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Samstag, 31. Dezember 2016

Die schwedische Künstlerin Lotten Ehrenpohl

Lotten Ehrenpohl starb ab 31. Dezember 1914 in Birgittenkloster im holländischen Weert und war nicht nur die erste schwedische Nonne des Birgittaordens seit der Reformation, sondern sie war auch eine der wenigen Nonnen, die sich als Künstlerin einen Namen gemacht hatte, wobei der Weg Ehrenpols zur Kunst über ein solides Kunststudium gegangen war, was man in ihren sakralen Arbeiten, die man heute in zahlreichen Kirchen und Klöstern finden kann, sehr deutlich sehen kann. Die meisten ihrer Arbeiten im Kloster entstanden allerdings im Auftrag des Klosters und nicht weil Ehrenpohl in dieser Zeit nach einer künstlerischen Tätigkeit strebte.

Lotten Ehrenpohl war am 28. Juli 1841 mit dem Vornamen Charlotte als Tochter eines Militärs in Halmstad zur Welt gekommen und war, nach eigenen Erzählungen, ein sehr wildes Kind, das sich wenig mädchenhaft aufführte. Die Neigung zum Malen zeigte sich sehr früh bei Ehrenpohl, wobei die Eltern sie dabei unterstützten und sie auch darin auch unterrichteten. Erst mit 19 Jahren hatte Ehrenpohl dann die Möglichkeit in Ängelholm das Malen von einem Künstler zu erlernen, was dazu führte, dass sie versuchte ihren Vater zu überzeugen sie in Stockholm Kunst studieren zu lassen.  Lotten konnte ihren Vater überzeugen und nach einigen Jahren an Unterricht wurde Ehrenpohl 1864 als Studentin an der Kunstakademie in Stockholm aufgenommen, wo sie sehr bald auch die ersten Preise für ihre Kunst erwarb.

Nach Abschluss ihres Kunststudiums arbeitete Lotten Ehrenpohl kürzere Zeit als Zeichenlehrerin, aber ihr Drang zum Katholizismus brachte sie immer mehr von der Kunst ab und 1875 trat die Künstlerin dann in Breslau zum katholischen Glauben über. Zwei Jahre später verließ Ehrenpohl Schweden um Nonne im Birgittenkloster in Weert zu werden. In den Augen Ehrenpohl sollte dies auch das Ende ihrer künstlerischen Aktivität sein, aber das Schicksal wählte einen anderen Weg, denn die Äbtissin des Klosters erkannte die Fähigkeiten und verpflichtete Ehrenpohl zur künstlerischen Aktivität, was die Nonne in gewisse Schwierigkeiten brachte, da diese die Kunst als persönliches Vergnügen sah, was nach allen Klosterregeln verboten war, aber andererseits war sie der Äbtissin absoluten Gehorsam schuldig. Diese Entscheidung der Äbtissin führte dann auch dazu, dass Lotten Ehrenpohl noch heute als Künstlerin anerkannt ist.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1797: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
31. Dezember 1858: Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt 
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 23. Oktober 2016

Das Kloster in Vadstena wird eingeweiht

Auch wenn das Kloster in Vadstena noch von der Heiligen Birgitta geplant und gezeichnet wurde, so verzögerte sich die Genehmigung des Papstes und es konnte erst am 23. Oktober 1384 eingeweiht werden, elf Jahre nach dem Tod Birgittas. In den folgenden zwei Jahrhunderten sollen das Kloster Vadstena jedoch eine tragende Rolle einnehmen, da es das Mutterkloster des Ordens war und hier zudem eine Abteilung für Nonnen und eine für Mönche existierte, die allerdings getrennt voneinander leben sollten und sich nur durch eine besondere Vorrichtung sprechen und Bücher austauschen konnten, ohne sich zu sehen und ohne sich zu berühren.

Die Grundlage für das Kloster Vadstena legten im Jahre 1346 König Magnus Eriksson und Königin Blanka von Namur, die das Grundstück testamentarisch dem zukünftigen Kloster schenkten, mit der Auflage, dass sie beide in der geplanten Klosterkirche begraben werden und die Priester des Klosters während der letzten Tage ihres Lebens für ihr Seelenheil beten würden. Allerdings sollte die Klosterkirche erst 1430 fertiggestellt werden, so dass der Wunsch des Paares nur teilweise erfüllt werden konnte, da beide starben noch bevor überhaupt das Kloster vom Papst genehmigt war.

Aber auch in anderer Hinsicht spielte das Kloster Vadstena eine besondere Rolle, denn auch wenn Birgitta klare Regeln für den Umgang zwischen Nonnen und Mönchen festgelegt hatte, so beweist ein Brief der Nonne Ingrid Pärsdotter aus dem Jahre 1498, zumindest zeitweise, ein wenig klösterliches Leben. Entgegen der Klosterregeln trafen sich Nonnen und Mönche zu gemeinsamen Festen, Nonnen nahmen Geschenke männlicher Bewohner der Umgebung an und einzelne Paare verbrachten die Nächte auch gemeinsam in den Klosterzellen. Mit der Reformation unter Gustav Vasa war die Entwicklung der katholischen Klöster, auch des Klosters in Vadstena, jedoch ab 1527 besiegelt und erst in jüngster Zeit konnte auch in Vadstena wieder ein Kloster in Erinnerung an die Heilige Birgitta entstehen.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1656: Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. Juni 2016

Der Künstler und Heraldiker Bengt Olof Kälde

Bengt Olof Kälde kam am 8. Juni 1936 in Uppsala zur Welt und zeigte seine künstlerische Neigung bereits sehr früh. Bereits im letzten Jahr im Gymnasium fertigte er ein monumentales Gemälde für die Kathedralschule Uppsalas an, das die Geschichte dieser Schule erzählt. Nach Abschluss der Schule begab sich Kälde dann nach München um an der Akademie der Bildenden Künste ein Studium zu beginnen, das er später vor allem in Italien und Griechenland vervollständigte. Einen Teil der 60er Jahren und der 70er Jahre verachte der Künstler dann im Kloster Erlach in Österreich.

Bengt Olof Kälde verließ das Kloster jedoch wieder um 1982 die Meisterschule für Restaurierung und Konservierung in Wien zu besuchen. Einige der bedeutendsten Arbeiten schuf Kälde jedoch bereits während seiner Zeit im Kloster, denn im Laufe der 60er Jahre zeichnete er sämtliche historischen Wappenschilde der schwedischen Bischofsstifte und er entdeckte bei seinen historischen Forschungen auch das ursprüngliche Wappen der Svenska Kyrkan aus dem 14. Jahrhundert, ein Wappen, das 1977 wieder als das offizielle Wappen der schwedischen Kirche angenommen wurde und heute Teil des Logotyp der Svenska Kyrkan ist.

Auch wenn Bengt Olof Kälde einer der bedeutendsten Künstler ist und er weltweit zu den wichtigsten Heraldikern unserer Epoche gehört, ist er kaum bekannt, denn seine Werke sind nicht signiert. Das vermutlich bekannteste Werk des Künstlers findet man heute in der Kila Kyrka bei Nyköping, nämlich ein 50 Quadratmeter großes Goldmosaik mit dem Motiv der Offenbarung. Bengt Olof Kälde, der am 6. Februar 2014 in Uppsala starb, war ab 1989 der Wappenmaler des königlichen Ordens und malte bis zu seinem Tode rund 100 Schilder für den Serafimorden, die heute im Serafimsaal des königlichen Schlosses und in der Riddarholmskyrkan in Stockholm ausgestellt sind.


8. Juni 793: Die Wikinger, der Beginn einer Geschichte
8. Juni 1435: Die berühmteste Kathedrale Schwedens wird eingeweiht
8. Juni 1908: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
8. Juni 1941: Alf Robertson, vom Seemann zum Sänger
8. Juni 1965: Karin Alvtegen, Kriminalromane um das Leben zu bewältigen
8. Juni 2011: Das schwedische Meeresschutzgebiet Väderöarna 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. August 2013

Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv

Bereits im Jahre 1410, also drei Jahre bevor die Stadt Landskrona gegründet wurde, schenkte Erich von Pommern dem Karmeliterorden eine bedeutende Summe, die dafür bestimmt war bei Södra Saeby, dem Vorgänger der Stadt, ein Kloster zu errichten. Mit dieser Entscheidung, die im Grunde die Busse für ein vorhergehendes Blutbad Blutbad war, gründete der König das erste Karmeliterkloster auf dem heute schwedischem Raum. Die ersten Mönche des Klostern kamen aus Deutschland und wurden vom König selbst an den für das Kloster vorgesehenen Platz geführt.

Über die Lage dieses Klosters ist man sich allerdings bis heute nicht einig, da die verschiedenen Quellen sehr unterschiedliche Orte bezeichnen und vom ursprünglichen Bau bisher keine Reste gefunden wurden. Relativ sicher scheint lediglich zu sein, dass das Kloster an der Stelle oder sehr nahe der Zitadelle erbaut wurde, was eine Suche nach Resten des Glumslöv Kloster nahezu unmöglich macht. Bereits ab 1489 wurden die Mönche mehr und mehr verfolgt und schließlich wurde das Kloster dem Erdboden gleich gemacht und der Katholizismus verschwand für mehrere Jahrhunderte aus ganz Schweden.

Als 1951 die Kirche in Schweden vom Staat getrennt wurde und die Religionsfreiheit eingeführt wurde, wollte der katholische Priester Bernt David aus Helsingborg die Karmeliter erneut nach Schweden bringen, was fünf Jahre später dazu führte, dass die ersten Karmeliternonnen wieder in Schweden erschienen, die sich ursprünglich in Stockholm ansiedeln wollten, aber sich 1962 aus geschichtlichen Gründen dann doch für eine neues Kloster in Landskrona entschieden. Am 3. August 1963 wurde dann mit dem neuen Kloster Glumslöv das erste moderne katholische Kloster in Schweden eingeweiht.


3. August 1893: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm 
3. August 1963: Moderne Klöster in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Freitag, 3. August 2012

Moderne Klöster in Schweden

Wer heute in Schweden Urlaub macht, findet zwar sehr viele Ruinen von Klöstern, jedoch nur wenige aktive Einrichtungen. Als Gustav Vasa im Jahre 1523 in Schweden an die Macht kam, gab es rund 50 katholische Klöster im Land und zusätzlich noch etwa 20 in den Regionen Skåne, Halland und Blekinge, die damals zu Dänemark gehörten. Mit der Reformation wurden  dann unter dem König und seinem Nachfolger alle Klöster geschlossen und alles Eigentum von der Krone beschlagnahmt. 1595 mussten dann auch die letzten noch verbliebenen Nonnen Schweden endgültig verlassen oder, wie in einem Fall in Vadstena, ihren Glauben aufgeben.

Es dauerte dann bis 1935 bis die ersten katholischen Nonnen wieder nach Schweden zurückkehren konnten, auch wenn der Birgittinorden in Vadstena mehr toleriert als akzeptiert war und auch kein geweihtes Kloster beziehen durfte, denn erst am 3. August 1963 entschied sich das schwedische Parlament ein einziges offizielles Kloster in Schweden über eine Sondergenehmigung zuzulassen. Nach dieser Entscheidung konnten dann ausschließlich die Karmeliter ein geweihtes katholisches Kloster in Glumslöv in Skåne beziehen. Aber erst ab 1977, als das Verbot Klöster in Schweden einzurichten aufgehoben wurde, gelang es dann auch anderen katholischen und orthodoxen Gruppen weitere Klöster in Schweden aufzubauen.

Aber auch wenn andere Religionen ab 1977 wieder Klöster in Schweden errichten durften, so galt dies noch lange nicht für die Svenska Kyrkan, obwohl die Protestantin Paulina Mariadotter bereits in den 60er Jahren in Vadstena eine Klosterversammlung eingerichtet hatte. Erstmals im Jahre 1992 nahm nämlich der Uppsala Stift die Frage zu einem Klosterleben innerhalb der Schwedischen Kirche auf und erst 2010 wird dann den protestantischen Mariadöttrarna das Klosterleben auf Versuchsebene zugebilligt. Heute gibt es zwei protestantische Klöster der Mariadöttrarna in Schweden, eines in der Nähe Uppsalas und das andere in Malmö.


