Montag, 12. September 2011

Die ersten freien Parlamentswahlen in Schweden

Am 12. September 1921 fanden in Schweden die ersten freien Parlamentswahlen statt, nachdem den Frauen des Landes erst am 24. Mai 1919 das Wahlrecht gewährt worden war und sie 1921 daher nicht nur die Führung Schwedens mit wählen durften, sondern auch ins Parlament gewählt werden konnten. 1921 konnten daher statt 1,2 Millionen Bürger plötzlich 3,2 Millionen vor die Urnen treten, wobei sich in diesem Jahr jedoch nur 47 Prozent der schwedischen Frauen dazu entschlossen an der Wahl teilzunehmen. Fünf Frauen waren anschließend akiv an der Politik Schwedens beteiligt.

Noch bis 1911 waren jedoch nicht nur Frauen von der schwedischen Politik und dem Parlament ausgeschlossen, sondern auch die Mehrheit der Männern. Zwischen 1867 und 1911 hatten nur 5,5 Prozent der Schweden, bzw. 21 Prozent aller Männer über 21 ein Stimmrecht und konnten in eine der Kammern des Parlaments gewählt werden. In dieser Zeitspanne war das Wahlrecht nämlich mit einem gewissen Vermögen und dem Einkommen verbunden. Außerdem mussten sämtliche Steuern bezahlt sein um als wahlmündig betrachtet zu werden.

Innerhalb von nur zehn Jahren machte daher die schwedische Politik einen enormen Schritt in den Fragen der Gleichberechtigung voran. Bereits 1919 wagten nur noch wenige Politiker des rechten, konservativen Flügels am Entscheidungsvermögen der Frauen Frauen offen zu zweifeln. Aber auch wenn 1921, also vor 90 Jahren, den Frauen eine politische Gleichberechtigung in Schweden zugesagt wurde, so sind auch heute noch 192 Männer und nur 157 Frauen im Parlament vertreten, 8 weniger als noch bei den letzten Wahlen.

12. September 1984: Die schwedische Sängerin Petra Marklund
12. September 1997: Stikkan Anderson, Musik für die schwedische Gruppe Abba

Copyright: Herbert Kårlin

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