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Sonntag, 22. April 2018

Der Schriftsteller Otto von Feilitzen

Otto von Feilitzen kam am 22. Aril 1820 in Skeda zur Welt und schrieb sich nach seiner Hochschulreife in Linköping 1838 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Nach seinem Magister im Jahr 1845 begann von Feilitzen im Reichsarchiv zu arbeiten, wurde jedoch ab 1851 gleichzeitig Direktor des Stockholmer Gymnasiums. Auch wenn die Arbeit im Reichsarchiv üblicherweise mit der Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke verbunden war, veröffentlichte von Feilitzen nur sehr wenige historische Werke in jener Zeit, die zudem sehr oberflächlich gehalten waren und daher, in wissenschaftlichen Kreisen, wenig Einfluss hatten.

Ein weitaus größeres Interesse zeigte Otto von Feilitzen am Ausbildungssystem, sowie den religiösen und humanitären Problemen der Gesellschaft. Im Schulwesen strebte von Feilitzen eine durchgreifende Reform an, die vom reinen theoretischen Unterricht zur Schaffung einer rein intellektuellen Schicht mehr zu einem Ausgleich von Theorie und Praxis führen sollte, damit auch die gehobene Schicht Schwedens die Bedeutung und den Werk von körperlicher Arbeit verstehen könne. Um sein Ziel zu erreichen, veröffentlichte von Feilitzen hierüber zahlreiche Broschüren und auch umfassendere Publikationen, die insbesondere auch August Strindberg beeindruckten und dessen Anschauen zum schwedischen Schulwesen beeinflussten.

Otto von Feilitzen hatte bereits mit 20 Jahren sein erstes literarisches Werk Granneran i skärgården verfasst und sah sich in den Spuren des Schriftstellers Carl Jonas Love Almqvist, sowohl in seiner konservativen Einstellung zur Religion als auch den humanistischen Werten und der Darstellung des Lebens der Landbevölkerung. Otto von Feilitzen, der am 3. September 1889 in Stockholm starb, verfasste mehrere Romane zur Volksschilderung, die jeweils in mehreren Auflagen erschienen und auch ins Dänische und Finnische übersetzt wurden, wobei man jedoch diesen Werken, von heutiger Warte, kaum überzeugt ist, da von Feilitzen zu sehr seinem Idol nacheiferte als wirklich eine eigene Persönlichkeit in seinen Werken zu entwickeln.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1919: Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Juli 2014

Carl Fredrik Bergstedt, ein Revolutionär seiner Zeit

Carl Fredrik Bergstedt wurde am 24. Juli 1817 in Lillkyrka in Närke als Sohn eines Landwirts geboren, der ihn jedoch die Schule in Örebro und später in Strängnäs besuchen ließ um ihm den Weg in eine bessere Zukunft zu bieten. 1836 begann Bergstedt ein Studium der Philosophie an der Universität Uppsala, das dieser 1843 mit einem Magister abschloss. Nur ein Jahr später wurde der Wissenschaftler Dozent für griechische Literatur, wobei Bergstedt jedoch sehr bald zu Sanskrit wechselte und damit der erste Wissenschaftler Schwedens dieser alten Sprache wurde und einige der grundlegenden Werke vom Sanskrit ins Schwedische übersetzte.

Sehr schnell wurde Carl Fredrik Bergstedt allerdings das schwarze Schaf der Universität Uppsala, da er auf Grund seiner Herkunft andere Vorstellungen vertrat als das akademische Uppsala. Bergström setzte sich für den allgemeinen Schulunterricht ein, die Religionsfreiheit, forderte die Bildung für Frauen und verwarf die romantischen Ideen jener Zeit, die in seinen Augen Kunst und Literatur nur subjektiv bewerteten und damit einen elitären Standpunkt einnahmen. Bereits ab 1844 vertrat er seine, für die Zeit revolutionären Meinungen, in den verschiedensten Publikationen Uppsalas.

Als Lars Johan Hierta 1852 einen Nachfolger als Herausgeber des Aftonbladets suchte, übernahm Carl Fredrik Bergstedt diese Aufgabe um auf diese Weise seine reformatorische Bewegung fortsetzen zu können. Nur drei Jahre später legte er das Amt jedoch nieder, da er die Meinungen der Redakteure der Zeitung hinsichtlich der schwedischen Außenpolitik nicht teilte. 1866 begann Bergstedt dann durch seine Wahl in die Regionalregierung und den Reichstag seine politische Karriere und dehnte dabei seine Forderungen für eine veränderte Gesellschaft noch aus. Bergstedt forderte nun auch die Abschaffung der Todesstrafe, das Erbrecht für Frauen, die Pressefreiheit und eine grundlegende Schulreform, die allen Schweden die gleichen Chancen bietet. Bergstedt starb am 26. Januar 1903 in Kristberg im Alter von 85 Jahren.


