Freitag, 21. November 2014

Esaias Tegnér der Jüngere und die Rechtschreibreform

Als Esaias Tegnér der Jüngere am 21. November 1928 in Lund starb, ging er vor allem als Reformator der schwedischen Rechtschreibung in die Geschichte ein, obwohl der Sprachwissenschaftler damals zu einer Kompromisslösung griff, die nur eine bestimmte Zeit überdauern konnte. Die Bedeutung seiner Reform liegt jedoch darin, dass sich ab diesem Zeitpunkt die konservative Svenska Akademien auch für die Entwicklung der Sprache öffnete und nicht mehr das klassische Schwedisch unter allen Umständen erhalten wollte.

Esaias Tegnér der Jüngere war am 13. Januar 1843 in einer Priesterfamilie geboren worden und hatte ab 1859 an der Universität Lund semitische Sprachen studiert, beschäftigte sich jedoch ab 1872 vor allem mit der vergleichenden Sprachwissenschaft und der Entwicklung der indogermanischen Sprachen. Ab dieser Zeit näherte sich der Literaturwissenschaftler auch der Entwicklung der schwedischen Sprache, was ihn 1882, als Tegnér in die Svenska Akademien gewählt wurde, zwischen zwei Stühle setzte, denn kurz zuvor war zwischen Adolf Noreen und den konservativen Mitgliedern ein Streit über die neue Ausgabe des Wortverzeichnisses der Akademie entbrannt. Die Mehrheit wollte strikt die alte Schreibweise beibehalten und Noreen ein Wortverzeichnis schaffen, das auch der tatsächlich gesprochenen Sprache nahe kam.

Welche Position Esaias Tegnér der Jüngere hierbei tatsächlich einnahm, ist unbekannt, auch wenn sicher ist, dass  ihm klar war, dass der Einfluss der Akademie nur erhalten bleiben konnte wenn diese die bereits 1869 von allen skandinavischen Ländern akzeptierte Rechtschreibreform  nach Artur Hazelius akzeptierte. Zur Auflage der Svenska Akademiens ordlista des Jahres 1889 gelang es Tegnér beide Seiten davon zu überzeugen die Morphologie der Worte ins Zentrum zu setzen und auf die Lautschrift zu verzichten. In diesem Rahmen gelang es dem Sprachwissenschaftler auch die drei bis dahin benutzten Geschlechter der schwedischen Sprache auf die heutigen zwei Geschlechter zu reduzieren.


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Copyright: Herbert Kårlin

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