Mittwoch, 14. Dezember 2011

Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

Am 14. Dezember 1988 wurde Christer Pettersson wegen dem Mord an Olof Palme festgenommen. Dies geschah, da er von mehreren Zeugen am Tatort gesehen worden war und Lisbet Palme ihn als Täter identifizierte. Erschwert wurde die Anklage, da Christer Pettersson bereits früher der Polizei als gewalttätig aufgefallen war und schon einen Menschen wegen einer Lappalie getötet hatte. Durch das Profil des Täters und die Zeugenaussagen schien den Fall daher geklärt.

Das Stockholmer Amtsgericht verurteilte Christer Pettersson dann am 27. Juli 1989 wegen des Mordes, ohne dass die Jury jedoch zu einer eindeutigen Entscheidung gekommen war. In zweiter Instanz wurde Pettersson dann wegen mangelnder Beweislast freigesprochen, was vom Obersten Gerichtshof Schwedens auch bestätigt wurde. Von diesem Tag an war Christer Pettersson ein freier Mann, aber immer noch der Hauptverdächtige, auch wenn die Polizei nun mehreren Spuren nachging.

Als Christer Pettersson am 29. September 2004 an Blutungen im Gehirn starb, nahm er sein Geheimnis mit ins Grab, da ihm der Mord an Olof Palme nie eindeutig bewiesen werden konnte und er selbst sehr widersprüchliche Aussagen von sich gab. Der Mord an Olof Palme und die Geschichte um Christer Pettersson hat indes bis heute seine Spuren hinterlassen, denn 2010 beschloss das schwedische Parlament, dass Taten wie der Mord an Olof Palme nicht mehr verjähren, in Stockholm verkaufen mehrere Kneipen Cocktails unter den Namen Rotebroare und Dräpar'n, die an Pettersson erinnern, aber auch mehrere Rockgruppen ließen sich von Christer Pettersson inspirieren. Durch seinen Tod wurde er in manchen Kreisen selbst zu einer Kultfigur über die heute noch viel geredet wird.

14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. Dezember 2011

König Erik XIV (Erich XIV.), der Nachfolger von Gustav Vasa

Am 13. Dezember 1533 wurde der spätere König Erik XIV. (Erich XVI.) in Stockholm geboren, der Sohn Gustav Vasas und Katarinas von Sachsen-Lauenburg. Natürlich war Erich XIV. nicht der vierzehnte Erik auf dem schwedischen Thron, aber da er sich vom Geschichtswerk von Johannes Magnus inspirieren ließ, zählte er auch alle erfundenen Könige der schwedischen Geschichte und konnte so, zumindest symbolisch, Schweden zu einem extrem alten Reich erklären. Erik XIV. war der erste König des Landes, der eine bürgerliche Frau, Karin Månsdotter, als Königin wählte.

Erik XIV. gilt als einer der gebildetsten Könige Schwedens, was er jedoch, auf Grund der ständigen Familienstreitigkeiten, nie für sein Reich nutzen konnte. Ursache war, dass Gustav Vasa zwar alle seine Kinder zu Herzögen machte, die Thronfolge jedoch nicht bestimmt hatte. Da Erik XIV. als einziger unter den Söhnen öffentlich auftrat, so wurde er jedoch als auserwählter König betrachtet und während des Reichstages 1560 in Stockholm als Erbkönig aufgeführt, was vor allem mit seinem Bruder Johan, dem späteren König Johan III., zu starken Spannungen führte.

Als Erik XIV., der die Gefahr der Spannungen erkannte, 1560 offiziell den schwedischen Thron bestieg, wollte er daher die Macht seiner Brüder, die alle große Gebiete besaßen, weitgehend beschränken und verfügte daher bereits 1561 in Arboga, dass sie nichts anderes als seine Untertanen seien. Gleichzeitig setzte er auch Freiherren und Grafen ein um den neuen Adel eng an sich zu binden, damit dieser ihn gegen seine Brüder unterstützen sollten. Die Folgejahre waren daher, insbesondere auch während des Siebenjährigen Nordischen Krieges, geprägt von Intrigen unter den Söhnen Gustav Vasas, die das ganze Land destabilisierten. 1568, nach der Ehe des Königs mit Karin Månsdotter, gewannen dann die Brüder von Erik XIV. die Oberhand und er wurde ein Jahr später von ihnen gefangen genommen. Eine Autopsie des am 26. Februar 1577 verstorbenen Königs am 20. Januar 1958 zeigte einen extrem hohen Wert an Arsenik im Körper des toten Königs, was darauf schließen lässt, dass er vermutlich von seinem Bruder Johan, dem neuen König Johan III., vergiftet wurde.

