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Mittwoch, 6. März 2019

Britt Wadner, die Pionierin der Piratsender

Britt Wadner kam am 16. Januar 1915 in einer Militärfamilie in Stockholm zur Welt, wobei die Mutter, Tyra Wadner, als Gründerin des Lottarörelsen (Lottabewegung) bekannt wurde. Britt Wadner erhielt eine sehr  gute Schulbildung und, als die Familie nach Växjö umzog, hatte sie nur den Wunsch zurück nach Stockholm zu kommen. Mit 17 erhielt Wadner dann eine Anstellung bei der Post in der schwedischen Hauptstadt und, nachdem sie einen Modellwettbewerb gewonnen hatte, kamen kleinere Filmrollen, vor allem in Reklamefilmen. Auf diese Weise lernte sie ihren ersten Mann kennen, einen Reklamefilmproduzenten, und die Karriere ging über in die Rolle einer Hausfrau.

Nachdem Britt Wadner den Geschäftsmann Tage Enhörning getroffen hatte, kam es zur Scheidung, einem Umzug nach Båstad und dem Kauf einer Villa. Nach einer weiteren Scheidung ließ Wadner die Villa in Båstad in ein exklusives Restaurant umbauen, was jedoch nach wenigen Jahren mit einem Verkauf und Schulden endete. Wadner nahm mehrere Jobs an und begann 1959 als Annoncenverkäuferin bei Radio Mercur, die vom Boot Cheeta aus sendeten. 1960 wurde Wadner Mitbesitzer der abgekoppelten Radiostation  Skånes Radio Mercur, übernahm ein Jahr später die Aktienmehrheit und letztendlich kaufte sie das Schiff Cheeta und gründete am 6. März 1962 den ersten Piratensender Schwedens, der vom internationalen Gewässer im Öresund aus Schweden bestrahlte.

Noch im gleichen Jahr änderte die schwedische Regierung das Gesetz und verbot damit schwedischen Bürgern private Rundfunkgesellschaften zu besitzen, aber auch von internationalem Gewässer aus dem Staatsfunk Sveriges Radio Konkurrenz zu machen, was Britt Wadner wenig interessierte, allerdings auch dazu führte, dass sie mehrmals wegen Gesetzesbruch verurteilt wurde, beim dritten Mal zu drei Monaten Gefängnis. Dies führte lediglich dazu, dass Wadner ein Symbol der Jugendbewegung wurde und 1965 auch Konzerte, unter anderem mit den Rolling Stones, veranstaltete. Im gleichen Jahr begann Wadner auch Fernsehsendung von der Cheeta aus zu planen, aber das schlechte Wetter verhinderte den Beginn und neue Gesetze machten ihre Pläne dann zunichte. 1966 wanderte Britt Wadner, die am 13. März 1987 in Båstad starb, nach Gambia aus um dort eine legale, private Rundfunkgesellschaft zu grünen und ein Ferienhotel aufzubauen.


6. März 1808: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. März 1823: Gustaf Ljunggren und die klassische Literatur Schwedens
6. März 1850: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung
6. März 1850: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort
6. März 1888: Der Schauspieler und Theaterdirektor Gösta Cederlund
6. März 1909: Die schwedische Künstlerin Ebba Hedqvist
6. März 1935: Der Komiker und Schauspieler Fridolf Rhudin
6. März 1943: Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste
6. März 1988: Die schwedische Sängerin Agnes Carlsson 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. April 2017

Die Saluhallen (Markthalle) in Lund

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Lund keine Markthalle, so dass man Fleisch, Fisch, Gemüse und anderes mehr auf dem Stortorget kaufen musste, wo die Händler ihre Waren an verschiedenen Marktständen anboten. Da man von anderen Städten, die mittlerweile Markthallen hatten, erfahren hatte, dass die Hygiene sich dort verbessert hatte, entschied man sich auch in Lund eine Saluhall (Markthalle) zu bauen, die dann am 21. April 1909 eingeweiht wurde, allerdings noch weitaus anders aussah als die heutige Markthalle.

Wie die meisten Markthallen Schwedens, so bekam auch in Lund die Mechanische Werkstatt den Auftrag die Saluhallen zu bauen, die daher auf einer Eisenstruktur erbaut wurde, eine Methode, die Schweden eins aus Frankreich übernommen hatte. Diese erste Halle bestand aus einer zentralen Haupthalle und zwei kleineren Hallen in denen man Fisch, beziehungsweise Käse kaufen konnte. Die erste Revolution fand dann im Jahr 1922 statt, als die Markthalle in Lund ihren ersten Kühlraum erhielt, die Ware daher länger frisch blieb und, zum Beisiel Fisch, nicht mehr der Wärme ausgesetzt war. Diese Markthalle existierte nahezu unverändert bis zu den 50er Jahren, als deutlich wurde, dass eine Renovierung unumgänglich war. Das Lebensmittelamt zeigte sich mit den Renovierungen, die 1956 abgeschlossen waren, wenig zufrieden und verlangte daher zehn Jahre später eine Modernisierung.

