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Donnerstag, 28. Februar 2019

Die Schlacht bei Helsingborg als Sieg gegen Dänemark

Seit dem Frieden von Roskilde im Jahr 1658 wollte Dänemark ihre einstigen Besitztümer im Süden Schwedens zurückerobern, und nachdem bereits mehrere Versuche gescheitert waren, sah der König Dänemarks im Jahr 1710 seine große Chance, denn Schweden hatte im vorhergehenden Jahr beim Krieg gegen Russland in Poltawa sehr große Verluste erlitten und war nun auf keinen weiteren Krieg vorbereitet. Dänemark bereitete daher eine Invasion Südschwedens vor und hatte den Plan mit über 14.000 Soldaten den Teil Schwedens zurückzuerobern, der die Stadt Kopenhagen wieder in die Mitte des Reiches versetzen sollte.

Ende des Jahres 1709 legten die dänischen Schiffe daher an der schwedischen Küste an und begann mit der Invasion Schonens. Wie zu erwarten war, mussten sich die schwedischen Truppen unmittelbar zurückziehen und Generalleutnant Jørgen Rantzau machte sich auf den Weg nach Karlskrona, wo die Flotte der Schweden lag. Womit  Rantzau nicht gerechnet hatte, war, dass im Småland bereits neue Truppen ausgebildet wurden und Magnus Stenbock, der Gouverneur Schonens, sich nicht wirklich zurückgezogen hatte, sondern den dringend benötigten Nachwuchs holte und dann mit neuer Stärke den Kampf gegen Dänemark aufnahm. Die dänischen Soldaten erreichten daher nie Karlskrona, sondern wurden bis Helsingborg zurückgedrängt.

Am 28. Februar 1710 (schwedischer Kalender) kam es dann gegen die Mittagszeit zum entscheidenden Kampf zwischen Schweden und Dänemark. Da sich der schwedische Befehlshaber gut auf diese Schlacht vorbereitet hatte, der dänische jedoch die Lage falsch eingeschätzt hatte, war der Kampf bald zu Gunsten der Schweden entschieden und die Dänen hatten nach wenigen Stunden die Hälfte ihrer Soldaten verloren. Das restliche dänische Militär zog sich vorerst in die Stadt Helsingborg zurück, aber am 5. März hatte dann auch der letzte dänische Soldat Schweden verlassen. Diese Schlacht bei Helsingborg gilt als der letzte große Versuch Dänemarks Südschweden zurückzuerobern, auch wenn dieser Plan als solches um diese Zeit noch nicht aufgegeben wurde.


28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
28. Februar 1858: Tore Svennberg, Schauspieler und Theaterdirektor
28. Februar 1912: Prinz Bertil, nahezu an der Spitze Schwedens
28. Februar 1924: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee
28. Februar 1960: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
28. Februar 1962: Die schwedische Künstlerin Karin Mamma Andersson
28. Februar 1964: Lotta Lotass und die poetische Prosa des Surrealismus
28. Februar 1966: Schamyl Bauman, Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
28. Februar 1986: Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. Februar 2019

Der Offizier und Politiker Christian Anders Sundin

Als Christian Anders Sundin am 1. Februar 1886 im Alter von 69 Jahren in Stockholm starb, ging er sowohl als bedeutender Seestratege, als auch als Politiker in die schwedische Geschichte ein, allerdings nicht nur auf Grund seiner außerordentlichen Leistungen, sondern auch, weil Sundin das Glück hatte während einer Epoche in der Marine aktiv zu sein, die einen bedeutenden Umbruch darstellte, denn ab Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte sich der Schiffbau und es konnten erstmals Präzisionswaffen hergestellt werden, die entscheidend für die spätere Kriegsführung war. Sundin war damit einer der ersten hohen Offiziere, die diesen Umbruch erlebten und beeinflussten.

Christian Anders Sundin war am 3. Dezember 1816 in Augerum bei Karlskrona zur Welt gekommen und hatte ab seiner Kindheit eine Karriere als Seeoffizier vor Augen. Seine ersten Einsätze hatte Sundin bereits 1836 als Leutnant, wobei er einen sehr schnellen Aufstieg machte und unter König Karl XV. innerhalb von 15 Jahren vom Adjutanten bis zum Admiral aufstieg. Auch hierbei nimmt Sundin eine gewisse Sonderstellung ein, denn er leistete seinen Dienst nicht nur auf schwedischen Schiffen, denn er war auch drei Jahre lang auf englischen Schiffen unterwegs, unter anderem um am chinesischen Opiumkrieg teilzunehmen, und er konnte damit für Schweden wertvolle Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen, die der schwedischen Marine sehr dienlich waren.

