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Sonntag, 3. März 2019

Der Sänger und Schauspieler Johan Palm

Johan Palm kam am 3. März 1992 in Mjölby im Östergötland zur Welt und entschied sich noch in letzter Sekunde am Talentwettbewerb Idol 2008 teilzunehmen, wobei er dabei nicht einmal den üblichen Weg nahm, sondern kurz vor Fristablauf seinen Cover-Beitrag einschickte und zu den zwei Bewerbern gehörte, die noch auf diesem Weg, also über eine Wildcard, eingeladen wurden. Auch wenn es bei Idol 2008 nur für einen vierten Platz reichte, so war der damals 16-jährige Palm über Nacht ein Mädchenschwarm geworden und konnte sich nach Idol nicht mehr unerkannt auf die Straße begeben.

Im Januar 2009 erhielt Johan Palm seinen Plattenvertrag mit Sony Music, wobei seine erste Single Emma-Lee bereits auf dem ersten Platz der verkauften Platten in Schweden landete. Dieser Single folgte im Mai ein Album und ein Sommertournee bei der Palm auch im Skansen und in Gröna Lund auftrat. Die Auftritte sollten dann sogar bis Weihnachten 2009 fortsetzen, so dass der Sänger im Grunde keine Zeit mehr zum Nachdenken hatte. Ab dem Folgejahr wurde es dann sehr ruhig um Johan Palm, der inzwischen auch die Schattenseiten der Berühmtheit entdeckt hatte.

Erst 1917 tauchte dann der Name Johan Palm wieder in der Öffentlichkeit auf, allerdings nicht als Sänger, sondern als Schauspieler im Schreckfilm Svart Cirkel, dem ersten schwedischsprachigen Film des Regisseurs Adrián García Bogliano, der dafür bekannt ist für seine Rollen immer die passende Person zu suchen, nicht einen bekannten Namen oder die Erfahrung in der Schauspielkunst. Dieser Film gehört nicht zu jenen, die ein großer Verkaufserfolg werden können, sondern zur Kategorie, die auf Filmfestivals Preise sammelt, was für Johan Palm, der auch in Zukunft gerne als Schauspieler arbeiten will, jedoch nur von Vorteil sein kann.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1770: Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler
3. März 1813: Die schwedische Kolonie Guadeloupe
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung
3. März 1844: Leonard Bygdén und die Universitätsbibliothek in Uppsala
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen schwedischen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 1956: Der schwedische Modedesigner Claes Bondelid
3. März 1966: Gustav Wally, Schauspieler, Tänzer, Regisseur
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. Januar 2019

Der Archäologe und Kulturhistoriker Bernhard Salin

Bernhard Salin kam am 14. Januar 1861 als Sohn eines Architekten in Örebro zur Welt und besuchte nach seiner Hochschulreife in Norrköping ab 1880 die Universität Uppsala. Da sich Salin vor allem auf Kunstgeschichte spezialisiert hatte und 1890 selbst Doktor in Ästhetik wurde, war es für ihn nur ein kleiner Schritt zu einer Anstellung im staatlichen, historischen Museum in Stockholm. Schon 1903 war Salin dann Intendant des Nordischen Museum, wobei er nur zwei Jahre später auch für das Skansen zuständig wurde, eine Aufgabe, die die Entwicklung des Freilichtmuseums bedeutend beeinflussen sollte.

Als Gunnar Hazelius im Jahr 1905 starb, übernahm Bernhard Salin die Aufgabe des Ausbaus und der Strukturierung des Skansen. Im Gegensatz zur Idee des Gründers der Einrichtung, Artur Hazelius, entschied er sich das Skansen in zwei Teile einzuteilen, nämlich einen wissenschaftlichen Teil, der nur der Forschung dienen sollte und einen Teil zu dem die Allgemeinheit Zugang hat. Auch wenn dies der Idee des Gründers widersprach, der die gesamte Einrichtung als Volksbildung sah, erneuerte Salin damit die Idee eines Museums. Bis zu jener Zeit war es undenkbar gewesen ein Museum auch der Forschung zu widmen.