13. Dezember 1810: Das Karolinska Institut in Solna bei Stockholm
13. Dezember 1939: Schweden bekommt eine Sammelregierung (samlingsregering)

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Montag, 12. Dezember 2011

Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater

Am 12. Dezember 1849 starb Anders Lindeberg, ein Mann, der lieber hingerichtet werden wollte als seinen Kampf für ein privates Theater in Stockholm aufzugeben. Anders Lindeberg war vermutlich der einzige Schwede, der nicht nur die königlichen Bestimmungen in Frage stellte, sondern die schwedische Regierung dazu zwang eine allgemeine Amnestie für politische Verbrechen einzuführen um einen allgemeinen Aufstand gegen die Monarchie zu verhindern.

Bis zu seinem 25. Lebensjahr wies nichts darauf hin, dass sich Anders Lindeberg ja als Kämpfer gegen das Staatssystem zeigen würde, denn mit 19 begann er eine militärische Karriere, die nur dadurch beendet wurde, dass er 1814 nach Hause geschickt wurde, weil es zu viele Offiziere gab. Lindeberg begann nun seinen Lebensunterhalt mit Schreiben zu verdienen. Als er dann 1816 Arbeit beim königstreuen „Allmänna Journalen“ bekam, verfasste er das Werk „Några tankar om en svensk tronföljares uppfostran“. Der Hofkanzler legte das Werk dem Kronprinzen vor, der vorschlug, Anders Lindeberg eine Entschädigung für die Nichtveröffentlichung des Buches und eine Pension von 400 Reichstalern zu bezahlen. Lindeberg nahm das Angebot an, begann jedoch an der Regierungsform und dem herrschenden Rechtssystem zu zweifeln und begann nun auch kritische politische Schriften zu veröffentlichen, was ihn beim Volk extrem bekannt und populär machte.

Die wahren Probleme für Anders Lindeberg begannen jedoch erst als er 1832 forderte ein privates Theater in Stockholm zu gründen, was abgelehnt wurde. Als er dann in der Stockholmposten schrieb, dass das Monopol des Königlichen Theaters illegal sei, begann ein regelrechter Kampf zwischen Lindeberg und dem Hof. 1834 verlangte Anders Lindeberg dann beim Justizministerium, dass die Rechtsmäßigkeit der zweiten Ablehnung seines Antrags überprüft wird und, falls ein Hinderungsgrund besteht, dieser abgeschafft wird. Dieser Antrag führte zu einer Anklage gegen ihn wegen Majestätsbeleidigung, was nur die Todesstrafe nach sich führen konnte. Wegen seiner Bekanntheit wollte im Grunde selbst der König Anders Lindeberg nicht hingerichtet sehen, aber Lindeberg lehnte jede Begnadigung ab und wollte lieber sterben als unter ungerechten Umständen zu leben. Am 20. Oktober 1835 erließ daher die Regierung eine allgemeine Amnestie für politische Verbrechen, die nach 1810 begangen worden waren. Lindeberg musste auch dann noch regelrecht aus dem Gefängnis getragen werden. Als er später ohne Genehmigung ein privates Theater in Stockholm gründete, so wurde dieses stillschweigend toleriert.

