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Sonntag, 8. April 2018

Der Künstler Carl Jacob Lindström

Carl Jacob Lindström kam am 8. April 1800 als Sohn eines Zöllners in Linköping zur Welt, besuchte dort das Gymnasium und lernte vermutlich vom dortigen Priester das Zeichnen. Auf diese Weise wurde Lindström vom damaligen Bischof pro Woche auch zwei Reichstaler zugesprochen, die dem zukünftigen Künstler ein Studium an der Kunstakademie in Stockholm ermöglichten. Im Jahre 1818 schrieb sich Lindström an der Kunstakademie ein, die er jedoch vier Jahre später, ohne Abschluss, verließ um nach Italien zu gehen.

Carl Jacob Lindström unternahm die Reise nach Italien in der Gesellschaft des Künstlers Alexander Malmqvist, wobei die beiden hierbei einen Umweg über Paris nahmen. Noch bevor Lindström dann 1823 dann in Rom ankam und Kontakt mit dem Skulpteur Niclas Byström aufnahm, erfuhr man die Ursache, warum Lindström nach Italien floh, denn eine Bedienung in einem Wirtshaus bekam ein Baby, das den Namen Lindströms erhielt. Der Künstler blieb die folgenden sieben Jahre in Rom und entwickelte sich dort zum bekanntesten Künstler schwedischer Herkunft. Gegen 1830 zog Lindström dann nach Neapel, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1841 lebte.

Carl Jacob Lindström verwirklichte in Rom vor allem Karikaturen, ging dann jedoch mehr und mehr zu Kupferstichen über bei denen er sich jedoch mehr von englischen und französischen Künstlern beeinflussen ließ als der schwedischen Richtung zu folgen. Hinzu kommt, dass Lindström eine eigene Tinte entwickelte und die Herstellung geheim hielt. Die offiziell bedeutendsten Werke Lindströms entstanden in Neapel, wo er zwei Alben mit Stichen veröffentlichte, die das Volksleben in Neapel und neapolitanische Trachten darstellen und vom Künstler koloriert wurden. Eine Serie an Stichen des Künstlers kann man im Nationalmuseum in Stockholm finden.


8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1888: Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts 
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1961: Claes Malmberg, Schauspieler und Stand-Up-Comedian
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. November 2015

Der schwedische Künstler Axel Fridell

Axel Fridell kam am 6. November 1894 als Sohn eines Möbelschreiners in Falun zur Welt und arbeitete nach seinem Volksschulabschluss erst als Laufbursche und später in der Grube seines Heimatorts. Gleichzeitig besuchte er die Abendschule in Falun und 1909 begann er, vor allem als Autodidakt, mit einer Kunstausbildung. Mit 19 Jahren entschied sich Fridell dann nach Stockholm zu ziehen, wobei er dort nur kurze Zeit die Malerschule Carl Wilhelmson besuchte bevor er in der Kunsthochschule der schwedischen Hauptstadt aufgenommen wurde und ernsthaft Kunst zu studieren begann.

Allerdings schloss Axel Fridell seine Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm nie ab, da er 1916, gemeinsam mit seinem Freund Bertil Bull Hedlund, von der Schule verwiesen wurde da er zu häufig abwesend war und in den Augen seiner Lehrer sein Studium nicht ernst nahm. Aber dennoch war es Fridell in diesen Jahren bereits gelungen in Kunstkreisen bekannt zu werden und er hatte seine Technik gefunden, die sich mehr in der Graphik ansiedelte, denn Fridell war ein Meister des Kupferstichs geworden, mit einer Neigung zur Kaltnadelradierung. In diesen wenigen Jahren hatte der Künstler allerdings nicht nur die Technik des Kupferstichs gelernt, sondern auch einen etwas makabren humoristischen Zeichenstil entwickelt und dabei einige im ganzen Land bekannte Karikaturen geschaffen.

Axel Fridell, der eine sehr unruhige Natur war und am 26. Mai 1935 an Lungenkrebs in Stockholm starb, erhielt in sehr wenigen Jahren mehrere Stipendien, die ihm einige Auslandsreisen erlaubten und wurde auch mit Portraits einiger bedeutender schwedischer Persönlichkeiten beauftragt. Wirklich bedeutend sind jedoch seine Kupferstiche, die ein etwas mystisches Bild von Falun, Stockholm, London oder auch Paris zeigen, denn Fridell suchte überall das Verborgene, oder eine Stimmung die von der Wirklichkeit ablenkt. Heute gilt der Künstler als einer der bedeutendsten Graphiker Schwedens, wobei einige seiner bedeutendsten Werke im Museum in Falun zu entdecken sind.


6. November 1632: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
6. November 1853: Der schwedische Philosoph Samuel Grubbe
6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 1926: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
6. November 1962: Örnulf Tigerstedt und die rechte schwedische Literatur Finnlands
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Juli 2015

Der schwedische Künstler Gustaf Isander

Auch wenn Gustaf Isander heute als schwedischer Künstler seine Anerkennung fand, so ging er noch zwei Jahre vor seinem Tod am 30. Juli 1929 von Tür zu Tür um seine Werke zu verkaufen, wenn auch ohne großen Erfolg. Dass ihm immer wieder zugesagt wurde demnächst ein Werk zu erwerben, half dem Künstler wenig und seine Antwort, dass er mit 65 Jahren kaum noch viel Zeit zum Warten hätte, half Isander kaum weiter. Der schlechte Verkauf lag allerdings auch daran, dass sich Isander an jene wandte, die ohnehin nicht zur wohlhabenden Schicht gehörten, da diese den Künstler um diese Zeit ohnehin nicht kannte.

Gustav Isander war am 2. Juli 1863 in ärmlichen Verhältnissen in Stockholm zur Welt gekommen und kam mit elf Jahren, nach dem Tod seines Vaters, ins Kinderheim, wo er erstmals mit der Kunst in Berührung kam. Das Zeichnen sollte Isander auch nach seiner Entlassung im Alter von 15 Jahren nicht verlassen, obwohl er sich mit anderen Berufen, insbesondere als Kellner, sein Brot verdienen musste. Dass er in Arbeitspausen und seiner Freizeit Kunden und seinen Arbeitgeber porträtierte, führe nicht zum künstlerischen Erfolg, aber dazu, dass er sehr häufig entlassen wurde und daher häufig die Arbeitgeber wechselte.

Von Anfang an neigte Gustaf Isander zur Perfektion, der exakten Darstellung der kleinsten Details und zu Schwarz/Weiß, auch wenn ihn Pastellfarben faszinierten. Nach eigenen Aussagen war jedoch nur eine Abbildung mit allen Nuancen des Schwarz/Weiß wirklich ausdrucksstark und realistisch. Als der Künstler dann mit etwa 60 Jahren begann bekannter zu werden, arbeitete er vor allem an Trocken-Nadel-Radierungen, die sich durch eine enorme Präzision auszeichnen. Die Werke von Gustaf Isander, vor allem Stockholmmotive, findet man in nur wenigen Museen Schwedens, da die Mehrheit unter ihnen in Privatbesitz sind und vereinzelt auch in Museen der verschiedenen Länder zu finden sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 19. Mai 2013

Jean Eric Rehn und der gustavianische Stil Schwedens

Als der Architekt und Graveur Jean Eric Rehn am 19. Mai 1793 starb, hatte er zwar einige interessante Gebäude Schwedens gebaut, so das Schloss Österby und das Schloss Väsby im Uppland, sowie das Schloss Ljung in Östergötland. Seine wahre Stärke war jedoch nicht die Architektur, sondern das Design und die Gravur zumal er  hier, durch den Einfluss des Stiles des französischen Königs Ludwig XVI. der Gründer des gustavianischen Stils war, eine der bedeutendsten Kunstrichtungen Schwedens.

Ursprünglich war Jean Eric Rehn als Zeichner von Befestigungen beim Militär beschäftigt, aber als er dann mit 23 Jahren nach Paris geschickt wurde um die Gravur zu studieren, wurde er Schüler des französischen Meisters Jacques-Philippe Le Bas, der ihn Jagdszenen stechen ließ. Nach seiner Rückkehr gehörte Rehn zu den wenigen Schweden, die in der Lage waren künstlerische Arbeiten als Kupferstiche zu liefern. Wie selbstverständlich begann Rehn daher französische Muster der schwedischen Mode anzupassen und wurde zum Modedesigner für Produkte aus Seide, Wolle und Leinen. So nebenbei begann er zusätzlich Tapetenmuster zu entwerfen und Muster für Juweliere und Porzellanfabriken zu zeichnen oder in Kupfer zu stechen. Mit der Zeit richtete er sogar eine Schule für Kupfergravur in der Kunstakademie ein.

Die Fähigkeit von Jean Eric Rehn als Graveur wurde natürlich auch am königlichen Hof bemerkt, was zur Folge hatte, dass der Künstler im Jahr 1755 von Königin Lovisa Ulrika nach Frankreich und Rom geschickt wurde um nach Ideen zu suchen, die man für die Einrichtung von Schlössern nutzen konnte. Als Rehn 16 Monate später nach Schweden zurückkehrte, gestaltete er den Anbau des Schlosses Drottningholm, richtete einige Räume des Stockholmer Schlosses ein und wurde von König Gustav III. gebeten auch Teile des Schlosses Gripsholm neu zu gestalten. Rehn hatte sich damit vom Zeichner von Befestigungen zu einem exklusiven Innenarchitekt entwickelt.


19. Mai 1951: Religionsfreiheit und Svenska Kyrkan in Schweden 
19. Mai 1956: Der schwedische Regisseur Kristian Petri

Copyright: Herbert Kårlin