Jahre 1721 wurde Johan Helmich Roman dann zurück nach Schweden gerufen um nach dem Tod seines Vaters Vicehofkapllmeister des Hoforchesters zu werden. Die nachweislich älteste Komposition Romans, Festa musicale, geht auf das Jahr 1725 zurück, wobei die meisten seiner Hauptwerke jedoch erst nach 1745 entstand, als er sich wegen einem Zungenkrebs beruflich zurückgezogen hatte, ausgenommen sein vermutlich bekanntestes Werke, die Drottningsholmsmusiken, die er zur Hochzeit von Adolf Fredrik und Lovisa Ulrika komponiert hatte.

Johan Helmich Roman, der oft als der Begründer der klassischen Musik Schwedens bezeichnet wird, zeichnet sich sowohl durch die Qualität als auch die Quantität seiner Kompositionen aus und komponierte jede Art von Musik, vor der Oper abgesehen. Dennoch wäre der größte Komponist Schwedens heute vergessen, wenn er nicht von den Organisten der Oscarskyrkan und der Hedvig Eleonoras Kyrkan in Stockholm neu entdeckt worden wäre, da die klassische europäische Musik schwedische Künstler als nebensächlich betrachtete. Johan Helmich Roman schuf jedoch nicht nur schwedische Musik, sondern übersetze auch zahlreiche musikwissenschaftliche Werke jener Zeit und führte die Werke von Händel, Giovanni Battista Pergolesi und anderen Komponisten der Zeit in Schweden auf.


26. Oktober 1900: Karin Boye und ihre melancholische Dichtkunst 
26. Oktober 1942: Cecilia Torudd und der treffende Cartoon

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. Februar 2013

Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger

Jussi Björling wurde am 2. Februar 1911 in Borlänge in Dalarna geboren, ein Opern- und Konzertsänger, dem der Gesang geradezu in die Wiege gelegt wurde, denn sowohl der Vater David Björling als auch seine beiden Brüder Olle und Gösta waren Sänger, wobei die Geschwister ihre anfängliche Gesangsausbildung vom Vater bekommen hatten, der mit ihnen auch das Björlingquartett gründete, das nicht nur in Skandinavien, sondern auch in Amerika auf Tournee ging.

Als der Vater starb, war die Karriere des jungen Jussi Björling erst einmal zu Ende, was sich jedoch bald darauf als Glück erweisen sollte, denn am 21. August 1928 durfte der Jugendliche an der Königlichen Oper in Stockholm vor dem dortigen Chef John Forsell seine Gesangskünste beweisen. Die Stimme überzeugte unmittelbar und Jussi wurde im Konservatorium in Stockholm zugelassen und erhielt die zur damaligen Zeit besten Gesangslehrer Schwedens als Ausbilder.

Den ersten Auftritt als Opernsänger hatte Jussi Björling dann am 21. Juli 1930 im Königlichen Theater. Nur einen Monat später bekam er bereits die Hauptrolle als Don Ottavio in Mozarts Don Juan und bereits im Folgejahr kam sein absoluten Durchbruch als einer der besten Opernsänger weltweit. Ab 1938 war die Metropolitan in New York die „Heimatbühne“ Jussi Björlings, unterbrochen von 128 Gastspielen in Schweden. Die Karriere war jedoch nach einem Herzinfarkt am 15. März 1960 sehr plötzlich zu Ende, denn von dieser Attacke sollte sich der Künstler nicht mehr erholen.


2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. April 2011

Håkan Hellström, Musik aus Schweden

Am 2. April 1974 wurde der schwedische Musiker Håkan Hellström in Västra Frölunda, Göteborg, geboren. Bereits während seiner Schulzeit spielte er in mehreren Bands, wobei er vom Schlagzeug zur Bassgitarre und schließlich zur zur Akustikgitarre kam, bis er sich zu einem der beliebtesten Sänger und Songschreiber Schwedens entwickelte.

Håkan Hellström, der diesen Sommer zahlreiche Konzerte in Schweden, Dänemark und Norwegen gibt, wurde im Jahr 2000 mit seinem „Känn ingen sorg för mig Göteborg“ bekannt und zieht heute überall in Schweden ein vor allem junges Publikum an, das während der Vorstellungen mehrere seiner Songs mitsingt. Bisweilen benötigt Håkan Hellström zahlreiche Sicherheitswachen bei seinen Konzerten, da sonst die Bühne gestürmt würde.

Auch wenn Håkan Hellström für seine musikalischen Fähigkeiten und seine Texte bereits zahlreiche Preise erhielt und Ehrenbürger Göteborgs wurde, so taucht immer wieder die Kritik auf, dass er sich bei einigen seiner Texte zu sehr bei seinen Vorbildern Morrissey und Bob Dylan inspirieren lässt. Die Atmosphäre während eines Håkan Hellström Konzerts kann man bei seinem Auftritt in Stockholm am 8. September 2007 sehr gut erfühlen.

2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1957: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg

Copyright: Herbert Kårlin