12. Dezember 1881: Emil Hammarlund gründet die schwedische Lehrerzeitschrift
12. Dezember 2010: Der Tag des Weihnachtssterns in Schweden

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Sonntag, 11. Dezember 2011

Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau

Am 11. Dezember 1849 wurde in der Nähe von Västervik Ellen Karolina Sofia Key geboren, die als Autorin, Pädagogin, Differenzfeministin und Atheistin bekannt wurde und ihre Spuren, in Form der Stiftung Strand, bis heute hinterlassen hat und daher einen Langzeitfeminismus betrieben hat. Ellen Key gehörte zu den ersten Frauen, die sich für ein Wahlrecht der Frauen, die Redefreiheit und das Persönlichkeitsrecht in Schweden einsetzten. Auch ihre pädagogischen Theorien leben bis heute fort.

Ellen Key war in der Arbeiterbewegung ebenso aktiv wie in der Gruppe der aktiven Antialkoholikerinnen, wobei viele ihrer Gedanken in jener Zeit geradezu revolutionär waren. Ellen Key lehnte sich, zum Beispiel, gegen die Religionen des Leidens auf, die die Frauen unterdrückt, zu leidenden Wesen macht, und unterrichtete daher in der von ihr gegründeten Sonntagsschule den Glauben an eine eigene Entscheidung und des positiven Denkens, was ihr die Feindschaft des religiösen Schicht Schwedens einbrachte.

Als Differenzfeministin ging sie auch gegen die Linie der allgemeinen Bewegung der Feministinnen an, da ihrer Meinung nach die Frau nicht die Gleichstellung mit dem Mann fordern sollte, sondern Frauen und Männer nun einmal Unterschiede aufweisen und die Frau daher ihren eigenen Weg gehen muss, der mit dem notwendigen Selbstbewusstsein die Frau auf eine Parallelebene zum Mann stellt, bei der selbst der biologische Unterschied zum Vorteil für beide werden kann.

Ellen Key schrieb Bücher zur Volksbildung, über die Arbeiterbewegung, über Feminismus und machte auch vor politischen Pamphleten nicht halt. Bekannt wurde sie jedoch mit ihrem zweibändigen Werk „Barnets århundrade“, das im Jahre 1900 erschien und in 26 Sprachen übersetzt wurde. In diesem Werk fordert sie Kinder zu selbstbewussten Menschen zu erziehen. Die Autorin Ellen Key, die in Strindbergs Roman „Svarta Fanor“ unter dem Namen Hanna Paj erscheint, verfügte in ihrem Testament, dass das Haus Strand in Omberg (am Vättern) ein Sommerheim für Arbeiterinnen sei sollte. Noch heute werden dort jeden Sommer Frauen aufgenommen um sich zu erholen und ihren Studien zu widmen. Ab Mitte April kann das Gebäude auch allgemein besichtigt werden.

11. Dezember 1741: Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm

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Samstag, 10. Dezember 2011

Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur

Am 10. Dezember 1909, dem schwedischen "Nobeltag", erhielt Selma Lagerlöf als erste Frau den Nobelpreis für Literatur verliehen. Bereits in den Vorjahren war die Autorin mehrmals nominiert, was jedoch der ständige Sekretär der Stiftung, Carl David af Wirsén, extrem bekämpfte, ein Poet und Literaturkritiker, der die Werke Selma Lagerlöfs als Stümperei bezeichnete, aber auch zu Verner von Heidenstam und August Strindberg eine ähnliche Einstellung hatte.

Arvid Backlunds Selma Lagerlöf in Sunne

Als Selma Lagerlöf den Nobelpreis für Literatur erhielt, unter anderem für die Ideale, die sie in ihren Büchern herausstellte, hatte sie bereits zehn Bücher geschrieben, darunter einige ihrer wichtigsten Werke wie die „Gösta Berlings Saga“, „Jerusalem“ und „Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige“. „Jerusalem“, das Buch, das Selma Lagerlöf den internationalen Durchbruch brachte, basierte auf einer langen Reise in den Mittelosten, den die Autorin mit ihrer Freundin Sophie Elkan unternahm, was sehr viel zur Diskussion über dier homosexuellen Neigung Selma Lagerlöfs beitrug.