Diese Entscheidung führte allerdings dazu, dass die Zukunft der Markthalle in Frage gestellt wurden, da nun die verschiedensten Ideen auftauchten, die nahezu alle dazu geführt hätten, dass statt der Markthalle ein Einkaufszentrum gebaut wird. Im Jahr 1974 kam man jedoch überein die Markthalle zu erhalten und lediglich völlig zu renovieren. Die erste Renovierung war ein Jahr später abgeschlossen, 1984 baute man die Halle dann aus um mehr Essen servieren zu können und 2009 bekam die Saluhallen in Lund dann ihr heutiges Aussehen und erhielt einen Restaurantteil mit einer Glasfront, was auch den Fortbestand der Markthalle garantiert.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. April 2016

Der Operakällaren in Stockholm

Im Grunde geht der Operakällaren im zentralen Stockholm bis zum Jahr 1787 zurück, als Gustav III. seine Oper baute, denn in der Oper wurde auch ein Restaurant geöffnet in dem vor allem Schauspieler, Künstler, Schriftsteller und auch Politiker verkehrten. Restaurant war für diese Einrichtungwährend der ersten Jahre jedoch das falsche Wort, denn es gab nur wenige Tische und sehr einfaches Essen, denn man ging in den Operakällaren um zu trinken. Erst ab 1870 entwickelte sich der Operakällaren zu einem Edelrestaurant. Ende des 19. Jahrhunderts war dann jedoch deutlich, dass die Oper für moderne Aufführungen zu klein war, also wurde sie abgerissen und der Operakällaren verschwand ebenfalls.

Mit der neuen Oper in Stockholm kehrte auch der Operakällaren zurück, der am 4. April 1895 eingeweiht wurde. Die Einweihung war mit einem Skandal verbunden, denn der Künstler Oscar Björk hatte den exklusiven Speisesaal mit zahlreichen nackten badenden Frauen verziert, was die Puritaner Stockholms zum Protest rief. Auch August Strindberg und Viktor Rydberg, die die Malerei verteidigten, konnten die Entscheidung des Königs Oscar III. nicht ändern und der Künstler musste, gemäß des Königs, etwas „Schilf“ wachsen lassen. Die Dekoration des Speisesaals ist bis heute erhalten, auch wenn die Einrichtung als solches 2005 vom Architekten Claesson Koivisto Rune modernisiert wurde.

Heute ist der Operakällaren, der in Stockholm meist als „Terrassen“ bezeichnet wird, natürlich weitaus mehr als nur ein exklusives Speiselokal, denn es kam das Operncafé (Café Opera) mit der Deckenmalerei des Künstlers Vicke Andrén hinzu und 1905 öffnete auch die Opernbar (Operabaren), denn der Operakällaren wollte sich dem hohen Niveau des nahen Grand Hotel und dem Hotell Rydberg anpassen, was auch gut gelang, denn zu den berühmtesten Stammgästen zählt der Operakällaren Anders Zorn und Albert Engström. Auch wenn vieles im Operakällaren noch an eine vergangene Epoche erinnert, so zog auch die moderne Zeit ein, denn nachdem das Restaurant bereits 1961 modernisiert wurde, verwandelte sich das Café Opera 1980 in eine Brasserie mit Nachtklub und Casino, wobei der Nachtklub mittlerweile zu den exklusivsten Stockholms gehört.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Oktober 2015

Das Einkaufszentrum Emporia in Malmö

Als am 25. Oktober 2012 das Einkaufszentrum Emporia in Malmö eingeweiht wurde, gelang es der drittgrößten Stadt Schwedens das ständige Rekordstreben zum größten Kaufhaus des Landes, das sonst immer zwischen Göteborg und Stockholm ausgetragen wird, zumindest für einige Zeit, zu seinen Gunsten zu entscheiden, denn Emporia bietet den Besuchern 93.000 Quadratmeter Shoppingcenter mit rund 200 Geschäften, Cafés und Restaurants. Allerdings waren auch die Baukosten, die auch Parkplätze und Wohnhäuser beinhalten, nicht zu vernachlässigen, denn die Rechnung belief sich auf rund zwei Milliarden Kronen.


