Dienstag, 4. Februar 2014

Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei

Am 4. Februar 1995 wurde Maria Leissner als erste Frau zur Vorsitzenden der schwedischen Folkpartiet (Volkspartei) gewählt und übernahm damit in der undankbarsten Situation die Führung der Partei, denn nach dem Wahlverlust der bürgerlichen Parteien im Vorjahr war ihr Vorgänger, Bengt Westerberg, zurückgetreten und die Partei befand sich in einer Talfahrt, die nur eine sehr starke Person ändern konnte. Leissner, die sich vor allem für die Außenpolitik interessierte, hatte diese Stärke nicht und machte zudem den Fehler, das sie der Volkspartei eine neue Linie geben wollte.

Während Bengt Westerberg sich nach dem Wahlverlust den Sozialdemokraten nähern wollte, einer Linie, die von sehr vielen Parteimitgliedern getragen wurde, kritisierte Maria Leisner die Vorsitzenden der Sozialdemokraten, erst Ingvar Carlsson und dann vor allem Göran Persson, und setzte die Partei vollständig auf den rechten Flügel, was natürlich dazu führte, dass die Volkspartei geschwächt statt gestärkt wurde. Die Position Leissners als Vorsitzende wurde daher auch sehr bald aus den eigenen Reihen kritisiert, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie wenig Gewicht auf die interne Situation Schwedens legte, sondern immer wieder die Außenpolitik in den Vordergrund schob.

Bereits 1997, also noch vor den nächsten Parlamentswahlen, trat die am 21. Januar 1956 geborene Maria Leisner dann noch von ihrem Amt zurück ohne je ihre Führungsqualitäten bewiesen zu haben. Nach ihrem Rücktritt als Vorsitzende der Folkpartiet (FP) wurde Leissner erst Botschafterin in Guatemala, anschließend leitete sie ein Demokratisierungsprojekt im Irak, 2006 wurde sie unter der schwedischen Integrationsministerin Nyambo Sabuni die Vorsitzende der Delegation zur Integration der Roma und seit 2007 ist sie die Vorsitzende der Hochschule in Borås. Außerordentliche Ergebnisse konnte Leissner jedoch auch bei diesen Aufgaben kaum vorweisen.


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Copyright: Herbert Kårlin

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