24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden 
24. Juli 1719: Russische Galere greift Nyköping an 
24. Juli 1842: Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm 
24. Juli 1842: Die Carl Johans kyrka in Stockholm
24. Juli 1870: Anders Abraham Grafström, ein religiöser Skalde aus Nordschweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Oktober 2013

Anders Gustaf Jönsson und die schwedische Abstinenzbewegung

Anders Gustaf Jönsson wurde am 12. Oktober 1831 in ärmlichen Verhältnissen in Ryssby geboren und übernahm nach seiner Ehe mit Britta Stina Jaensdotter den Hof der Eltern seiner Frau im gleichen Ort. Bereits um diese Zeit war er ein Verfechter der Freikirchen und kam über diesen Weg auch zur damals aufkommenden Abstinenzbewegung. Diese beiden Gedanken sollten Jönsson auch sein Leben lang begleiten.

Auf Grund der Unterstützung der Freidenker jener Zeit gelang es Anders Gustaf Jönsson im Jahre 1884 in den Reichstag gewählt zu werden in dem er bis 1902 verblieb. Politisch gesehen war Jönsson seiner Zeit voraus, denn er setzte sich, wenn auch teilweise sehr eigennützig, für das freie Wort, die freie Religionswahl, eine fortschrittliche Steuerpolitik und die Schulbildung für alle ein. So nebenbei forderte er auch eine gerechte Bezahlung von Wehrpflichtigen und Postangestellten, was in der damaligen Regierung nicht unbedingt positiv gesehen wurde.

Anders Gustaf Jönsson war während seiner Jahre in der Zweiten Kammer des Reichstags immer daran interessiert zu erfahren was das Volk in seinem Wahlkreis für Wünsche hatte, auch wenn er nicht immer ihre Wünsche erfüllen wollte, denn in Fragen von Alkohol gab es für ihn nur die Abstinenz. In anderen Fragen konnte alle Bewohner seines Wahlkreises bei sogenannten regelmäßigen Volkstreffen ihre Meinung sagen und Vorschläge einbringen, die sehr genau protokolliert wurden. Vor allem in Zollfragen und hinsichtlich der Verteidigung folgte Jönsson in den meisten Fällen dem Willen des Volkes. Wollte der Politiker eine eigene Idee durchsetzen, so trat er gerne als brillanter Redner in seinem Wahlkreis auf und sammelte anschließend die einflussreichsten Personen des Wahlkreises zu einer Beratung um sich.


12. Oktober 1617: Gustav II. Adolf wird König von Schweden 
12. Oktober 1948: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandet

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Februar 2012

Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Am 1. Februar 1986 starb Alva Myrdal im Alter von 84 Jahren in Danderyd, eine Frau, die vor allem für ihren Widerstand gegen die Kernkraft und ihre Forderungen für die Gleichberechtigung der Frau bekannt wurde und weniger für ihr Hauptanliegen, nämlich die Veränderung des schwedischen Schul- und Erziehungsmodels. Im Jahre 1982 wurde der sozialdemokratischen Kämpferin der Friedensnobelpreis für ihre Leistungen innerhalb der weltweiten Abrüstungsfragen überreicht.

Alva Myrdals erstes und wichtigstes Ziel war jedoch Schulbildung und Erziehung, ein Thema, auf das sie vor allem während ihres Aufenthalts, im Rahmen eines Rockefellerstipendiums, in den USA im Jahre 1929 aufmerksam wurde. Ihre Studien in den USA und anschließend der Schweiz, wo sie sich mit der Bevölkerungsentwicklung auseinandersetzte führten zu ihrem Buch „Kris i befolkningsfrågan“ in dem sie die Notwendigkeit ausdrückte Kinderpädagogen auszubilden, die die Erziehung in Elternhaus und Schule verbinden koordinieren. Zu ihren Ideen gehörte auch die massive Zwangssterilisation von Eltern, die unfähig sind ihre Kinder sinnvoll zu erziehen.

Zur gleichen Zeit forderte Alva Myrdal, die mit Gunnar Myrdal verheiratet war, die grundlegende Änderung von Kindergärten, da sie in der Existenz der „Barnkrubban“ für arme Kinder und „Barnträgårdanar“ für eine auserlesene reiche Schicht nur zur Exklusion führt und die ärmere Bevölkerung ungleiche Bildungsmöglichkeiten sah. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Alva Myrdal dann nicht nur eine Reform der Kindergärten erreicht, sondern war auch dafür verantwortlich, dass eine neunjährige Schulpflicht in Schweden eingeführt wurde. Von 1949 bis zu ihrem Tode beschäftigte sich Alva Myrdal dann vor allem mit internationalen Fragen und die Situation Schwedens kam auf ein untergeordnetes Niveau. In den 60er Jahren wurde Alva Myrdal, die am 31. Januar 1902 geboren wurde, dann schließlich zu einem Symbol der Friedensbewegung.

1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis

Copyright: Herbert Kårlin