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Samstag, 16. Februar 2019

Die Schriftstellerin Eva von Zweigbergk

Eva von Zweigbergk kam am 16. Februar 1906 als Tochter eines Chefredakteurs und einer Journalistin als Eva Alkman in Göteborg zur Welt und begann nach einer kürzeren Ausbildung an der Kunsthochschule Valand und einem Studium in Kunstgeschichte und Englisch an der Universität Uppsala 1929 bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, der Zeitung, der sie bis 1969 treu bleiben sollte. Von Zweigbergk arbeitete die ersten Jahre insbesondere als Kritikerin von Kinder- und Jugendbüchern, schrieb über Kunstgeschichte und arbeitete zudem als Übersetzerin, bevor sie in den 40er Jahren selbst die ersten Kinderbücher veröffentlichte.

Die ersten Jahre ihres Berufslebens waren für Eva von Zweigbergk auch von privaten Problemen begleitet, da sie sich in der Ehe mit Einar Malm nicht zufrieden fühlte und ihr Liebhaber Vilhelm Moberg lediglich eine stabile Affäre suchte, sich jedoch nicht von seiner Frau scheiden lassen wollte. Von Zweigbergk ließ sich nach der einjährigen Affäre jedoch scheiden und fand mit der nächsten Ehe mit einem Rechtsanwalt die Stabilität um sich auch für die Rechte der Frau im Journalismus einzusetzen, wobei die Journalistin 1937 auch Chefredakteur für die neu eingeführter Frauenseiten der Dagens Nyheter wurde.

Ab den 40er Jahren begann Eva von Zweigbergk auch mehr und mehr als Kulturjournalistin zu arbeiten und begann eigene Kinderbücher zu schreiben, angefangen von Bilderbüchern, die bekannte Illustratoren bebilderten, bis zu Anthologien und Jugendromanen. Die bedeutendste Leistung der Schriftstellerin wurde 1965 dann die erste Geschichte des Kinderbuches in Schweden, das die Zeitspanne von 1750 bis 1950 umfasste. Die Kinder- und Jugendbücher der Autorin zeigen auch deutlich den Übergang von den traditionellen Werken, die immer eine Art gesellschaftliche Lehre beinhalteten zur moderneren Literatur, da die Werke  von Zweigbergks in der Stadt, im Arbeitsleben und anderen Umgebungen spielen, die in der älteren Kinderliteratur Schwedens nicht beachtet wurden.  Eva von Zweigbergk starb am 15. Februar 1984 in Stockholm.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
16. Februar 1944: Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Wörterbuch Deutsch-Schwedisch

Montag, 14. Januar 2019

Der Archäologe und Kulturhistoriker Bernhard Salin

Bernhard Salin kam am 14. Januar 1861 als Sohn eines Architekten in Örebro zur Welt und besuchte nach seiner Hochschulreife in Norrköping ab 1880 die Universität Uppsala. Da sich Salin vor allem auf Kunstgeschichte spezialisiert hatte und 1890 selbst Doktor in Ästhetik wurde, war es für ihn nur ein kleiner Schritt zu einer Anstellung im staatlichen, historischen Museum in Stockholm. Schon 1903 war Salin dann Intendant des Nordischen Museum, wobei er nur zwei Jahre später auch für das Skansen zuständig wurde, eine Aufgabe, die die Entwicklung des Freilichtmuseums bedeutend beeinflussen sollte.

Als Gunnar Hazelius im Jahr 1905 starb, übernahm Bernhard Salin die Aufgabe des Ausbaus und der Strukturierung des Skansen. Im Gegensatz zur Idee des Gründers der Einrichtung, Artur Hazelius, entschied er sich das Skansen in zwei Teile einzuteilen, nämlich einen wissenschaftlichen Teil, der nur der Forschung dienen sollte und einen Teil zu dem die Allgemeinheit Zugang hat. Auch wenn dies der Idee des Gründers widersprach, der die gesamte Einrichtung als Volksbildung sah, erneuerte Salin damit die Idee eines Museums. Bis zu jener Zeit war es undenkbar gewesen ein Museum auch der Forschung zu widmen.