Auch wenn Christian Anders Sundin immer wieder behauptete an politischen Entscheidungen nicht interessiert zu sein, so war er Stadtrat in Karlskrona, Landrat in der Region Blekinge und der Vorsitzende im Schulwesen in Karlskrona. In seiner Rolle als Politiker schuf Sundin ein neues Theater in „seiner“ Stadt, verbesserte das Schulwesen und setzte sich auch national für eine allgemeine Wehrpflicht in der Marine ein. Im Gegensatz zu anderen Politikern seiner Zeit, bevorzugte Sundin dabei jedoch die Diplomatie und Verbindungen, was ihm ermöglichte Änderungen ohne große Widerstände durchsetzen zu können.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1743: Generalgouverneur Johan Christopher Toll
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen
1. Februar 1853: Der schwedische Künstler Nils Blommér
1. Februar 1871: Der schwedische Geschichtswissenschaftler Holger Rosman 
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. April 2018

Der Kriegsherr Johan af Puke

Johan af Puke kam am 16. Februar 1751 als Sohn eines Militärs zur Welt, wuchs jedoch ab seinem fünften Jahr in großer Armut mit seiner Mutter auf, da der Vater 1756 wegen einer Konspiration hingerichtet worden war. Als af Puke zehn Jahre alt war, schrieb er sich als Jungmatrose bei der Marine im Karlskrona ein, um dann 1765 als Bootsmann seinen regelmäßigen Dienst aufzunehmen. Ab 1770 diente af Puke erst für die holländische Flotte, anschließend für die Briten und, als er 1777 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Leutnant der schwedischen Kriegsmarine ernannt.

Der erste Krieg, an dem Johan af Puke dann auf schwedischer Seite teilnahm, war der Krieg gegen Russland, der 1788 ausbrach und zwei Jahre dauern sollte. Af Puke ging bei diesem Krieg vor allem damit in die Geschichte ein, dass die schwedischen Schiffe bei Viborg von der russischen Flotte in einer Bucht eingeschlossen worden war, woraufhin er von König Gustav III. gebeten wurde unter dem Einsatz seines Lebens den Ausbruch zu leiten, was der Kriegsherr auch tatsächlich verwirklichte, obwohl der Feind in der Übermacht war. Dieses Ereignis ging als der Viborgska gatloppet in der schwedischen Geschichte ein.

Nur neun Jahre später nahm Johan af Puke am nächsten Krieg teil, dem Finnischen Krieg, als er 1812, gegen Ende des Krieges, den Oberbefehl über die Flotte hatte, mit dem Auftrag den russischen Stärken bei Umeå in den Rücken zu fallen. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen von Gustaf Wachtmeister, der die Truppen führte, musste af Puke jedoch unverrichteter Dinge zurückkehren. Johan af Puke, der am 21. April 1816 in Karlskrona starb, wurde 1813 Generalmajor und erhielt, in Hinsicht auf einen geplanten Feldzug gegen Norwegen, den Auftrag die schwedische Westküste auf eine Verteidigung vorzubereiten. Dies war af Pukes letzter militärische Einsatz, den zwei Jahre später nahm er vom Kriegsdienst abschied, nur ein Jahr vor seinem Tod.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. Februar 2018

Der Reichsrat Johan Göransson Gyllenstierna

Johan Göransson Gyllenstierna kam am 18. Februar 1635 als Sohn eines Admirals auf Gut Älvsjö bei Stockholm zur Welt und studierte an der Universität Uppsala um sich auf eine gehobene Laufbahn vorzubereiten. Nach Ende seines Studiums im Jahr 1658 traf er König Karl X. Gustav, der ihn unmittelbar zu seinem Kammerherren machte und ihn nur wenige Jahre später auch zum Kanzleirad ernannte. Die politische Denkweise Gyllenstiernas trat bereits bei den Reichstagen der Jahre 1660 und 1664 zu Tage, denn er wollte die Macht des Hochadels, zu dem er auch selbst zählte, beschränken und die Macht des Königs stärken.

Unter der Vormundschaftsregierung von Karl XI. stieg Johan Göransson Gyllenstierna weiter im Rang. 1668 war er bereits Landmarschall und vertrat im Reichsrat die Meinung, dass Schweden von innen gestärkt werden müsse und die eigenen Werte über jene anderer Länder stellen müsse, was ihn zum erbittertesten Feind von Magnus Gabriel De la Gardie machte, der sich für eine gegenüber Frankreich freundliche Politik einsetzte und damit Schweden in der Krieg zog. Nur Gyllenstierna war dann der Sieg in diesem Krieg zu verdanken, was ihm beim König zum absoluten Vertrauen verhalf. Jede künftige Entscheidung zur Politik kann mehr oder weniger auf den Rat Gyllenstiernas zurückgeführt werden.

Im Jahr 1679 gelang es Johan Göransson Gyllenstierna beim Friedenskongress in Lund die nordischen Länder zu einer gemeinsamen Auslandspolitik zu bringen und eine Münzkonvention zu unterzeichnen. In Skåne (Schonen) gelang es dem Politiker sogar die Bauern auf die Seite des Königs zu bringen, was im Grunde auf eine bedeutende Weitsicht Gyllenstiernas hinweist. Als der Politiker vom König beauftragt wurde einen neuen und sicheren Hafen für die schwedische Marine zu suchen, so fiel seine Wahl auf Karlskrona, den sichersten Hafen in der Geschichte Schwedens. 1679 wurde Gyllenstierna zum Generalgouverneur der früheren dänischen Besitzungen ernannt. Seine weiteren Pläne zur Stärkung Dänemarks konnte der Politiker jedoch nicht mehr verwirklichen, da er nach einer plötzlichen Krankheit am 10. Juni 1680 im Alter von 45 Jahren starb.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1862: Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Februar 2018

Der Admiralgeneral Hans Wachtmeister af Johannishus

Als Hans Wachtmeister am 15. Februar 1714 in Stockholm starb, ging er nicht nur als bedeutender Admiral in die schwedische Geschichte ein, sondern auch als der Mann, der im Auftrag des Königs Karl XI. die Stadt Karlskrona gegründet hatte, die Flotte, die bis dahin in Stockholm stationiert war, nach Karlskrona brachte und dort eine Kirche, ein Krankenhaus, Schulen und natürlich den am besten gesicherten Hafen Schwedens angelegt hatte. Im Jahr 1681, nur wenige Jahre vor der Gründung Karlskronas war Wachtmeister vom König sowohl zum Admiralgeneral und zum königlichen Ratgeber ernannt worden.

Hans Wachtmeister kam am 24. Dezember 1641 als Sohn eines Reichsrats in Stockholm zur Welt und erhielt daher auch eine ausgezeichnete Bildung. Nach Abschluss der Ausbildung ging Wachtmeister 1661, gemeinsam mit seinem Bruder Axel, nach Italien und besuchte, unter anderem auch Königin Kristina. Die Königin finanzierte ihm dann auch ein Studium in Rom und ernannte ihn zum Kammerherrn. Nach einer Reise nach Paris und Holland verpflichtete sich Wachtmeister als Freiwilliger bei der englischen Marine und nahm an mehreren Kämpfen gegen Holland teil, bevor er 1666 nach Schweden zurückkehrte und unter Wolmer Wrangel am Krieg gegen Bremen teilzunehmen, und anschließend Kammerherr des Königs zu werden.

Auch in den Folgejahren nahm Hans Wachtmeister an zahlreichen Schlachten teil und erreichte dadurch 1676 den Rang eines Admirals. Als Johan Gyllenstierna ein Jahr später den Auftrag erhielt Blekinge zurückzuerobern, erhielt dieser Hans Wachtmeister als Helfer des Auftrags, was auch zum Sieg führte. Nach diesem Erfolg erhielt Wachtmeister den Befehl über die gesamte schwedische Flotte und verteidigte erfolgreich mehrmals Kalmar und Öland. 1682 wurde Hans Wachtmeister schließlich auch zum Präsidenten des Admiralkollegiums ernannt und wenig später auch zum Generalgouverneur der Region Kalmar, Öland und Blekinge.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 1897: Der schwedische Künstler Alfred Nyström
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 27. Januar 2018

Der schwedische Architekt Jonas Lidströmer

Jonas Lidströmer, der am 27. Januar 1808 in Stockholm starb, hatte eine für seine Zeit sehr ungewöhnliche Karriere als Architekt und Mechaniker gemacht, denn nach seiner Hochschulreife ging er 1775 an die Universität Uppsala um Priester zu werden. Sehr bald entdeckte er dort jedoch sein Interesse für die Mechanik und besuchte kaum noch theologische Kurse, sondern studierte Mathematik und Mechanik. 1781 verließ er die Universität dann jedoch ohne Abschluss und hoffte beim Bergkollegium als Mechaniker beschäftigt zu werden. Er scheiterte an seinem fehlenden Universitätsabschluss.

Dieses Scheitern war jedoch der Beginn seines Aufstiegs, denn Henrik af Chapman nahm den jungen Mann mit nach Karlskrona, wo er den Sohn der Werft unterrichten sollte, verhalf ihm dabei jedoch auch seine Fähigkeiten als Mechaniker in der Weft der Kriegsmarine zu zeigen. Nachdem Jonas Lidströmer dort nahezu unmittelbar eine Maschine schuf, die ebenso genial war wie die früheren Erfindung von Christoffer Polhem, wurde er unmittelbar von der Werft fest angestellt um in seinem Traumberuf tätig zu werden, dieses Mal ohne nach einem Universitätsabschluss gefragt zu werden.

