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Dienstag, 2. Januar 2018

Das Theater in Örebro wird eingeweiht

Als am 2. Januar 1853 das Theater in Örebro mit dem Prolog Invigningen der Schriftstellerin Thekla Knös und dem Stück Örebro fåfänga eingeweiht wurde, handelte es sich dabei um das zweitgrößte Theater Schwedens, denn nur noch die Oper in Stockholm war größer als dieses Theater. Allerdings handelte es sich bei diesem Bau nicht nur um einen Kulturtempel, denn in einem der Flügel war das Restaurant Theaterkeller zu finden und im anderen eine Zeitungsredaktion mit Druckerei. Die Bühne und die für das Theater notwendigen Räume fand man im Zentrum des Gebäudes.

Um die Größe des damaligen Theaters einzuschätzen, sollte man bedenken, dass Örebro um diese Zeit rund 5000 Einwohner hatte und das Theater Platz für 560 Besucher hatte. Nach einigen finanziellen Problemen brannte bereits 1882 der zentrale Teil des Theaters auf Grund eines Gaslecks vollständig ab. Als das Theater in Örebro dann sieben Jahre später erneut eingeweiht werden konnte, hatte es eine elektrische Beleuchtung, aber nur noch Platz für 442 Besucher. Ab 1933 wurden dann immer häufiger Vorführungen im Folkets Hus geboten und drei Jahre später ging die gesamte Aktivität des Örebro-Theaters auf das Folkets Hus über.

Lange Zeit sah es so aus dass dies das Ende für das stattliche Gebäude wäre, zumal die Besitzer an den Abriss des ehemaligen Theaters dachten. Der Zweite Weltkrieg ließ jedoch diese Pläne sterben und 1963 kaufte dann die Stadt Örebro das Theater auf, drei Jahre später erhielt ein Architekturbüro den Auftrag Pläne für eine Restauration auszuarbeiten und weitere drei Jahre später würde der gesamte Bau unter Denkmalschutz gestellt. Das Architekturbüro hatte ursprünglich den Auftrag einen gesamten Stadtteil zu planen, mit dem Theater und dem Bahnhof als Zentrum. Aus finanziellen Gründen wurde dann jedoch nur das Theater restauriert und 1967 erneut eingeweiht, dieses Mal allerdings nur noch mit 276 Plätzen für die Besucher der Vorstellungen. Der Salon des Theaters hat bis heute das Aussehen, den er ab 1880 hatte und gilt als das Prachtstück des Baus.


2. Januar 1296: Das Upplandslagen, schwedische Gesetze des Mittelalters
2. Januar 1512: Der schwedische Reichsvorstand Svante Nilsson
2. Januar 1749: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin
2. Januar 1824: Die Morgenzeitung Stockholms Dagblad 
2. Januar 1895: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet
2. Januar 1909: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius 
2. Januar 1926: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
2. Januar 1974: Wärme, Öl und Benzin werden in Schweden rationiert
2. Januar 2000: Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Oktober 2016

Die Feuerwache Johannes in Stockholm

Der Brandschutz war in Städten wie Stockholm seit frühester Zeit von größter Bedeutung, auch wenn man rechtlich erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts konkrete Gesetze schuf, die allerdings davon ausgingen, dass jeder Hausbesitzer Stockholms Vorsorgemaßnahmen betreiben musste, zum Beispiel Wassertonnen auf dem Speicher zu finden sein mussten, aber auch andere Vorkehrungen getroffen wurden, die regelmäßig von Feuerwehrleuten überprüft wurden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann in den größeren Städten Schwedens, darunter Stockholm, eine Berufsfeuerwehr vorgesehen, die bei Bränden möglichst schnell vor Ort sein sollte um ein beginnendes Feuer so schnell wie möglich löschen zu können.

In Stockholm wurde ein entsprechedes Gesetz 1875 geschaffen und ein nahezu militärisch geführte Feuerwehr eingeführt. Am 9. Oktober 1878 wurde dann auch die Feuerwache Johannesstationen eingeweiht, die zweite von sieben geplanten Feuerwachen, die auf ganz Stockholm verteilt werden sollten, wobei die Feuerwache Johannes im Stadtteil Norrmalm, neben jener auf Södermalm, eine Zentrale ausmachen sollte und zur Hauptfeuerwache wurde. Mittlerweile ist die Feuerwache Johannes sogar die Zentrale für Großstockholm und damit die wichtigste Feuerwache Schwedens.