Im Jahre 1913 wurde Bernhard Salin Direktor des Historischen Museums, machte Studienreisen und veröffentlichte mehrere Werke über Tierornamente und ihre Bedeutung in der Archäologie, was seinen ursprünglichen Interessen am nächsten kam. Salin gelang in diesen Jahren die gesamte Kunst- und Kulturgeschichte in diesem Punkt zu beeinflussen, da er eine völlig neue, und sehr logische, Betrachtungsweise vorlegte. Nach einem Schlaganfall war Salin jedoch ab 1923 nicht mehr in der Lage irgendwelche Arbeiten oder Tätigkeiten als Autor fortzusetzen. Bernhard Salin starb am 20. Oktober 1931 im Alter von 70 Jahren in Stockholm.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1925: Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Januar 2019

Der erste Film Värmlingarna hat Premiere

Im Grunde geht die Geschichte der Värmlingarna auf Fredrik August Dahlgren zurück, der 1845 das entsprechende Lustspiel schrieb, ohne allerdings zu ahnen, dass er damit das Nationalstück Värmlands verfasste, da es bei dem Stück lediglich um eine nahezu unmögliche Liebe zwischen einem reichen Erben und einem armen Mädchen handelt, das, nach zahlreiche Intrigen und einem Selbstmordversuch des Paares zu einem glücklichen Ende führt, ein typisches Stück für ein Bauerntheater, das er mit dem heutigen Nationallied Värmlands enden ließ, das er eigens dem Stück angepasst hatte.

Dieses Theaterstück sollte später die Vorlage für zahlreiche moderne Versionen der Värmlänningarna sein und zu fünf verschiedenen Filmversionen führen. Der erste Film Värmlänningarna wurde in Kristianstad gedreht, weit entfernt vom Värmland, ist jedoch aus mehreren Gründen von besonderer Bedeutung, insbesondere deshalb, weil dieser Film, der am 9. Januar 1910 Premiere hatte, in der Regie von Ebba Lindkvist entstand, der ersten Frau Schwedens, die für ein so monumentales Werk verantwortlich war und damit, wenn auch sehr langsam, auch Frauen half in der Welt der Filmproduktion Fuß zu fassen.

Auch Ebba Lindkvist konnte die Tragweite dieser Geschichte nicht kennen, sondern war vermutlich mehr von der Dramatik des Stückes angezogen. Heute gibt es in Schweden niemanden, der weder Film, noch Theaterstücke oder Fernsehversionen der Värmlänningarna kennt, denn seit 1929 führt der Verein Wermlänningarne jedes Jahr das Theaterstück auf, seit 1948 auch im Skansen. Lediglich während der Kriegsjahre wurde diese Tradition unterbrochen. Während das Originalstück natürlich auch in Värmländisch geboten wird, haben Ebbe Lindkvist, oder später auch Ingmar Bergman, bei ihren Interpretationen das offiziellere Schwedisch gewählt.

9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre
9. Januar 1636: Die neue schwedische Kupferkompanie
9. Januar 1652: Der Feldmarschall und Künstler Axel Sparre 
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin
9. Januar 1895: Greta Johansson und olympisches Gold
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. März 2017

Åke Grönberg, Schauspieler, Sänger und Regisseur

Åke Grönberg kam am 26. März 1914 als Sohn eines Schmiedes in ärmeren Verhältnissen in Stockholm zur Welt und hatte als Jugendlicher lediglich als Süßigkeitenverkäufer mit dem Kino Kontakt. Anschließend bildete sich Grönberg zum Schmied aus, aber da ihm der Beruf wenig sagte, wechselte er er mehrmals die berufliche Richtung. Seine wirkliche Karriere begann dann Anfang der 30er Jahre als Statist im Dramaten, denn während dieser Zeit entdeckte man sein Talent als Unterhalter, Schauspieler und Sänger. Schon 1936 arbeitete Grönberg dann an der Freilichtbühne im Skansen und in den Folgejahren zog er mit Theatergesellschaften durch Schweden.

