Dienstag, 3. Juli 2012

Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark

Am 3. Juli 1746 wurde Sofia Magdalena von Dänemark im Christiansborg Schloss in Kopenhagen geboren. Bereits 1751, im Alter von gerade einmal fünf Jahren, wurde Sofia Magdalena mit dem zukünftigen schwedischen König Gustav III. verlobt und als sie 20 war, wurde dann die Ehe geschlossen, wobei es jedoch weitere acht Jahre dauerte bevor die Ehe dann auch tatsächlich vollzogen wurde, was auch zur damaligen Zeit eine absolute Ausnahme war.

Sofia Magdalena war extrem gläubig erzogen worden und konnte sich nie an das oberflächliche höfische Leben in Schweden gewöhnen. Sie nahm daher ausschließlich an offiziellen Zeremonien teil, schloss jedoch keinerlei Freundschaften oder Bande, außer mit ihrer dänischen Kammerjungfrau und dem dänischen Botschafterpaar, was ihr in ganz Schweden übel genommen wurde, da Dänemark und die Dänen als der natürliche Feind Schwedens betrachtet wurde. Dass nach der Ehe nicht bald ein Thronerbe geboren wurde, erschwerte diese Situation natürlich zusätzlich.

Die Ehe zwischen Gustav III. und Sofia Magdalena wurde immer als kühl beschrieben, was sich besonders deutlich nach der Ermordung des Königs zeigte, da die Königin die Nachricht eher wie eine Erleichterung aufnahm und selbst die Trauerkleidung nur bei offiziellen Besuchen anlegte. Die Geburt des Kronprinzen lässt bis heute viele Fragen offen, denn da sowohl der König als auch Sofia Magdalena wegen anatomischen Problemen wenig Interesse an Sex zeigten, musste ihnen der Hofstallmeister in der einen entscheidenden Nacht mit Rat und Tat zu Hilfe kommen, was dazu führte, dass der Verdacht aufkam, dass Adolf Fredrik Munck der Vater des Sohnes war und nicht der König.


3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. Juli 2012

Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden

Désirée Silfverschiöld wurde am 2. Juni 1938 im Haga Schloss als die dritte Tochter des Kronprinzen Gustaf Adolf und seiner Ehefrau Sibylla geboren. Désirée ist damit eine ältere Schwester des Königs Carl XVI. Gustaf. Da Désirée Silverschiöld jedoch einen für die Zeit sehr fremdländischen Namen erhalten hatte, war sie die einzige Schwester des gegenwärtigen Königs, die auf die allgemeine Namensgebung der kommenden Jahre keinerlei Einfluss auswirkte. Erst die gegenwärtige Kronprinzessin Victoria erhielt dann wieder den Vornamen ihrer Tante und wurde Victoria Ingrid Alice Désirée getauft.

Désirée Silfverschiöld ging, wie auch ihre Schwestern, in die Franska Skolan und  studierte anschließend Sprachen in der Schweiz und besuchte das Konstfack in Stockholm, wo sie sich mit textilen Techniken auseinandersetzte. Noch heute beschäftigt sich die sehr pressescheue Désirée mit Handarbeiten und textiler Kunst. Die königliche Tochter ist die einzige, die man kaum in der Öffentlichkeit sieht und die daher auch den Ruf der Unnahbaran erhielt.

Als Prinzessin Désirée am 5. Juni 1964 den vier Jahre jüngeren, bürgerlichen Freiherren Niclas Silfverschiöld heiratete, musste sie den königlichen Titel ”Prinzessin” ablegen, was jedoch nur dazu führte, dass sie dann den Ehrentitel ”Prinzessin Désirée, Freifrau Silfverschiöld” verliehen bekam und weiterhin eine Prinzessin war. Das Ehepaar siedelte sich auf Schloss Koberg bei Trollhättan an, einem Bau, der seit 1776 dem Geschlecht Silfverschiöld gehört und teilweise bereits im 15. Jahrhundert erbaut wurde.


2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Juli 2012

Die erste Briefmarke Schwedens

Auch wenn die Geschichte des schwedischen Postdienstes bis ins 17. Jahrhundert und damit zu Axel Oxenstierna zurückgeht und die erste Briefmarke bereits  im Jahre 1840 in Großbritannien entstanden war, so wurde in Schweden die erste Briefmarke erst am 1. Juli 1855 verwendet, die damals für Standardbriefe vier Schillinge kostete und die bis dahin vom jeweiligen Postamt abhängigen Gebühren durch einen Einheitspreis für ganz Schweden ersetzte.

Genau genommen weiß man nicht einmal, ob diese ersten Briefmarken am 1. Juli bereits verwendet wurden und wenn ja, wie viele dann die Briefe zierten, denn bekannt ist nur, dass die Postverwaltung an diesem Tag eine Million Briefmarken in den Postämtern Schwedens verteilte und, außer der Vier-Schilling-Briefmarke, auch Marken im Werte von drei, sechs, acht und 24 Schilling verteilt wurden. Ein üblicher Brief für vier Schillinge durfte damals 1 1/4 Lod wiegen, also 16,6 Gramm.

Aber auch wenn der Versand von Briefen im Jahre 1855 noch nicht gerade für Jedermann üblich war, da ein Arbeiter ganze 90 Minuten arbeiten musste um nur eine einzige Briefmarke kaufen zu können, so wurden im gleichen Jahr bereits 9,3 Millionen Briefe in Schweden verschickt. Durch die Vereinheitlichung des Portos und die Erscheinung von Briefkästen, machte der Postversand dann in den folgenden Jahren einen gewaltigen Sprung nach oben, denn 1870 hatte sich die Anzahl der Briefsendungen bereits auf 19,5 Millionen erhöht.


1. Juli 1987: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. Juni 2012

Klippans Bruk, die erste Papierfabrik Schwedens

Am 30. Juni 2006 musste die älteste Papierfabrik Schwedens, Klippans Bruk in Skåne, den Konkurs anmelden, was nach einigen sehr schwierigen Jahren des Unternehmens fast schon zu erwarten war. Noch im Dezember wurde dann jedoch der Betrieb von drei lokalen Investoren wieder aufgenommen, auch wenn seit diesem Zeitpunkt kein Spezialpapier für Briefmarken oder auch für Kopierer mehr hergestellt wird, sondern nur noch farbiges Papier für die Herstellung von Servietten.

Mit diesem Schritt wurde ein Unternehmen gerettet, das seinen Ursprung im Jahre 1573 hatte, als die Papierfabrik im Herrevadskloster eingerichtet wurde, nur wenige Jahre nachdem der letzte Abt das Kloster verlassen hatte und dessen Verwaltung dem lokalen Adel übergeben wurde, genauer genommen einem Verwandten des dänischen Astronomen Tycho Brahe. 85 Jahre lang war die Papierfabrik daher noch in dänischen Händen, bis Skåne mit dem Frieden von Roskilde dann an Schweden überging.

Im 18. Jahrhundert wurde Klippans Bruk vom Herrevadskloster an die heutige Stelle verlagert und im Jahre 1832 erhielt die Papierfabrik dann auch die erste Maschine zur Papierherstellung, die bis 1981 im Einsatz blieb, auch wenn die Rentabilität während der letzten Jahre nicht mehr sehr bedeutend war. Auch wenn Klippans Bruk heute keine 800 Angestellte mehr hat wie während der 60er Jahre, so liefert das Unternehmen nun wieder jedes Jahr 8000 Tonnen Papier an rund 50 Kunden weltweit, die daraus Servietten herstellen.


30. Juni 1887: Erik Berglund, der Schauspieler, der einer Wurst den Namen gab
30. Juni 1944: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden

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Messetermine in Göteborg

Freitag, 29. Juni 2012

Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod

Am 29. Juni 1763 starb die schwedische Poetin Hedvig Charlotta Nordenflycht nur wenige Tage nach einem versuchten Selbstmord an den Folgen der Tat. Nordenflycht wird noch heute als eine der bedeutendsten schwedischen Lyrikerinnen des 18. Jahrhunderts betrachtet und oft als die erste Feministin des Landes bezeichnet, was allerdings nicht auf den Stoff ihrer Gedichte zurückzuführen ist, sondern darauf, dass sie die erste Frau Schwedens war, die sich von ihrer schriftstellerischen Arbeit ernährte.

Hedvig Charlotta Nordenflycht war am 28. November 1718 in Stockholm geboren und kam erst nach ihren zwei Ehen zum Schreiben, wobei diese Ehen sicher einen bedeutenden Einfluss auf ihre späteren Werke hatten, denn ihre erste Ehe mit dem Mechaniker Johan Tideman endete drei Jahre nach der Hochzeit mit seinem Tod und befreite sie von seinem Rationalismus und Skeptizismus, der ihre Poesie unmöglich gemacht hätte und die zweite Ehe mit ihrem Privatlehrer Jacob Fabricius endete bereits nach sieben Monaten, ebenfalls mit dem Tod des Partners.

Den Tod von Jacob Fabricius verarbeitete Nordenflycht mit dem Schreiben der Gedichtsammlung „Den sörgande Turtur-dufvan“, der dann nahezu unmittelbar eine vierbändiges Gedichtzyklus folgte. Parallel dazu stürzte sich Hedvig Charlotta in das Tagesgeschehen, das sie in ihre Werke einfließen ließ. Außer für politische, philosophische und religiöse Fragen interessierte sich Nordenflycht vor allem für die Rechte der Frau und fordert insbesondere das Recht der Bildung für Frauen. Ihr bekanntestes Gedicht „Öfver en Hyacint“ war eines ihrer letzten Werke und eine Liebeserklärung an einen jüngeren Mann wegen dessen verschmähter Liebe sie sich zu ertränken versuchte.