Jonas Lidströmer entwickelte in den Folgejahren jedoch nicht nur zahlreiche Maschinen für die Kriegsmarine, sondern entwickelte auch eigene Eisengießmethoden, entwickelte ein Stahlschleifwerk und wurde als Architekt tätig.  Die Häfen in Halmstadt, in Helsingborg und die Nya Varvet in Göteborg wurden vollkommen nach seinen Plänen gebaut, da er als Architekt ebenso weitblickend war wie als Erfinder und für die Hafenanlagen extrem geschützte Stellen wählte und stabile Kaianlagen plante. Die Bedeutung Lidströmers, der am 23. April 1755 in Ljustorp zur Welt gekommen war, zeigt sich auch daran, dass die Bürgerschaft Stockholms seine Beerdigung in der Storkyrkan bezahlte und seiner Witwe eine lebenslange Pension zusprach.


27. Januar 1786: Der Kanzleipräsident und Politiker Joachim von Düben
27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1880: Der schwedische Künstler Frank Heyman
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund
27. Januar 1977: Dagmar Hagelin verschwindet in Buenos Aires spurlos
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Das schwedische Sperrfeuer im Dezember 1944

Auch wenn der schwedischen Bevölkerung Ende Dezember 1944 bereits klar war dass der Krieg dem Ende entgegenging, so stürzte in der Nacht des 22. Dezember 1944 die Bevölkerung des südlichen Teil des Landes auf die Straßen oder in die Keller, mit der festen Überzeugung dass sich der Zweite Weltkrieg nun auch über Schweden erstreckte, denn in kürzester Zeit donnerten rund tausend Flugzeugen in sehr geringer Höhe über die Häuser und ließen dabei die Nacht noch dunkler erscheinen. Vor allem in Karlskrona wuchs die Angst noch dadurch da über der Ostsee auch Bomben abgeworfen wurden.

In der Tat handelte es sich bei den Flugzeugen jedoch im Maschinen der Alliierten, die Schweden als Leitlinie sahen um den Norden Deutschlands anzugreifen. In Halmstad betrachtete die Bevölkerung den Überflug mehr als Sensation, da man von dort aus sehen konnte wo das Ziel der Militärmaschinen lag. Erstaunlich fand man lediglich dass man am nächsten Morgen in der Zeitung lesen konnte dass eine große Menge an fremden Flugzeugen die Stadt in hoher Höhe überflogen habe. Auf Grund des starken Nebels waren die Bomber dort nämlich gezwungen auf etwa 100 Meter Höhe zu fliegen und bei vielen Maschinen deutlich zu sehen war um welche Luftwaffe es sich handelte, aber die Verteidigung, die Quelle der Zeitungen, schien davon nichts bemerkt zu haben.

In allen betroffenen Orten wurde auf Grund der unerwarteten „Invasion“ die Luftabwehr aktiv und feuerte ein Sperrfeuer unter die Maschinen der Alliierten um jedes Landen zu verhindern. Wirklich aktiv war die Luftabwehr vor allem in Göteborg, Halmstad, Malmö und Karlskrona, wobei das Artilleriefeuer immer wieder ausgesetzt werden musste, da die Flugzeuge so niedrig flogen dass das Risiko bestand sie abzuschießen, was verheerende Folgen mit sich bringen konnte. Als sich in den folgenden Monaten das Phänomen noch einige Male wiederholte, wurde zwar erneut die Luftabwehr aktiv, aber für die Bevölkerung war dies dann ein Zeichen dafür dass der Krieg dem Ende zuging.


22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum Verleger
22. Dezember 1854: Der schwedische Künstler Bengt Erland Fogelberg
22. Dezember 1878: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
22. Dezember 1952: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
22. Dezember 1957: Der schwedisch Schwergewichtsboxer Anders Eklund
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter
22. Dezember 1998: Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Juni 2016

Das U-Bootmuseum in Karlskrona

Während das Marinmuseum in Karlskrona gewissermaßen bis zum Jahre 1752 zurückreicht, als König Adolf Fredrik entschied in Schweden gebaute Schiffe als Modell in einem Gebäude in Karlskrona unterzubringen, so wurde das U-Boot-Museum, das über eine eigene Halle im Anschluss an das Marinmuseum verfügt, erst am 4. Juni 2014 eingeweiht und zwei Tage später für die Allgemeinheit geöffnet, mit einer Attraktion, die der Vasa in Stockholm sehr nahe kommt, auch wenn sich weitaus weniger Personen für ein U-Boot interessieren wie für ein legendäres Kriegsschiff, das 1628 auf der Jungfernfahrt unterging.

Die Basis des U-Boot-Museums sind die bei beiden U-Boote HMS Neptun und die HMS Hajen, wobei es sich bei der Hajen um das erste U-Boot handelt, das je in Schweden gebaut wurde, und das seit 1922 nicht mehr benutzt wird. Im Gegensatz zur HMS Hajen, die in Stockholm gebaut wurde, so wurde der vordere und der hintere Teil der HMS Neptun in der Werft in Karlskrona gebaut und lediglich der Mittelteil kommt aus der Werft in Malmö. Die Neptun, die auch als Spionageboot eingesetzt wurde, war 18 Jahre lang im Dienst und wurde 1998 ausrangiert, glücklicherweise jedoch nicht verschrottet.

Der zweite Teil des U-Boot-Museums besteht aus einer Ausstellung, die eine über 100 Jahre lange Geschichte schwedischer U-Boote erzählt und in ein Milieu führt, das früher nur sehr wenigen Personen zugänglich war, da alles, was mit den U-Booten der schwedischen Marine zu tun hatte, streng geheim gehalten wurde und erst seit wenigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich ist. Ein Erlebnis ist natürlich auch der Besuch des Inneren eines U-Boots in dem die Technik und die Motoren mehr Platz zur Verfügung haben als die Besatzung.


4. Juni 1845: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
4. Juni 1870: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit
4. Juni 1971: Der schwedische Sänger Peter Jöback
4. Juni 2015: Der schwedische Fahrradweg Kattegattleden 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 25. September 2015

Der schwedische Architekt Fredrik Blom

Als Fredrik Blom am 25. September 1853 starb, ging er als der Erfinder des transportablen Fertighauses in die Geschichte ein, da er der erste Architekt war, der auf die Idee gekommen war Holzhäuser zu erfinden, die aus verschiedenen Bauteilen in kurzer Zeit zusammengesetzt werden konnten und, bei Bedarf, auch wieder zerlegt wurden um an eine neue Stelle transportiert zu werden. Selbst Teile der Einrichtung wie Treppen oder der Kachelofen konnten an Wunschstellen verlagert werden. Der Erfolg dieser Häuser war so groß, dass sie selbst nach Frankreich und Russland exportiert wurden.

Fredrik Blom war am 24. Januar 1781 in Karlskrona als Sohn eine Kompassherstellers zur Welt gekommen und begann in seiner Jugend eine Offiziersausbildung bei der schwedischen Marine in seiner Heimatstadt. Da um diese Zeit zu einer Offiziersausbildung auch eine Ausbildung zum Bauingenieur gehörte, entdeckte Blom sehr bald, dass seine Neigung zur Architektur ging. Allerdings gab Blom seine militärische Karriere deshalb nicht auf, sondern er entschied sich als Architekt für die Marine zu arbeiten. In diesem Zusammenhang entstanden auch Brücken, Kaianlagen und zahlreiche militärische Bauten, die die Fähigkeiten Blums allgemein bekannt machten. Dank seiner Begabung wurde der Militärarchitekt 1817 selbst zum Professor in Bautechnik an die Kunstakademie berufen.

Wenn man heute die Bauwerke von Fredrik Blom betrachtet, der den Stadtteil Södra Djurgården in Stockholm prägte, so stellt man fest, dass seine Bauten nahezu einfallslos sind und deutlich die militärische Schule zeigen, auf der anderen Seite jedoch einen Bauingenieur zeigen, der für jedes technische Problem eine Lösung fand. Dies erklärt auch, dass seine transportablen Gebäude, also Pavillons und Lusthäuser so erfolgreich waren. Auch wenn Karl XIV. Johan zahlreiche dieser Blomska husen erwarb, so existieren heute nur noch wenige dieser Bauwerke. Eines des Lusthäuser kann man jedoch im Skansen in Stockholm noch aus nächster Nähe betrachten.


25. September 1826: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
25. September 1828: Charlotte Seuerling, die blinde Harfenspielerin
25. September 1935: Maj Sjöwall und Kommissar Beck
25. September 1935: Sjöwall-Wahlöö und Polizist Martin Beck
25. September 1963: Der schwedische Schauspieler Mikael Persbrandt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. September 2015

Die Admiralskirche Ulrica Pia in Karlskrona

Nur zwei Jahre nachdem Karlskrona im Jahre 1679 mit seiner Marinewerft gegründet worden war, wurde auch die Admiralitätsversammlung gegründet. Bereits bei der Erstellung des Stadtplans, der Erik Dahlbergh zugeschrieben wird, wurde für die Platzierung der Militärkirche die Landzunge Trossö gewählt. Sämtliches Holz für die Kirche wurde von Riga aus nach Karlskrona gebracht, wobei um diese Zeit Riga allerdings zu Schweden gehörte. Als die Admiralskirche (Admiralitetskyrka) am 20. September 1685 eingeweiht wurde, erhielt sie den Namen Ulrica Pia nach Ulrika Eleonora der Älteren.