Im Jahre 1913 wurde Bernhard Salin Direktor des Historischen Museums, machte Studienreisen und veröffentlichte mehrere Werke über Tierornamente und ihre Bedeutung in der Archäologie, was seinen ursprünglichen Interessen am nächsten kam. Salin gelang in diesen Jahren die gesamte Kunst- und Kulturgeschichte in diesem Punkt zu beeinflussen, da er eine völlig neue, und sehr logische, Betrachtungsweise vorlegte. Nach einem Schlaganfall war Salin jedoch ab 1923 nicht mehr in der Lage irgendwelche Arbeiten oder Tätigkeiten als Autor fortzusetzen. Bernhard Salin starb am 20. Oktober 1931 im Alter von 70 Jahren in Stockholm.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1925: Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. Januar 2017

Die schwedische Künstlerin Agnes Börjesson

Auch wenn Agnes Börjesson innerhalb der schwedischen Kunstgeschichte eine wichtige Rolle spielt, so ist diese Künstlerin heute nahezu vergessen, obwohl einige ihrer Werke im Nationalmuseum, dem Kunstmuseum in Göteborg und im Museum in Malmö zu finden sind. Die Hauptursache des Vergessens ist vor allem dabei zu suchen dass noch bei ihrem Tod am 26. Januar 1900 im italienischen Alassio Frauen in Schweden kaum als ernsthafte Künstlerinnen betrachtet wurden und Börjesson zudem einen Großteil ihres Lebens im Ausland verbracht hatte, in einer Zeit, als die Nationalromantik in Schweden eine immer wichtigere Rolle spielte.

Agnes Börjesson war am 1. Mai 1827 mit dem Vornamen Agneta als Tochter eines Priesters und Dramatikers in Uppsala zur Welt gekommen und hatte daher eine für eine Frau sehr hohe Bildung. Wie sehr viele Frauen jener Epoche die sich aus ihrer Rolle befreien wollten, widmete sich Börjesson sehr früh der Kunst und hatte zudem das Glück, dass sie, neben Lea Ahlborn, Amalia Lindegren und Jeanette Möller, zu den ersten vier Frauen gehörte, die an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen wurden. Nach Abschluss ihrer Studien an der Kunstakademie studierte die Künstlerin nach in Kopenhagen, Paris und vor allem Düsseldorf, das Börjesson am meisten stimulierte und ihre gesamte Kunst beeinflussen sollte.

Agnes Börjesson verbrachte den größten Teil ihrs Lebens in Italien, kehrte jedoch regelmäßig nach Schweden zurück und stellte ihre Werke dort aus, unter anderem auch während der Stockholmausstellung des Jahres 1897. Die überwiegend pastellartigen Gemälde der Künstlerin lassen in sehr viele Kulturen blicken, da die Szenen aus Italien, Deutschland, Spanien, Marokko, aber auch aus Dalarna stammen und das Leben auf der Straße ebenso schildern wie Einrichtungen, ergänzt durch Portraits, die teilweise an die Kunstrichtung des 18. Jahrhunderts erinnern und sehr wenige zu jener Zeit moderne Einflüsse aufweisen.


26. Januar 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
26. Januar 1865: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
26. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs
26. Januar 1931: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
26. Januar 1940: Die Zensur der schwedischen Presse ab 1940
26. Januar 1947: Prinz Gustaf Adolf, der Sportler der Bernadottes
26. Januar 1954: Der schwedische Künstler Carl Eldh
26. Januar 1979: Radon in schwedischen Häusern
26. Januar 2003: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Oktober 2016

Der Landschaftsmaler Gustaf Rydberg

Als Gustaf Rydberg am 11. Oktober 1933 in Malmö starb, hatte er sich weitgehend von der offiziellen Kunstszene Schwedens getrennt und ging dennoch als einer der bedeutendsten Landschaftsmaler Skånes (Schonen) in die Kunstgeschichte ein. Einige der bedeutendsten Gemälde des sehr aktiven Künstlers findet man heute im Nationalmuseum in Stockholm und vor allem im Kunstmuseum Malmö, dem er 1929 eine große Anzahl seiner Gemälde schenkte. Seinen Erfolg und seinen Ruf verdankte Rydberg gerade der Tatsache, dass er sich von keiner Kunstrichtung beeinflussen ließ und seine Motive in der Natur, insbesondere an Wasserläufen, suchte

