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Mittwoch, 1. Juli 2015

Die Hinrichtung von Tidericus auf Gotland

Im Laufe der schwedischen Geschichte wurden nur sehr wenige Personen lebend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine dieser Personen war der deutsche Kaufmann Tidericus, der am 1. Juli 1350 in Visby auf Gotland auf diese Weise sein Leben verlor. Tidericus war nach dem Stadtrat der Handelsstadt dafür verantwortlich, dass die Pest auf Gotland ausbrach, angeblich, weil Tidericus die Brunnen der Insel vergiftet hatte um die Christenheit der Insel auszurotten, eine Aussage, die darauf schließen lässt, dass der Kaufmann einer der ersten Juden war, die auf Gotland Handel betrieben.

Allerdings kamen nicht die Bewohner Gotlands auf die Idee dass Tidericus ein Giftmörder war, sondern das Gerücht war von Deutschland aus nach Visby geraten, denn im Lübeck jener Zeit sprach man davon dass Tidericus bereits in Deutschland auf seinen Reisen zahlreiche Brunnen vergiftet hatte um die Pest dort zu verbreiten. Nach dem Stadtrat Lübecks hatte der Händler das Gift von den Juden Aaron und Moses erhalten, die bestrebt waren das gesamte Christentum auszurotten. In diesem Zusammenhang darf man auch nicht vergessen, dass einflussreiche deutsche Kaufleute seit rund 30 Jahren  Mitglied des Stadtrats in Visby waren und Gotland um diese Zeit vom deutschen Handel abhängig war.

Die Verurteilung und Hinrichtung von Tidericus wird als die erste Judenverfolgung auf schwedischem Raum betrachtet, denn im gleichen Jahr wurden noch neun weitere Personen in Visby wegen der Vergiftung von Brunnen verurteilt und Dokumente belegen, dass mindestens zwei unter den Angeklagten Juden waren, die die Tat, wenn auch unter Folter, zugegeben hatten. Diese beiden Personen hatten zudem erklärt, dass sie bereits Brunnen in Stockholm, Västerås und Arboga vergiftet hatten, also die Pest über Schweden verbreitet hatten. Auch diese beiden Personen wurden zum Tode verurteilt, wobei es jedoch keinerlei Dokumente gibt, die über ihr tatsächliches Schicksal sprechen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo bereits 1349 nahezu alle Juden des Landes getötet worden waren, blieb es in Schweden jedoch bei der Hinrichtung oder den Hinrichtungen auf Gotland, dem einzigen Gebiet Schwedens in dem um diese Zeit mit Sicherheit auch einige Juden lebten.


1. Juli 1855: Die erste Briefmarke Schwedens
1. Juli 1885: Der schwedische Flugpionier Hjalmar Nyrop
1. Juli 1891: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
1. Juli 1971: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
1. Juli 1984: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
1. Juli 2000: Über die Öresundbrücke (Öresundsbro) nach Schweden
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 1. Januar 2015

Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben

Auch wenn die Kleinstadt Eslöv in Skåne bereits im 12. Jahrhundert von Erzbischof Eskil schriftlich erwähnt wurde, so blieb der Ort durch die Nähe von Lund und Malmö über Jahrhunderte hinweg ohne größere Bedeutung und zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand man dort gerade einmal 15 landwirtschaftliche Güter. Diese Situation sollte sich jedoch ab dem 4. Oktober 1858 nahezu schlagartig ändern, denn an diesem Tag kam die Eisenbahnlinie Södra Stambanan in Eslöv an.

Vermutlich hätte auch dieses Ereignis nur kleinere Verbesserungen für Eslöv gebracht, wenn nicht bereits geplant gewesen wäre die Eisenbahnlinie bis Landskrona, Helsingborg und Ystad zu verlängern, denn dadurch wurde Eslöv ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der bis Ende des 19. Jahrhunderts noch mehr Bedeutung bekommen sollte und mit weiteren Städten Südschwedens verbunden wurde. Bereits gegen 1858 hatten sich daher Eisenbahnarbeiter und Ingenieure in Eslöv angesiedelt und in den folgenden 20 Jahren kamen Kaufleute hinzu und die erste Industrie ließ sich in Eslöv nieder.

Diese Entwicklung führte wiederum dazu dass Eslöv bereits 1875 ein regelrechtes Handelszentrum war und damit auch die Marktrechte verliehen bekam. Der Handelsort zog nun weitere Kaufleute und Handwerker an so dass sich Eslöv um die Jahrtausendwende bereits in eine Stadt verwandelt hatte, mit allen seinen Vor- und Nachteilen. Es sollte dann nur noch bis zum 1. Januar 1911 dauern bis Eslöv auch die Stadtrechte verliehen bekam. Als sich dann  auch eine Essigfabrik niederließ, Herbert Felix dort seine Gurkenfabrik aufmachte und die Åkermans Werkstatt entstand, wurde Eslöv zu einer der wichtigsten Handelsstädte Schwedens, die lediglich durch die beiden Weltkriege diese Spitzenstellung wieder verlor und erneut zum Kleinstadtleben zurückkehrte.


1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1842: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 24. April 2013

Örebro wird internationale Handelsstadt

Seit dem 17. Jahrhundert war der internationale Handel in Schweden einigen wenigen Städten vorbehalten, die vor allem an der Küste lagen, da der Transport in jener Zeit überwiegend zur See erfolgte. Einige wenige Städte im Binnenland, die an wichtigen Flussläufen, später auch an Kanälen, lagen, erhielten jedoch ebenfalls das Recht internationalen Handel zu betreiben. Allerdings mussten dort wichtige wirtschaftliche Güter verladen werden, die dem König dienten.

Am 24. April 1896 wurde in diesem Rahmen auch Örebro zur sogenannten Stapelstad ernannt, was nicht nur bedeutete, dass Örebro internationalen Handel betreiben durfte, was insbesondere Eisen betraf, sondern dass dort auch eine Zollstelle eingerichtet wurde, die den Export und Import überwachte und dass entsprechende Hafenanlagen vorhanden sein mussten, Bedingungen, die Örebro damals auch erfüllte. Diese Ernennung führte natürlich mit sich, dass damit Örebro die wichtigste Handelsstadt der Region wurde und der Handel dort blühte.

Das Stapelstäder gingen im Grunde bis zur Regierung von Gustav II. Adolf zurück, der gegen 1610 neue Handelsregeln in Schweden einführte und mit Zöllen seine Kriege finanzieren wollte. Ab dieser Zeit wurde der Handel selbst innerhalb Schwedens extrem beschränkt und der Export und Import durch die Einführung der Stapelstäder überwacht. Die Handelsfreiheit innerhalb Schwedens wurde erst 1864 wieder eingeführt. Örebro war die letzte Stadt Schwedens, die noch zur Stapelstad ernannt wurde, da sich bereits im folgenden Jahrhundert das Wirtschaftssystem auch in Schweden zu ändern begann.


24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm 
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. März 2012

Landskrona, die Hauptstadt Skånes

Die kleine Stadt Landskrona in Skåne mit seinen knapp 30.000 Einwohnern erhielt seine Stadtprivilegien am 20. März 1413, also 74 Jahre vor Malmö. Die Ursache dafür war im Grunde seine Lage, denn Erich von Pommern, der dort bereits seit 1410 Grund besaß, wollte aus dem kleinen Fischerort Säby, dem Vorläufer Landkronas, die Hauptstadt des heutigen Skåne machen und eine Handelsstadt schaffen, die gegen die dominierende Hanse Stand halten konnte. Seiner Meinung nach sollten sich dort vor allem englische und holländische Kaufleute ansiedeln, die bereits über ein eigenes Handelsnetz verfügten.

Um Landskrona vom ersten Tag an eine gewisse Sicherheit zu bieten und ihr eine gewisse Vorherrschaft zu verleihen, gründete Erich von Pommern auch unmittelbar ein Karmelitenkloster und die Stadtkirche Sankt Johannis Babtistae, damit sich die Stadt, parallel zum Handel, zu einer katholischen Lehrstelle entwickeln konnte, die selbst die Bedeutung der bereits historischen Stadt Lund überbieten sollte. Auch wenn sich vieles dann nicht so entwickelte wie es sich der König gedacht hatte, so bekam Landskrona dennoch bereits im 15. Jahrhundert einen internationalen Stempel.

Natürlich darf man die Stadt Landskrone des 15. und 16. Jahrhunderts nicht mit den heutigen Augen einer Stadt betrachten, denn selbst als Skåne 1658 durch den Frieden von Roskilde schwedisch wurde, so lebten dort zu dieser Zeit noch nicht einmal 1000 Einwohner, was allerdings auch den König Karl XI. nicht davon abhielt Landskrona weiterhin als zukünftige Hauptstadt Skånes mit einer Universität und als Bischofssitz zu sehen. Aber auch diese Träume waren nur von kurzer Dauer und wurden bereits im Jahre 1680 beerdigt.

20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
Urlaub in Schweden: Landskrona, die schwedische Stadt der Schwäne

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. Juli 2011

Russische Galere greift Nyköping an

Am 24. Juli 1719 griff eine russische Galeere Nyköping an und verursachte dabei den größten unter vier Bränden, die die Stadt heimsuchten. Außer einem Glockenturm, der Sankt Anne Mühle und einigen wenigen anderen Gebäuden brannte die ganze Stadt nieder, die gerade zu dieser Zeit ihren ersten bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnete. Vor allem deutsche Einwanderer halfen beim Aufbau der Papierindustrie, der Tabakherstellung und dem Zuckerbruch.

Das heutige Nyköping war während der Steinzeit, als das Wasser noch höher lag als heute, noch Teil der Schären, wobei man bei Ausgrabungen an der Nyköpingsån, die nahezu das ganze Södermanland durchfließt, nachweisen konnte, dass die Gegend bereits 2000 Jahre vor Christus bewohnt war und Nyköping damit zu den ältesten Städten Schwedens gehört. Dass die Stadt Nyköping an der Nyköpingsån lag, führte auch dazu, dass sie ab dem Mittelalter eine immer bedeutende Rolle einnahm, denn für Transporte jeder Art war der Zugang zum Meer extrem wichtig.

Bei Ausgrabungen im Skänninge All Helgona Kloster fand man Münzen, die bereits im 13. Jahrhundert in Nyköping geprägt wurden und belegen, dass die Stadt bereits um diese Zeit ein Handelszentrum war. Der erste Privilegienbrief Nyköpings stammt vermutlich sogar aus dem Jahre 1260. Bereits wenig später begann die Stadt einen bedeutenden Importhandel mit Lübeck und der Hanse, was eine Basis für die spätere Handelsstadt an der Ostsee wurde und zu engen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden führte.

24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

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