Die Kirche Ulrica Pia aus Holz sollte im Grunde natürlich nur vorübergehend genutzt werden und von einer Steinkirche ersetzt werden. In der Tat entstanden mehrmals Pläne und Mittsommer 1760 wurde sogar der Grundstein für die neue Kirche gelegt, aber auf Grund finanzieller Probleme kam es nie zu einem Neubau, sondern regelmäßig wurde nur die alte Kirche restauriert. Um der Admiralskirche jedoch das Aussehen  einer Steinkirche zu geben, wurde sie mit mit der Zweit mit Panelen verkleidet und erhielt einige barocke Elemente zugefügt. Dass es nie zum Bau einer Steinkirche kam, führte jedoch dazu, dass das Gebäude 1998 von der Unesco als Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Admiralskirche Ulrica Pia hat trotz mehrmaliger Renovierungen und kleineren Umbauten ihren ursprünglichen Stil behalten, und selbst die rote Farbe, die sie trotz eines amtlichen Veto im Jahre 1985 erhielt. Im Inneren ist die Kirche in hellblau und hellgrün gehalten, Farben, die an das Meer erinnern sollten und die Bestimmung der Kirche verstärken. Die Kirchglocken sind im Einklang mit dem Glockentum im Admiralitätspark, der etwa dort steht wo ursprünglich die Steinkirche geplant war. Das Besondere der Glocke des Glockenturm ist allerdings, dass diese weniger zum Gottesdienst rufen sollte, sonder als Uhr für die Werftarbeiter galt und lautstark die Urzeit verkündete, weswegen sie auch den Beinamen Vällingklocka erhielt, die Milchsuppenglocke.


20. September 1396: Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1776: Großbrände in Gävle
20. September 1816: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
20. September 1862: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
20. September 1879: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn

Adolf Eugène von Rosen kam am 31. Dezember 1797 in Malmö zur Welt und studierte ab 1812 an der Universität Uppsala. Statt eine wissenschaftliche Karriere anzustreben, entschied sich von Rosen jedoch nach seinem Studium für eine militärische Laufbahn. Sehr bald nach seiner Teilnahme am Feldzug gegen Norwegen wurde man jedoch auch bei der schwedischen Marine auf die Fähigkeiten des Militärs aufmerksam und schon 1816 wurde er zum Adjutant bei der Kriegswerft in Karlskrona ernannt.

Allerdings hielt es Adolf Eugène von Rosen nicht lange in Karlskrona, denn 1820 unterschrieb er einen Vertrag mit der britischen Marine und in den Folgejahren arbeitete er für mehrere Nationen bis er schließlich am Göta-Kanal mitbaute und Disponent bei der Mechanischen Werkstatt in Motala wurde. Als von Rosen in London war, arbeitete er, gemeinsam mit John Ericsson an der Perfektion von Propellern als Antriebsmittel, was wiederum dazu führte, dass von Rosen dann in Frankreich die ersten Schiffsturbinen für Fregatten baute bei denen die gesamte Maschinenanlage unterhalb der Wasserlinie lag.

Als Adolf Eugène von Rosen 1845 dann endgültig nach Schweden zurückkehrte, arbeitete er intensiv daran die Eisenbahn im Lande einzuführen und zu bauen. Acht Jahre lang arbeitete von Rosén daran die Allgemeinheit und die Behörden von den Vorteilen einer Eisenbahnlinie zu überzeugen, die in Schweden als unsinnig betrachtet wurde. Als von Rosen dann jedoch die Genehmigung erhielt in ganz Schweden die Eisenbahn aufzubauen, waren die Gelder selbst  für die erste staatliche Linie verbraucht. Die Ehre die erste Eisenbahnlinie Schwedens, die Västra Stambanan, zu bauen fiel daher erst auf Nils Ericson und der wahre Pionier wurde dadurch nahezu vergessen.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1858: Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius

Als Jacob Fabricius am 11. Dezember 1741 in Karlskrona starb, war er im Grunde ein unbekannter Militärpriester, der nur deshalb eine gewisse Aufmerksam erhielt, weil er der Ehemann der Schriftstellerin Hedvig Charlotta Nordenflycht war, die wiederum ihre damalige Karriere ihrem Ehemann verdankte, der sie in die adelige Familie Cronstedt på Fullerö eingeführt hatte, die dafür verantwortlich war, dass die ersten Gedichte der Autorin veröffentlicht wurden.

Auch Jacob Fabricius verdankte seinen Aufstieg bis zum Admiralitätspriester der Familie Cronstedt, denn auf Grund von finanziellen Problemen seines Vaters führten ihn seine Studien die ersten Jahre nicht weiter als zum Dienst als Hauslehrer und zu unbezahlten Vikariatstellen. Als sich dann Fabricius intensiv mit dem Studium der französischen Sprache beschäftigte, führte ihn dies beruflich etwas voran und als er schließlich Vizepriester in Lundby bei Västerås wurde, kamen die intellektuellen Kontakte zu Cronstedt, die sowohl ihm als auch Nordenflycht auf dem weiteren Weg durch ihre Einflüsse halfen.

Nach dem Tode von Jacob Fabricius veröffentlichte die Witwe Nordenflycht einen Teil der Lyrik, die Fabricius im Laufe seines Lebens geschrieben hatte, aber da seine Werke wenig ausgereift waren, wurde er auch nach seinem Tode nicht als Poet bekannt. Seine Bedeutung kommt daher ausschließlich über seine Ehefrau, die in ihren eigenen Werken und ihrer Autobiografie immer wieder auf Fabricius verweist. Forscher der Literaturwissenschaften haben sich bis heute allerdings auch kaum um den Dichter bemüht, der dadurch immer noch nur im Schatten seiner Frau existiert.


11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Dezember 2013

Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals

Als Baltzar von Platen am 6. Dezember 1829 in Kristiania, dem heutigen Oslo, starb, war er weniger als militärischer Stratege bekannt, der er ursprünglich war, sondern in seiner Eigenschaft als Gründer des Göta Kanals, als Gründer der Stadt Motala und als einflussreicher Politiker, der eine große Bedeutung für die Schaffung der schwedisch-norwegischen Union hatte und die letzten Jahre seines Lebens Norwegen im Auftrag des Königs verwaltete.

Baltzar von Platen war, wie seine Vorgänger, in Deutschland geboren, auch wenn sein Vater bereits ab 1746 der schwedischen Krone diente. Mit 13 trat von Platen als Kadett in die Militärschule in Karlskrona ein und machte dort sehr schnell Karriere. Während des russischen Krieges geriet er in Gefangenschaft, was ihm jedoch nach seiner Rückkehr nach Schweden eher dienlich war, da er bei dieser Gelegenheit zum Kapitän ernannt wurde. Mit 34 Jahren nahm Baltzar von Platen jedoch Abschied vom Militärdienst um sich vor allem um seine Ländereien und Wälder zu kümmern.

Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab sich in das politische und wirtschaftliche Geschehen des Landes einzumischen, denn bereits 1801 wurde Baltzar von Platen in die Leitung des Unternehmens Trollhättan Kanal gewählt, was ihn auf die Idee brachte eine Verbindung zwischen Ostsee, Vättern und Vänern zu schaffen. Von Platen überstand dabei auch die Revolution von 1809 und konnte ein Jahr später mit dem Bau des Göta Kanals beginnen, den er mit Hilfe des englischen Kanalbauers Thomas Telford geplant hatte. Entlang des Kanals entstanden dann mehrere kleinere Werkstätten, unter anderem die AB Motala Verkstad, die sich wegen dem strategisch gut gewählten Standort sehr schnell in eine große Gemeinde verwandelte, 1823 die Handelsrechte erhielt, 1862 dann zur Handelsstadt mit Marktrechten wurde und 1881 zur Stadt aufstieg.


6. Dezember 1839: Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht

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Montag, 25. November 2013

Die letzte Reise der HMS Visborg (A265)

Als die HMS Visborg am 22. Januar 1974 zu Wasser gelassen wurde, war sie, neben der HMS Älvsborg, nicht nur eines der beiden schwedischen Minenfahrzeuge, sondern sie war auch das Flaggschiff der schwedischen Marine. Das Fahrzeug behielt diese Aufgabe bis zum Jahre 1998, wurden dann jedoch umgebaut und ging dann an die 2. Streitflotte über, wechselte später zur 4. Streitflotte und blieb bis 2010 das Leitfahrzeug der schwedischen Marine, das auch die Aufgabe hatte alle anderen Kriegsschiffe des Landes zu unterstützen.

Die Umrüstung im Jahre 1998 erfolgte, weil es von der Verteidigung in dieser Zeit als unsinnig angesehen wurde ein Minenfahrzeug zu unterhalten, das im Grunde nur gebaut war um so schnell wie möglich Seeminen ins Wasser zu lassen um den Feind von einem Überfall abzuhalten, da es weder diesen Feind gab, noch aber das Schiff für eine moderne Kriegsführung geeignet war. 2010 war man dann der Überzeugung, dass die HMS Visborg völlig überflüssig sei und die Verteidigung wollte das Fahrzeug verkaufen.

Um den Verkauf zu fördern, nahm das Schiff Kurs nach Karlskrona und wurde am 25. November 2010 in einer offiziellen Feier aus dem Verkehr genommen. Zwei Jahre wartete die HMS Visborg dann im Hafen von Karlskrona erfolglos auf einen Käufer und man entschied sich schliesslich das Fahrzeug zu verschrotten, was sich jedoch als größeres Problem erwies, da die gesamte Isolation aus Asbest bestand. Im März 2013 wollte Stena Recycling das Fahrzeug zerlegen und alle Teile, außer dem Asbest, wiedergewinnen. Erst im September wurde das Fahrzeug dann jedoch nach Landskrona gebracht wo der Recyclingprozess in die Wege geleitet wurde, was jedoch wegen dem hohen Asbestanteil immer noch gewisse Probleme mit sich bringt.


25. November 1620: Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein 
25. November 1909: Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås

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Montag, 19. August 2013

Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft

Als Henrik af Chapman am 19. August 1808 in Karlskrona starb, hatte er den gesamten Schiffbau in Schweden revolutioniert und die Erfolgsleiter als Schiffbauer erklommen, angefangen von seiner Tätigkeit in der Werft in Göteborg in den Jahren 1744 bis 1750 bis zu seiner Tätigkeit als als Chef der Werft in Karlskrona und seiner Ernennung zum Vizeadmiral im Jahre 1791. So nebenbei war er auch noch geadelt worden, so dass er seinem Familiennamen das af (von) hinzufügen durfte.

Bis zu seinem 60. Lebensjahr war Henrik af Chapman, trotz seines Aufstiegs vom Schiffbauer bis zum Oberschiffbaumeister, nur im allgemeinen Schiffbau tätig gewesen. Erst als er zum Chef der Werft in Karlskrona ernannt war, gelang es ihm seine ursprüngliche Idee zu verwirklichen und den Schiffbau zu rationalisieren und eine Möglichkeit zu schaffen, die es erlaubte serienmäßig Schiffe zu bauen. Parallel dazu begann er die Mathematik im Schiffbau anzuwenden und berechnete die Lage und Höhe der Segelmasten, die Form der Segel, die Stabilität der Schiffe und arbeitete mit dem Widerstand der Strömung. Für seine Tests ließ er ein 100 Meter langes Bassin bei Karlskrona bauen, damit er maßstabsgetreue Modelle seiner Konstruktionen unter verschiedenen Verhältnissen testen konnte.

Neben seiner Errungenschaft den Schiffbau als Wissenschaft einzuführen, erneuerte Henrik af Chapman allerdings auch auf andere Weise den Schiffbau, denn 1765 ließ sich af Chapman vorübergehend von seinen Ämtern befreien um das Kartenwerk Architectura Novalis Mercatoria zu erstellen in dem er auf 62 Karten die verschiedenen Schiffstypen jener Zeit darstellte, zu denen einige Jahre später eine komplette Dokumentation kam. Damit das Werk international angewendet werden konnte, waren sowohl die Masse der Schiff in schwedischen, englischen und französischen Massen angegeben als auch die Dokumentation in diesen drei Sprachen verfasst. Bei diesem Werk handelt es sich um die erste wissenschaftliche Darstellung des europäischen Schiffbaus, was auch dazu führte, dass af Chapman noch heute weit über Schweden hinaus als einer der wichtigsten Schiffbauer weltweit betrachtet wird.


19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren

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Sonntag, 24. Juni 2012

Die Weltumseglung der HMS Eugenie

Am 24. Juni 1853 lief die HMS Eugenie wieder Göteborg an, nachdem die Fregatte vorher zwei Jahre lang rund um die Welt gesegelt war und dabei an allen wichtigen Städten angelegt hatte. Mit diesem Ereignis war die HMS Eugenie das erste schwedische Kriegsfahrzeug, das je zu einer Weltumseglung aufgebrochen war. Der Seeoffizier Carl Skogman veröffentlichte einige Jahre nach der Reise die gesamt Reisebeschreibung, die sich nahezu wie ein Abenteuerbuch liest.

Es war allerdings nicht ungewöhnlich, dass um diese Zeit Kriegsschiffe andere Länder besuchten ohne auch nur die geringsten kriegerischen Absichten zu haben, sondern vielmehr unterwegs waren um für Schweden und den schwedischen Handel Werbung zu machen, auch wenn die 40 Kanonen, die sich an Bord der HMS Eugenie befanden, kaum einen friedfertigen Eindruck machten, sondern eher die Stärke Schwedens ausdrückten.

Die in Karlskrona gebaute HMS Eugenie, die nach Prinzessin Eugenie, der Tochter von Oscar I. und Josefina von Leuchtenberg benannt war, wurde am 9. Dezember 1844 zu Wasser gelassen und galt bis 1877 als Fregatte. Zwischen 1877 und 1888 galt das Kriegsfahrzeug dann als Korvette und anschließend blieb es bis 1919 noch eine schwimmende Kaserne bei Skeppsholmen. 1919 wurde die HMS Eugenie an die norwegische Reederei Moss verkauft, die sie als schwimmende Arbeiterwohnungen benutzte, bis sie dann 1926 an einen Schrotthändler in Halmstad verkauft wurde, der sie entsorgen sollte.


24. Juni 1687: Die Kupfergrube in Falun stürzt ein 
24. Juni 1920: Åland, die finnischen Inseln mit schwedischer Kultur

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