Gustaf Rydberg kam am 13. September 1835 als Sohn eines Postdirektors in Malmö zur Welt und wuchs daher in einem gehobenen bürgerlichen Milieu auf. Sehr früh zeigte sich dass Rydberg sehr wenig für das Lernen übrig hatte, sondern mehr von Pinseln und Farbe angezogen wurde. Die Folge davon war, dass seine Eltern dann dafür sorgten dass der späteres Künstler ab seinem 12. Lebensjahr Privatlektionen im Zeichnen erhielt und sie ihm mit 17 Jahren ein Kunststudium in Kopenhagen ermöglichten. Als Rydberg nach Schweden zurückkehrte, schrieb er sich 1857 an der Kunstakademie in Stockholm ein, und vollendete seine Studien schließlich in Düsseldorf, wo Rydberg zwischen 1859 und 1864 lebte.

Seine Wanderjahre, die den Künstler auch nach Paris, Belgien und Holland führten, beendete Gustaf Rydberg 1875 in Stockholm, wo er eine längere Zeit in den offiziellen Künstlerkreisen der schwedischen Hauptstadt verkehrte, ohne sich jedoch jemals dabei wohl zu fühlen. In diesen Jahren entwickelte sich Rydberg zu einem der ersten Freilichtmalern Schwedens, was zu bedeutenden Spannungen mit anderen Künstlern führte, die überwiegend die traditionelle Malerei des Landes vertraten. 1897 verließ daher Rydberg die etablierten Künstlerkreise und ging nach Skåne, wo er bis zu seinem Tod aktiv blieb. Als Rydberg 85 Jahre alt war, hatte er als Künstler bereits einen so guten Ruf gewonnen dass die Kunstakademie in Stockholm zu Ehren seines Geburtstags eine Jubiläumsausstellung organisierte in der nicht weniger als 260 Werke des Künstlers zu sehen waren.


11. Oktober 1816: Der Schauspieler und Theaterdirektor Edvard Stjernström
11. Oktober 1858: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Oktober 1862: Der schwedische Künstler Alf Wallander
11. Oktober 1891: Skansen in Stockholm, Tierpark und Museumsdorf
11. Oktober 1948: Göran Rosenberg und die Freiheit der Juden
11. Oktober 1996: Radiostation in Grimeton unter Denkmalschutz

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. April 2016

Der Schriftsteller und Kunsthistoriker Karl Asplund

Karl Asplund wurde am 27. April 1890 als Sohn eines Landhändlers in Jäder im Södermanland geboren. Da die Familie relativ wohlhabend war, erhielt Asplund eine gute Bildung und studierte nach seiner Hochschulreife im Jahre 1908 in Nyköping Kunstgeschichte an der Universität Uppsala. Nach einer Kandidatur in Philosophie wechselte Asplund 1913 zur Universität Stockholm um dort zwei Jahre später mit einer Monographie über den Künstler Egron Lundgren zu disputieren.

Bereits 1914 begann Karl Asplund als Kunstkritiker für die Dagens Nyheter zu schreiben. Neben dieser Arbeit begann der Schriftsteller auch als Übersetzer von Lyrik zu arbeiten und selbst Gedichte zu verfassen, neben wissenschaftlichen Abhandlungen zu bekannten Künstlern Schwedens. Gemeinsam mit Gunnar Mascoll Silfverstolpe und Sten Selander zählt Asplund zu den sogenannten lyriska intimister, jenen Skalden und Poeten, die ihre Themen aus dem Alltagsleben holten. Diesen Zug findet man bereits bei der ersten Gedichtsammlung Asplunds, die 1913 unter dem Titel Världsliga Visor erschien.