Mit dem Geld, das Selma Lagerlöf durch die Verleihung des Nobelpreises für Literatur erhielt, konnte sie ihr Heim Mårbacka, das sie zwei Jahre vorher zurückgekauft hatte, restaurieren und ausbauen, so dass die Anlage und das Gebäude das heutige Aussehen erhielten. In ihrem Testament verfügte sie darüber, dass Mårbacke so erhalten bleiben muss wie an ihrem Todestag und auch für die Allgemeinheit geöffnet werden muss. Während der Sommermonate kann Mårbacka, ausschließlich unter einer Führung, täglich besichtigt werden.

10. Dezember 1900: Die letzte Hinrichtung in Västerås
10. Dezember 2006: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All 

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Freitag, 9. Dezember 2011

Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Am 9. Dezember 1975 wurde in Schweden das allgemeine aktive und passive Wahlrecht für Bewohner des Landes eingeführt, die noch nicht naturalisiert sind oder auch ihre ursprüngliche Staatsbürgerschaft behalten wollen. Das schwedische Parlament sah dies als Demokratisierung des Landes an, in dem Frauen erstmals im Jahre 1921 wählen konnten und sogar erst 1945 auch Arme bei den allgemeinen Wahlen in Schweden zugelassen wurden. Schweden nahm damit innerhalb nur eines Jahrhunderts alle Schritte der Demokratisierung des Wahlrechts.

Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass noch 1892 in 44 schwedischen Gemeinden jeweils eine einzige Person über mehr als 50 Prozent aller Stimmen verfügte und damit allein über die Zukunft des Ortes entscheiden konnte. 1908 durften dann, nach den damaligen Bestimmungen, gerade einmal zehn Prozent aller Schweden ihre Stimme abgeben und ab 1945 durften dann auch Personen, die von der Sozialhilfe lebten oder in Konkurs gegangen waren, über die Führung des Ortes, der Region und des Landes entscheiden.

Das allgemeines Wahlrecht für ausländische Bürger, die in Schweden leben, hat natürlich einige Beschränkungen, denn nur Personen mit schwedischer Staatsangehörigkeit dürfen das Parlament wählen. Alle anderen können an Lokal- und Regionalwahlen teilnehmen und sich auch als Kandidat aufstellen lassen. Ein Unterschied besteht auch, ob der Wahlberechtigte aus einem europäischen Land kommt oder nicht, denn Europäer können, sobald sie eine Personennummer besitzen, an den Wahlen teilnehmen, während Nichteuropäer vorher drei Jahre lang ihren Hauptwohnsitz in Schweden haben müssen.

9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman 

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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens

Als der schwedische König Oscar II. am 8. Dezember 1907 starb, hatte er, als einziger König Schwedens, die moderne Industrialisierung des Landes erlebt, aber auch die Auflösung der Union zwischen Norwegen und Schweden. Zwischen 1872 und 1905 regierte der Monarch sowohl über Schweden als auch Norwegen und die letzten beiden Jahre seines Lebens dann nur noch über Schweden, was er als grosse Niederlage betrachtete.

Oscar II., der überzeugt davon war, dass ein König ein Gesandter Gottes sei und daher über mehr Klugheit verfügt als andere Menschen, steuerte er sein Reich auch nach diesem Prinzip. Dies führte im positiven Sinne dazu, dass er auch an den modernen industriellen Entwicklungen teilhaben wollte. Während der Industrieausstellung in Stockholm wurde die Ankunft des Königs gefilmt und 1904 ließ er im Schloss das Telefon installieren. Oscar II. erlebte den Ballonflug, die erste Straßenbeleuchtung, die Telegraphie, das erste Auto und die erste Straßenbahn, all die Errungenschaften, die wegweisend für das heutige Leben sind.

Der Glaube, dass Oscar II. von Gott zum König bestimmt war, führte allerdings auch zur Auflösung der Union zwischen Norwegen und Schweden, da der König sich weigerte auf norwegische Berater zu hören und jede Krise zwischen Norwegen und Schweden als Revolution Norwegens und eine Auflehnung gegen Gott betrachtete. Kompromisse kamen für Oscar II. nicht in Frage, was 1905 schließlich dazu führte, dass Norwegen die Vormundschaft des Monarchen vollständig ablehnte und eine von Schweden unabhängige Regierung schuf.

8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher 

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