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Montag, 21. September 2015

Die Werft Öresundsvarvet in Landskrona

Obwohl bereits am 16. Dezember 1915 eine Aktiengesellschaft gegründet wurde, die eine Werft in Landskrona bauen sollte, wurde die Öresundsvarvet erst am 21. September 1918 eingeweiht, mit dem gleichzeitigen Stapellauf des ersten dort gebauten Schiffens S/S Torild. Der Bau dieser Werft war gewissermaßen dem Reeder Arthur Du Rietz aus Göteborg zu verdanken, der zu Beginn des ersten Weltkriegs alle seine Schiffe verkauft hatte und sein damit gewonnenes Vermögen so sinnvoll wie möglich anlegen wollte. Landskrona wiederum plante seit langem eine Werft, hatte jedoch nicht das nötige Kapital dafür. Du Rietz erhielt das für die Werft nötige Grundstück von der Stadt und verfügte bei Baubeginn auch über das notwendige Kai, das ebenfalls die Stadt finanzierte.

Auch wenn die Werft in den Anfangsjahren ständig erweitert wurde und zahlreiche Aufträge erhielt, war Du Rietz das Glück nicht sehr lange treu, denn nach dem Bau von elf Fahrzeugen kam die Wirtschaftskrise und 1922 ging die Werft in Konkurs. Nach einer Rekonstruktion nahm die Werft dann ein Jahr später ihre Arbeit wieder auf, wenn auch mit etwas geringerer Kapazität. In den 30er Jahren ging das Geschäft erneut steil aufwärts, die Werft wurde ausgebaut und 1935 erhielt sie auch den Namen Öresundsvarvet. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verringerten sich die Aufträge erneut, was letztendlich dazu führte, dass 1940 die weitaus größeren Götaverken in Göteberg die Öresundsvarvet in Landskrona übernahmen.

Da in den Nachkriegsjahren der Bedarf an neuen Schiffen enorm wurde, wuchs die Werft in Landskrona in diesen Jahren erneut und 1970 zählte man dort bereits 2500 Angestellte. Nur zwei Jahre später wurde dort dann sogar das damals weltweit größte Containerschiff Nihon gebaut und 1975 beschäftigte die Öresundsvarvet rund 3500 Personen, um jedoch 1982, nach einem weiteren Besitzerwechsel und einer erneuten Krise für eine symbolische Krone verkauft zu werden. 1982 wurde dann das letzte der insgesamt 282 Schiffe, die dort entstanden waren, geliefert. Im Jahre 2003 wurde erneut eine Rekonstruktion vorgenommen und seit 2010 nennt sich das Unternehmen nun Heavy Industries AB, wobei jedoch bereits seit 1982 in der Werft nur noch Reparaturen vorgenommen werden.


21. September 1568: Jöran Persson wird auf qualvolle Weise hingerichtet
21. September 1619: Die Stadt Alingsås erhält die Stadtprivilegien
21. September 1884: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor zwischen Mythologie und Philosophie
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
21. September 1916: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar
21. September 1994: Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. Juli 2014

Der schwedische Flugpionier Hjalmar Nyrop

Hjalmar Nyrop kam am 1. Juli 1885 als Sohn eines Werftbesitzers in Landskrona zur Welt und bildete sich wegen seiner technischen Neigung zum Ingenieur aus. Seine Laufbahn sollte allerdings nach dem Besuch einer Flugausstellung in Paris im Jahre 1908 völlig neue Wege nahmen, denn die Luftfahrt übte eine so große Faszination auf den Ingenieur aus, dass er sich ab dieser Zeit immer weniger mit dem Bau von Booten beschäftigte, sondern sich immer mehr dem Flugzeugbau zuwendete.

Da Hjalmar Nyrop bei seinem Aufenthalt in Paris auch mit Louis Blériot Kontakte geschlossen hatte, erhielt er von diesem die Baupläne seiner Blériot XI. Gemeinsam mit Oscar Ask plante Nyrop nach seiner Rückkehr nach Schweden den Bau einer eigenen Maschine. Im Jahre 1909 waren alle Vorbereitungen klar und Nyrop machte sich an den Bau einer Kopie der französische Maschine Blériots, die den Namen Gräshoppan erhielt. Dass sein Vater eine Werft besaß, war großem Vorteil, denn dort konnten Nyrop und Ask auch ihre erstes Flugzeug bauen, das bereits am10. April 1910 erstmals in Landskrona vorgestellt wurde, das erste Flugzeug, das in Schweden gebaut worden war.

Nachdem Hjalmar Nyrop keine Lizenz als Pilot hatte, durfte er allerdings seine Maschine nicht selbst fliegen, sondern engagierte dafür den dänischen Piloten Knud Thorup, der bei mehreren Flugvorstellungen die Fähigkeiten der schwedischen Maschine bewies. Ab 1910 baute Nyrop dann erneut die Kopie eines Flugzeugs von Blériot mit dem er 1911 auch seinen Flugschein machen wollte. Auf Grund einer Bruchlandung während des Prüfungsflugs blieb der Pilotenschein jedoch ein Traum Nyrops. Dies hinderte den Ingenieur jedoch nicht eine dritte Maschine zu bauen bei der er großenteils zu eigenen Ideen griff. Da Nyrop jedoch bereits am 29. September 1915, vermutlich an den Folgen der Bruchlandung, starb, war  die "Nyrop nr 3" dann jedoch das letzte Flugzeug des Flugzeugbauers.


1. Juli 1350: Die Hinrichtung von Tidericus auf Gotland
1. Juli 1855: Die erste Briefmarke Schwedens 
1. Juli 1891: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens 
1. Juli 1971: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
1. Juli 1987: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine 
1. Juli 2000: Über die Öresundbrücke (Öresundsbro) nach Schweden 
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. März 2014

Die Öresundsvarvet in Landskrona

Als der Göteborger Reeder Arthur Du Rietz zu Beginn des 20. Jahrhunderts Landskrona besuchte und hörte, dass sie Stadt seine industrielle Aktivität ausdehnen wollte, entschied er sich sehr schnell dort eine Werft aufzubauen, die später unter dem Namen Öresundsvarvet (Öresunds Werft) bekannt wurde. Als harter Geschäftsmann verstand es Rietz auch seine Bedingungen an Landskrona zu stellen, die alle erfüllt wurden. Als der Reeder am 16. Dezember 1915 seine Aktiengesellschaft eintrug, verfügte er über eine Fläche von 50.000 Quadratmetern, die zwei Meter über dem Meeresspiegel lagen, einen Anschluss an die Eisenbahn und ein 50 Meter langes Kai.

Die Öresundsvarvet entwickelte sich sehr schnell und der Dampfer Torild konnte bereits 1918 zu Wasser gelassen werden. Nach ausgedehnten zusätzlichen Bauten und elf neuen Fahrzeugen, ging die Konjunktur Schwedens jedoch rapide abwärts und am 27. März 1922 musste das Lebenswerk von Arthur Du Rietz den Konkurs beantragen. Nach einer Rekonstruktion und mehreren Eigentumswechseln ging es jedoch mit der Werft wieder nach oben. Im Jahre 1970 beschäftigte die Öresundsvarvet dann bereits 2500 Arbeiter und Angestellte zu denen in den folgenden fünf Jahren weitere 1000 Beschäftigte hinzukamen und die Werft war damit einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region geworden.

Der Schock kam dann jedoch am 11. März 1981, als die Öresundsvarvet 1807 Angestellten kündigte und damit allen klar wurde, dass sich das Unternehmen nicht mehr erholen konnte. Nie zuvor waren in Schweden so viele Angestellte auf einmal von einem Unternehmen gekündigt worden, woraus man auch ersehen kann wie bedeutend diese Katastrophe in jenen Jahren war. Im Dezember 1982 wurde die Werft schließlich für eine symbolische Krone an Landskrona Finans verkauft. Heute werden in der neu erstandenen Öresundsvarvet ausschließlich Reparationsarbeiten vorgenommen und das Unternehmen beschäftigt nur noch wenige hundert Angestellte.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär 
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden 
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden 
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. November 2013

Die letzte Reise der HMS Visborg (A265)

Als die HMS Visborg am 22. Januar 1974 zu Wasser gelassen wurde, war sie, neben der HMS Älvsborg, nicht nur eines der beiden schwedischen Minenfahrzeuge, sondern sie war auch das Flaggschiff der schwedischen Marine. Das Fahrzeug behielt diese Aufgabe bis zum Jahre 1998, wurden dann jedoch umgebaut und ging dann an die 2. Streitflotte über, wechselte später zur 4. Streitflotte und blieb bis 2010 das Leitfahrzeug der schwedischen Marine, das auch die Aufgabe hatte alle anderen Kriegsschiffe des Landes zu unterstützen.

Die Umrüstung im Jahre 1998 erfolgte, weil es von der Verteidigung in dieser Zeit als unsinnig angesehen wurde ein Minenfahrzeug zu unterhalten, das im Grunde nur gebaut war um so schnell wie möglich Seeminen ins Wasser zu lassen um den Feind von einem Überfall abzuhalten, da es weder diesen Feind gab, noch aber das Schiff für eine moderne Kriegsführung geeignet war. 2010 war man dann der Überzeugung, dass die HMS Visborg völlig überflüssig sei und die Verteidigung wollte das Fahrzeug verkaufen.

Um den Verkauf zu fördern, nahm das Schiff Kurs nach Karlskrona und wurde am 25. November 2010 in einer offiziellen Feier aus dem Verkehr genommen. Zwei Jahre wartete die HMS Visborg dann im Hafen von Karlskrona erfolglos auf einen Käufer und man entschied sich schliesslich das Fahrzeug zu verschrotten, was sich jedoch als größeres Problem erwies, da die gesamte Isolation aus Asbest bestand. Im März 2013 wollte Stena Recycling das Fahrzeug zerlegen und alle Teile, außer dem Asbest, wiedergewinnen. Erst im September wurde das Fahrzeug dann jedoch nach Landskrona gebracht wo der Recyclingprozess in die Wege geleitet wurde, was jedoch wegen dem hohen Asbestanteil immer noch gewisse Probleme mit sich bringt.


25. November 1620: Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein 
25. November 1909: Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. August 2013

Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Bereits im Jahre 1410, also drei Jahre bevor die Stadt Landskrona gegründet wurde, schenkte Erich von Pommern dem Karmeliterorden eine bedeutende Summe, die dafür bestimmt war bei Södra Saeby, dem Vorgänger der Stadt, ein Kloster zu errichten. Mit dieser Entscheidung, die im Grunde die Busse für ein vorhergehendes Blutbad Blutbad war, gründete der König das erste Karmeliterkloster auf dem heute schwedischem Raum. Die ersten Mönche des Klostern kamen aus Deutschland und wurden vom König selbst an den für das Kloster vorgesehenen Platz geführt.

Über die Lage dieses Klosters ist man sich allerdings bis heute nicht einig, da die verschiedenen Quellen sehr unterschiedliche Orte bezeichnen und vom ursprünglichen Bau bisher keine Reste gefunden wurden. Relativ sicher scheint lediglich zu sein, dass das Kloster an der Stelle oder sehr nahe der Zitadelle erbaut wurde, was eine Suche nach Resten des Glumslöv Kloster nahezu unmöglich macht. Bereits ab 1489 wurden die Mönche mehr und mehr verfolgt und schließlich wurde das Kloster dem Erdboden gleich gemacht und der Katholizismus verschwand für mehrere Jahrhunderte aus ganz Schweden.

Als 1951 die Kirche in Schweden vom Staat getrennt wurde und die Religionsfreiheit eingeführt wurde, wollte der katholische Priester Bernt David aus Helsingborg die Karmeliter erneut nach Schweden bringen, was fünf Jahre später dazu führte, dass die ersten Karmeliternonnen wieder in Schweden erschienen, die sich ursprünglich in Stockholm ansiedeln wollten, aber sich 1962 aus geschichtlichen Gründen dann doch für eine neues Kloster in Landskrona entschieden. Am 3. August 1963 wurde dann mit dem neuen Kloster Glumslöv das erste moderne katholische Kloster in Schweden eingeweiht.


3. August 1893: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm 
3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Mittwoch, 31. Juli 2013

Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen

Am 31. Juli 1968 wurde der schwedischen Marine das U-Boot Sjöormen (Seeschlange), das bereits am 25. Januar 1967 zu Wasser gelassen worden war, geliefert und von dieser in Betrieb genommen, eine völlig neue Art von U-Booten, das mehrere Wochen unter der Wasseroberfläche bleiben konnten und einen völlig neuen Antrieb hatten. Die HMS Sjöormen war auch etwas kürzer als die vorher benutzten U-Boote, hatte dafür jedoch zwei Etagen. Die Sjöormen erinnerte in vielen Punkten an des amerikanische Versuchs-U-Boot USS Albacore, ein U-Boot, das die Vorlage für jedes moderne U-Boot wurde.

Die HMS Sjöormen gehörte zu einer eigenen Klasse an schwedischen U-Booten von denen insgesamt fünf Exemplare gebaut wurden, wobei die Sjöormen, die Sjölejonet und die Sjöhunden in Malmö gebaut wurden und die Sjöhästen und die Sjöbjörnen auf der Werft in Karlskrona. Im Grunde wollte die Marine weitaus mehr dieser U-Boote einsetzen, aber die extrem hohen Herstellungskosten machten die Pläne unmöglich. Jedes der U-Boote hatte sechs Rohre für Torpedos und war, auf Grund der russischen Bedrohung während des Kalten Krieges, auch für taktische Kernwaffen vorgesehen.

Als die Sjöormen und ihre vier Geschwister im Jahre 1997 an Singapur verkauft wurden, da sie für schwedische Verhältnisse als veraltet galten, begann für die fünf U-Boote eine neue Karriere, denn sie wurden die ersten U-Boote der Marine des Landes Sigapur. Allerdings wurden die fünf Boote erst noch auf tropische Verhältnisse umgerüstet und erhielten neue Namen. Die Sjöormen ist daher heute unter dem Namen RSS Centurion unterwegs und operiert vor allem in Küstennähe.


31. Juli 1940: Karl Gerhards Revue „Lite Gullregn“ erregt in Schweden Aufsehen 
31. Juli 1966: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg

Sonntag, 17. Juni 2012

Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse

Erich von Pommern oder Erik XIII. wurde 1382 in Rügenwalde geboren und hieß, bevor er nach Skandinavien kam, Bogislav von Pommern. Als er dann bereits als Sechsjähriger, zum einziger Erben des norwegischen Thrones wurde, musste er seinen Vornamen in Erik ändern um in Skandinavien auch als König anerkannt zu werden. Im Jahre 1389 war er König von Norwegen und 1396 kamen dann auch noch die Kronen von Schweden und Dänemark hinzu, was ihn zum Herrscher des gesamten nördlichen Raumes machte. Aber auch wenn Erik von Pommern bereits im Jahre 1400 volljährig wurde, so konnte er erst nach dem Tode von Königin Margareta seine Macht voll ausüben.

Durch die Kalmarer Union, die unter seiner Regierungszeit entstand, hatte Erik av Pommern zwei Ziele im Auge. Zum einen wollte er die militärische Hegemonie in der Ostsee ausüben und zum anderen die Macht der Hanse im nordischen Raum brechen und damit die drei Länder seines Reiches zu einer dominanten wirtschaftlichen Macht führen. In diesem Zusammenhang gründete Erich von Pommern die Stadt Landskrona und führte den Öresundzoll ein, was bedeutete, dass die Hanse grundsätzlich Steuern bezahlen musste, wenn sie die Ostsee erreichen oder diese verlassen wollte.

Auch wenn die Idee des Königs im Ansatz gut war, so machte er dabei jedoch gleichzeitig den Fehler, dass er in Schweden und Norwegen die lokalen Vogte absetzte und durch dänische und deutsche Vertraute ersetzen ließ. Als daher die Hanse die Kalmarer Union vom Handel ausschloss, begannen Schweden und Norweger gegen den König aufzustehen. Vor allem in Bergslagen lag der gesamte Export an Eisen brach, was letztendlich zum Aufstand gegen den Erich von Pommern führte. Unter der Führung von Engelbrekt Engelbrektsson wurde der König dann schließlich vom Thron gestoßen.


17. Juni 1707: Die Ramlösa Heilquelle bei Helsingborg
17. Juni 1887: Der schwedische Künstler Hugo Birger

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. März 2012

Landskrona, die Hauptstadt Skånes

Die kleine Stadt Landskrona in Skåne mit seinen knapp 30.000 Einwohnern erhielt seine Stadtprivilegien am 20. März 1413, also 74 Jahre vor Malmö. Die Ursache dafür war im Grunde seine Lage, denn Erich von Pommern, der dort bereits seit 1410 Grund besaß, wollte aus dem kleinen Fischerort Säby, dem Vorläufer Landkronas, die Hauptstadt des heutigen Skåne machen und eine Handelsstadt schaffen, die gegen die dominierende Hanse Stand halten konnte. Seiner Meinung nach sollten sich dort vor allem englische und holländische Kaufleute ansiedeln, die bereits über ein eigenes Handelsnetz verfügten.

Um Landskrona vom ersten Tag an eine gewisse Sicherheit zu bieten und ihr eine gewisse Vorherrschaft zu verleihen, gründete Erich von Pommern auch unmittelbar ein Karmelitenkloster und die Stadtkirche Sankt Johannis Babtistae, damit sich die Stadt, parallel zum Handel, zu einer katholischen Lehrstelle entwickeln konnte, die selbst die Bedeutung der bereits historischen Stadt Lund überbieten sollte. Auch wenn sich vieles dann nicht so entwickelte wie es sich der König gedacht hatte, so bekam Landskrona dennoch bereits im 15. Jahrhundert einen internationalen Stempel.

Natürlich darf man die Stadt Landskrone des 15. und 16. Jahrhunderts nicht mit den heutigen Augen einer Stadt betrachten, denn selbst als Skåne 1658 durch den Frieden von Roskilde schwedisch wurde, so lebten dort zu dieser Zeit noch nicht einmal 1000 Einwohner, was allerdings auch den König Karl XI. nicht davon abhielt Landskrona weiterhin als zukünftige Hauptstadt Skånes mit einer Universität und als Bischofssitz zu sehen. Aber auch diese Träume waren nur von kurzer Dauer und wurden bereits im Jahre 1680 beerdigt.

20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
Urlaub in Schweden: Landskrona, die schwedische Stadt der Schwäne

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. März 2011

Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum

Als Erich von Pommern (1382 - 1459) König von Dänemark, Schweden und Norwegen war, suchte er nach einer Handelsstadt an der Küste, die nicht von der Hanse abhängig war. Da Landskrona mit seinem natürlichen Hafen und der idealen Lage am Öresund allen seinen Erwartungen entsprach, verlieh er Landskrona am 20. März 1413 die Stadtprivilegien. Ein Hintergedanke dabei war natürlich auch den Öresund zu kontrollieren und ein Zollrecht einzuführen.

Landskrona entwickelte sich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bedeutend, obwohl die junge Stadt mehrmals von Bränden heimgesucht wurde und die Hanse sie 1428 ebenfalls durch Brandstiftung ausradieren wollte, da ihr die Pläne Erich von Pommerns wenig zusagten und sie den Konkurrenten nach Möglichkeit ausschalten wollten. Nach jedem Brand wurde die Stadt jedoch neu aufgebaut und sogar erweitert und imme besser befestigt.

Zum Jahrestag am 20. März 2010 öffnete das Museum in Karlskrona eine Multimedia-Ausstellung, die die Geschichte des 15. Jahrhunderts wiedergibt und zeigt wie die Menschen jener Epoche lebten. Die permanente Ausstellung mischt die Darstellung archäologischer Funde mit Kartenmaterial, Musik, Bühnenkunst und einem animierten Film, der einer Zehnjährigen durch das Jahrhundert folgt.

20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
Urlaub in Schweden: Landskrona, die schwedische Stadt der Schwäne

Copyright: Herbert Kårlin