Auch als Übersetzer ging Karl Asplund seine eigene Wege und übertrug vor allem klassischere Gedichte aus dem englischen und französischen Raum, die um diese Zeit in Schweden völlig unbekannt waren. Asplund verzichtete dabei jedoch auf die wörtliche Übersetzung, sondern er versuchte die klassischen Versmaße an die schwedische Sprache anzupassen, was dazu führte, dass der Inhalt der Gedichte mehr eine gefühlsmäßige Übertragung wurden, die jedoch der schwedischen Musikalität eines Gedichtes folgten. Da Asplund vor allem Anthologien in Schweden veröffentlichte, gelang es ihm sehr viele Dichter Frankreichs und Englands in Schweden einzuführen. Asplund starb am 3. April 1978 im Alter von 87 Jahren in Stockholm.


27. April 1757: Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest
27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. November 2014

Der schwedische Multikünstler Öyvind Fahlström

Als Öyvind Fahlström am 9. November 1976 im Alter von 47 Jahren in Stockholm an Krebs starb, war er einer der bekanntesten Künstler der USA, aber in Schweden fast nur durch seine literarischen Arbeiten bekannt, denn wie die Werke so vieler progressiver Künstler, war seine Kunst in Schweden kaum willkommen. Erst nach seinem Tod entdeckte man auch in Schweden das Genie Fahlströms, auch wenn die Anerkennung immer noch etwas zögernd ist, da sich Fahlström von Beginn an vom schwedischen Strom entfernt hatte und in der Kunst nach zukunftsweisenden Elementen suchte, die überall auf der Welt verstanden werden können.

Öyvind Fahlström kam am 28. Dezember 1928 im brasilianischen São Paulo zur Welt und verbrachte dort auch seine Kindheit. Als er im Juli 1939 im Alter von zehn Jahren Verwandte in Stockholm besuchte, war auf Grund des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs  an eine Rückkehr nach Brasilien nicht mehr zu denken. Erst 1948 sollte Fahlström dann seine Eltern wiedersehen, als diese für ganz nach Schweden zogen. Im gleichen Jahr musste Fahlström auch wählen welche Staatsbürgerschaft er annehmen wolle, denn der Militärdienst war sowohl in Brasilien als auch in Schweden obligatorisch. Fahlström entschied sich für Schweden.

Nach einem Studium der Architektur und der Kunstgeschichte begann Öyvind Fahlström als Journalist, Kritiker und Übersetzer zu arbeiten, veröffentlichte jedoch auch seine ersten eigenen Werke. Ab 1953 ging Fahlström dann mehr und mehr zur Kunst über, aber da seine Werke kaum Beachtung fanden, ging der Künstler drei Jahre später nach Paris und 1960 zog er, nach ersten Erfolgen, nach New York. Dort hatte der politische Künstler mit einer Neigung zur Pop-Kunst bald seine größten Erfolge und wurde im gleichen Atemzug mit Robert Rauschenberg und John Cage genannt. Bis heute sind die meisten Werke Fahlströms im Ausland zu finden, auch wenn einige seiner Happenings und Performances auf Film zugänglich sind.


9. November 1603: Karl IX. gründet einen Vorläufer von Göteborg
9. November 1876: Farbenblinder Lokführer veranlasst neues Gesetz
9. November 1934: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident
9. November 1986: Die schwedische Sängerin Linnea Henriksson
9. November 2004: Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. März 2014

GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens

Gösta Adrian-Nilsson, bekannt unter den drei Buchstaben GAN, starb am 29. März 1965 in Stockholm und gilt als einer der wichtigsten Vetreter Schwedens des Modernismus, einer Kunstrichtung, die vermutlich von GAN sogar nach Schweden gebracht wurde. Sicher ist auf jeden Fall, dass der Künstler die sogenannte Halmstadgruppe  massgeblich mit seiner Kunst beeinflusste, einer Kunst, die sich vor allem durch tiefe Farben und oft halbabstrakte männlichen Figuren lebt und zeitweise in rein abstrakte geometrische Symbole übergeht.

Gösta Adrian-Nilsson, der am 2. April 1884 in Lund geboren worden war, veröffentlichte nur wenige Monate bevor er 1907 erstmals seine Gemälde im Kunstmuseum der Universität Lund vorstellte eine erste Gedichtsammlung und sollte auch in Zukunft Literatur und Malerei als Ergänzung betreiben. Sein Kunststudium begann GAN an der Zahrtmanns Skole in Kopenhagen, bevor er 1914 nach Berlin kam und dort mit der Kunst von Franz Marc und Kandinsky vertraut wurde, ohne jedoch deren Stil zu imitieren, sondern unmittelbar nach einem eigenen Ausdrucksmittel zu suchen. Die Werke des Künstlers dieser Zeit werden oft als expressiver Kubismus bezeichnet, eine Richtung, die der Künstler 1916 auch nach Stockholm brachte, dem damaligen Zentrum des schwedischen Kunstgeschehens.