Noch während der 30er Jahre entschied sich Åke Grönberg für eine sehr breite Aktivität, denn neben dem unterhaltenden Theater spielte er in Revuen und nahm die ersten Schallplatten auf, unter anderem mit den Erfolgshit Den gamla dansbanan. Innerhalb von nur zehn Jahren war Grönberg in ganz Schweden bekannt und trat auf den größten Bühnen des Landes auf. Insgesamt nahm Grönberg rund 300 Schallplatten auf, und auch auf der Theaterbühne überzeugte er mit einem extrem breiten Repertoire, das von einem Zirkusartisten und Landstreicher bis zu einer Rolle in August Strindbergs Fröken Julie reichte.

Åke Grönberg, der ohne jede Ausbildung zum Schauspiel gekommen war, hatte 1936 in Anders Henriksons 65, 66 och jag auch seine erste Filmrolle, der knapp 90 weitere Filmrollen folgen sollten, unter anderem in Paradis Oskar, der ersten Filmversion von Astrid Lindgrens Luffaren und Rasmus und in Ingmar Bergmans Gycklarnas afton. Gegen Ende seiner Karriere kehrte Grönberg mehr und mehr zum Theater zurück und ging dabei vom Lustspiel auf ernstere Rollen über, insbesondere im Dramaten und im Stadttheater in Stockholm. Åke Grönberg starb am 15. September 1969 im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt.


26. März 1747: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1828: Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden
26. März 1963: Das Stadtviertel Krämaren wird die Galerie Krämaren
26. März 2015: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer 

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 25. September 2015

Der schwedische Architekt Fredrik Blom

Als Fredrik Blom am 25. September 1853 starb, ging er als der Erfinder des transportablen Fertighauses in die Geschichte ein, da er der erste Architekt war, der auf die Idee gekommen war Holzhäuser zu erfinden, die aus verschiedenen Bauteilen in kurzer Zeit zusammengesetzt werden konnten und, bei Bedarf, auch wieder zerlegt wurden um an eine neue Stelle transportiert zu werden. Selbst Teile der Einrichtung wie Treppen oder der Kachelofen konnten an Wunschstellen verlagert werden. Der Erfolg dieser Häuser war so groß, dass sie selbst nach Frankreich und Russland exportiert wurden.

Fredrik Blom war am 24. Januar 1781 in Karlskrona als Sohn eine Kompassherstellers zur Welt gekommen und begann in seiner Jugend eine Offiziersausbildung bei der schwedischen Marine in seiner Heimatstadt. Da um diese Zeit zu einer Offiziersausbildung auch eine Ausbildung zum Bauingenieur gehörte, entdeckte Blom sehr bald, dass seine Neigung zur Architektur ging. Allerdings gab Blom seine militärische Karriere deshalb nicht auf, sondern er entschied sich als Architekt für die Marine zu arbeiten. In diesem Zusammenhang entstanden auch Brücken, Kaianlagen und zahlreiche militärische Bauten, die die Fähigkeiten Blums allgemein bekannt machten. Dank seiner Begabung wurde der Militärarchitekt 1817 selbst zum Professor in Bautechnik an die Kunstakademie berufen.

Wenn man heute die Bauwerke von Fredrik Blom betrachtet, der den Stadtteil Södra Djurgården in Stockholm prägte, so stellt man fest, dass seine Bauten nahezu einfallslos sind und deutlich die militärische Schule zeigen, auf der anderen Seite jedoch einen Bauingenieur zeigen, der für jedes technische Problem eine Lösung fand. Dies erklärt auch, dass seine transportablen Gebäude, also Pavillons und Lusthäuser so erfolgreich waren. Auch wenn Karl XIV. Johan zahlreiche dieser Blomska husen erwarb, so existieren heute nur noch wenige dieser Bauwerke. Eines des Lusthäuser kann man jedoch im Skansen in Stockholm noch aus nächster Nähe betrachten.


25. September 1826: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
25. September 1828: Charlotte Seuerling, die blinde Harfenspielerin
25. September 1935: Maj Sjöwall und Kommissar Beck
25. September 1935: Sjöwall-Wahlöö und Polizist Martin Beck
25. September 1963: Der schwedische Schauspieler Mikael Persbrandt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. Juni 2014

Die schwedische Politikerin Anna-Greta Leijon

Am 7. Juni 1988 musste Anna-Greta Leijon, die erst 1987 von Ingvar Carlsson zur Justizministerin ernannt worden war und damit die erste Justizministerin Schwedens wurde, die keinerlei Jurastudium hinter sich hatte, wegen der sogenannten Ebbe Carlsson Affäre von ihrem Amt zurücktreten. Allerdings beendete dies nicht ihre politische Karriere, denn noch im gleichen Jahr wurde sie erneut ins Parlament gewählt und die Vorsitzende des Finanzausschusses. Selbst als Anna-Greta Leijon 1990 wegen internen politischen Schwierigkeiten als Vorsitzende des Ausschusses zurücktrat, so erhielt sie bis zu ihrer Rente regelmäßig Regierungsaufträge, unter anderem beim schwedischen Fernsehen und als Direktorin des Skansen in Stockholm.

Anna-Greta Leijon war am 30. Juni 1939 als Tochter eines Gefängniswärters in Stockholm geboren worden. Bereits als Schülerin engagierte sie sich im Jugendverband der Antialkoholiker und zeigte sich als Kämpferin gegen jeden Alkoholkonsum. Nach ihrem Abitur begann Leijon im Herbst 1960 Staatswissenschaft an der Universität Uppsala zu studieren und trat gleichzeitig dem Jugendverband der Sozialdemokraten bei. Noch bevor die Studentin irgendein Examen ablegte, heiratete sie und verließ die Universität - um jedoch bereits 1964 im Vorläufer des schwedischen Arbeitsamts beschäftigt zu werden, mit der Aufgabe Frauen beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu helfen.

Der politische Aufstieg von Anna-Greta Leijon begann dann im Jahre 1970, als sie in die Regionalregierung der Region Stockholm als Vertreterin der Sozialdemokraten gewählt wurde. Nur drei Jahre später wurde Leijon in das Parlament gewählt und zum Staatsrat ernannt sowie von Olof Palme als stellvertretende Arbeitsmarktministerin eingesetzt. Als Staatsrat trat Leijon dann besonders hervor, als sie nach der Geiselnahme am 24. April 1975 im Schnellverfahren die deutschen Terroristen abschob und anschließend knapp einer Entführung durch die RAF entging. Diese Berühmtheit half ihr im Jahre 1982 dabei, als die Sozialdemokraten in Schweden wieder an die Macht kamen, unmittelbar das Amt als Arbeitsmarktministerin zu erhalten. Anna-Greta Leijon stolperte mit der Ebbe Carlsson Affäre letztendlich an mangelnden juristischen Kenntnissen.


7. Juni 1876: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
7. Juni 1905: Schweden und Norwegen gehen getrennte Wege
7. Juni 1907: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
7. Juni 1988: Die Ebbe Carlsson Affäre und der Tod von Olof Palme
7. Juni 2015: Das Naturreservat Fjällberget bei Leksand 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. September 2013

Die Karriere von Åke Grönberg

Als Åke Grönberg am 15. September 1969 an einem Herzinfarkt starb, hatte er in rund 90 Filmen mitgespielt und war einer der bedeutendsten Darsteller des leichteren Theaters Schwedens geworden, der vor allem durch eine Rolle landesweit bekannt geworden war, nämlich als der gutherzige Landstreicher Oskar aus der ersten Filmversion von Astrid Lindgrens Luffaren och Rasmus, denn auch wenn diese Rolle nicht die bedeutendste des Schauspielers war, so war sie die bekannteste.

Auch wenn Åke Grönberg bereits mit 22 für seinen ersten Film engagiert wurde, so war diese Berufswahl mehr ein Zufall, denn Grönberg war ausgebildeter Schmied, hatte aber auch als Bäcker und Schlachter gearbeitet um sich in Stockholm über Wasser halten zu können. Während seines Militärdienstes fiel dann dann jedoch seine schauspielerische Komik auf und bald musste er bei jedem gemütlichen Abend der Truppe als Unterhalter auftreten. Nach seiner Entlassung im Jahre 1936 wurde Grönberg beim Freilufttheater Skansen beschäftigt und im gleichen Jahr wurde der Autodidakt für den Film entdeckt.

Egal ob Åke Grönberg bei einer Revue oder mit einem Musical auf der Bühne stand, die Stücke waren ein Erfolg dank des natürlichen Humors des Künstlers und seinem Gesangstalent. In den 60er Jahren wurde Grönberg auch vom Fernsehen entdeckt und seine Sketche wurden in ganz Schweden bekannt. Allerdings hatte sich der Schauspieler in dieser Zeit mehr ernsthafteren Rollen im Theater zugewandt und spielte sowohl im Stockholmer Stadttheater als auch im Dramaten. Durch den plötzlichen Tod konnte er dabei jedoch seinen Höhepunkt nicht mehr erreichen.


15. September 1972: Flugzeugentführung in Schweden
15. September 1975: Der Name Arla wird in Schweden geboren

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Mai 2013

Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen

Als Artur Hazelius am 27. Mai 1901 in Stockholm starb, war der ehemalige Lehrer zu einer der bedeutendsten kulturellen Personen Schwedens geworden, die in gewisser Weise noch heute eine große Rolle in der touristischen Entwicklung Stockholms spielen, auch wenn sich der Volkskundeforscher zu Beginn seiner Karriere nur an eine strikte Rechtschreibreform Schwedens machte, die wenig geschätzt war, und seine Ziele auf seine konservative und nationalistische Einstellung bauten, eine Tatsache, die man heute gerne verschweigen will.

Artur Hazelius ist heute bekannt dafür, dass er das Nordische Museum (Nordiska Museet) in Stockholm schuf in dem man heute die größte ethologische Sammlung Schwedens finden kann und in dem viele der Ausstellungsstücke von Hazelius selbst kommen. Die Entstehung dieses Museum geht indes auf zwei wichtige Ereignisse zurück, denn zum einen verfolgte der Vater von Hazelius die Meinungen des Göthizismus, der davon ausgeht, dass Schweden die Wiege aller Kulturen ist und dieser seinem Sohn daher alle Geheimnisse des früheren Schweden näher brachte, und zum anderen hatte Hazelius das von Gunnar Olof Hyltén-Cavallius gegründete Museum in Växjö entdeckt und wollte nun in Stockholm ein weitaus  größeres und umfangreicheres Museum schaffen.

Aber Hazelius ging in gewisser Weise auch in die Weltgeschichte ein, da er neben dem Nordischen Museum auch das Skansen schuf. Diese Idee kam wiederum aus Varberg, wo Alfred Bexell die sogenannte Bålastugan gekauft hatte, die noch heute ein einzigartiges Museum ist. Auch hier sah Hazelius größer als der Varberger Lokalforscher und er schuf das erste Freiluftmuseum weltweit. Skansen wurde später ein Vorbild für alle großen Freilichtmuseen und Museumsdörfer und war, zum Beispiel, die Grundlage für Gammlia in Umeå, aber auch für das Beamish Museum in Durham, das Nederlandse Openluchtmuseum in Arnheim, das Museo al Cielo Abierto in Valparaiso und das Freiluftmuseum in Hokkaido, das allerdings von November 2013 bis 2015 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen sein wird. Artur Hazelius schuf mit dieser nationalen Museumsanlage eine Modell für alle anderen entsprechenden Anlagen, die weltweit Ströme von Touristen anziehen.


27. Mai 1953: Die Krankenversicherung in Schweden
27. Mai 2010: Der Käsetag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Dienstag, 30. April 2013

Der Tag der schwedischen Flagge

Der inoffizielle Tag der schwedischen Flagge wurde bereits am 6. Juni 1916 von Artur Hazelius im Stockholmer Skansen eingeführt, wobei Hazelius hierbei mehrere Gedanken miteinander verband. Zum einen war er ständig auf der Suche nach Festen, die möglichst viele Besucher ins Skansen zogen, zum anderen wollte er die nationale Bewegung, die um diese Zeit in Schweden herrschte, ausnutzen um auf einen Nationaltag vorzubereiten und er wollte den Gustafsdagen in Erinnerung an Gustav Vasa besonders hervorheben.

Aber auch wenn die heutige schwedische Flagge bereits seit 1906 existiert, da in diesem Jahr die Union zwischen Norwegen und Schweden aufgelöst wurde und daher eine neue Flagge benötigt wurde und Artur Hazelius ihr 1916 nicht nur eine bedeutende Rolle gab, sondern seine Idee auch dazu führte, dass in schwedischen Haushalten bei wichtigeren Festen Tischflaggen eingeführt wurden und später die Wimpel und die Fassadenflaggen erschienen, so gab es in dieser Zeit weder einen Tag der schwedischen Flagge, noch einen Nationaltag.

Erst am 30. April 1982 entschied sich das schwedische Parlament einen Tag der schwedischen Flagge einzuführen, und im gleichen Zug auch einen Nationaltag und so nebenbei auch die Tage festzulegen an denen die Nationalflagge gehisst werden darf, die Flaggentage. Mit dieser Reform entstand jedoch nicht nur der Nationaltag Schwedens und der Tag der schwedischen Flagge, sondern an diesem Tag werden auch in ganz Schweden diejenigen Personen willkommen geheißen, die im Vorjahr die schwedische Staatsbürgerschaft erhielten. Seit  der Nationaltag im Jahre 2005 zum Nationalfeiertag ernannt wurde, sind diese drei Ereignisse kaum noch auseinanderzuhalten, obwohl es sich in Wirklichkeit nach wie vor um drei verschiedene Ereignisse handelt.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden 
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. April 2013

Erik Femström, besser bekannt als Jerry Williams

Wenn man in Schweden von Erik Fernström spricht, der am 15. April 1942 in Solna geboren wurde, so wird kaum jemand reagieren und oft nicht wissen, dass man von einem der bekanntesten Rocksänger des Landes spricht, nämlich von Jerry Williams. Die Ursache liegt einfach daran, dass der Sänger sein Privatleben und seine Familie vom der beruflichen Karriere trennt und kaum Fragen über sein Privatleben beantwortet, was in seinem Fall selbst die Skandalpresse des Landes respektiert und daher auch nur selten seinen bürgerlichen Namen nennt.

Die musikalische Karriere des früheren Installateurs Fernström begann im Jahre 1963, als er mit der Band The Violents während der gesamten Schweden-Tournee der Beatles als Vorband der Gruppe auftrat. Jerry Williams ließ sich anschließend bei seinem Rock mehr und mehr vom Soul beeinflussen bis er Ende der 60er Jahre seinen ersten großen Erfolg mit Keep On hatte. Seine Bands wechselten in den 70er und den 80er Jahren und Williams eroberte mit seiner Musik ganz Schweden. Die mittlerweile etwas ältere Bevölkerung erinnert sich mit Sicherheit auch noch an seine Auftritte mit der Gruppe Roadwork, mit der er jahrelang durch Schweden zog.

Als Jerry Williams im Jahre 1989 Did I Tell You sang, hatte er den absoluten Höhepunkt seiner Karriere erreicht und er begann, neben den üblichen Konzerten, eigene Shows zu schaffen mit denen er in ganz Schweden vor ausverkauften Häusern auftrat. Seine Vorstellung in der Hamburger Börs in Stockholm zählte insgesamt 167 Vorstellungen. Als Williams dann 1999 I Can Jive präsentierte, das in der Hamburger Börs startete und noch 2006 im Lorensbergsteatern in Göteborg ein volles Haus bot, zeigte sich, dass Jerry Williams sein Publikum nicht nur halten konnte, sondern auch ständig ein neues und jüngeres Publikum anzog, was man während seines Auftritt beim Allsång på Skansen im Jahre 2010 sehr deutlich sehen konnte.


Jerry Williams starb am 25. März 2018 im Alter von 75 Jahren in Täby an Krebs. Er veröffentlichte sein letztes Studioalbum "Ghost Rider" noch 2015.

15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Skansen in Stockholm, Tierpark und Museumsdorf

Als am 11. Oktober 1891 das Museumsdorf Skansen von Artur Hazelius in Stockholm eröffnet wurde, war das Gelände nichts anderes als ein Spielplatz für Oscar I., dem Sohn des damaligen Königs Karl XIV. Johan, entwickelte sich aber sehr schnell zu einer bedeutenden Attraktion der schwedischen Hauptstadt. Als wichtige Meilensteine gelten vor allem die Eröffnung des Freilufttheaters am 17. Juni 1911 und die Gründung eines Tierparks im Jahre 1924. Seit dem 1. Juli 1963 wird die Anlage Skansen nun in Form einer Stiftung von der Stadt Stockholm verwaltet und entsprechend subventioniert.


Der Tierpark im Skansen verdankt sein Entstehen der Familie Grill, deren Stiftung die gesamte Grundeinrichtung und den Kauf der ersten Tiere ermöglichte. Im Laufe der Jahre hat sich der Skansen-Tierpark dann auf die nordischen Tiere spezialisiert, die man nahezu alle in den Anlagen finden kann, wobei natürlich auch die wichtigsten Tiere aus den anderen Teilen der Welt eingekauft wurden damit sich die Besucher mit der Tierwelt dieser Erde vertraut machen können.


Als größte Attraktion gilt heute das Museumsland Skansen mit über 140 Gebäuden aus ganz Schweden, die im Park gemäß der schwedischen Geografie angeordnet sind und, im Gegensatz zu den Museumsdörfern in den anderen Städten Schwedens, mehr die unterschiedlichen historischen Baustile Skandinaviens zeigen will und dadurch relativ wenig Information zu einzelnen Gegenden des Landes bietet und auch nicht die historische Entwicklung der Baustile Schwedens zeigt, was auch nicht das Ziel dieses Museumslandes ist. Skansen ist ein Miniaturschweden an der das 17. Jahrhundert neben dem 20. Jahrhundert existiert.

11. Oktober 1858: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Oktober 1948: Göran Rosenberg und die Freiheit der Juden
11. Oktober 1996: Radiostation in Grimeton unter Denkmalschutz

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. April 2012

Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen

Am 10. April 1946 wurde Mikael Wiehe in Stockholm geboren, ein Musiker und Komponist, der vor allem von Bob Dylan inspiriert wurde und eine bedeutende Rolle in der linken Musikbewegung Schwedens der 70er Jahre einnahm. Auch wenn Mikael Wiehe bereits mit 17 seine musikalische Karriere begann, so wurde er erst, gemeinsam mit Björn Afzelius, mit der Hoola Bandoola Band bekannt, der vermutlich bekanntesten Progg-Gruppe des Landes.


Nach der Auflösung der Hoola Bandoola Band im Jahre 1976 gründete Mikael Wiehe das Kabaréorkestern mit dem er weiterhin die sozialen Ungerechtigkeiten Schwedens angriff und, unter anderem, seinen vermutlich bekanntesten Song „Titanic“ schrieb. Um einen Zugang zu Mikael Wiehe zu bekommen, ist es nötig den Texten zu lauschen, die sehr oft der Zeit angepasst sind und sehr häufig von einer Revolte gegen das gegenwärtige politische System zeugen.

Die Musik Mikael Wiehes kann in zwei Gruppen eingeteilt werden, nämlich die persönliche und die politische. Den Höhepunkt der sehr persönlichen Produktionen war seine Platte „Sånger från en inställt skilsmässa“, bei der er seine Eheprobleme öffentlich abhandelt. Sein politisch engagierter Höhepunkt kam 2010 mit seinem Auftritt bei Allsång på Skansen, als auf dieser Bühne erstmals politische Propagandasongs zu hören waren, auch wenn Mikael Wiehe dabei auf ”Hej då, trevligt att träffas” verzichtete, oder verzichten musste, da bei diesem Song mehrere aktuelle Politiker mit Namen genannt werden.

10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg