Freitag, 14. Februar 2014

Carl Eneas Sjöstrand und das finnische Kalevala

Als Carl Eneas Sjöstrand am 14. Februar 1905 in Stockholm starb, so war der schwedische Künstler zwar im ganzen Land bekannt, aber die Mehrheit seiner Kunstwerke schuf er in Finnland, dem Land, das ihn nahezu als Nationalskulpteur betrachtet zumal er auch viele Jahre in Finnland verbracht hatte und, unter anderem, die Nationalhelden Johan Ludvig Runeberg und Elias Lönnrot in Stein geschlagen hat, Personen, die die Entstehung des heutigen Finnland symbolisieren.

Carl Eneas Sjöstrand studierte von 1848 bis 1855 an der Stockholmer Kunstakademie und setzte seine Studien anschließend beim Bildhauer Vilhelm Bissen und dem Kunsthistoriker Niels Laurits Høyen in Kopenhagen fort. Bevor der Künstler dann ein Jahr später nach Schweden zurückkehrte, schuf er das Fries Wäinämöinens Gesang aus dem finnischen Epos Kalevala, das in Finnland unmittelbar als Meisterwerk betrachtet wurde und dazu führte, dass Fredrik Cygnæus den Künstler nur ein Jahr später nach Finnland einlud um dort ein Monument mit Porthan zu schaffen, einer Person aus dem einleitenden Teil der Kalevala.

Bevor Carl Eneas Sjöstrand jedoch der Einladung von Cygnæus Folge leistete, besuchte er noch zwei Jahre lang die Kunstakademie in München, verbrachte weitere zwei Jahre in Rom und arbeitete erneut zwei Jahre in Stockholm. Im Jahre 1863 zog Sjöstrand dann jedoch mit seiner Frau Selma Herminia von Stahl nach Finnland um erst in Åbo (Turku) die Statue von Porthan zu vollenden und in Helsingfors (Helsinki) eine Kunstschule zu gründen. Seine Leistungen für die finnische Kunstgeschichte führte auch dazu, dass Sjöstrand noch heute als der Begründer der finnischen Bildhauerkunst gilt. Sjöströms Büste des finnischen Nationaldichters Johan Ludvig Runeberg kann man im Kunstmuseum in Göteborg betrachten.


14. Februar 1844: Der schwedische Ministerpräsident Robert Themptander
14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
14. Februar 1944: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall 
14. Februar 1960: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen 
14. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 13. Februar 2014

Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

Als Tore Fredrik Wretman am 13. Februar 2003 in Stockholm starb, galt er als der Erneuerer der schwedischen Küche, der nicht nur den Smörgåsbordet und die Hausmannskost wieder in die schwedischen Restaurants gebracht hatte, sondern durch seine Radio- und Fernsehsendungen auch die gesamte schwedische Kochkunst erneuert hatte und in jedes Heim des Landes geführt hatte. Als einer der Gründer der gastronomischen Akademie ist sein Name auch heute noch sehr eng mit der schwedischen gehobenen Küche verbunden.

Tore Fredrik Wretman, der zum Ehrendoktor ernannt wurde und die Professorenwürde verliehen bekam, hatte seine gastronomische Karriere im Jahre 1932 begonnen, als er als Sechzehnjähriger im Hotel Continental in Stockholm zu arbeiten begann, allerdings bereits ein Jahr später zum legendären Maxim in Paris wechselte. Fünf Jahre lang machte sich Wretman dort mit der französischen Küche vertraut bevor er nach Schweden zurückkehrte um dort für Sara Reuterskiöld zu arbeiten. Seine Arbeit im Restaurant Regnbågen dauerte jedoch nur sehr kurze Zeit, da der Kuchenchef zum Wehrdienst einberufen wurde.