Wenn man heute die Werke von Gösta Adrian-Nilsson im Nationalmuseum in Stockholm, dem Kunstmuseum in Göteborg oder dem Kunstmuseum in Malmö betrachtet, so stellt man fest, dass der Künstler seinem Stil und seinen Farben nicht immer treu war, was sich daraus erklärt, dass GAN auf der einen Seite Kunst schuf, zum anderen aber auch Einkünfte benötigte und dafür auch volkstümlich malte ohne dabei jedoch aus seiner Seele zu schöpfen. Zum anderen fällt dem Betrachter der dehr persönlichen Gemälde auf, dass Adrian-Nilsson sehr eindeutig homosexuell war und dies auch nicht versteckte, obwohl Homosexualität in diesen Jahren in jeder Farm verboten war und als Tabu galt.


29. März 1638: Die Kolonie Nya Sverige etabliert sich nach dem Kauf des Grundes 
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. März 1772: Emanuel Swedenborg  an der Grenze der Wahrnehmung
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1968: Der Tungstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv 
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 8. März 2014

Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten

Ragnar Josephson wurde am 8. März 1891 als Sohn eines Buchhändlers in Stockholm geboren. Nach der Hochschulreife mit 18 Jahren studierte er dann Kunstgeschichte an der Universität Uppsala wo er nach seinem Doktorat in Philosophie im Jahre 1918 erst Dozent wurde um später eine Professur in Kunstgeschichte an der Universität Lund anzunehmen. In Lund engagierte sich Josephson sehr stark im kulturellen Leben, war Mitglied mehrerer künstlerischer Vereine und gründete dort auch das Archiv für dekorative Kunst, heute das Skissernas Museum.

Aber auch wenn die wissenschaftliche Karriere von Ragnar Josephson sehr geradlinig aussieht, so ging er parallel zur Kunstgeschichte immer auch einige andere Wege, denn noch während seines Studium hatte er mit seiner ersten Gedichtsammlung Kedjan auch die literarische Welt Schwedens erobert. Als dann 1916 noch der Gedichtband Judiska Dikter und der Uppsala-Roman Imperfektum erschienen, wurde ihm von der Kritik eine große literarische Zukunft vorausgesagt, aber Josephson entschied sich dann dennoch für die Wissenschaft und, zumindest vorübergehend, gegen die Literatur.

Als Kunstprofessor in Lund überraschte Ragnar Josephson dann erneut, denn am 22. November 1930 wurde seine Komödie Nyckelromanen am Vasateatern in Stockholm gespielt. Professor Josephson hatte vorher kaum jemanden von diesem Theaterstück erzählt, vermutlich in Erinnerung daran, dass das Dramaten sein erstes Drama im Jahre 1918 abgelehnt hatte. Nach den extrem positiven Kritiken sollte sich Josephson nun allerdings auch das Dramaten öffnen, denn schon 1934 hatte dort sein Leopold luftkonstnär und 1939 sein Farlig oskuld Premiere. Knapp zehn Jahre nach seinem zweiten Stück am Dramaten wurde Ragnar Josephson dann auch zum Direktor des Nationaltheaters ernannt, eine Tätigkeit, die er neben seiner Professur in Lund ausübte.


8. März 1817: Anna Maria Lenngren, Frauenbewegung im 18. Jahrhundert 
8. März 1844: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens 
8. März 1889: John Ericsson, der bekannteste Schwede Amerikas 
8. März 1912: Der Internationale Frauentag in Schweden
8. März 1934: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
8. März 1970: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder
8. März 1990: Karin Carlson-Kavli, Schauspielerin und Theaterdirektorin 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Januar 2014

Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman

Carl Johan Dyfverman starb am 10. Januar 1892 in Stockholm und ging als einer der religiösesten Künstler Schwedens in die Kunstgeschichte ein, da er kein Werk schuf, das nicht seinen hohen moralischen und konservativen Vorstellungen gerecht wurde und daher das Edle hervorhob. Die Arbeiten des Künstlers sind in ganz Schweden verteilt, wobei man hierbei bedenken muss, das Dyfverman sowohl in Kirchen arbeitete, als auch private Bauten schmückte und auch einige Werke für den öffentlichen Raum herstellte.

