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Freitag, 30. September 2016

Die Wissenschaftssendung Fråga Lund

Am 30. September 1962 wurde im schwedischen Staatsfernsehen SVT erstmals die populärwissenschaftliche Sendung Fråga Lund ausgestrahlt, ein Programm, das sehr bald sehr viele treue Zuschauer hatte und, mit einigen Unterbrechungen, bis zum Jahr 2000 ausgestrahlt wurde. Das Prinzip der Sendung war, dass Wissenschaftler der Universität Lund die Fragen von Zuschauern auf eine möglichst einfache Weise erklärten und damit einen wichtigen Beitrag zur Allgemeinbildung leisteten, zumal die Fragen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Wissenschaft kamen.

Die Idee der Sendung Fråga Lund, die teilweise auch aus anderen Städten als Lund ausgestrahlt wurde, war die sogenannte dritte Aufgabe der Universitäten Schwedens wahrzunehmen, nämlich Wissen aus allen Bereichen einer möglichst breiten Schicht näher zu bringen, ohne jedoch banal zu werden oder die Wissenschaft in eine Show zu verwandeln. Im Jahr 2000 verknüpfte SVT die Fernsehsendung mit Internet und man konnte Fråga Lund nicht nur auf beide Methoden verfolgen, sondern nach der Fernsehsendung im Web sogar noch eine Art Fortsetzung sehen.

Nach über fünf Jahren Pause wollte SVT Fråga Lund wieder auferstehen lassen und plante für 2016 eine neue Saison der beliebten Sendung, allerdings in einer modernisierten Version mit dem Komiker Kristian Luuk als Moderator und Fragen, die mehr in ein Unterhaltungsprogramm passen als in eine populärwissenschaftliche Fernsehsendung. Bereits nach der ersten Sendung ließ die Reaktion nicht auf sich warten, denn die Zuschauer zeigten ihren Missmut unmittelbar auf Internet und den Kritikern in der Presse fehlte bei Fråga Lund jedes Niveau, auch wenn der Programmdirektor seine Sendung immer noch mit den besten Worten lobte.


30. September 1782: Die Gustavianische Opern in Stockholm
30. September 1916: Der schwedische Musiker Roland Bengtsson
30. September 1919: Ragnar Thoursie, ein Autor wider seinen Willen

30. September 1972: Die Ölandbrücke zwischen Småland und Öland
30. September 1984: Der schwedische Künstler Hilding Linnqvist
30. September 2002: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 8. September 2016

Die schwedische Trackslistan und die Sendung Tracks

Am 8. September 1984 präsentierte der Radiosprecher Kaj Kindvall im Kanal P3 des staatlichen Rundfunks Sveriges Radio erstmals die Sendung Tracks und damit die sogenannte Trackslistan. Die Trackslistan sollte eine Art Konkurrenz zu den Svensktoppen sein und nicht nur die besten Songs schwedischer Sänger, die zudem ihre Titel in schwedischer Sprache bieten mussten, als Hitliste präsentieren, sondern ein Spiegel des gesamten Musikgeschehens auf schwedischem Raum sein, auch wenn sich zeigen sollte, dass die Zuhörer dennoch eine Tendenz zu schwedischen Interpreten hatten.

In der Sendung Tracks, die letztmals am 5. Februar 2011 gesendet wurde, zählte man 20 Titel auf der Trackslistan und zusätzlich wurden 10 bis 15 neue Songs gespielt, die eine Chance hatten von den Hörern in die Trackslistan gewählt zu werden. Zu Beginn erfolgte die Wahl über Briefe oder Postkarten, anschließend per Telefon und schließlich über die Website. Die Zuhörer konnten die ihrer Meinung nach fünf besten Songs wählen, wobei es neben den Titel der Trackslistan und den Neuvorschlägen auch noch drei sogenannte Bubblar gab, Songs, die den Einzug in die Hitparade knapp verfehlt hatten, oder aber zu den Top-20 der Sommartoppen oder den Top-10 der DigiListan geschafft hatten.

