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Samstag, 18. Februar 2017

Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller

Hans Larsson wurde am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirts in Östra Klagstorp geboren und schrieb sich, nach der Hochschulreife an der Kathedralschule in Lund, an der Universität Lund ein um dort Philosophie zu studieren. Als Larsson 1893 den Doktor in Philosophie erworben hatte, wurde er auch zum Dezent in theoretischer Philiosphie an der Kronoberg Volkshochschule. Acht Jahre später, und einem Lehrauftrag in Uppsala, wurde Larsson dann im gleichen Fach zum Professor an der Universität Lund ernannt.

Der Philosoph Hans Larsson war ein starker Verfechter der Literatur und der philosophischen Denkweise der Zeit um 1880 und stellte Intuition und Ästhetik in Zusammenhang mit dem Kulturradikalismus, der diese Zeit prägte. Dabei stellte sich der Philosoph auch gegen die Denkweise von Verner von Heidenstam und Ola Hansson. Auf Grund seiner einfachen Herkunft war Larsson auch bereit die Philosophie in den Alltag zu bringen und einer breiten Schicht näher zu bringen, im Gegensatz zu Philosophen rein akademischer Herkunft. Dies verhalf Larsson auch dazu gewissermaßen eine eigene philosophische Richtung zu schaffen und die Denkweise innerhalb der Philosophie zu erneuern.

Hans Larsson gehört zu den wenigen Philosophen, die auch zur Belletristik griffen um ihre Denkweise nach außen zu tragen, wobei er mit seiner Logik, als bodenständiger Romantiker, auch gegen die Zeitströmung lief, da er die starke Nationalromantik, die immer mehr zu nationalistischen und antidemokratischen Gedanken führte, in dieser Konsequenz ablehnte. Dies zeigt sich auch sehr deutlich ab etwa 1910, als Larsson immer mehr in die politische Debatte einsteigt und seine Meinung auch in der Tagespresse ausdrückt. Dieser Charakterzug verhinderte es auch weitgehend dass Larsson, der am 16. Februar 1944 in Lund starb, innerhalb der Philosophie die Ehre erhielt, die ihm eigentlich zusteht.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 15. Januar 2015

Der schwedische Künstler Oscar Björk

Oscar Björck kam am 15. Januar 1860 als Sohn eines Herstellers von Goldfäden in Stockholm zur Welt und ging erst in die Beskowska Schule, anschließend in die Klara Schule der schwedischen Hauptstadt. Als Björck 13 Jahre alt war, begann er seine künstlerische Ausbildung an der Kunstakademie. Im Jahre 1877 wurde der zukünftige Maler dann als Vollstudent in der Kunstakademie aufgenommen und hatte dabei das Glück Edvard Perséus als Lehrer in Malerei zu bekommen, der nur ein Jahr vorher auch eine eigene Schule gegründet hatte.

Nach Abschluss seines Studiums und einigen Gemälden, die bereits eine bedeutende Aufmerksamkeit erregten, erhielt Oscar Björck im Jahre 1883 ein Reisestipendium, das er erst für einen Aufenthalt im dänischen Skagen und anschließend für Studienaufenthalte in Paris, München, Venedig und Rom benutzte. Bevor sich Björck 1888 endgültig in Stockholm niederließ, verbrachte der Künstler erneut einen Sommer in Skagen, dem Ort, an dem in diesen Jahren sehr viele schwedische Künstler verkehrten. Zwei der bedeutendsten Gemälde aus dieser Zeit findet man heute im Kunstmuseum in Göteborg, das auch über einige spätere Gemälde des Künstlers verfügt.

Oscar Björck, der ab 1889 auch in der Kunstakademie und der Stockholmer Kunsthochschule tätig war, malte nach seiner Rückkehr überwiegend Portraits, unter anderem von Oscar II., Prinz Eugen und Verner von Heidenstam, und wurde damit einer der gefragtesten Künstler jener Zeit, was sich leider auch auf die Qualität seiner Portraits auswirkte, denn der Künstler hatte kaum noch Zeit sich mit der Persönlichkeit seiner Modelle auseinanderzusetzen und es gelang ihm auch nicht einen persönlichen Stil zu entwickeln, der ihn mit Sicherheit zu einem der bedeutendsten Maler des Landes gemacht hatte, denn technisch gesehen war Björck nahezu unfehlbar. Im Speisesaal des Operakällaren findet man eine interessante Dekoration des Künstlers, die bei der Eröffnung des Restaurants einen Skandal auslöste.


15. Januar 1866: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
15. Januar 1886: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
15. Januar 1912: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 1989: Der Tag der Tulpen in Schweden
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Die Tageszeitung Svenska Dagbladet, Svenskan

Nur kurze Zeit nachdem Oscar Norén und Axel Jäderin im Jahre 1884 die Morgenzeitung Svenska Dagbladet gegründet hatten, die oft nur als Svenskan oder SvD bezeichnet wird, kam am 18. Dezember 1884 die erste Nummer dieser Zeitung auf den Markt, 18 Tage später als ursprünglich geplant und in einer Form, die man heute kaum als Tageszeitung bezeichnen könnte, denn die erste Nummer bestand nur aus vier Seiten, die keine Informationen boten, dafür jedoch gefüllt mit Werbung waren, denn immerhin hatten Norén und Jäderin die besten Beziehungen in der Welt der Industrie und des Handels.

Dass bei Erscheinen dieser ersten Nummer des Svenska Dagbladet die bereits existierenden Konkurrenten wie Aftonbladet, Dagens Nyheter oder Stockholms Dagblad aufatmeten, wies sich jedoch sehr bald als Fehler heraus, denn die beiden Redakteure arbeiteten von Beginn an an einer Zeitung, die in ganz Schweden erscheinen sollte und hatte eine Zusammenarbeit mit rund 40 Korrespondenten die über ganz Schweden verteilt waren. Die extrem konservative Zeitung war nämlich sehr schnell eine sehr ernst zu nehmende Konkurrenz, die nicht nur eigenes Material bieten konnte, sondern auch das Kulturleben Stockholms intensiv verfolgte.

Als 1897 Helmer Key Chefredakteur des Svenska Dagbladet wurde, nahm diese eine ewas mehr liberale Stellung ein, was auch dazu führte, dass die SvD ab 1910 das Sprachrohr der heutigen Moderaten (Moderaterna) wurde. Der Erfolg der Zeitung lag natürlich auch daran, dass Kulturpersönlichkeiten wie Verner von Heidenstam und Ellen Key regelmäßige Mitarbeiter waren und sehr viele Leser anzogen. Eine weitere journalistische Neuerung kam im Jahre 1974 mit der sogenannten Idagsidan, die soziale Fragen behandelte, über Lebensstil berichtete und philosophische Betrachtungen anbot. Auch hierbei spielten die beiden Verantwortlichen eine wichtige Rolle, denn es handelte sich um Marianne Fredriksson und Ami Lönnroth. Heute bezeichnet sich das Svenska Dagbladet, das mittlerweile dem norwegischen Medienkonzern Schibsted gehört, als liberal moderat, neigt jedoch zu einer konservativen bürgerlichen Berichtserstattung.


18. Dezember: Der Tag des Kuchens in Schweden
18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås
18. Dezember 1661: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
18. Dezember 1793: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
18. Dezember 1828: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
18. Dezember 1869: Hilma Borelius, Wissenschaft und Frauenrecht in der Literatur
18. Dezember 1936: Ulla Trenter, zwischen Kriminalroman und Novelle
18. Dezember 2014: Die Sundsvallsbron, die längste Autobahnbrücke Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 14. Juli 2012

Folke, ein schwedischer Vorname am Aussterben

Auch wenn der schwedische Vorname Folke in Schweden problemlos bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, so tauchte dieser Vorname erst ab dem 14. Juli 1901 in den schwedischen Kalendern auf, dem Jahr, als zahlreiche christliche Namenstage mehr nordischen Namen Platz machen mussten. Heute feiert man daher am 14. Juli den Vorname Folke und denkt nicht mehr an den katholischen Sankt Phocas, der vorher an der Stelle von Folke zu finden war.

Der Name Folke, der sowohl als Vorname als auch als Familienname existiert, hat seine Wurzeln im Altnordischen, und bedeutet soviel wie Führer oder Häuptling. Dies drückt sich auch darin aus, dass ein gesamtes Königsgeschlecht, das Bjälboätten, ursprünglich folkungar genannt wurde, da der erste König dieses Geschlechts Folke Filbyter war, eine Zentralfigur in Verner von Heidenstams Roman „Folke Filbyter“ aus dem Jahre 1903. Seit den 30er Jahren ist der Vorname Folke in Schweden allerdings immer mehr im Rückgang, so dass dieser alte schwedische Name mittlerweile nahezu am Aussterben ist.

Umso erstaunlicher ist diese Entwicklung, da der Vorname Folke in Schweden insbesondere mit Folke Bernadotte, einem Diplomaten des schwedischen Königshauses, in Verbindung gebracht wird, der durch die sogenannten Weißen Busse bekannt wurde und am 17. September 1948 während der Palästinakrise von extrem rechten Juden ermordet wurde. Unmittelbar nach seiner Ermordung wurde denn der Folke Bernadotte Minnesfond gegründet, der bis heute in Form von internationalen Jugendlagern Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 25 das Leben und Denken in anderen Ländern näher bringt.


14. Juli 1866: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg 
14. Juli 1918: Ingmar Bergman, eine schwedische Legende

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Juli 2011

Verner von Heidenstam, ein Erneuerer der schwedischen Literatur

Am 6. Juli 1859 wurde Carl Gustaf Verner von Heidenstam geboren, der 1888 seine erste Gedichtsammlung bei Albert Bonnier veröffentlichte und den bis dahin in Schweden vorherrschenden Realismus und Naturalismus durch Romantik und Sensualität ersetzte. Verner von Heidenstam war von 1912 bis 1940 Mitglied der Svenska Akademien und erhielt 1916 den Nobelpreis für Literatur. Heidenstamm beeinflusste mit seinem Stilbruch zahlreiche andere Autoren seiner Epoche.

Verner von Heidenstam, der sich eigentlich nicht binden wollte und dem zahlreiche Affären mit Frauen nachgesagt wurden, war trotz seines Vorsatzes sich nicht zu verheiraten, dreimal verheiratet und hatte danach zwei längere Verhältnisse. Mit 57 lernte er bei einem Kuraufenthalt die 24-jährige Dänin Kate Bang kennen, die bis zu seinem Tod im Jahre 1940 bei ihm blieb, trotz seiner fortschreitenden Demens mit gewaltigen Wutausbrüchen. Die letzten zehn Jahre der Ehe war Kate nahezu die einzige, die an seiner Seite blieb und ihn pflegte.

Die politische Einstellung Verner von Heidenstams wurde nach seiner Fehde mit August Strindberg immer konservativer, wobei er teilweise auch eine königliche Diktatur in Schweden forderte und jede Arbeiterbewegung kritisierte. Im Ersten Weltkrieg nahm Heidenstam eine deutliche Stellung für Deutschland ein, die dann 1933, als Hitler an die Macht kam, seinen Höhepunkt erreicht, als der Nationalautor Schwedens erklärte, dass das neue Deutschland nun die kommunistische Woge in Europa stoppen werde und damit die gesamte europäische Zivilisation rette. Diese Stellung zu Deutschland brachte ihm auch den Ehrendoktor an der Universität Heidelberg ein.

6. Juli 1774: Vom Vorname Gustav zu Gustav Vasa 
6. Juli 1917: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius

Copyright: Herbert Kårlin