Nach Abschluss des Wehrdienstes ging Tore Fredrik Wretman dann in die USA um die dortige Kochkunst zu entdecken. Als er 1941 mit einem finnischen Schiff nach Skandinavien zurückkehren wollte wurde jedoch dieses vor Island von den Briten nach London umgeleitet wo Wretman dann bis 1943 im Savoy an der Rezeption arbeitete. Erst zwei Jahre später konnte Wretman dann wieder schwedischen Boden betreten. In Stockholm arbeitete der Küchenchef dann zwei Jahre lang im Operakällaren bevor er sein eigenes Restaurant eröffnete, dem einige weitere folgten bis er 1955 den Operakällaren übernehmen konnte und damit das führende Restaurant Schwedens besass. Dort verwandelte er, durch Einführung anderer Rohwaren, Anwendung von Gewürzen und der Einführung von damals exotischen Früchten, die schwedische Hausmannskost zu dem was man heute im gehobenen Niveau davon erwartet.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
13. Februar 1995: Metro, eine kostenlose Tageszeitung wird gegründet

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Februar 2014

Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Sophie Zelmani wurde am 12. Februar 1972 als Sophie Edkvist in Stockholm geboren und nahm für ihre musikalische Karriere den Mädchennamen ihrer Mutter an. Zur Musik kam Zelmani im Jahre 1986, als ihr Vater starb und ihre damalige Welt zusammenbrach. Nach dem Tod schrieb die Sängerin ihr erstes Lied um das Geschehen zu überwinden. Da die Musik eine positive Wirkung auf sie hatte, blieb Sophie Zelmani bei der Musik und nachdem ihr ihr Stiefvater auch das Gitarre spielen beigebracht hatte, stand dem Erfolg kaum noch etwas im Weg.

Allerdings sollte es noch neun Jahre dauern bis Sophie Zelmani ihre erste Single Always You veröffentlichte, die unmittelbar ein Erfolg wurde und der Weg zu einer internationalen Karriere öffnete. Dass Zelmani tatsächlich Sängerin wurde, war jedoch zum Teil einem Zufall zu verdanken, denn nachdem sie die Schule abgeschlossen hatte, begann sie erst als Mädchen für Alles in einem Musikstudio zu arbeiten, was ihr die Möglichkeit gab einige Demobänder aufzunehmen, die sie anschließend an die verschiedensten Plattenfirmen schickte, bis schließlich Sony Music sich bei ihr meldete.

Sophie Zelmani gehört zu jenen schwedischen Sängerinnen, die allein mit ihrem Können überzeugen mussten, denn es gibt kaum einen Künstler, der so wenige Interviews gibt wie Zelmani und dabei noch fast jeden Journalisten zur Verzweiflung bringt, da sie auf Fragen in der Regel mit einem einzigen und dem kürzest möglichsten Satz antwortet. Noch heute kursiert das Gerücht, dass Sophie Zelmani, deren Musik von Bob Dylan und Leonard Cohen beeinflusst ist, während ihres ersten Fernsehinterviews nur zwei Worte geäußert habe. Sicher ist dies etwas übertrieben, aber es spiegelt die Zurückgezogenheit der Künstlerin.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Februar 2014

Hedvig Taube, die erste offizielle Maitresse Schwedens

Als Hedvig Taube am 11. Februar 1744 in Stockholm noch im Kindbett starb, ging sie als die erste offizielle Geliebte eines schwedischen Königs in die Geschichte ein und nicht als Königin, denn sie starb nur wenige Monate bevor Fredrik I. sie heiraten und damit auch die gemeinsamen Kinder anerkennen konnte, denn Königin Ulrika Eleonora war erst 1741 gestorben und eine Ehe mit Hedvig Taube musste erst noch von der Priesterschaft und dem Reichstag toleriert werden.

Dass Hedvig Taube 1730 als Maitresse an den schwedischen Hof kam, lag wiederum an ihrem hoch verschuldeten Vater, der seine Tochter gewissermaßen an Fredrik I. verkauft hatte, da er damit schuldenfrei wurde und er und seine andere Kinder gesellschaftlich aufstiegen. Auch wenn vom ersten Tag an allgemein bekannt war, dass Hedvig Taube die Geliebte des Königs war, so war sie zwischen 1730 und 1734 offiziell die Hofdame der Königin. Erst als sie 1734 vom König eigene Räume erhielt und Kinder aus der Verbindung hervorgingen, wurde das Verhältnis offiziell und das Verhältnis zwischen der Königin und der Geliebten verschlechterte sich zusehends.

Das Verhältnis von Hedvig Taube zum König war nicht zu beneiden, denn zu Beginn des offiziellen Verhältnisses wurde sie von der Gesellschaft nicht anerkannt. Politische Gruppen machten sich an sie heran um Fredrik I. zu beeinflussen und später forderten die Priester, dass Hedvig Taube aus Schweden ausgewiesen werde. Dies ging sogar so weit, dass die Maitresse des Königs im Jahre 1738 vom Reichstag aus Stockholm verbannt wurde, in der Hoffnung, dass sie nach Hessen zurückkehren werde. Die Hoffnung wurde nicht erfüllt, denn Taube zog nur bis vor die Tore der Hauptstadt und kehrte später wieder nach Stockholm zurück. Nach einem Gerücht starb Hedvig Taube allerdings keinen natürlichen Todes, sondern wurde von Wilhelm von Hessen vergiftet, der Angst davor hatte, dass bei einer eventuellen Ehe mit König Fredrik I. der finanzielle Zustrom zur hessischen Kasse versiegen würde.


11. Februar 1774: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
11. Februar 1795: Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden
11. Februar 1842: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
11. Februar 1874: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch 
11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
11. Februar 1958: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik 
11. Februar 1978: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord 
11. Februar 2007: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. Februar 2014

Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs

Am 10. Februar 1306 wurde Torgils Knutsson auf dem Pelarbacken in Stockholm der Kopf mit dem Schwert abgeschlagen, was einer Todesstrafe für Verbrecher gleichkam. Und wie ein Verbrecher, so sollte er auch nicht in geweihter Erde begraben werden. Allerdings wurden seine Gebeine aus unerklärten Gründen nur wenige Jahre später dann doch in die Riddarholmskyrkan gebracht und seine Ehre war damit wieder hergestellt.

Torgils Knutsson war bereits 1289 von Magnus Ladulås zum Ritter geschlagen worden und machte selbst für jene Zeit eine ungewöhnliche Karriere, da er als Vormund des späteren Königs Birger Magnusson eingesetzt wurde und diesen später mehrmals vertrat, also über lange Zeit hinweg sogar der Regent Schwedens war. Auch als Krieger zeichnete sich Torgils Knutsson aus, denn er eroberte Karelien, legte dort Viborg an und er drang mit seinem Heer selbst bis zur Mündung der Neva vor. Aber all dies konnte ihn später nicht von einem Todesurteil retten.

Im Grunde stolperte Torgils Knutsson über seine Hauptidee und den Gedanken, dass der Adel die Macht im Reich übernehmen müsse und nicht der König. Der Reichsmarschall Knutsson stärkte daher nicht nur Schweden und versuchte König Birger Magnusson zu steuern, sondern er überging diesen auch oft bei seinen Entscheidungen, was zwangsweise irgendwann zu Problemen führen musste. Am 6. Dezember 1305 war dann die Geduld des Königs zu Ende und er ließ Torgils Knutsson festnehmen. Im Einverständnis mit seinen Brüdern Erik und Valdemar wurde der damals zweite Mann des Reiches dann hingerichtet.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige 
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes 
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Februar 2014

Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg

Als Henrik Samuel Nyberg am 9. Februar 1974 in Uppsala starb, galt er weltweit als einer der bedeutendsten Orientalisten und Religionshistoriker unserer Zeit, der auch über viele Jahre hinweg Professor für semitische Sprachen an der Universität Uppsala war und Forschungsarbeiten über zahlreiche Religionen veröffentlicht hatte, wobei er sich dabei nicht nur auf die großen Religionen beschränkte, sondern auch in die Philosophie der Zoroaster und den Manierismus eintauchte.