3. August 1883: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm
3. August 1963: Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. November 2011

Das Vadstena Kloster wird aufgelöst

Am 22. November 1595 löste Herzog Karl, der spätere König Karl IX. das Kloster Vadstena auf. Von den elf Nonnen, die sich um diese Zeit noch im Kloster aufhielten, verließen alle, außer dreien, Schweden und wurden in einem Birgitta-Kloster in Polen aufgenommen. Nur eine Nonne erhielt nach der Schließung des Klosters die Genehmigung sich auch noch nach 1595 im Vadstena Kloster aufzuhalten, allerdings nicht als Nonne. Karin Johansdotter, wie die ehemalige Nonne hiess, sollte sich um die Gartenanlagen kümmern.

Bis sich der Birgittinenorden dann im Jahre 1935 wieder in Vadstena, allerdings nicht im alten Kloster, ansiedelte, wurden die Gebäude auf sehr verschiedene Weise angewendet. Was auf Wunsch von König Karl IX. eine Universität werden sollte, entwickelte sich 1641 in ein Wohnheim für ehemalige Soldaten und wurde zum sogenannten Krigsmanhus (dem Haus der Soldaten). 1795 wurde dann in den Räumen der früheren Nonnen und Mönche eine Krankenhaus für Geschlechtskrankheiten eingerichtet, was sich später in ein allgemeines Krankenhaus verwandelte, das erst 1909 geschlossen wurde. Im Jahre 1757 wurde neben den alten Gebäuden zusätzlich das „Stora Dårhuset“ gebaut, wo Geistesgestörte untergebracht wurden. Im Teil der Nonnen fand man von 1810 bis 1825 ein Gefängnis und dann bis 1951 die Psychiatrie Vadstenas.

Das Vadstena Kloster wurde nach Zeichnungen der Heiligen Birgitta errichtet, konnte jedoch erst von ihrer Tochter Katarina Ulfsdotter (Katarina von Vadstena) in Angriff genommen werden, da für den Klosterbau die Zustimmung des Papstes nötig war. Das Grundstück hatte Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, vom schwedischen König Magnus Eriksson und seiner Frau Blanka av Namur erhalten. In seiner Glanzzeit war das Vadstena Kloster das Mutterhaus für zahlreiche andere europäische Kloster, ein bedeutendes geistiges Zentrum des Mittelalters und der größte Grundbesitzer Schwedens.

22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. August 2011

Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan

Nach rund zehn Jahren Bauzeit konnte am 15. August 1247 das Dominikanerkloster zu Ehren Marias in Sigtuna eingeweiht werden. Der katholische Dominikanerorden, der erst 1215 im französischen Toulouse entstanden war, hatte sich 1237 in Sigtuna niedergelassen und sich entschlossen, dort sein erstes Kloster in Schweden zu gründen, von wo aus die Mönche anschließend den Katholizismus im ganzen Land verbreiten wollten.

Auch wenn man das Kloster im 16. Jahrhundert während der Reformation abgerissen wurde, so sorgte es im 13. Jahrhundert für einen bedeutenden Aufschwung der Stadt, die erst 50 Jahre vorher von einem Brand nahezu vollständig zerstört worden war. Der Aufschwung war jedoch nur von relativ kurzer Dauer, da bereits Ende des gleichen Jahrhunderts Stockholm und Uppsala in nächster Nähe entstanden und der Stadt Konkurrenz machten. Nachdem Gustav Vasa dann das Kloster abreißen ließ, ging die Glanzzeit Sigtunas endgültig zu Ende.