Die Trackslistan war in Schweden so populär, dass man sie in den 90er Jahren im Jugendprogramm des staatlichen Fernsehens präsentierte, allerdings waren die Sänger und Sängerinnen nur in Form eines Fotos anwesend und der Moderator präsentierte die entsprechenden Videos. Rund zehn Jahre später kam die Trackslistan drei Jahre lang in das Normalprogramm von SVT bei dem einer der Künstler, die in der Hitliste vertreten waren, eingeladen wurde und einen Song in direkt präsentierte. Da jedoch sehr viel darüber diskutiert wurde ob diese Auftritte nicht einen bestimmten Künstler einen Vorteil brachten, wurde die Sendung wieder eingestellt.


8. September 801: Sankt Ansgar im schwedischen Birka
8. September 1622: Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs
8. September 1771: Die Königlich Schwedische Musikakademie 
8. September 1790: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
8. September 1841: Carl Snoilsky und die kulturelle Revolution Schwedens
8. September 1870: Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn
8. September 1930: Mads Edvin Rydman, Poet und Filmschauspieler
8. September 1953: Der Bau der ersten Autobahn Schwedens
8. September 1960: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
8. September 1962: Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn
8. September 1966: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom
8. September 1994: Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. September 2015

Die Filmkrönikan im schwedischen Fernsehen

Am 26. September 1956, als die Kinobesuche in Schweden Rekordzahlen meldeten, wurde im schwedischen Fernsehen erstmals die Sendung Filmkrönikan ausgestrahlt, die in etwas unregelmäßigen Folgen über das Filmgeschehen in Schweden berichte und Filme rezensierte. Diese Sendung wurde ab Mitte der 60er Jahre so bekannt, dass die Filmkrönikan geradezu über den Erfolg oder Misserfolg eines Filmes entscheiden konnte und 2009 im Buch Tusen svenska klassiker aufgenommen wurde, was damit gleichzusetzen ist, dass diese Sendung als allgemein bekannt vorausgesetzt wird und als meinungsbildend betrachtet wird.

Auch wenn die Filmkrönikan von Beginn an sehr viele Zuschauer vor den Fernsehschirm lockte, so kam ihre bedeutendste Zeit mit Nils-Petter Sundgren, einem Literaturwissenschaftler, der sich als Kulturjournalist und Filmkritiker bereits einen Namen gemacht hatte. Sundgren sollte die Sendung bis 1991 leiten und entwickelte sich geradezu zu einer Kultfigur. Als Sundgren daher neue Aufgaben im Filmbereich suchte und übernahm, konnten seine Nachfolger das hohe Niveau der Sendung nicht halten und die Zuschauer verschwanden. 1992 wurde die Filmkrönikan dann eingestellt, um jedoch zwei Jahre später erneut ins Leben gerufen zu werden. Es folgten verschiedenste Moderatoren und Filmkritiker, aber die Sendung konnte nicht mehr an den früheren Erfolg anknüpfen und 2008 musste das Staatsfernsehen einsehen, dass diese Sendung am Ende angekommen war.

Der tatsächliche Todesstoß für die Filmkrönikan kam indes von Nils-Petter Sundgren, der den Niedergang der Zahlen nicht bei den Moderatoren suchte, denen einfach das Wissen fehlte, sondern daran, dass die Produktion von Stockholm nach Göteborg verlagert worden war, da man dort nicht in der Lage sein qualitatives kulturelles Geschehen zu dokumentieren, und die Zuschauer glaubten ihrem Guru. Ende des Jahres 2015 teilte der staatliche Sender SVT nun mit, dass ab Januar die Filmkrönikan in einer modernisierten Version wieder auferstehen soll und die erste von acht geplanten Sendungen im Januar ausgestrahlt wird. Der Erfolg ist allerdings im voraus in Frage gesetzte, denn die neue Sendung soll vor allem die Oscar-Gala, den Guldbaggen und das Göteborger Filmfestival abdecken, Bereiche, die eine sehr begrenzte Zuschauerzahl anziehen, zumal es hier sehr viel Konkurrenz gibt.


26. September 1748: König Karl XIII. von Schweden
26. September 1810: Die heutige schwedische Successionsordnung tritt in Kraft
26. September 1828: Nils Fredrik Sander und populärwissenschaftliche Mythologie
26. September 1832: Der Göta-Kanal, eine Verbindung zwischen Vänern und Vättern
26. September 1866: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
26. September 1896: Aina Cederblom, schwedische Textilkünstlerin und Abenteurerin
26. September 1925: Ola Hansson, der schwedische Schriftsteller ohne Heimat
26. September 1978: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
26. September 1982: Das erste Reagenzglasbaby Schwedens wird geboren

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 14. Oktober 2014

Gunnel Linde und der Kinderhilfsverein BRIS

Gunnel Linde kam am 14. Oktober 1924 in Stockholm unter dem Namen Gunnel Geijerstam als Tochter eines Buchhändlers zur Welt. Die Jugendliche war zwar von der Welt der Bücher beeinflusst, machte dann jedoch eine Ausbildung als Werbezeichnerin, setzte ihre Ausbildung im Konstfack in Stockholm fort und perfektionnierte ihr Können am Nonington College in England. Im Anschluss daran begann Gunnel Linde als Zeichnerin und Journalistin für mehrere Zeitungen zu arbeiten, bis sie 1947 vom schwedischen Staatsfunk Sveriges Radio angestellt wurde und ihre wahre Begabung entdeckte.

Als Produzentin der Radioanstalt arbeitete Gunnel Linde vor allem mit Kinderprogrammen und zeichnete für das damals sehr populäre Programm Osynliga klubben. Diese Arbeit führte auch so langsam zu ihrem ersten Kinderbuch Osynliga klubben och hönshusbåten, das einen bedeutenden Erfolg verzeichnete. Als Linde zum Staatsfernsehen wechselte, arbeitete sie dort ebenfalls mit Serien für Kinder und schrieb weitere Bücher, die anschliessend zum Teil zu Fernsehserien wurden. Aufsehen erregte dabei insbesondere ihre TV-Serie Upp med händerna, die um die Zeichensprache der Tauben und Taubstummen handelte.

Als Gunnel Linde für Kinder zu schreiben begann, zeichete sie sich dadurch aus, dass sie einen grossen Wert auf die Integrität der Kinder legt und ihnen in Form von Literatur auch ihre Rechte näher brachte. Dass diese Einstellung nicht auf verkaufstechnische Gründe baute, zeigte sich vor allem im Jahr 1971, als die Schriftstellerin, gemeinsam mit Berit Hedeby den Verein BRIS gründete, einen Verein, der sich vor allem für die Rechte von Kindern einsetzt. Für diesen Einsatz und ihre Bücher wurde Linde mit mehreren bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Gunnel Linde starb am 12. Juni 2014 im Alter von 89 Jahren.


14. Oktober 1758: Die Entstehung der Norrköpings Tidningar
14. Oktober 1793: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
14. Oktober 1880: Vilhelm Ekelund, zwischen Poesie, Prosa und Philosophie
14. Oktober 1941: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger
14. Oktober 1983: Die Bjursundbrücke (Bjursundsbron) bei Västervik
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. Juni 2014

Fredrik Lindström und der Erfolg eines Populärhistorikers

Fredrik Lindström wurde am 27. Juni 1963 in Fors bei Eskilstuna geboren und hatte mit 16 Jahren die Karriere als Musiker im Sinn, denn zwischen 1979 und 1982 spielte er Schlagzeug in der Heavy Metal Band Crystal Pride. Als er jedoch einsah, dass er auch eine gediegene Ausbildung benötige, besuchte er mit 19 die Volkshochschule Gripsholm in Mariefred, machte dort das Abitur und studierte anschliessend an der Universität Uppsala nordische Sprachen und Literaturwissenschaft. 1989 schloss Lindström noch eine Ausbildung in der Journalistenschule Poppius an und ein Jahr später begann er seine Doktorarbeit in Nordischer Sprachgeschichte.

Aber auch diese Ausbildung und die Doktorarbeit schienen Fredrik Lindström nicht zu befriedigen, denn 1990 zog er nach Stockholm und begann eine Karriere als Stand-Up- Komiker, was drei Jahre später zu einer Anstellung beim Staatsfunk Sveriges Radio führte wo er für das Programm Hassan scherzhafte Telefongespräche führte, die in direkt übertragen wurden. Lindström arbeitete parallel weiter als Komiker, trat im Fernsehen auf und wurde 1999 auch im rennomierten Mosebacke in Stockholm engagiert.

Im gleichen Jahr begann Fredrik Lindström als Regisseur des Filmes Vuxna Människor, dem zwei Jahre später ein weiterer Spielfilm folgte, er produzierte den fiktiven Dokumentarfilm Harry Viktor und er fand bei Aufträgen für das Staatsfernsehen SVT auch zurück zu seinem Studium, denn in den Folgejahren wurde er mit Serien zum schwedischen Sprachgebrauch und zu den Dialekten des Landes beauftragt in denen er Wissenschaft und Geschichte mit Humor mischen konnte. Ab 2006 kamen dann populärwissenschaftliche Bücher über Geschichte, Innenarchitektur und Wirtschaftsfragen hinzu bis er sich 2011mehr und mehr für die Bühne zu interessieren beginnt und die Show Ljust och Fräsch produziert, der 2014 die Show Ägd - pengarna eller livet folgt.


27. Juni 1676: Der Schonische Krieg (Skånska kriget) unter Karl XI.
27. Juni 1895: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
27. Juni 1902: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
27. Juni 1976: Das Kanalmuseum Skanzen in Halstahammar
27. Juni 2001: Tove Jansson schrieb nicht nur Mumintrollen
27. Juni 2003: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
27. Juni 2009: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Sonntag, 2. März 2014

Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Der private Fernsehkanal TV4 wird ausschliesslich von Werbung finanziert und ist heute der größte Kanal dieser Art in Schweden. Seine Geschichte geht im Grunde bis zum Jahr 1984 zurück, als Ingemar Leijonborg des staatlichen Fernsehens SVT und Gunnar Bergvall des Medienkonzerns Bonnier einen Plan für einen privaten Fernsehkanal ausarbeiteten der finanziell auch tragbar war. Auch wenn die Finanzierung bald geklärt war und TV4 sogar eine eigene Schule für Fernsehproduzenten und Randberufe geschaffen und auch Journalisten von SVT abgeworben hatte, sollte die erste Sendung noch bis zum 15. September 1990 auf sich warten lassen, ohne allerdings auf das analoge Funknetzt zugreifen zu dürfen, so dass die Übertragung vorerst nur über Kabel und Satellit erfolgte.

Die ersten Sendungen des Kanals TV4 waren ein Fiasko und die ersten selbst produzierten Fernsehfilme wurden von Kritikern geradezu zerrissen, aber die Idee und der Kanal lebten weiter. Als  dann im Herbst 1991 private Fernsehkanäle auf Werbebasis zugelassen werden sollten, verdankte TV4 sein Überleben dem gegenwärtigen Außenminister Schwedens, Carl Bildt, der damit drohte die Entscheidung der damaligen Regierung bei einem Wahlgewinn zu annullieren, da diese RIX TV die Genehmigung erteilt hatte und nicht TV4. Das Ergebnis war, dass RIX TV seinen Antrag zurückzog und sich bei TV4 einkaufte, also die zwei Kanäle sich zu einem einzigen zusammenschlossen. Die Besitzer von RIX TV, die bereits 55 Prozent der Aktien von TV3 besaßen, bekamen im Gegenzug dazu das Recht mit einem Parallelunternehmen die gesamte Werbung von TV4 zu verwalten.

Auf Grund der neuen Genehmigung für Werbekanäle konnte TV4 am 2. März 1992 mit seinen analogen Sendungen beginnen und damit dem staatlichen Fernsehen wirklich Konkurrenz machen. Bereits Ende des Jahres war es TV4 gelungen das Publikum mit Sendungen mit Bingolotto, Fångarna på fortet, Kär och galen und anderen publikumsnahen Übertragungen zu gewinnen. Eine Mischung aus Nachrichten, Sensationssendungen und amerikanischen Kopien machte TV4 Ende der 90er Jahre zum einzigen ernsthaften Konkurrenten des Kanals SVT, obwohl die Menge der Werbung die Zuschauer verärgerte. Die Sendezeit für Werbung, die bis 2002 sehr restriktiv war, wurde im Laufe der Jahre durch zwei neue Gesetze erleichtert, letztmals im Jahre 2010.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. November 2013

Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois

Mikael Dubois nahm sich am 30. November 2005 mit 46 Jahren in einem Kellerlager das Leben, ein Mann, der als einer der bekanntesten Komiker in ganz Schweden bekannt war, da er eine besondere Art von Humor hatte, den die einen bewunderten und andere geradezu in einen Schockzustand versetzen konnte. Auch wenn Mikael Dubois, der im Grunde nur unter seinem Künstlernamen Svullo bekannt war, auch Schauspieler und Sänger war, so kam der Erfolg vor allem durch seine Tätigkeit als Fernsehkomiker.

Svullo begann seine Karriere als Luftgitarrist, als er bei einem Wettbewerb in Stockholm den dritten Platz einnahm und dabei deutlich machte, dass er nicht Luftgitarre, sondern Luftbassgitarre spiele und damit der einzige schwedische Künstler sei, der diese Kunst beherrsche. Diesem Erfolg folgten Auftritte im Bern und schließlich im Rockklub Alexandra der schwedischen Hauptstadt wo er mit seiner besonderen Art von Humor sehr schnell eine Legende der Stockholmer Underground-Szene wurde.

Im Jahr 1988 hatte Mikael Dubois die Idee Svullo zu schaffen, in Anspielung auf seine Körpergröße und dessen Umfang. Mit seiner Aufsässigkeit gelang ihm schließlich der Zugang zum schwedischen Staatsfernsehen SVT, das in der Folge zahlreiche humoristische Sendungen mit Svullo übertrug, die alle im Stil von Svullo grisar vidare waren und den Hauptdarsteller, nämlich ihn selbst, als aufdringliches Ekel zeigten. Parallel dazu spielte er in einigen satirischen Filmen mit und machte sich als Sänger bemerkbar. Sein einziger wirklicher Hit wurde allerdings im Jahre 1990 der Song För fet för ett fuck. Am 7. November 2005 wurde Dubois wegen Depressionen vier Tage lang in der Psychiatrie behandelt und nicht einmal einen Monat später nahm er sich das Leben.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. September 2013

Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere

Am 5. September 1987 wurde im schwedischen Fernsehen erstmals die Sendung På Spåret (Auf der Spur) ausgestrahlt, eine Idee, die die Fernsehmoderatoren Sten Priwin und Ingvar Oldsberg, zusammen mit dem Journalisten Lennart Andersson, ausgearbeitet hatten. Ingvar Oldsberg sollte die Sendung dann bis 2009 auch selbst moderieren und wird deswegen noch heute mit dieser Erfolgsserie des Fernsehkanals SVT verknüpft.

På Spåret ist ein Fragespiel, das auf eine Zugreise aufbaut, wobei die eingeladenen schwedischen Persönlichkeiten mit Hilfe von verschiedenen Hinweisen Städte erraten müssen. In den letzten Jahren spielten jeweils drei Gruppen mit je drei Mannschaften zu je zwei Mitgliedern und die Sendung entwickelte sich zu einem Turnier mit Halbfinale und Finale, eine Form, die die Sendung På Spåret im Jahre 1993 annahm. Seit 2008 gewinnt das Paar mit den meisten Punkten einen Wanderpokal, der aus einem silbernen Globus besteht.

Der Hauptteil der Sendung besteht darin, dass die Teilnehmer kurze Filme von der Warte des Fahrers eines Fahrzeugs sehen und der Moderator kurze Hinweise gibt, die mit der Zeit immer deutlicher werden, wobei jedoch jeder Hinweise Punkte kostet. Die Sendung gehört noch heute mit zu den beliebtesten Fragesendungen Schwedens, die die staatliche Fernsehanstalt SVT ausstrahlt. Den Rekord erreichte man im Jahre 1990 mit einem insgesamt 3,7 Millionen Zuschauern, aber noch heute zählt man oft rund um zwei Millionen Schweden vor den Apparaten sobald På Spåret ausgestrahlt wird.


5. September 1871: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn 
5. September 2001: Der schwedische König wird mit Torte beworfen

Copyright: Herbert Kårlin