Persönlich engagierte sich Henrik Samuel Nyberg aktiv in der Svenska Kyrkan und war ein gläubiger und praktizierender Christ, was ihn von sehr vielen anderen Religionsforschern Schwedens unterschied. Nyberg arbeitete in diesem Sinne auch an einem neuen Psalmenbuch und einer modernen Bibelübersetzungen, denn trotz seiner intensiven Kenntnisse orientalischer Religionen, zweifelte der Wissenschaftler nie am christlichen Gott. Während des Zweiten Weltkriegs zeigte Nyberg zusätzlich eine deutliche Haltung gegen nationalsozialistische Strömungen in Schweden und Deutschland.

Henrik Samuel Nyberg, der am 28. Dezember 1889 geboren worden war und 1948 in die Svenska Akademien aufgenommen wurde, zeichnete sich auch durch seine ausgedehnten Sprachkenntnisse aus, denn er beherrschte nicht weniger als 28 Sprachen, darunter Hebräisch, klassisches Arabisch, Persisch und Sanskrit. Als Nebenprodukt seiner Forschungsarbeiten verfasste Nyberg auch eine Hebräische Grammatik, die in Schweden noch heute verwendet wird und selbst ins Englische übersetzt wurde. Nyberg verwendete allerdings nie seine Vornamen, sondern zeichnete grundsätzlich nur als H. S. Nyberg.


9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof 
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens 
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 8. Februar 2014

Der schwedische Nationalsozialist Sven Olov Lindholm

Sven Olov Lindholm wurde am 8. Februar 1903 in Jönköping geboren und begann nach der Mittleren Reife eine militärische Karriere, die er 1933 als Sergeant beendete. Die Ordnung des Militärs und die Idee Schweden zu dienen und dem Land zu einer Weltmacht zu verhelfen, steuerten bereits sehr früh seine Gedanken. Als daher im Jahre 1927 die SFKO, Schwedens Faschistische Kampforganisation, gegründet wurde, war Lindholm einer der ersten Mitglieder.

Bis 1932 folgte Sven Olov Lindholm der Partei, die mehrmals den Namen wechselte und 1932 als Svenska Nationalsocialistiska Partiet (SNSP) von Birger Furugård geleitet wurde. 1932 entschied sich dann Lindholm, gemeinsam mit der jüngeren Garde der Partei, aus der SNSP auszutreten und nur ein Jahr später gründete er die NSAP, die nationalsozialistische Arbeiterpartei und führte diese in kürzester Zeit zur führenden nationalistischen Partei Schwedens, die vor allem in Göteborg eine starke Unterstützung fand.

Während Sven Olov Lindholm im Jahre 1938, als er die NSAP in SSS, schwedische sozialistische Vereinigung, umbenannte noch einen bedeutenden Zustrom hatte, nahm dieser im Laufe des Zweiten Weltkriegs mehr und mehr ab und war beim Ende des Krieges im Grunde nicht mehr existent, obwohl Lindholm die Partei erst 1950 auflöste. Auch die Ideologie Lindholms änderte sich im Laufe der Zeit, denn aus einem Bewunderer Hitlers  wurde in den 60er Jahren ein Kommunist, der gegen den amerikanischen Vietnamkrieg demonstrierte.


8. Februar 1782: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
8. Februar 1878: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Pilzfachmann 
8. Februar 1911: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung
8. Februar 1914: Die Sozialdemokraten antworten auf die Provokation des Königs
8. Februar 1966: Wille Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden 
8. Februar 1969: Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg

Copyright: Herbert Kårlin