Freitag, 7. Februar 2014

Wilhelm Stenhammar: Pianist, Komponist und Dirigent

Wilhelm Stenhammar wurde am 7. Februar 1871 in Stockholm geboren und begann seine musikalische Karriere als Pianist, wobei er in dieser Eigenschaft mehrere Jahre lang mit dem Violinisten Tor Aulin auf Tournee war. Da Stenhammar, nach einer Grundausbildung in Stockholm, vor allem in Berlin Musik studierte, war er sehr stark von Richard Wagner und Anton Bruckner beeindruckt, was man bei seiner ersten Symphonie noch sehr deutlich spür, einem Werk, das er nach der Uraufführung in Schweden jedoch als zu unpersönlich betrachtete und zurückzog.

Vor allem unter dem Einfluss seines Freundes Jean Sibelius fand Wilhelm Stenhammar dann bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts den nordischen Stil, der eine starke Passion und die überwältigende Natur des Nordens ausdrückt. Stenhammar konnte mit dieser „neuen“ Musik seine Gefühle in Töne verwandeln. Seine zweite Symphonie überzeugte dann auch das nordische Publikum, da er hier die deutsche kraftvolle Musik gegen die nordische Wehmut eingetauscht hatte ohne jedoch in die Romantik zu verfallen.

Wilhelm Stenhammar komponierte neben seinen Symphonien auch einige andere bedeutende Werke, war jedoch von 1907 bis 1922 vor allem als Chefdirigent der Göteborger Symphoniker aktiv, mit einer Neigung zu Werken von Jean Sibelius und Carl Nielsen, wobei die Symphoniker Göteborgs bis heute immer wieder Sibelius im Programm haben. In Erinnerung an den großen Dirigenten und Komponisten wurde im Konzerthaus in Göteborg einer der kleineren Säle zum Stenhammarsalen getauft. Wilhelm Stenhammar starb am 20. November 1927 im Alter von 43 Jahren in Jonsered im Västergötland.


7. Februar 1795: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
7. Februar 1809: Charles Emil Hagdahl und die moderne Küche Schwedens 
7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König 
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 
7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Februar 2014

Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna

Die nationalistische schwedische Partei Sverigedemokraterna (Schwedendemokraten) wurde am 6. Februar 1988 durch einen Zusammenschluss mehrerer extrem rechter, nazistischer, rassistischer und nationalistischer Gruppierungen gegründet und sollte vor allem gegen die Einwanderung, den Einfluss multikultureller Ideen und die Zerstörung der historischen und klassischen Werte Schwedens kämpfen, insbesondere durch den politischen Einfluss in Stadträten und im Parlament.

Allerdings gewannen die Sverigedemokraterna mit dieser extremen Linie zu wenige Mitglieder um tatsächlich ihren Ideen Gehör zu verschaffen. Erst als Jimmie Åkesson im Jahre 2005 der Vorsitzende der Partei wurde und Abstriche bei den extremsten Forderungen machte, gewann die Partei ein gewisse Ansehen, auch wenn sie bei den Parlamentswahlen 2006 die Vier-Prozent-Schwelle noch nicht überschreiten konnte. Bereits bei den Wahlen des Jahres 2010 gelang es den Sverigedemokraterna jedoch 5,7 Prozent der Wähler mit ihrem Programm zu überzeugen und konnten damit 20 Mandate zählen, was bedeutete, dass sie bei Streitigkeiten zwischen rechtem und linkem Block zur entscheidenden Mehrheit verhalfen, da die Allianzregierung bei Abstimmungen nicht über die absolute Mehrheit verfügte.

Der steigende Erfolg der Partei hängt vor allem mit seinem populistischen Auftreten zusammen und der Angst vieler Schweden vor einer „Invasion“ durch Einwanderer, die die schwedischen traditionellen Werte zerstören. Nachdem die Sverigedemokraterna dabei, ohne dies ausdrücklich zu nennen, einerseits die aktuelle Flüchtlingspolitik als Gefahr darstellen und andererseits auch von einer intensiveren Bekämpfung der Kriminalität sprechen, ziehen viele ihrer Wähler hier ein Parallele und sehen Flüchtlinge und Migranten oft als kriminelle und arbeitsscheue Personen, die sich nicht integrieren wollen und ihre eigene Kultur und Religion den Schweden aufdrängen wollen.


6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1993: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Februar 2014

Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti

Kerstin Koorti kam am 5. Februar 1950 in Helsingfors (Helsinki) zur Welt, studierte jedoch an der Stockholmer Universität Jura, das sie 1975 abschloss. Fünf Jahre später öffnete Koorti dann ihr eigenes Anwaltsbüro in Stockholm und beschäftigte sich insbesondere mit dem Strafrecht, genauer genommen mit Mordfällen und Sexualstraftaten zwischen Inzest und Sexualmord. Koorti machte sich damit nicht nur in juristischen Kreisen bekannt, sondern wurde auch vom Aftonbladet beschäftigt um aufsehenerregende Fälle zu kommentieren.

Kerstin Koorti, die sowohl in Schweden als auch in Finnland arbeitet, gehört zu jenen Anwälten, die nicht nur theoretische Jura studierten, denn sie arbeitete auch als Krankenpflegerin, machte Kurse in der Rechtsmedizin und nahm an mehreren Obduktionen teil um die praktische Seite eines Polizisten und eines Staatsanwalts kennenzulernen.  Dieses umfassende Wissen führte letztendlich auch dazu, dass Koorti einige der bedeutendsten schwedischen Kriminalfälle anvertraut wurden und sie, unter anderem, auch Wolfgang Zaugg, den Lasermann, vertrat.

Die Rechtsanwältin Kerstin Koorti selbst geriet zweimal mit großen Schlagzeilen in die Presse. Das erste Mal, als sie während der Verhandlung von Wolfgang Zaugg, alias John Ausonius, misshandelt wurde, und ein zweites Mal, als sie selbst wegen Betrugs angeklagt wurde, da sie bei einer Zwangsverteidigung extrem hohe Rechnungen präsentierte. Diese Anklage führte jedoch zu keinen Folgen, da das Gericht es nicht als erwiesen sah, dass Koorti das Gericht mit Vorsatz betrügen wollte.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden 
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens 
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Februar 2014

Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei

Am 4. Februar 1995 wurde Maria Leissner als erste Frau zur Vorsitzenden der schwedischen Folkpartiet (Volkspartei) gewählt und übernahm damit in der undankbarsten Situation die Führung der Partei, denn nach dem Wahlverlust der bürgerlichen Parteien im Vorjahr war ihr Vorgänger, Bengt Westerberg, zurückgetreten und die Partei befand sich in einer Talfahrt, die nur eine sehr starke Person ändern konnte. Leissner, die sich vor allem für die Außenpolitik interessierte, hatte diese Stärke nicht und machte zudem den Fehler, das sie der Volkspartei eine neue Linie geben wollte.

Während Bengt Westerberg sich nach dem Wahlverlust den Sozialdemokraten nähern wollte, einer Linie, die von sehr vielen Parteimitgliedern getragen wurde, kritisierte Maria Leisner die Vorsitzenden der Sozialdemokraten, erst Ingvar Carlsson und dann vor allem Göran Persson, und setzte die Partei vollständig auf den rechten Flügel, was natürlich dazu führte, dass die Volkspartei geschwächt statt gestärkt wurde. Die Position Leissners als Vorsitzende wurde daher auch sehr bald aus den eigenen Reihen kritisiert, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie wenig Gewicht auf die interne Situation Schwedens legte, sondern immer wieder die Außenpolitik in den Vordergrund schob.

Bereits 1997, also noch vor den nächsten Parlamentswahlen, trat die am 21. Januar 1956 geborene Maria Leisner dann noch von ihrem Amt zurück ohne je ihre Führungsqualitäten bewiesen zu haben. Nach ihrem Rücktritt als Vorsitzende der Folkpartiet (FP) wurde Leissner erst Botschafterin in Guatemala, anschließend leitete sie ein Demokratisierungsprojekt im Irak, 2006 wurde sie unter der schwedischen Integrationsministerin Nyambo Sabuni die Vorsitzende der Delegation zur Integration der Roma und seit 2007 ist sie die Vorsitzende der Hochschule in Borås. Außerordentliche Ergebnisse konnte Leissner jedoch auch bei diesen Aufgaben kaum vorweisen.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 3. Februar 2014

Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche

Carl Olof Rosenius wurde am 3. Februar 1816 als Sohn eines Priesters in Västerbotten geboren und wurde vom Vater nach den Regeln der Erweckungsbewegung erzogen. Als er dann mit 15 begann die ersten Predigten zu halten, machte er sich vor allem dadurch bemerkbar, dass er fundamentale Kenntnisse der Lehre Luthers hatte und seine Ideen zur Religion daher auch mit der Staatsreligion des Landes, der Svenska Kyrkan, zu vereinbaren waren.

Im Jahre 1838 begann Carl Olof Rosenius an der Universität Uppsala Religion zu studieren, musste jedoch das Studium bereits ein Jahr später aus Geldmangel wieder aufgeben. Rosenius kam anschließend als Privatlehrer nach Stockholm, wo er ernsthaft an seinem Glauben zu zweifeln begann. In dieser Phase lernte er jedoch den Methodistenprediger George Scott kennen, der Rosenius nicht nur zurück zum Glauben brachte, sondern ihn auch bald zu seinem Assistenten machte.

Als Scott Schweden im Jahre 1842 verlassen musste und sich damit auch die von ihm gegründete sogenannte Englische Kirche auflöste, übernahm Carl Olof Rosenius die Bewegung und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Neuevangelisten der Erweckungsbewegung. Ab dieser Zeit reiste Rosenius als Prediger durch ganz Schweden und wurde auf diese Weise 1854 auch der Mitgründer der Versammlung in Västervik aus der sich zahlreiche Missionsvereinigungen entwickelten. Nur zwei Jahre später gründete Carl Olof Rosenius, gemeinsam mit Hans Jakob Lundborg, dann die Evangeliska fosterlandssiftelsen (EFS) und öffnet parallel dazu auch die frühere Englische Kirche wieder, der er allerdings nun den Namen Betlehemskirche gab.


3. Februar 865: Der Heilige Ansgar, der Spostel der Schweden, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Februar 2014

Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand

Auch wenn sich Hans Olof Hildebrand vor allem für die schwedische Geschichte und die Entwicklung Schwedens interessierte, ging er bei seinem Tod am 2. Februar 1913 als einer der bedeutendsten Archäologen in die Geschichte ein, denn Hildebrand, der am 5. April 1842 in Stockholm geboren worden war, hatte die Archäologie mit einer bedeutenden neuen Methode bereichert, der sogenannten Typologie, oft auch als Typographie bezeichnet, also der Klassifikation von Objekten nach ihrer Form und ihrem Material, eine Einteilung, die die Archäologie vollständig revolutionierte.

Das Interesse für Archäologie, Numismatik und schwedische Geschichte wuchs bei Hans Hildebrand bereits während seines Studium an der Universität Uppsala ab 1860, denn bereits in dieser Zeit begann er während der Ferien im staatlichen historischen Museum zu arbeiten und nach seiner Promotion mit Auszeichnung im Jahre 1865 wurde Hildebrand in der königlichen Akademie für Geschichte angestellt um bereits ein Jahr später verantwortlicher Sekretär für die Herausgabe von Abhandlungen zur schwedischen Geschichte zu werden.

Das Gesamtwirken von Hans Hildebrand, der 1895 in die Svenska Akademin aufgenomen wurde, ist bis heute sehr schwer einzustufen, da der Wissenschaftler einer der produktivsten wissenschaftlichen Schriftsteller seiner Zeit war, der sich nahezu mit der gesamten Breite der Wissenschaft auseinandersetzte. Seine Abhandlungen und Werke gehen von der Archäologie und Geschichte bis zur Ethnographie, Sprachwissenschaft und Kunstgeschichte. Auch in diesem Rahmen war Hildebrand seiner Zeit weit voraus, denn bereits 1873 begann er, gemeinsam mit seinem Vater, Zeichnungen aus dem staatlichen Museum als Buch zu bearbeiten um damit die Sammlungen einer breiten Schicht zugänglich zu machen.


2. Februar 1250: König Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende 
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des Volkes 
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft und der Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen Partie

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. Februar 2014

Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad

Adolf Fredrik Lindblad, geborener Friberg, wurde am 1. Februar 1801 unehelich in Skänninge geboren. Da sich seine 17-jährige Mutter nicht um ihn kümmern konnte, wurde das Kind von Carl Jacob Lindblad, einem Kaufmann des Ortes, der gleichzeitig mit der Tante seiner Mutter verheiratet war, aufgezogen. Seinen Geburtsnamen Friberg hatte er ebenfalls nur kurze Zeit, denn sein Ziehvater gab dem Jungen sehr schnell seinen eigenen Familiennamen Lindbald und betrachtete ihn als eigenen Sohn.

Durch die „Adoption“ erhielt Adolf Fredrik Lindblad eine gute Erziehung und konnte ab 1822 in Uppsala Musik studieren. Bereits ein Jahr nach seiner Studienaufnahme wurde Lindblad im künstlerischen Salon von Malla Silfverstolpe aufgenommen, die dem jungen Künstler auch ein zweijähriges Studium in Deutschland finanzierte, wo er, unter anderem,  auch Felix Mendelssohn Bartoldy kennen lernte, der später Lindblads Symphonie Nr. 1 in Leipzig aufführen sollte.

Zurück in Stockholm gründete Adolf Fredrik Lindblad eine in gehobenen Kreisen der Stadt anerkannte Musikschule, die auch vom späteren König Oscar I., dessen Sohn Prinz Gustaf Oscar, dem sogenannten „Sängerprinzen“, und vor allem auch von der legendären schwedischen Sängerin Jenny Lind besucht wurde. Während die über 200 Lieder, die Lindblad schrieb, in Schweden unmittelbar Erfolg hatten, wurden seine beiden Symphonien damals nur in Deutschland gewürdigt. In Schweden erkannte man den Wert dieser Werke erst in jüngster Zeit.


1. Februar 1594: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin