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Sonntag, 27. Januar 2019

Der Archäologe und Forscher Hjalmar Stolpe

Als Hjalmar Stolpe am 27. Januar 1905 im Alter von 63 Jahren in Stockholm starb, ging er zwar als einer der bedeutendsten Archäologen seiner Zeit in die schwedische Geschichte ein, aber er nahm auch einige seiner Geheimnisse mit ins Grab, trotz der zahlreichen Aufzeichnungen und Plänen, die der Wissenschaftler hinterließ. Denn bis heute konnte nicht nachgewiesen an welchen Stellen Stolpe auf Björkö nach den ältesten Ansiedlungen suchte, die sich durch die sogenannte schwarze Erde auszeichnen.

Hjalmar Stolpe kam am 23. April 1841 als Sohn eines Beamten in Gävle zur Welt und studierte ab 1860 Zoologie, Botanik und Mineralogie an der Universität Uppsala. Bald nach seinem Studienabschluss im Jahre 1870 begann sich Stolpe für Björkö und Birka zu interessieren, allerdings nicht als Archäologe, sondern weil er dort ungewöhnlich viel Bernstein mit Einschließungen fand. Stolpe begann daher mit Ausgrabungen um zu erfahren, ob dort Bernstein auf natürliche Weise entstanden war, oder ob es sich dabei um eine Handelsware handelte. Bei dieser Arbeit stieß der Forscher auf eine ungeahnte Menge an historischen Funden, die er parallel zu seinen Arbeiten erkunden wollte und erhielt vom König die Genehmigung und die Mittel dort als Archäologe tätig zu werden. Stolpe wurde auf diese Weise einer der wichtigsten Archäologen auf den Spuren der Wikinger im Mälartal.

Noch während seiner Arbeiten auf Björkö tauchte dann der Gedanke auf in Stockholm ein Ethnographisches Museum zu schaffen, was den Forschungsdrang von Hjalmar Stolpe weckte, denn ab 1877 unternahm er dann eine große Menge an Forschungsreisen in die ganze Welt und sammelte dort das Basismaterial des heutigen Museums. Bei diesen Reisen halfen ihm auch seine archäologischen Erfahrungen, denn in Peru gelang es Stolpe auch ein altes Indiograb auszugraben und konnte einige Funde mit nach Schweden bringen. Diesen Reisen verdankte es Stolpe auch, dass er 1903 zum Intendant des drei Jahre vorher gegründeten Ethnographischen Museums wurde und den Professorentitel verliehen bekam.


27. Januar 1786: Der Kanzleipräsident und Politiker Joachim von Düben
27. Januar 1808: Der schwedische Architekt Jonas Lidströmer 
27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1880: Der schwedische Künstler Frank Heyman
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund
27. Januar 1977: Dagmar Hagelin verschwindet in Buenos Aires spurlos
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. April 2014

Der schwedische Architekt Lars Israël Wahlman

Lars Israël Wahlman wurde am 17. April 1870 unter dem Namen Israel Laurentius Wahlman in Hedemora geboren und studierte ab 1889 an der KTH (Kungliga Tekniska Högskolan) in Stockholm Architektur. Nach seinem Examen im Jahre 1894 wurde Wahlman erst Assistent an der gleichen Hochschule und 1912 wurde er dort zum Professor ernannt, wobei sich der Architekt vor allem auf Landschaftsarchitektur spezialisiert hatte, einen Bereich, in dem Wahlman geradezu als schwedischer Vorreiter betrachtet werden kann.

Neben seiner Tätigkeit als Professor in Architektur widmete sich Lars Israël Wahlman auch privat zwei verschiedenen Bereichen der Architektur, die jedoch gewisse Züge gemein hatten, denn zum einen war der Architekt sehr stark von der britischen Architektur, insbesondere von Baillie Scott, beeinflusst, zum anderen musste nach Wahlman die Architektur immer mit dem Kunsthandwerk und natürlichen Materialien verknüpft werden. Seine Fassaden sind daher noch heute geradezu ein Markenzeichen des Architekten, der dem englischen Grundstil sehr häufig schwedisches Holz beifügte.

Unter den bedeutendsten Bauten von Lars Israël Wahlman findet man das Tjolöholms Schloss im Halland, die Engelbrektskyrkan in Stockholm und die Ansgarskapelle auf Birka. Diese beeindruckenden Bauten lassen jedoch oft vergessen, dass Wahlman ein Erneuerer der Gartenplanung Schwedens war, der die Bewegung Arts and Crafts im Norden verbreitete. Diese einmalige Gartenkunst findet man in großen Zügen noch in einigen Parkanlagen, Friedhöfen sowie privaten Gartenanlagen Schwedens. Kein Architekt Schwedens zeichnete zu Beginn des 20. Jahrhunderts so viele Garten- und Parkanalgen wie Wahlman, wobei es ihm dabei immer wichtig war, dass Gebäude und Garten eine geschlossene Einheit bilden.


17. April 1900: Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg
17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1920: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik
17. April 1970: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. September 2011

Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum

Am 17. September 936 wurde in der Wikingerstadt Birka am Mälaren der deutsche Bischof Unni getötet. Dieser Tag ist das erste konkrete Datum der schwedischen Geschichte, auch wenn er der deutschen Kirchengeschichte entstammt, da der Tod des Bischofs Unni die Wikinger wenig berührte und daher auch nicht von ihnen festgehalten wurde. Nicht festgehalten wurden daher auch die Informationen wann Unni im Jahre 935 in Birka ankam, noch weiß man wer ihn getötet hat.

Unni sollte in Birka das Werk des Mönches Ansgar fortführen, der gegen 837 Birka zwar nicht christianisieren konnte, aber dafür sorgte, dass in der Umgebung Birkas mehrere Kirchen gebaut wurden, die alle von einem Priester besetzt waren und damit den christlichen Glauben erneut im Wikingerreich verbreiten sollten. Wie erfolgreich diese Aktion war, ist unbekannt. Sicher ist jedoch, dass es bereits gegen 870 keine Priester mehr im Svealand gab und selbst die zum Christentum übergetretenen Wikinger waren wieder zum altnordischen Glauben zurückgekehrt.

Als daher der Bischof Unni 935 in Birka ankam, musste er die Missionierung von neuem beginnen. Das Ziel der Missionierung war in jener Zeit jedoch weniger wahre Christen zu schaffen, sondern es war wichtig, dass die Heiden christliche Werte übernahmen, da dies die Handelsbeziehungen vereinfachte. Unni hatte sich daher die Genehmigung zur Christianisierung von den Königen des Sveareiches, die ebenfalls an einem ausgedehnten Handel interessiert waren, vor seiner Arbeit eingeholt. Der Vorteil bei der Christianisierung war, dass die Wikinger sich mit allen Göttern gut stellen wollten und daher einen weiteren Gott ohne Probleme in ihrem Glauben aufnehmen konnten. Da es jedoch 936 auch eine Widerstandsbewegung gegen die Christianisierung gab, überlebte Unni nur ein knappes Jahr in Birka. Bereits 30 Jahre nach seinem Tod waren jedoch alle Wikinger in Birka, auf Druck ihrer Führer, getauft und damit offiziell zu Christen geworden. In der Realität hatte sich jedoch ein Mischglaube entwickelt, der erst bei späterer Missionierung abgeschafft wurde.

17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. Mai 2011

Religionsfreiheit und Svenska Kyrkan in Schweden

Am 19. Mai 1951 beschloss das schwedische Parlament die Religionsfreiheit in Schweden einzuführen. Nach dieser Gesetzesänderung war es den Freikirchen Schwedens ab dem 1. Januar 1952 erlaubt offen für sich zu werben und auch Hochzeiten und Beerdigungen vorzunehmen. Erst nach dieser Gesetzesänderung war es schwedischen Bürgern auch möglich sich ganz von der Svenska Kyrkan zu lösen und sich einer anderen Kirche anzuschließen.

Wann das Christentum erstmals nach Schweden kam, ist nicht bekannt, sicher ist jedoch, dass der katholische Glaube bereits im Jahre 830 in Birka verbreitet wurde und sich ab dem Jahre 1000 in großen Teilen Schwedens festigen konnte. Allerdings setzte sich der katholische Glaube nie vollständig durch in Schweden und mit dem Uppsala Möte im Jahre 1593 mussten sich alle Schweden zwangsweise zur evangelisch-lutherischen Kirche bekennen. Diese Bestimmung wurde während des folgenden Jahrhunderts sowohl durch bürgerliche als auch kirchliche Gesetze immer weiter gefestigt.

Bis 1860 erlaubten diese Gesetze keinerlei Ausnahmen im schwedischen Reich, zumindest, was schwedische Bürger betraf. Erst in diesem Jahr wurde es einigen wenigen Freikirchen erlaubt eigene Gemeinschaften zu schaffen, ohne dass diese jedoch die gleichen Rechte erhielten, die die Svenska Kyrkan besaß. Schweden konnten ab dieser Epoche auch aus der Svenska Kyrkan austreten, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie sich gleichzeitig einer anderen, vom Staat zugelassenen, Kirche anschlossen. Freikirchen durften jedoch keinerlei Missionsarbeit ausführen um Gläubige von der Svenska Kyrkan abzuwerben.

Ausländer, die nach Schweden geholt wurden um dort Städte zu bauen oder Handel zu treiben, mussten sich der staatlichen Kirche Schwedens nicht zwangsweise anschließen und konnten daher ihren Glauben beibehalten. Die einzige Auflage war, dass sie diesem Glauben in Abgeschiedenheit nachgingen und Schweden nicht zum Irrglauben führten. Noch heute sind über 70 Prozent der Schweden, zumindest passiv, Mitglied der Svenska Kyrkan, der Einfluss der ehemaligen Staatskirche ist jedoch permanent am schwinden.

19. Mai 1793: Jean Eric Rehn und der gustavianische Stil Schwedens
19. Mai 1956: Der schwedische Regisseur Kristian Petri 

Copyright: Herbert Kårlin

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