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Montag, 14. Januar 2019

Der Archäologe und Kulturhistoriker Bernhard Salin

Bernhard Salin kam am 14. Januar 1861 als Sohn eines Architekten in Örebro zur Welt und besuchte nach seiner Hochschulreife in Norrköping ab 1880 die Universität Uppsala. Da sich Salin vor allem auf Kunstgeschichte spezialisiert hatte und 1890 selbst Doktor in Ästhetik wurde, war es für ihn nur ein kleiner Schritt zu einer Anstellung im staatlichen, historischen Museum in Stockholm. Schon 1903 war Salin dann Intendant des Nordischen Museum, wobei er nur zwei Jahre später auch für das Skansen zuständig wurde, eine Aufgabe, die die Entwicklung des Freilichtmuseums bedeutend beeinflussen sollte.

Als Gunnar Hazelius im Jahr 1905 starb, übernahm Bernhard Salin die Aufgabe des Ausbaus und der Strukturierung des Skansen. Im Gegensatz zur Idee des Gründers der Einrichtung, Artur Hazelius, entschied er sich das Skansen in zwei Teile einzuteilen, nämlich einen wissenschaftlichen Teil, der nur der Forschung dienen sollte und einen Teil zu dem die Allgemeinheit Zugang hat. Auch wenn dies der Idee des Gründers widersprach, der die gesamte Einrichtung als Volksbildung sah, erneuerte Salin damit die Idee eines Museums. Bis zu jener Zeit war es undenkbar gewesen ein Museum auch der Forschung zu widmen.

Im Jahre 1913 wurde Bernhard Salin Direktor des Historischen Museums, machte Studienreisen und veröffentlichte mehrere Werke über Tierornamente und ihre Bedeutung in der Archäologie, was seinen ursprünglichen Interessen am nächsten kam. Salin gelang in diesen Jahren die gesamte Kunst- und Kulturgeschichte in diesem Punkt zu beeinflussen, da er eine völlig neue, und sehr logische, Betrachtungsweise vorlegte. Nach einem Schlaganfall war Salin jedoch ab 1923 nicht mehr in der Lage irgendwelche Arbeiten oder Tätigkeiten als Autor fortzusetzen. Bernhard Salin starb am 20. Oktober 1931 im Alter von 70 Jahren in Stockholm.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1925: Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. November 2014

Esaias Tegnér der Jüngere und die Rechtschreibreform

Als Esaias Tegnér der Jüngere am 21. November 1928 in Lund starb, ging er vor allem als Reformator der schwedischen Rechtschreibung in die Geschichte ein, obwohl der Sprachwissenschaftler damals zu einer Kompromisslösung griff, die nur eine bestimmte Zeit überdauern konnte. Die Bedeutung seiner Reform liegt jedoch darin, dass sich ab diesem Zeitpunkt die konservative Svenska Akademien auch für die Entwicklung der Sprache öffnete und nicht mehr das klassische Schwedisch unter allen Umständen erhalten wollte.

Esaias Tegnér der Jüngere war am 13. Januar 1843 in einer Priesterfamilie geboren worden und hatte ab 1859 an der Universität Lund semitische Sprachen studiert, beschäftigte sich jedoch ab 1872 vor allem mit der vergleichenden Sprachwissenschaft und der Entwicklung der indogermanischen Sprachen. Ab dieser Zeit näherte sich der Literaturwissenschaftler auch der Entwicklung der schwedischen Sprache, was ihn 1882, als Tegnér in die Svenska Akademien gewählt wurde, zwischen zwei Stühle setzte, denn kurz zuvor war zwischen Adolf Noreen und den konservativen Mitgliedern ein Streit über die neue Ausgabe des Wortverzeichnisses der Akademie entbrannt. Die Mehrheit wollte strikt die alte Schreibweise beibehalten und Noreen ein Wortverzeichnis schaffen, das auch der tatsächlich gesprochenen Sprache nahe kam.

Welche Position Esaias Tegnér der Jüngere hierbei tatsächlich einnahm, ist unbekannt, auch wenn sicher ist, dass  ihm klar war, dass der Einfluss der Akademie nur erhalten bleiben konnte wenn diese die bereits 1869 von allen skandinavischen Ländern akzeptierte Rechtschreibreform  nach Artur Hazelius akzeptierte. Zur Auflage der Svenska Akademiens ordlista des Jahres 1889 gelang es Tegnér beide Seiten davon zu überzeugen die Morphologie der Worte ins Zentrum zu setzen und auf die Lautschrift zu verzichten. In diesem Rahmen gelang es dem Sprachwissenschaftler auch die drei bis dahin benutzten Geschlechter der schwedischen Sprache auf die heutigen zwei Geschlechter zu reduzieren.


21. November 1875: Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson
21. November 1921: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
21. November 2003: The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie
21. November 2005: Ein Tag ohne Musik in Schweden
21. November 2014: Das Kulturhaus Väven in Umeå 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Mai 2013

Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen

Als Artur Hazelius am 27. Mai 1901 in Stockholm starb, war der ehemalige Lehrer zu einer der bedeutendsten kulturellen Personen Schwedens geworden, die in gewisser Weise noch heute eine große Rolle in der touristischen Entwicklung Stockholms spielen, auch wenn sich der Volkskundeforscher zu Beginn seiner Karriere nur an eine strikte Rechtschreibreform Schwedens machte, die wenig geschätzt war, und seine Ziele auf seine konservative und nationalistische Einstellung bauten, eine Tatsache, die man heute gerne verschweigen will.

Artur Hazelius ist heute bekannt dafür, dass er das Nordische Museum (Nordiska Museet) in Stockholm schuf in dem man heute die größte ethologische Sammlung Schwedens finden kann und in dem viele der Ausstellungsstücke von Hazelius selbst kommen. Die Entstehung dieses Museum geht indes auf zwei wichtige Ereignisse zurück, denn zum einen verfolgte der Vater von Hazelius die Meinungen des Göthizismus, der davon ausgeht, dass Schweden die Wiege aller Kulturen ist und dieser seinem Sohn daher alle Geheimnisse des früheren Schweden näher brachte, und zum anderen hatte Hazelius das von Gunnar Olof Hyltén-Cavallius gegründete Museum in Växjö entdeckt und wollte nun in Stockholm ein weitaus  größeres und umfangreicheres Museum schaffen.

Aber Hazelius ging in gewisser Weise auch in die Weltgeschichte ein, da er neben dem Nordischen Museum auch das Skansen schuf. Diese Idee kam wiederum aus Varberg, wo Alfred Bexell die sogenannte Bålastugan gekauft hatte, die noch heute ein einzigartiges Museum ist. Auch hier sah Hazelius größer als der Varberger Lokalforscher und er schuf das erste Freiluftmuseum weltweit. Skansen wurde später ein Vorbild für alle großen Freilichtmuseen und Museumsdörfer und war, zum Beispiel, die Grundlage für Gammlia in Umeå, aber auch für das Beamish Museum in Durham, das Nederlandse Openluchtmuseum in Arnheim, das Museo al Cielo Abierto in Valparaiso und das Freiluftmuseum in Hokkaido, das allerdings von November 2013 bis 2015 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen sein wird. Artur Hazelius schuf mit dieser nationalen Museumsanlage eine Modell für alle anderen entsprechenden Anlagen, die weltweit Ströme von Touristen anziehen.


27. Mai 1953: Die Krankenversicherung in Schweden
27. Mai 2010: Der Käsetag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Dienstag, 30. April 2013

Der Tag der schwedischen Flagge

Der inoffizielle Tag der schwedischen Flagge wurde bereits am 6. Juni 1916 von Artur Hazelius im Stockholmer Skansen eingeführt, wobei Hazelius hierbei mehrere Gedanken miteinander verband. Zum einen war er ständig auf der Suche nach Festen, die möglichst viele Besucher ins Skansen zogen, zum anderen wollte er die nationale Bewegung, die um diese Zeit in Schweden herrschte, ausnutzen um auf einen Nationaltag vorzubereiten und er wollte den Gustafsdagen in Erinnerung an Gustav Vasa besonders hervorheben.