Die Feuerwache Johannes in Stockholm wurde im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut und 1916 wurden die Pferde von Feuerwehrautos ersetzt, die weitaus schneller an den Brandorten sein konnten. Seit 2009 findet man in der Feuerwache Johannes auch nahezu die gesamte Feuerwehrverwaltung Stockholms, insbesondere jedoch die zentrale Überwachungsstelle für die schwedische Hauptstadt. Die Rettungszentrale Stockholms wurde bereits Mitte der 90er Jahre im Fels unter der Feuerwache untergebracht und bot einen vollkommenen Schutz gegen C-Waffen und einen begrenzten Schutz gegen Kernwaffen.


9. Oktober 1847: Schweden schafft die Sklaverei ab
9. Oktober 1894: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
9. Oktober 1916: Der schwedische Künstler Karl Otto Hultén
9. Oktober 1970: Annika Sörenstam, ein Vorbild im schwedische Golfsport
9. Oktober 1991: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
9. Oktober 1992: Per Olof Sundman und die Sehnsucht nach dem Norden
9. Oktober 2006: Die Abendzeitung Aftonbladet gründet TV7

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. März 2015

Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört

Wie in allen Städte Schwedens, so kam es auch Örebro im Laufe der Geschichte zu zahlreichen Bränden, die manchmal nur ein Gebäude, bisweilen aber einen Straßenzug in kürzester Zeit vernichteten. Als jedoch am 23. März 1854 kurz nach Mitternacht in einer Färberei ein Feuer ausbrach, vermutlich weil zu heiße Asche in die Aschenbehältern aus Holz geschaufelt worden war, sollte sich die Zukunft Örebros bedeutend ändern. Da es um diese Zeit keine organisierte Feuerwehr in Örebro gab und ein starker Westwind herrschte, breitete sich das Feuer sehr schnell aus und innerhalb weniger Stunden verbreitete es sich in drei Richtungen gleichzeitig.

Bereits kurz nachdem der Brand ausgebrochen war, stand eine Seite der Stora Gatan (heute Drottninggatan) in Brand und zog sich bald entlang der Svartån. Am frühen Morgen hatte das Feuer selbst den Marktplatz Stortorget erreicht und die erste Stimmen wurden laut, ob es nicht sinnvoll sei einige Gebäude schnell abzureißen, damit das Feuer aufgehalten werden könne. Als der Wind umschlug, konnten vom Zentrum Örebros nur sehr wenige Gebäude gerettet werden, unter anderem das Rathaus und die Nikolaikirche, die aus Stein gebaut waren. Auch dass sämtliche umliegenden Gemeinden mit ihren Löschvorrichtungen nach Örebro gekommen waren, konnten diese Katastrophe nicht verhindern.

Als der Brand gelöscht war, waren vermutlich 92 Gebäude abgebrannt und knapp 25 Prozent der Bevölkerung Örebros hatte kein Dach mehr über dem Kopf und musste in Schulen, Kirchen und bei Verwandten unterkommen. Auch wenn dieser Brand eine Katastrophe für Örebro war, so konnten Geldsammlungen den Bedürftigen das Überleben garantieren und das Zentrum Örebros wurde neu geplant. Der Stadtarchitekt Fridolf Wijnbladh griff nun auf die Idee von 1654 zurück und schuf das heute existierende Zentrum Örebros mit seinem Straßennetz und den rechteckigen Häuserblocks. Das gesamte Zentrum der Stadt wurde für die Neubauten eingeebnet, was bedeutete, dass das alte Örebro vollkommen ausradiert wurde um eine Stadt zu schaffen, die gegen zukünftige Großfeuer geschützt war.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens 
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde 
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner 
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman 
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962 
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Samstag, 24. November 2012

Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Als man am 24. November 1985 in Stockholm die Feuerwehrfahrzeuge Richtung Vergnügungspark Gröna Lund rasen sah, wusste man, dass entweder ein größeres Unglück geschehen war oder ein Teil des Parkes in Brand stand. Wer einen Blick auf den Park hatte, konnte die Rauchschwaden schon weitem sehen, auch wenn niemand so genau sagen konnte, welche Gebäude in Gröna Lund brannten.