Der Rekord von Emporia liegt allerdings nicht nur in seiner Größe, sondern auch in der Gesamtkonzeption, denn jede der vier Etagen wurde anders gestaltet und Ton- und Beleuchtungskünstler sorgten für eine einzigartige Atmosphäre in diesem Einkaufszentrum, das zudem relativ zentral gelegen und auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen ist. Emporia gilt zur Zeit auch als das internationalste Shoppingcenter Schwedens, das, neben den Geschäften, auch über rund 30 Cafés und Restaurants verfügt und damit einen kulinarischen Ausflug zu den Spezialitäten verschiedener Länder ermöglicht.


Auch architektonisch hat Emporia einiges zu bieten, denn nicht nur, dass es über das Umweltzertifikat BREEAM verfügt, auch die Gestaltung der gefärbten Glasfassaden und der Anwendung von sehr viel Glas im Innenren des Baus gibt dem Gebäude einen futuristischen Eindruck, der kaum auf die Bestimmung des Baus hinweist. Eine besondere Attraktion ist jedoch der Dachpark in der Größe von vier Fußballfeldern. Der 27.000 Quadratmeter große Park bietet verschiedene Biotope und erlaubt einen Ausflug in die ökologische Vielfalt Skånes (Schonen). Selbst die Belüftungsanlage wird hier unter bewachsenen Hügeln versteckt und lässt vergessen, dass sich unter den Füssen des Besuchers ein Einkaufszentrum befindet. Dass man von hier aus nicht nur einen Gesamtblick über Malmö findet, sondern auch die Öresundbrücke im Blickfeld liegt, ist geradezu selbstverständlich.


25. Oktober 1916: Die letzte Schleuse in Trollhättan wird eingeweiht
25. Oktober 1954: Marika Stiernstedt und die Abwendung von der Aristokratie
25. Oktober 1980: Die Grünen Schwedens werden gegründet
25. Oktober 2003: Der schwedische Jazzmusiker Bengan Wittström
25. Oktober 2003: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. Februar 2014

Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

Als Tore Fredrik Wretman am 13. Februar 2003 in Stockholm starb, galt er als der Erneuerer der schwedischen Küche, der nicht nur den Smörgåsbordet und die Hausmannskost wieder in die schwedischen Restaurants gebracht hatte, sondern durch seine Radio- und Fernsehsendungen auch die gesamte schwedische Kochkunst erneuert hatte und in jedes Heim des Landes geführt hatte. Als einer der Gründer der gastronomischen Akademie ist sein Name auch heute noch sehr eng mit der schwedischen gehobenen Küche verbunden.

Tore Fredrik Wretman, der zum Ehrendoktor ernannt wurde und die Professorenwürde verliehen bekam, hatte seine gastronomische Karriere im Jahre 1932 begonnen, als er als Sechzehnjähriger im Hotel Continental in Stockholm zu arbeiten begann, allerdings bereits ein Jahr später zum legendären Maxim in Paris wechselte. Fünf Jahre lang machte sich Wretman dort mit der französischen Küche vertraut bevor er nach Schweden zurückkehrte um dort für Sara Reuterskiöld zu arbeiten. Seine Arbeit im Restaurant Regnbågen dauerte jedoch nur sehr kurze Zeit, da der Kuchenchef zum Wehrdienst einberufen wurde.

Nach Abschluss des Wehrdienstes ging Tore Fredrik Wretman dann in die USA um die dortige Kochkunst zu entdecken. Als er 1941 mit einem finnischen Schiff nach Skandinavien zurückkehren wollte wurde jedoch dieses vor Island von den Briten nach London umgeleitet wo Wretman dann bis 1943 im Savoy an der Rezeption arbeitete. Erst zwei Jahre später konnte Wretman dann wieder schwedischen Boden betreten. In Stockholm arbeitete der Küchenchef dann zwei Jahre lang im Operakällaren bevor er sein eigenes Restaurant eröffnete, dem einige weitere folgten bis er 1955 den Operakällaren übernehmen konnte und damit das führende Restaurant Schwedens besass. Dort verwandelte er, durch Einführung anderer Rohwaren, Anwendung von Gewürzen und der Einführung von damals exotischen Früchten, die schwedische Hausmannskost zu dem was man heute im gehobenen Niveau davon erwartet.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
13. Februar 1995: Metro, eine kostenlose Tageszeitung wird gegründet

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 28. Januar 2013

Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants

Das Rauchverbot in Restaurants hat sich im Laufe der Jahre immer weiter verschärft. So war es zum Beispiel bis 1993 noch grundsätzlich erlaubt in Restaurants zu rauchen und nur Einrichtungen mit mehr als 50 Sitzplätzen mussten eine Abteilung für Nichtraucher schaffen damit diese ohne von Rauch belästigt zu werden etwas essen oder trinken konnten. In der Tat betraf dies natürlich nur die größten Restaurants des Landes und beeinträchtige die Raucher in keiner Weise.

Ab 1993 mussten dann bereits alle Restaurants, Cafés und Kneipen Schwedens über eine Abteilung für Nichtraucher verfügen, was bedeutete, dass, vor allem kleinere Einrichtungen mit wenigen Sitzplätzen, nur noch Nichtraucher akzeptieren konnten und die Raucher auf die Tische und Stühle im Freien verwiesen wurden. Um es den Rauchern jedoch so bequem wie möglich zu machen, bot man ihnen bei kühlerem Wetter im Freien Decken an, damit sie nicht zu sehr frieren mussten.

Gleichzeitig hatte die Regierung 1993 jedoch auch das Institut für Volksgesundheit beauftragt bei einer Studie zu untersuchen wie man ein absolutes Rauchverbot bis zum Jahre 2004 erreichen könne. Man ging dabei davon aus, dass dies auf freiwilliger Basis geschehen konnte. Nach allen Auswertungen des Instituts und Erfahrungen in anderen Ländern kam man dann jedoch zum Ergebnis, dass ein Rauchverbot nur möglich sei, wenn entsprechende Gesetze geschaffen würden. Am 28. Januar 2003 wurde diese Studie dann veröffentlicht und die Öffentlichkeit über das zukünftige generelle Rauchverbot in Restaurants, Cafés und Kneipen informiert.


28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Januar 2013

Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens

Anfang Januar 1938 sollte zwischen Arbeitgeberverband und der Gewerkschaft der Angestellten in Hotels und Restaurants ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen werden, was jedoch bereits am 17. Januar 1938 zum lockout (Aussperren) von 20.000 Angestellten führte und damit zu einem Konflikt wurde, der insgesamt neun Monate lang andauerte und beide Seiten in eine sehr schwierige Situation manövrierte. Nahezu alle Hotels und Restaurants Schwedens mussten dabei rund zwei Monate lang geschlossen werden.

Diese Entwicklung war jedoch zu erwarten, da die Gewerkschaft SHR (Sveriges centrala hotell- och restaurangförening) in den 30er Jahren immer mehr Mitglieder zählte und begonnen hatte ein landesumgreifendes Netz aufzubauen bei dem die Vertrauensmänner sehr geschickt verhandeln konnten. Die Arbeitgeber gerieten in eine Paniksituation und befürchteten, dass die Gewerkschaft nicht nur bessere Arbeitsbedingungen fordern würden, sondern auch erhebliche Lohnerhöhungen. Dem wollten sie vorbeugen indem sie noch bevor die Verhandlungen ernsthaft begonnen hatten, zum Aussperren griffen.

Die Gewerkschaft wiederum wollte den Arbeitgebern eigentlich nur ein unruhiges Wochenende bereiten und hatten im Grunde vor den aktuellen Tarifvertrag zu verlängern und lediglich zu verhindern, dass die Gehälter sinken, was die ursprüngliche Idee der Arbeitgeber war. Die Arbeitgeber hatten jedoch nicht damit gerechnet, dass die Medien die Seite der Arbeitnehmer einnehmen würden. Letztendlich mussten sie daher eine Kürzung der Arbeitszeit von 189 Stunden auf 177 Stunden hinnehmen und höhere Gehälter bezahlen. Das Ergebnis stützte natürlich die Position der Gewerkschaft, die dann gestärkt aus der Situation hervorging.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. Mai 2011

Alkoholverkauf in Schweden und die Systembolaget

Auch wenn bereits 1855 der Alkoholverkauf in Schweden rechtlich geregelt wurde und ab 1917 nach dem Bratt-System auch rationiert wurde, so wurde erst am 16. Mai 1923 das staatliche Monopol, heute bekannt als Systembolaget, für den Verkauf und die Herstellung von Alkohol landesweit eingeführt. Im gleichen Jahr wurde dann auch die Herstellung und der Verkauf von Starkbier mit einem Alkoholgehalt ab vier Prozent grundsätzlich verboten. Jede Herstellung von Alkohol durfte ab dieser Zeit nur noch nach staatlicher Genehmigung erfolgen.