Wenige Jahre nach dem Klosterbau begannen die Dominikaner auch die Mariakyrkan Sigtunas zu bauen, die 1530 von Gustav Vasa verschont blieb und seit dieser Zeit zur Svenska Kyrkan gehört. Die Mariakyrkan (Marienkirche), die 1255 fertig gestellt wurde, ist das älteste Gebäude Sigtunas, das heute noch vorhanden ist. Die Kirche wurde letztmals zwischen 1904 und 1905 vollständig restauriert, eine Arbeit, bei der man auch die Kalkmalereien aus dem Mittelalter wieder freilegte und nach alten Aufzeichnungen ergänzte.

15. August 1794: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
15. August 1901: Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. August 2011

Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins

Der Vorname Katarina gehört noch heute zu den häufigsten 25 weiblichen Vornamen Schwedens, auch wenn man hierzu nicht nur Katarina, sondern auch die Abwandlungen Katrin, Karin, Katja und Kajsa rechnet. Um jedoch seinen Namenstag am richtigen Tag zu feiern, muss man wissen nach welcher Katarina man seinen Namen erhielt, denn am 2. August wird nur Katarina von Vadstena gefeiert und nicht Katarina von Alexandrien.

Katarina von Vadstena war die Tochter der Heiligen Birgitta, die als Gründerin des Klosters Vadstena betrachtet wird, wobei die Tochter im Jahre 1350 ihrer Mutter nach Rom folgte und dort mit ihr in Armut und in klosterähnlicher Weise lebte. Nach dem Tod der Heiligen Birgitta brachte Katarina von Vadstena die Reliquien der Mutter zurück nach Schweden, kehrte dann jedoch anschließend zurück nach Rom um dort die Formalitäten für die Ordensgründung zu regeln. Ähnlich ihrer Mutter hatte auch Katarina von Vadstena zahlreiche Eingebungen und wurde am 1. August 1489 selig erklärt.

Vadstena, ein Ort am Weststrand des Sees Vättern, war bereits zur schwedischen Eisenzeit bewohnt und ab 1100 eine wichtige Etappe auf dem Pilgerweg nach dem norwegischen Trondheim mit dem Heiligen Olav. Das Birgitta Kloster wurde 1346 an der Pilgerstraße gegründet, jedoch bereits 200 Jahre später von Gustav Vasa geschlossen und einige Jahre später mussten auch sämtliche Nonnen das Kloster verlassen. Erst 1954 konnte das Vadstena-Kloster, mit Ausnahme der Klosterkirche, wieder seine ursprüngliche Bestimmung finden und 1991 bekam die wenige Jahre vorher als Pax Mariae Kloster ernannte Einrichtung wieder eine Priorin. Das Kloster bietet heute auch touristische Übernachtungsmöglichkeiten.

2. August 1794: Kaffee wird in Schweden verboten
2. August 1951: Freddie Wadling, vom Punk zur Ballade 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. Juli 2011

Russische Galere greift Nyköping an

Am 24. Juli 1719 griff eine russische Galeere Nyköping an und verursachte dabei den größten unter vier Bränden, die die Stadt heimsuchten. Außer einem Glockenturm, der Sankt Anne Mühle und einigen wenigen anderen Gebäuden brannte die ganze Stadt nieder, die gerade zu dieser Zeit ihren ersten bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnete. Vor allem deutsche Einwanderer halfen beim Aufbau der Papierindustrie, der Tabakherstellung und dem Zuckerbruch.

Das heutige Nyköping war während der Steinzeit, als das Wasser noch höher lag als heute, noch Teil der Schären, wobei man bei Ausgrabungen an der Nyköpingsån, die nahezu das ganze Södermanland durchfließt, nachweisen konnte, dass die Gegend bereits 2000 Jahre vor Christus bewohnt war und Nyköping damit zu den ältesten Städten Schwedens gehört. Dass die Stadt Nyköping an der Nyköpingsån lag, führte auch dazu, dass sie ab dem Mittelalter eine immer bedeutende Rolle einnahm, denn für Transporte jeder Art war der Zugang zum Meer extrem wichtig.