Auch der Großeinsatz der Feuerwehr konnte das Lustige Haus (Lustiga Huset) im Vergnügungspark nicht mehr retten und den Schaden eines nahen Restaurants und der Attraktionen Grottbanan (Grottenbahn) und der Skrattkammaren (Lachkabinett) nur beschränken. Vor allem das Lustige Haus, das bereits 1917 gebaut worden war und eine der bedeutendsten Attraktionen von Gröna Lund war, schien eine Katastrophe. Es sollte zwei Jahre dauern bis das Lustiga Huset wieder aufgebaut war, allerdings dieses Mal in einer gespiegelten Version.

Heute ist das Lustige Haus mit seinen beweglichen Treppen, dem Fliegenden Teppich, dem sich drehenden Fußboden und anderen lustigen Ideen erneut das Zentrum des Vergnügungsparks, eine der Attraktionen, die von den Betreibern der Anlage selbst entwickelt wurde und schon bald 100 Jahre lang Jung und Alt in seinen Bann zieht. Bei der Neueröffnung zur Saison 1987 wurden allerdings einige Sicherheitsvorkehrungen hinzugefügt, da es vorher immer wieder einmal zu kleineren Unfällen gekommen war.


24. November 1741: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
24. November 1939: Marit Paulsen, von der Arbeiterliteratur zur Politik
24. November 1944: Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. Oktober 2012

Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno

Am 29. Oktober 1998 starben bei einem privaten Halloweenfest in Göteborg 63 Jugendliche und weitere 213 wurden zum Teil sehr schwer verletzt, einige unter ihnen mit bleibenden Schäden. Dass die Katastrophe so gross wurde lag vor allem daran, dass sich in den Räumen, die nur für 150 Personen genehmigt waren, an diesem Abend 375 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren aufhielten so dass die Rettungsarbeiten nach Ausbruch des Brandes erheblich erschwert wurden.

Der Brand wurde im Treppenhaus angelegt, der zu den Notausgängen führte und entwickelte sich so schnell, dass als einziger Ausgang ein Treppenhaus diente in dem dicker Rauch stand. Da das Fest auf der dritten Etage stattfand, war es auch sehr schwierig die Fenster, die fünf Meter über dem Grund lagen, für die Flicht zu verwenden. Der Notruf ging um 23.42 bei der Feuerwehr ein und sieben Minuten später waren die ersten Löschfahrzeuge vor Ort, wobei die Rauchtaucher dadurch noch 60 Jugendliche retten konnten, die in den Flammen eingeschlossen waren, aber für 63 kam jede Hilfe zu spät.

Die Ursache das Brandes war tagelang nicht klar, wobei man vorerst vor allem an rassistische Motive dachte, da die Mehrheit der Jugendlichen ausländischer Herkunft waren. Bald stellte es sich jedoch heraus, dass vier Jugendliche, ebenfalls ausländischer Herkunft, den Brand gelegt hatten, weil ihnen der Zutritt zu den überfüllten Räumen wegen ihrem aggressiven Verhalten verweigert worden war. Derjenige, der den Brand gelegt hatte, wurde anschließend zu acht Jahren Haft verurteilt, zwei der Helfer jeweils zu sieben Jahren und der Jüngste, der zur Tatzeit noch nicht volljährig war, zu eine dreijährigen Jugendstrafe verurteilt.


29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Juli 2012

Uddevalla im Bohuslän brennt nieder

Auch wenn Uddevalla eine der ältesten Städte des Bohuslän ist und bereits 1498 die Stadtrechte erhielt, so findet man heute von „Oddewall“, wie die Stadt damals hieß, kaum noch eine Spur aus der frühen Geschichte, da man zwischen Stadtgründung und heute sechs Großbrände verzeichnet und der Ort mehrmals nahezu restlos abbrannte. Selbst die Kirche, die man heute in Uddevalla findet, ist gerade einmal 200 Jahre alt und nur noch einige wenige Reste der Grundmauern überlebten den Brand im Jahre 1806.

Der vielleicht bedeutendste Brand Uddevallas brach am Vormittag des 29. Juli 1806 aus, einem Sommertag, den keiner der rund 4000 Bewohner der damaligen Stadt vergessen sollte. Zwischen dem ersten Rauch der aufstieg und dem Feuer, das auf 362 Häuser übergriff, verging kaum eine Stunde. Als am Abend die letzten Flammen erlöschten, standen nur noch vier kleinere Gebäude am Rande der damals fünftgrößten Stadt Schwedens, wobei man glücklicherweise nur einen Toten zählen musste. Geldspenden aus ganz Schweden brachten anschließend 43.749 Reichstaler ein, die Uddevalla neu entstehen lassen sollten.

Der Brand im Jahre 1806 war zwar der dritte Großbrand Uddevallas, jedoch der erste, der die Stadt tatsächlich dem Erdboden gleichmachte, denn der erste Brand im Jahre 1564 war von den Schweden angelegt, die die damals norwegisch-dänische Stadt im Siebenjährigen Nordischen Krieg eroberten, plünderten und zum Großteil niederbrannten um dem Feind eine wichtige Handelsstadt zu nehmen. Beim nächsten Brand am 9. Mai 1690 wiederum brannten „nur“ zwei Stadtteile komplett ab und der Kern der Stadt mit der Kirche waren verschont geblieben. Zur Zeit des zweiten Brandes hatte Uddevalla etwa 1600 Einwohner, wobei die Hälfte davon vom Brand betroffen war.


29. Juli 1900: Eyvind Johnson, ein Arbeiter-Literat mit Nobelpreis
29. Juli 1971: Die schwedische Sängerin Lisa Ekdahl

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. April 2012

Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Am 7. April 1990 war eines der bedeutendsten europäischen Schiffsunglücke vor Lysekil, einem kleinen Ort an der Westküste Schwedens. An diesem Tag wollten 482 Passagiere auf der Fähre, die zwischen Oslo und Fredrikshavn verkehrte, Ostern feiern. Als dann in der Nacht an mehreren Stellen des Schiffes gleichzeitig ein Feuer ausbrach, starben 158 Personen, darunter mehrere Kinder, in den Flammen oder auf Grund der starken Rauchentwicklung und das Osterfest wurde zu einem Inferno.

Die M/S Scandinavian Star war zu dieser Zeit gerade einmal 19 Jahre alt und war nur wenige Tage zuvor von der norwegischen Vognmandsruten gekauft worden und hatte dabei auch ihren neuen Namen erhalten. Was in diesem Moment niemand wusste, war die Tatsache, dass das Schiff 150 Personen zuviel an Bord hatte und die rund 100 Seeleute und Angestellten, die auf dem Schiff beschäftigt waren, unterbezahlt waren, bereits zu viele Stunden gearbeitet hatten und keiner von ihnen auf einen Notfall und Rettungsübungen vorbereitet war.

Da in dieser Nacht ein 37-jähriger Lastwagenfahrer mit an Bord war, der nicht nur 1,7 Promille Alkohol im Blut hatte, sondern auch bereits als Pyromane verurteilt war, wurde ihm unmittelbar die Schuld gegeben, obwohl er selbst beim Brand umgekommen war und zu einigen der Stellen an denen die Brände ausbrachen keinen Zugang hatte. Die späteren Untersuchungen zeigten, dass das Schiff bereits beim Kauf bedeutend überversichert wurde und daher der Brand vermutlich bereits beim Kauf geplant war. Nach Analyse der Brandstellen musste der Brandstifter das Schiff auch im kleinsten Detail gekannt haben, aber ein Schuldiger wurde nie gefunden, außer dem toten Lastwagenfahrer, der sich nicht mehr verteidigen konnte.


7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. Januar 2012

Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt

Am 9. Januar 1900 brannte der Lorensbergs Cirkus in Göteborg ab, eines der bedeutendsten Zirkusgebäude Schwedens, in dem nahezu alle großen Zirkusse dieser Welt auftraten. Der Brand entstand durch Unachtsamkeit, da der Zirkus Bergman, der gerade dort gastierte, Zelte in dem Holzgebäude trocknen wollte. Der Brand war nicht zu löschen, aber damit die Saison des Jahres 1900 gerettet werden konnte, wurde das Zirkusgebäude unmittelbar wieder aufgebaut und bereits am 21. März konnte der Zirkus Ed. Wulff dort seine erste Vorstellung geben.