29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Juni 2012

Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd

Am 28. Juni 1824 wurde Adolf Wilhelm Edelsvärd in Östersund geboren. Wie sein Vater, so folgte auch er einer militärischen Karriere, bei der er allerdings seine wahre Berufung fand. Als er vom Dalregimentet in die Ingenieurtruppe für Befestigungsanlagen verlegt wurde, wurde sein Interesse für monumentale Bauwerke geweckt, ein Interesse, das seine gesamte Zukunft beeinflussen sollte und ihn, zumindest über seine Bauwerke, unvergesslich machte.

Als Adolf Wilhelm Edelsvärd 1855 die militärische Laufbahn hinter sich ließ, wurde er, auf Grund seiner Erfahrungen beim Bau von Befestigungsanlagen, von der schwedischen Eisenbahn als Chefarchitekt eingestellt, noch ein Jahr, bevor die erste offizielle Eisenbahnstrecke überhaupt eröffnet wurde. 40 Jahre lang leitete Edelsvärd dann das Architektenbüro der staatlichen Eisenbahn, eine Zeit, in der er 5725 Gebäude bauen ließ, darunter 297 Bahnhöfe.

Wer heute heute in den Hauptbahnhöfen in Stockholm, Göteborg, Malmö, Uppsala, Örebro und anderen ankommt, betritt grundsätzlich eines der Gebäude des Bauingenieurs und Architekten Adolf Wilhelm Edelsvärd. Um die Arbeit zu rationalisieren und dem hohen Bedarf an Gebäuden nachzukommen, entwickelte Edelsvärd sehr bald zehn Modelle, die er nach den ersten Gebäuden, die er in diesem Stil gebaut hatte, benannte. Trotz kleinerer Änderungen und Anpassungen kann man noch heute auf Anhieb sehen, nach welchem Edelsvärd-Stil ein Eisenbahngebäude erbaut wurde. Allerdings wurden mittlerweile sehr viele der kleineren Gebäude entweder abgerissen oder umgebaut, so dass bald nur noch die monumentalen Bauten erhalten bleiben.


28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden
28. Juni 2000: Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

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Mittwoch, 27. Juni 2012

Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung

Am 27. Juni 1895 starb in Södertälje Sophie Adlersparre, eine schwedische Freiherrin, die sich zu einer der Pioniere der schwedischen Frauenbewegung entwickelte, auch wenn sie nur selten mit ihrem tatsächlichen Namen an die Öffentlichkeit trat, sondern ihre Arbeiten meist mit S.L-d unterzeichnete und unter dem Pseudonym „Esselde“ auftrat. Dies hing allerdings auch damit zusammen, dass ihr Ehemann, Axel Adlersparre, im Reichstag vertreten war und eine wichtige Rolle in der schwedischen Politik spielte.

Dass Sophie Adlersparre zur Frauenbewegung kam, lag vermutlich an ihrer Kindheit und Jugend, denn ihr Vater, Oberstleutnand und Freiherr Erik Gabriel Knutsson Leijonhufvud, hatte in seinem Heim sehr häufig ausländischen Besuch, wo alle zeitnahen inländischen und ausländischen Fragen diskutiert wurden. Sophie gewann hier ihr Weltbild und bald war die Schriftstellerin Fredrika Bremer ihr größtes Vorbild, die Bekämpfung von sozialen Problemen und Frauenkampf in engem Zusammenhang sah und, unter anderem, auch das Rote Kreuz in Schweden gründete.

Im Jahre 1859 gründete Sophie Adlersparre, gemeinsam mit ihrer Jugendfreundin Rosalie Roos, die „Tidskrift för hemmet“, gründete dann eine Schule für Mädchen der Arbeiterschicht, öffnete einen Leseraum für Frauen und gründete schließlich auch „Handarbetets vänner“. Sophie war dann eine der Mitgründerinnen des Vereins für Kinder mit Lernschwierigkeiten, eine Gruppe, die bis dahin in Schweden unbeachtet geblieben war. Dass Sophie Adlersparre dann den „Giftaprocessen“ einleitete, brachte ihr einige Zeilen in einem Brief Strindbergs, in dem er ausdrückte, dass er ihr das Nasenbein brechen werde, da Sophie seiner damaligen Frau Siri von Essen ihre Tat bekannte.


27. Juni 1902: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
27. Juni 2003: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby 

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