Bei Ausgrabungen im Skänninge All Helgona Kloster fand man Münzen, die bereits im 13. Jahrhundert in Nyköping geprägt wurden und belegen, dass die Stadt bereits um diese Zeit ein Handelszentrum war. Der erste Privilegienbrief Nyköpings stammt vermutlich sogar aus dem Jahre 1260. Bereits wenig später begann die Stadt einen bedeutenden Importhandel mit Lübeck und der Hanse, was eine Basis für die spätere Handelsstadt an der Ostsee wurde und zu engen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden führte.

24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Montag, 4. Juli 2011

Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena

Am 4. Juli 1374 kamen die Reste der Heiligen Birgitta nach einer halbjährigen Reise von Rom in Vadstena an, um in der dortigen Klosterkirche, die nach Vorgaben der Heiligen Birgitta ab 1370 erbaut wurde, in einem Schrein aufbewahrt zu werden. Untersuchungen im Jahre 2010 belegen jedoch, dass die Reliquien im Grab Birgittas nicht der Heiligen und ihrer Tochter zugeordnet werden können, da die C-14-Analysen beweisen, dass die beiden Personen einen zu hohen Altersunterschied aufweisen und nicht aus dem 14. Jahrhundert stammen können.

Die Heilige Birgitta in Vadstena

Die Heilige Birgitta, die als Birgitta Birgersdotter geboren wurde, gehört zu den umstrittensten Heiligen Schwedens, auch wenn einige ihrer Weissagungen tatsächlich eintrafen. Schon als Kind hatte Birgitta Visionen, die meist um Maria und Jesus Christus kreisten. Sie wurde von Martin Luther, der schwedischen Königin Kristina und selbst von August Strindberg mehr als verrückt als als Heilige betrachtet. Untersuchungen aus den 50er Jahren schienen dann zu bestätigen, dass die Heilige einen Gehirntumor hatte, der zu Visionen führte, bis man feststellte, dass nicht die Heilige Birgitta im Grabe lag, also eine andere Frau den Gehirntumor hatte, nicht die Heilige Birgitta.

Vadstena ist ein Ort in Östergötland, dessen Zentrum das Mittelalter noch erahnen lässt und in dem die Heilige Birgitta ihre deutlichen Spuren hinterlassen hat, denn das Krankenhaus wurde nach ihr benannt und die Klosterkirche wurde nach ihren Anweisungen ausgestattet, da ihr Jesus offenbart hatte, wie die Innenräume gestaltet sein sollten. Das Kloster selbst wurde dann 1384 eingeweiht. Der Birgittinorden ist noch heute aktiv und die 1920 gegründete Societas Sanctae Birgittae feiert die Heilige jeden 23. Juni in Vadstena, am Tag ihres Todes.

4. Juli 1799: Oscar I., König von Schweden und Norwegen
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. April 2011

Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö

Am 12. April 1167 starb der König Karl Sverkersson im Alter von 37 Jahren auf Visingsö. Karl Sverkersson war seit 1158 König der Ostgoten und wurde von Knut Eriksson, dem Sohn Erik des Heiligen, ermordet, der mit dem Mord neuer König von Schweden wurde. Allerdings hatte Knut auch gleichzeitig die beiden Söhne Karl Sverkerssons, Kol und Burislev, getötet und damit die Nachfolger des Königs beseitigt.

Karl Sverkersson war der erste schwedische König, der den Namen Karl trug und in Geschichtsbüchern oft als Karl VII bezeichnet wird, da Johannes Magnus, der die erste Geschichte der Herrscher der Goten schrieb, zu diesem Zweck einfach sechs frühere Könige erfand, denen er allen den Namen Karl gab. Tatsächlich war Karl Sverkersson daher Karl I, oder, in moderner Schreibweise Carl I.

Der König Karl Sverkersson spielt aus mehreren Gründen eine Rolle in der schwedischen Geschichte, da er auf dem ältesten vorhandenen Siegel Schwedens zu finden ist, er den ersten Erzbischof in Schweden einsetzte und mehrere Klöster, unter anderem das Alvasta Kloster, unterstützte und während seiner Regierungszeit die erste schriftliche Urkunde erstellt wurde.

12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin

Copyright: Herbert Kårlin