Der Zirkus, der von 1884 bis 1969 existierte und sich heute in ein Parkhaus neben dem Lorensbergstheater verwandelt hat, erhielt, wie der Stadtteil in dem er sich befand, seinen Namen nach Lorens Petersen, der 1750 die Umgebung gekauft hatte um dort einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Als der Zirkus 1884 gegründet wurde, durfte die 4500 Quadratmeter große Fläche der Parkanlage, zu der die Tabakfelder inzwischen geworden waren, nur für Zirkuszwecke benutzt werden. Später fanden dann jede Art von Veranstaltungen statt. Während der 50er und 60er Jahre diente das Gebäude vor allem für musikalische Veranstaltungen.

Der Lorensbergs Cirkus, in dem im Jahre 1933 Louis Armstrong spielte, 1963 die Beatles drei Konzerte gaben, 1966 die Who das Publikum begeisterten und wo Jimi Hendrix im Jahre 1968 auftrat, hatte allerdings auch ein bedeutendes Unglück zu verzeichnen, als 1898 der Cirkus du Nord dort gastierte und bei einer Vorführung Pferd und Reiter aus 15 Meter Höhe in den Tod stürzten. Dieses Ereignis wurde 1912 gleich in zwei Kinofilmen verarbeitet, nämlich in „Dödsritten under cirkuskupolen“ und „Dödsspring fra cirkuskupolen“. Am 24. November 1969 wurde das Gebäude abgerissen und Zirkusse müssen seither ihre eigenen Zelte mit nach Göteborg bringen.

9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 31. Oktober 2011

Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt

Wenn man heute im Schwedischen den Ausdruck „inte sen Eldkvarn brann“ hört, was soviel heißt wie „es ist sehr lange her“, so erinnert dieses Idiom an den 31. Oktober 1878, als die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm niederbrannte. Die Feuerschwaden waren, nach Berichten der damaligen Zeitungen, von der ganzen Stadt aus zu sehen. Auch wenn das Gebäude und das Lager durch das Feuer vernichtet wurden, so konnte die Dampfmühle anschließend die Arbeit wieder aufnehmen und bis 1906 weiterhin angewendet werden.

Die Eldkvarn wurde im Jahre 1805 vom Erfinder und Physiker Abraham Niclas Edelcrantz gebaut, wobei der Antriebe von einer Dampfmaschine der Marke Boulton & Watt erfolgte. Als diese Dampfmühle erbaut wurde, erhielt sie den Namen Eldkvarn (Feuermühle), weil man Maschinen mit dieser Antriebsart „eld- och luftmachin“ (Feuer- und Luftmaschine) nannte. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Eldkvarn längst in Betrieb war, tauchte dann der Begriff „Ångkvarn“ (Dampfmühle) auf, eine weitaus korrektere Bezeichnung, die jedoch nie für die Eldkvarn angewendet wurde.

Die Mühle Eldkvarn war die erste Dampfmühle Schwedens und wie sich herausstellte, wurde der Brand im Jahre 1878 von einer Gaslampe, die auf den Boden fiel, entfacht. An die Mühle Eldkarn erinnert heute noch der Name des Stadtteils, aber auch eine Steintafel am Stockholmer Stadshuset, auf der der Brand abgebildet ist. Da das Stadshuset an der Stelle gebaut wurde wo früher die Dampfmühle lag, ist von dem historischen Bau leider nichts mehr zu sehen.

Auf der Seite „När Eldkvarn brann...” findet man einen Augenzeugenbericht zum Brand und ein weiteres Zeitdokument, das an den grossen Brand erinnert.

31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. Juli 2011

Russische Galere greift Nyköping an

Am 24. Juli 1719 griff eine russische Galeere Nyköping an und verursachte dabei den größten unter vier Bränden, die die Stadt heimsuchten. Außer einem Glockenturm, der Sankt Anne Mühle und einigen wenigen anderen Gebäuden brannte die ganze Stadt nieder, die gerade zu dieser Zeit ihren ersten bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnete. Vor allem deutsche Einwanderer halfen beim Aufbau der Papierindustrie, der Tabakherstellung und dem Zuckerbruch.

Das heutige Nyköping war während der Steinzeit, als das Wasser noch höher lag als heute, noch Teil der Schären, wobei man bei Ausgrabungen an der Nyköpingsån, die nahezu das ganze Södermanland durchfließt, nachweisen konnte, dass die Gegend bereits 2000 Jahre vor Christus bewohnt war und Nyköping damit zu den ältesten Städten Schwedens gehört. Dass die Stadt Nyköping an der Nyköpingsån lag, führte auch dazu, dass sie ab dem Mittelalter eine immer bedeutende Rolle einnahm, denn für Transporte jeder Art war der Zugang zum Meer extrem wichtig.