Carl Johan Dyfverman wuchs als Sohn von holländischen Einwanderern in Morlanda im Bohuslän auf und hatte sehr früh eine Neigung zur Holzschnitzerei, verdiente sich jedoch seinen Unterhalt erst mehrere Jahre lang als Matrose und Schiffskoch. Erst 1867, im Alter von 23 Jahren, fand er dann eine Ausbildungsstelle zum Schreiner in Göteborg. Sein großes Können als Holzschnitzer brachte den Künstler vier Jahre später als Schüler zu Henrik Nerpin nach Stockholm, als Lehrer zur Tekniska Skolan und schließlich zur Kunstakademie.

Das bedeutendste Werk von Carl Johan Dyfverman findet man in der Domkirche in Lund, wo man seine 24 Reliefs mit Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament bewundern kann. Erstaunlicherweise gelang es Dyfverman jedoch nicht mit diesen Werken wirklich bekannt zu werden. International bekannt wurde Dyverman erst ab 1888, mit seinen gefrorenen Schneeskulpturen, die er mehrere Jahre lang in Stockholm realisierte und die im Grunde ein Nebenprodukt war, da der Künstler diese Werke nur schuf um den Armen Stockholms im Winter Hilfe zu bieten, da er den Eintritt zur Ausstellung in seiner Gesamtheit diesen zur Verfügung stellte.


10. Januar 1765: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens 
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, ein religiöser Skalde 
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Februar 2013

Der schwedische Maler Gotthard Werner

Der schwedische Maler Gotthard Werner, geboren am 9. Dezember 1837 mit einem deutschen Vater und eine schwedische Mutter, starb am 20. Februar 1903 im Alter von 65 Jahren in Rom. Der Künstler wurde vor allem mit seinen historischen Motiven bekannt und hatte eine gewisse Vorliebe für die Heilige Birgitta, die er auf mehreren Gemälden abbildete. Auch wenn er eine für Schweden ungewöhnliche Art zu malen hatte, so gehört er bis heute nur zu den Künstlern, die es zwar geschafft haben in der Kunstgeschichte Schwedens verewigt zu werden ohne jedoch zu den bedeutendsten Malern des Landes zu zählen.

Gotthard Werner, dessen Mutter Ida Werner einen gewissen Ruf als Malerin von Blumenmotiven hatte, studierte an der Kunstakademie in Stockholm. Nach Abschluss des Studiums im Jahre 1861 ging er in Begleitung seiner Mutter nach Paris, eine Zeit, in der man wenig über seinen Werdegang weiß, jedoch umso mehr über seine Wandlung, denn in dieser Epoche trat der Künstler zum katholischen Glauben über und ging mit der Kapuze eines Mönches durch die Stadt. In Briefen seiner Bekannten wird Werner nun als extremer Katholik bezeichnet, der über alles Schwedische negativ spricht.

Parallel zu dieser Wandlung, die ihn wenige Jahre später nach Spanien und nach Italien führt, beginnt Gotthard Werner nahezu ausschließlich biblische und religiöse Motive zu malen. Erst nach 1870 kehrt der Künstler zurück nach Stockholm und beginnt hier historische Motive zu malen und sich auf das Ausschmücken von Kirchen zu spezialisieren. Sowohl die Altartafeln der alten katholischen Kirche in Malmö als auch die Fresken der Kapelle Sankta Birigitta in Göteborg stammen von Werner. Wenn man seine Arbeiten betrachtet, so sieht man unmittelbar den Einfluss, den alte italienische und spanische Meister auf ihn ausübten. Einige seiner Werke sind im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Göteborg zu betrachten.


20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie 

Copyright: Herbert Kårlin