Im Jahr 1955 verwandelte sich dann die Vin- & Spritcentralen in die heutigen Systembolaget, was auch dazu führte, dass in Schweden wieder Starkbier verkauft und an bestimmten Stellen auch ausgeschenkt werden durfte, zusätzlich zu Wein und anderen alkoholischen Getränken. Erst 1994, mit Schwedens Eintritt in die Europäische Union, wurde das schwedische Alkoholgesetz neu geregelt und das Monopol teilweise abgeschafft, auch wenn sich dies auf den Endverbraucher nur geringfügig auswirkte.

Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs musste Schweden jedoch 2007 auch Privatpersonen den Einfuhr von Alkohol erlauben, selbst wenn dieser nicht für den Eigenbedarf gedacht war. Die Voraussetzung ist jedoch, dass die Waren in Schweden versteuert werden und der Alkohol nicht in Geschäften verkauft wird, denn auch wenn Unternehmen wie Restaurants nicht mehr durch das Monopol eingeschränkt sind, so hat die Systembolaget in Schweden nach wie vor das Monopol für den Einzelhandel von Alkohol mit einem Alkoholanteil von über 3,8 Prozent. Die Schankgenehmigung für Restaurants ist allerdings an zahlreiche Bedingungen geknüpft, die dazu führen, dass bis heute viele kleinere Restaurants nur Alkohol verkaufen dürfen dessen Alkoholgehalt nicht über 3,8 Prozent liegt.

16. Mai 1900: Massenmord auf dem Mälaren
16. Mai 1930: Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Mai 2011

Der Kaknästornet in Stockholm

Am 12. Mai 1967 wurde in Stockholm der Kaknästornet eingeweiht, der seinen Namen nach einer früheren Ansiedlung erhielt, in der sich Djurgårdens ältestes Grabfeld mit rund 30 deutlich sichtbaren Gräbern der jüngeren Eisenzeit (550 v. Chr. - 1100 n. Chr.) befindet. Der Kaknäs Gård, auf dem sich der Fernsehturm befindet, kann in Dokumenten bis 1435 verfolgt werden, als er einer der vier Kungsgård Stockholms war.

Der Kaknästornet gehört mit seiner Höhe von 155 Metern und seinen 34 Etagen zu den höchsten Türmen Nordeuropas und bietet die beste Aussicht über Stockholm. Der Turm, der von Olof Palme eingeweiht wurde, war über lange Jahre hinweg Fernsehturm, Restaurant und Fremdenverkehrsamt, wobei nur letzteres mittlerweile aus dem Kaknästornet verlegt wurde.

Außer dem Restaurant in der 28. Etage sind auch die 30. Etage und die Plattform auf der 31. Etage für Besucher offen, die mit dort installierten Ferngläsern weit über die Grenze Stockholms hinaus blicken können. Der Kaknästornet hat mit seiner quadratischen Form bei der sich mehrere Betonquadrate in einem Winkel von 45 Grad überlagern eine sehr eigenwillige Form, die bei der Erstellung die Anwendung besonderer Bautechniken erforderte.

12. Mai 1936: Das Unglück auf dem Ormsjö in Lappland
12. Mai 1940: Lill Lindfors, 52 Jahre im Rampenlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. März 2011

Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Das Einkaufszentrum Kista in Stockholm wurde am 31. März 1977 vom jung verheirateten Königspaar König Carl XVI Gustav und Königin Silvia eingeweiht. Das Einkaufszentrum mit einem 250 Meter langen Gang verfügt über alle bedeutenden Läden Schwedens und wurde am 5. Juni des gleichen Jahres an das U-Bahn-Netz der Stadt angeschlossen, wobei die U-Bahn im ersten Stock des Gebäudes seine Haltestelle hat.

Das Einkaufszentrum Kista hat an 359 Tagen im Jahr täglich von 10 Uhr bis 21 Uhr geöffnet, beherbergt rund 20 verschiedene Restaurants und hat das zweitgrößte Kino Stockholms, in dem 1500 Zuschauer in elf Sälen Platz finden. Nur am Mittsommertag, dem Weihnachtstag und Neujahr ist das Zentrum ganz geschlossen, während es an Mittsommer, am Heiligen Abend und zu Silvester jeweils um 16 Uhr schließt.

Kista ist aber auch ein Stadtteil Stockholms, der seinen modernen Charakter ab den 70er Jahren erhielt und in den 80er Jahren Schwedens größtes IT-Zentrum wurde. Hier findet man die schwedischen Zentralen für Ericsson, Nokia und IBM. Kista hat keinerlei „schmutzige“ Industrie und bietet heute nahezu 20.000 Personen einen Arbeitsplatz.

31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson 

Copyright: Herbert Kårlin