Aber auch wenn die heutige schwedische Flagge bereits seit 1906 existiert, da in diesem Jahr die Union zwischen Norwegen und Schweden aufgelöst wurde und daher eine neue Flagge benötigt wurde und Artur Hazelius ihr 1916 nicht nur eine bedeutende Rolle gab, sondern seine Idee auch dazu führte, dass in schwedischen Haushalten bei wichtigeren Festen Tischflaggen eingeführt wurden und später die Wimpel und die Fassadenflaggen erschienen, so gab es in dieser Zeit weder einen Tag der schwedischen Flagge, noch einen Nationaltag.

Erst am 30. April 1982 entschied sich das schwedische Parlament einen Tag der schwedischen Flagge einzuführen, und im gleichen Zug auch einen Nationaltag und so nebenbei auch die Tage festzulegen an denen die Nationalflagge gehisst werden darf, die Flaggentage. Mit dieser Reform entstand jedoch nicht nur der Nationaltag Schwedens und der Tag der schwedischen Flagge, sondern an diesem Tag werden auch in ganz Schweden diejenigen Personen willkommen geheißen, die im Vorjahr die schwedische Staatsbürgerschaft erhielten. Seit  der Nationaltag im Jahre 2005 zum Nationalfeiertag ernannt wurde, sind diese drei Ereignisse kaum noch auseinanderzuhalten, obwohl es sich in Wirklichkeit nach wie vor um drei verschiedene Ereignisse handelt.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden 
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Skansen in Stockholm, Tierpark und Museumsdorf

Als am 11. Oktober 1891 das Museumsdorf Skansen von Artur Hazelius in Stockholm eröffnet wurde, war das Gelände nichts anderes als ein Spielplatz für Oscar I., dem Sohn des damaligen Königs Karl XIV. Johan, entwickelte sich aber sehr schnell zu einer bedeutenden Attraktion der schwedischen Hauptstadt. Als wichtige Meilensteine gelten vor allem die Eröffnung des Freilufttheaters am 17. Juni 1911 und die Gründung eines Tierparks im Jahre 1924. Seit dem 1. Juli 1963 wird die Anlage Skansen nun in Form einer Stiftung von der Stadt Stockholm verwaltet und entsprechend subventioniert.


Der Tierpark im Skansen verdankt sein Entstehen der Familie Grill, deren Stiftung die gesamte Grundeinrichtung und den Kauf der ersten Tiere ermöglichte. Im Laufe der Jahre hat sich der Skansen-Tierpark dann auf die nordischen Tiere spezialisiert, die man nahezu alle in den Anlagen finden kann, wobei natürlich auch die wichtigsten Tiere aus den anderen Teilen der Welt eingekauft wurden damit sich die Besucher mit der Tierwelt dieser Erde vertraut machen können.


Als größte Attraktion gilt heute das Museumsland Skansen mit über 140 Gebäuden aus ganz Schweden, die im Park gemäß der schwedischen Geografie angeordnet sind und, im Gegensatz zu den Museumsdörfern in den anderen Städten Schwedens, mehr die unterschiedlichen historischen Baustile Skandinaviens zeigen will und dadurch relativ wenig Information zu einzelnen Gegenden des Landes bietet und auch nicht die historische Entwicklung der Baustile Schwedens zeigt, was auch nicht das Ziel dieses Museumslandes ist. Skansen ist ein Miniaturschweden an der das 17. Jahrhundert neben dem 20. Jahrhundert existiert.

11. Oktober 1858: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Oktober 1948: Göran Rosenberg und die Freiheit der Juden
11. Oktober 1996: Radiostation in Grimeton unter Denkmalschutz

Copyright: Herbert Kårlin