Samstag, 12. Oktober 2013

Anders Gustaf Jönsson und die schwedische Abstinenzbewegung

Anders Gustaf Jönsson wurde am 12. Oktober 1831 in ärmlichen Verhältnissen in Ryssby geboren und übernahm nach seiner Ehe mit Britta Stina Jaensdotter den Hof der Eltern seiner Frau im gleichen Ort. Bereits um diese Zeit war er ein Verfechter der Freikirchen und kam über diesen Weg auch zur damals aufkommenden Abstinenzbewegung. Diese beiden Gedanken sollten Jönsson auch sein Leben lang begleiten.

Auf Grund der Unterstützung der Freidenker jener Zeit gelang es Anders Gustaf Jönsson im Jahre 1884 in den Reichstag gewählt zu werden in dem er bis 1902 verblieb. Politisch gesehen war Jönsson seiner Zeit voraus, denn er setzte sich, wenn auch teilweise sehr eigennützig, für das freie Wort, die freie Religionswahl, eine fortschrittliche Steuerpolitik und die Schulbildung für alle ein. So nebenbei forderte er auch eine gerechte Bezahlung von Wehrpflichtigen und Postangestellten, was in der damaligen Regierung nicht unbedingt positiv gesehen wurde.

Anders Gustaf Jönsson war während seiner Jahre in der Zweiten Kammer des Reichstags immer daran interessiert zu erfahren was das Volk in seinem Wahlkreis für Wünsche hatte, auch wenn er nicht immer ihre Wünsche erfüllen wollte, denn in Fragen von Alkohol gab es für ihn nur die Abstinenz. In anderen Fragen konnte alle Bewohner seines Wahlkreises bei sogenannten regelmäßigen Volkstreffen ihre Meinung sagen und Vorschläge einbringen, die sehr genau protokolliert wurden. Vor allem in Zollfragen und hinsichtlich der Verteidigung folgte Jönsson in den meisten Fällen dem Willen des Volkes. Wollte der Politiker eine eigene Idee durchsetzen, so trat er gerne als brillanter Redner in seinem Wahlkreis auf und sammelte anschließend die einflussreichsten Personen des Wahlkreises zu einer Beratung um sich.


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Copyright: Herbert Kårlin

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