Bei Ausgrabungen im Skänninge All Helgona Kloster fand man Münzen, die bereits im 13. Jahrhundert in Nyköping geprägt wurden und belegen, dass die Stadt bereits um diese Zeit ein Handelszentrum war. Der erste Privilegienbrief Nyköpings stammt vermutlich sogar aus dem Jahre 1260. Bereits wenig später begann die Stadt einen bedeutenden Importhandel mit Lübeck und der Hanse, was eine Basis für die spätere Handelsstadt an der Ostsee wurde und zu engen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden führte.

24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Samstag, 25. Juni 2011

Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag

Am 25. Juni 1888 brachen am selben Tag in vier Städten Schwedens Großfeuer aus, was als die größte Feuerkatastrophe Schwedens betrachtet wird. Während eines einzigen Tages wurden fast ganz Umeå, Lilla Edet, Sundsvall und Sandö zerstört. Trotz der großen Verwüstungen kamen bei keinem der Brände Menschen zu Schaden.

Der Brand in Sundsvall gilt als der größte Brand in der Geschichte Schwedens. Die Ursache war vermutlich der Funkensprung des vorbeifahrenden Dampfers Selånger. Da dieses Jahr ein heißer Sommer herrschte und alles trocken war, verbreitete sich das Feuer in rasender Geschwindigkeit und zerstörte die Wohnungen von 9000 Personen. Die Innenstadt wurde anschließen wieder mit Steinhäusern aufgebaut und macht das heutige Zentrum der Stadt aus, die Stenstaden.

Beim Brand in Umeå, der sich auf beiden Seiten des Flusses ausbreitete, verloren 2500 der 3000 Bewohner ihr Heim. Die Zerstörung Umeås führte ebenfalls zur heutigen Struktur der Stadt, die mit seinen breiten Straßen und den angepflanzten Bäumen zur Stadt der Birken wurde. Da die Stadt neu gebaut werden musste, wurde sie nach damals modernen Standpunkten errichtet und erhielt eine Straßenbeleuchtung und wenig später auch ein Wasserkraftwerk und die Eisenbahn.

Die Situation in Lilla Edet und Sandö glich jener der beiden größeren Städte, wobei in Sandö auch mehrere Segelboote Feuer fingen und eine der modernsten Glashütten des Landes vollkommen zerstört wurde. In Lilla Edet brannten hingegen sämtliche Wohnhäuser nieder und die Industrie blieb von den Flammen verschont.

25. Juni 1630: Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein
25. Juni 1917: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. Mai 2011

Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder

Am 2. Mai 1754 brannte die Stadt Hedemora in Dalarna nahezu vollständig ab. Von den damals 110 Gebäuden blieben gerade einmal 20 stehen, was dazu führte, dass eine sehr große Armut in Hedemora eintrat. Damit die Stadt wieder aufgebaut werden konnte, dieses Mal jedoch mit Steinhäusern, sollte Hedemora 15 Jahre lang keine Steuern bezahlen. Als jedoch die meisten Gebäude bereits nach wenigen Jahren wieder existierten, wurde die Steuerfreiheit auf vier Jahre verkürzt.

Hedemora hat heute noch die rechteckige Struktur, die sie nach dem Großbrand von 1754 erhielt, wobei der Brand alle historischen Gebäude, außer der Hedemora Kirche zerstörte, die Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts gebaut wurde. Allerdings wurden zahlreiche Gebäude, die unmittelbar nach dem Brand errichtet wurden, bis heute erhalten und geben der Kleinstadt einen gewissen Charakter.

Hedemora erlebte im Laufe der Geschichte mehrere industrielle Epochen, die jedoch nie von Dauer waren, dem Ort jedoch einen gewissen Ruf einbrachten. Heute ist vor allem der Markt in Hedemora noch von gewisser Bedeutung und aus dem einst berühmten TT-loppet wurde der TT-Träff, der im Jahre 2013 am Freitag, den 5. Juli statt findet und ein Treffpunkt für alle Liebhaber historischer Motorräder, Mopeds und Autos ist.

2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin