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Dienstag, 23. April 2019

Der Erzbischof Erling Eidem

Erling Eidem kam am 23. Aril 1880 als Sohn eines Großhändlers in Göteborg zur Welt und besuchte erst die Universität Göteborg bevor er 1903 seine Studium an der Universität Lund fortsetzte um dort 1907 seine Kandidatur in Theologie, vier Jahre später seine Lizenz in Theologie und 1813 den ersten Doktorgrad zu erreichen. Im Jahr 1913 wurde Eidem Dozent an der Universität Lund und 1918 Assistent an der Universität Uppsala. Einige Jahre später erhielt Eidem die Kirchengemeinde Gårdstånga und wurde Professor in Exegenik an der Universität Lund. 1932 wurde Erling Eidem dann zum Erzbischof ernannt.

Als Erzbischof nahm Erling Eidem eine gewisse Sonderstellung ein, denn er vertrat die klassische Richtung der Kirche, kam jedoch in seinen Werken der modernen Richtung entgegen und lehrte dabei eine sehr subjektive Gottesbetrachtung, was sich sehr deutlich in seinem Buch Den lidande Guden zeigte, das geradezu ein Klassiker der Religionsauffassung wurde, da Eidem die Frage der Moral ins Zentrum setzte, und dabei auch die Mystik der Religion benutzte. Mit 50 Jahren gab Eidem seine Aufgabe als Erzbischof ab und war damit der erste Erzbischof Schwedens, der seit der Reformation sein Amt nicht bis zum Lebensende ausfüllte.

Erling Eidem war aber auch noch in einem anderen Punkt nicht in voller Linie konsequent, denn er war Vertreter der nationalistischen Bewegung Schwedens und wollte die konservativen Werte und Traditionen stützen, bekämpfte jedoch den Nationalismus und die Judenverfolgung in Deutschland, wobei er in diesem Punkt nicht nur die protestantische Kirche wegen ihrer Passivität kritisierte, sonder versuchte am 2. Mai 1934 auch Hitler persönlich umzustimmen, was er hinterher als Desaster bezeichnete. Die Berichtserstattung Eidems, die dieser auf der Rückreise verfasste, wurde in Schweden erst 1976 veröffentlicht, obwohl er in diesem Bericht Adolf Hitler als Person sehr klar schilderte.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1879: Der schwedische Schriftsteller Ane Randel
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Februar 2017

Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller

Hans Larsson wurde am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirts in Östra Klagstorp geboren und schrieb sich, nach der Hochschulreife an der Kathedralschule in Lund, an der Universität Lund ein um dort Philosophie zu studieren. Als Larsson 1893 den Doktor in Philosophie erworben hatte, wurde er auch zum Dezent in theoretischer Philiosphie an der Kronoberg Volkshochschule. Acht Jahre später, und einem Lehrauftrag in Uppsala, wurde Larsson dann im gleichen Fach zum Professor an der Universität Lund ernannt.

Der Philosoph Hans Larsson war ein starker Verfechter der Literatur und der philosophischen Denkweise der Zeit um 1880 und stellte Intuition und Ästhetik in Zusammenhang mit dem Kulturradikalismus, der diese Zeit prägte. Dabei stellte sich der Philosoph auch gegen die Denkweise von Verner von Heidenstam und Ola Hansson. Auf Grund seiner einfachen Herkunft war Larsson auch bereit die Philosophie in den Alltag zu bringen und einer breiten Schicht näher zu bringen, im Gegensatz zu Philosophen rein akademischer Herkunft. Dies verhalf Larsson auch dazu gewissermaßen eine eigene philosophische Richtung zu schaffen und die Denkweise innerhalb der Philosophie zu erneuern.

Hans Larsson gehört zu den wenigen Philosophen, die auch zur Belletristik griffen um ihre Denkweise nach außen zu tragen, wobei er mit seiner Logik, als bodenständiger Romantiker, auch gegen die Zeitströmung lief, da er die starke Nationalromantik, die immer mehr zu nationalistischen und antidemokratischen Gedanken führte, in dieser Konsequenz ablehnte. Dies zeigt sich auch sehr deutlich ab etwa 1910, als Larsson immer mehr in die politische Debatte einsteigt und seine Meinung auch in der Tagespresse ausdrückt. Dieser Charakterzug verhinderte es auch weitgehend dass Larsson, der am 16. Februar 1944 in Lund starb, innerhalb der Philosophie die Ehre erhielt, die ihm eigentlich zusteht.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 22. November 2016

Svenskarnas Parti, die Partei der Schweden

Am 22. November 2008 wurde in Schweden die Partei Nationalsozialistische Front aufgelöst, und entstand am gleichen Tag erneut unter der neuen Bezeichnung Folkfronten (Svenskarnas Parti, die Partei der Schweden). Auch wenn die Führungsgruppe und die Mitglieder mit jenen der vorhergehenden Partei nahezu identisch waren, so gab es einen wichtigen Unterschied, denn während die frühere Partei zum Nationalsozialismus nach deutschem Vorbild gestrebt hatte, gab sich die Svenskarnas Parti lediglich als nationalistisch und wollte nach außen zeigen dass sich die Partei für die Bewahrung des kulturellen Erbes Schwedens einsetzte.

Die Namensänderung von Nationalsocialistisk Front in Folkfronten, die jedoch bereits ein Jahr später in Svenskarnas Parti geändert wurde, konnte der Partei beim Volk zu einem gewissen Aufschwung helfen, während die schwedische Sicherheitspolizei jedoch davon ausging dass sich innerhalb der Partei und seiner Ziele nichts geändert hatte und die Gruppe nach wie vor der Weißen Macht nahestand. Dies beruhte nicht nur auf der Übernahme des alten Parteibüros, sondern in den Statuten der Svenskarnas Parti konnte man auch lesen dass der nationalistische Einsatz auf genetischer Basis erfolgen wird und auch die schwedische Staatsbürgerschaft nur auf genetischer Basis erworben werden kann.

Die Svenskarnas Parti konnte bei den Kommunalwahlen 2010 einige Sitze in den Stadträten erringen, wobei sich jedoch bereits nach wenigen Monaten herausstellte, dass Daniel Höglund, eine der wichtigsten Personen der Partei, auf falscher Basis in den Stadtrat von Grästorp gewählt worden war, da er dort keinen offiziellen Wohnsitz hatte. Sein Platz blieb daher bald leer. Als dann auch noch bekannt wurde dass etwa ein Drittel aller Mitglieder der Partei vorbestraft waren, häufig wegen Gewaltdelikten, verschwanden auch die neuen Wähler der Svenskarnas Parti bald wieder. Das Fiasko bei den kommenden Wahlen des Jahres 2014 führte dann dazu dass die Partei, die ein ethnisch homogenes Schweden schaffen wollte, im Mai 2015 aufgelöst wurde, und damit auch den Weg für die Sverigedemokraterne weiter öffnete.


22. November 1595: Das Vadstena Kloster wird aufgelöst
22. November 1758: Carl Birger Rutström, Reichsantiquar und Medizinalrat
22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1900: Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander
22. November 1906: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin
22. November 2009: Thomas Brylla, Sport im Jugendbuch und im Kriminalroman

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. Januar 2016

Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius

Zacharias Topelius wurde am 14. Januar 1818 als Sohn eines Lehrers im heute finnischen Nykarleby (Uusikaarlepyy) geboren und besuchte einige Jahre lang die Schule in Uleåborg (Oulu) bis er bei Johan Ludvig Runeberg in Helsingfors (Helsinki) als Privatschüler auf sein Studium in Philosophie und Geschichte vorbereitet wurde. Noch bevor Topelius 1847 seinen Doktor in Geschichte machte, hatte er, unter anderem, bereits einige Jahre lang als Redakteur bei den Helsingfors Tidningar gearbeitet. 1854 wurde Topelius dann als Professor in Geschichte an die Universität Helsingfors berufen, an der er 1875 auch Rektor wurde.

Parallel zu seiner Doktorarbeit, seiner Tätigkeit als Journalist und als Privatlehrer, veröffentlichte Zacharias Topelius im Jahre 1845 auch seine erste Gedichtsammlung Ljungblommor und 1847, im Jahr als er auch sein Doktorat mit der Abhandlung De modo matrimonia jugendi apud Fennos quondam vigente ablegte, erschien seine erste Sammlung an Sagen, die sich jedoch weniger an Kinder als vielmehr an Erwachsene richtete. Auch wenn diese frühen Sagen von Topelius noch stark an jene des dänischen Schriftstellers H. C. Andersen angelehnt waren, so entwickelte er bald einen eigenen Stil und erhielt damit die ursprünglich nur mündlich weitergegebenen Sagen Finnland.

Anfang der 50er Jahre veröffentlichte Zacharias Topelius die zwei historischen Romane Hertiginnan av Finland und Fältkärns berättelser, die beide, wenn auch in Schwedisch, dem damaligen nationalistischen Geist Finnlands entsprachen und gleichzeitig zeigten dass die christliche Frömmigkeit letztendlich jeden Irrglauben vernichten wird. Diese Romane waren mit verantwortlich dafür dass Topelius, mit Hilfe von Fredrik Cygnaeus, zum ordentlichen Professor der finnischen Geschichte ernannt wurde, ohne die sonst dafür nötigen wissenschaftlichen Voraussetzungen mitzubringen. Topelius, der am 12. März 1898 starb, gehört damit zu den letzten Vertretern eines schwedischsprachigen Finnland, der jedoch gleichzeitig die finnischen Besonderheiten seiner Zeit hervorhob.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. Oktober 2015

Der vergessene schwedische Histologe Gösta Häggqvist

Gösta Häggqvist kam am 18. Oktober 1891 als Gustav Häggqvist in Härnösand zur Welt und wurde bereits 1918 Doktor der Medizin am Karolinska Institut und ein Jahr später Dozent in Lund. Im Jahre 1923 wurde Häggqvist dann Professor in Histologie und Anatomie am Karolinska Institut und machte eine vorbildliche Karriere, die ihm eine Mitgliedschaft in der Wissenschaftsakademie öffneten und ihm 1952 auch den Vorsitz in der Ärztegesellschaft brachte. Erst nach seinem Tode am 28. März 1972 begann man den einst geschätzten Histologen, der auch im Vorstand des Rassenbiologischen Instituts saß, sehr schnell zu vergessen, da man plötzlich die versteckte Seite des Wissenschaftlers fand.

Das Vergessen von Gösta Häggqvist verursachte wenig Probleme, denn er hatte lediglich einen sehr guten Ruf als Wissenschaftler, jedoch keine bedeutende Entdeckung gemacht, die ihm die Unvergänglichkeit verleihen konnte. Der Fall Häggqvists lag vor allem an seiner Teilnahme an der internationalen Kommission, die 1943 die Massengräber in Winnyzja in der Ukraine  untersuchte um die Gräueltaten während des Stalinismus zu dokumentieren. Häggqvist hatte dabei ganz vergessen auch zu schreiben, dass an der gleichen Stelle auch 5000 Juden von der deutschen Wehrmacht ermordet worden waren, was jedoch nach Ende des Zweiten Weltkriegs bekannt wurde. Durch diese Unterlassung beschäftigte man sich etwas näher mit Häggqvist.

Bei diesen Nachforschungen entdeckte man, dass Gösta Häggqvist in der Führungsschicht des Samfundet Manhem saß und nicht nur die schwedische Rasse über jene aller anderen Rassen stellte, sondern ab 1942 auch aktiv an der Judenverfolgung in Schweden beteiligt war. Der Wissenschaftler hielt bereits vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs pronazistische Vorträge, arbeitete an der nazistischen Nationell Tidning mit und war im Vorstand des Sveriges Nationalla Förbund zu finden, der sich durch seine antisemitische Stellung auszeichnete und sehr gute Verbindungen zu nationalsozialistischen Gruppen Deutschlands hatte. Mit dieser Vergangenheit war der vorher gelobte Wissenschaftler bald als vergessen zu betrachten und es es wurde nie untersucht, warum Häggqvist als offener Nazist bis zu seinem Tode die höchsten medizinischen Auszeichnungen erhalten konnte.


18. Oktober 1807: Carl Fredrik Ridderstad und der schwedische Feuilletonroman
18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 1860: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
18. Oktober 1868: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
18. Oktober 1905: Der schwedische Komponist Dag Wirén
18. Oktober 1924: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 24. März 2015

Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)

Am 24. März 1979 gründete Carl P. Herslow die schwedische regional aktive Skånepartiet (Schonenpartei), die bereits zwei Jahre vorher als politische Bewegung gegründet worden war. Herslow, der noch heute der Parteivorsitze ist, setzte von Beginn an auf private lokale Radiostationen über die er die Bewohner Skånes direkt erreichen konnte. Diese Idee zeigte sich extrem erfolgreich, denn bereits bei den Wahlen des Jahres 1985 zog die Partei mit mehreren Mandaten im Stadtrat Malmös ein und setzte damit, nach 66 Jahren an der Macht, der sozialdemokratischen Regierung der Stadt ein Ende. Auch wenn die Skånepartiet 1985 Malmö nicht allein regieren konnte, so kam es dennoch zu einer Rechtswendung der Stadt bei der die Ideen der Partei einen gewissen Einfluss zeigten.

Die Grundgedanken der Skånepartiet waren von Beginn an vor allem drei Punkte, die noch heute eine Leitlinie der Partei sind. Der wichtigste Punkt ist die Unabhängigkeit Skånes als eigenes Land, was später zeitweise abgemindert wurde und zur Frage der regionalen Autonomie wurde. Der zweite Grundpfeiler ist eine restriktive Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik und der dritte Punkt besteht darin den Islam aus ganz Skåne zu verbannen. Als Nebenpunkt kam noch die Forderung hinzu das Radio- und Fernsehmonopol in Skåne abzuschaffen. Allein diese Forderungen reichten aus um fünf Mandate der Regionalregierung zu erringen und in mehrere Stadträte der Region einzuziehen.

Als 1988 die Sverigedemokraterna die meisten Punkte der Skånepartei übernahmen, die Forderungen einer Republik Skåne jedoch ablegten, verlor die Skånepartiet ihre nationalistische Vormachtsstellung in Skåne, was allerdings auch damit zusammenhing, dass die Sverigedemokraterna auf nationaler Ebene arbeiteten und ihre Arbeit nicht auf Skåne beschränkten. Heute wird die Skånepartiet von den Wählern kaum noch beachtet und bei den letzten Wahlen im Jahre 2014 erreichte sie gerade einmal eine Wählerunterstützung von 0,6 Prozent, auch wenn sich die Partei mittlerweile auch stark für eine Mitgliedschaft Schwedens in der Nato macht und fordert, dass die beiden Reaktoren des Kernkraftwerks Barsebäcks, das 2005 endgültig abgeschaltet wurde, wieder gestartet werden um den Strompreis in Skåne zu verbilligen.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins 
24. März 1801: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere 
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte 
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose 
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden 
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Gillis Bildt als Ministerpräsident Schwedens

Gillis Bildt kam am 16. Oktober 1820 in Göteborg unter relativ bescheidenen Verhältnissen zur Welt, verbrachte jedoch bereits seine Kindheit nahezu ausschliesslich in Stockholm. Da ihm seine Eltern jedoch eine gute Bildung boten, gelang es Bildt in den Militärdienst zu treten und, dank seines Mutes und seiner Loyalität, auch sehr schnell im Rang zu steigen. Seinem Wissen und seiner Königstreue verdankte es Bildt später auch, dass er unter zwei Königen die höchsten Ämter bekleiden konnte.

Neben seiner Tätigkeit als militärischer Befehlshaber wurde Gillis Bildt zeitweise die Macht über Gotland übergeben und unter Oscar II. kam er als Diplomat nach Deutschland, da der König hoffte dass Bildt die etwas angestrengte Lage zwischen Schweden und Deutschland verbessern könne. Auf Grund einer Krankheit kehrte Bildt jedoch frühzeitig nach Stockholm zurück und wurde dort als Vertreter der Stadt ins Parlament geschickt, allerdings gegen den Wunsch von Oscar II., der Bedenken hatte, dass der Königstreue in der Regierung gegen die Interessen des Königshauses arbeiten müsse.

Dies war auch der Grund, warum Oscar II. mit Gillis Bildt einen Pakt schloss noch bevor Bildt in der Ersten Kammer Platz nahm. Bildt schloss sich daher im Parlament keiner Partei an, was ihm erlaubte gegen den noch aktuellen Freihandel und für den Protektionismus zu arbeiten. Dieser Tatsache verdanke der Politiker dann auch, dass er vom Klönig zum Ministerpräsidenten ernannt wurde. In dieser Eigenschaft verfolgte Bildt eine strikt konservative Linie, auch wenn er jeweils die Hälfte seiner Minister unter den Forderern des Freihandels und der Protektionisten auswählte. Sein Ziel war dabei, ohne zu grossen Wiederstand, den Übergang zum Nationalismus zu erreichen. Als Bildt jedoch einsah, dass er nicht einmal in der Lage war seine Regierungserklärung umzusetzen, trat er am 12. Oktober 1889, nach nur 20 Monaten im Amt, als Ministerpräsident zurück.


16. Oktober 1516: Ängelholm erhält die Stadtrechte
16. Oktober 1901: Erste schwedische Antarktisexpedition
16. Oktober 1946: Die schwedische Hofdame Ebba Munck af Fulkila
16. Oktober 1946: Ulf Ivar Nilsson und die gezeichnete Gesellschaftskritik
16. Oktober 1983: Die schwedische Sängerin Loreen

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 23. August 2014

Nils Ahnlund und die schwedische Geschichte

Nils Ahnlund wurde am 23. August 1889 als ältester Sohn eines Propst in Uppsala geboren, der damals eine Professur in Moralphilosophie an der Universität Uppsala hatte, wenige Jahre später jedoch zum Propst in Umeå ernannt wurde. Erst nach seiner Hochschulreife im Jahre 1908 in Umeå kehrte Ahnlund daher nach Uppsala zurück um dort bei Harald Hjärne Geschichtswissenschaft zu studieren. Bereits um diese Zeit beschäftigte sich der Wissenschaftler vor allem mit der schwedischen Großmachtzeit wobei er eine Disputationsarbeit über Gustav II. Adolf vorlegte.

Nach Abschluss seines Studiums legte Nils Ahnlund jedoch seine wissenschaftliche Karriere erst einmal auf Eis und begann als politischer Journalist beim Svenska Dagbladet zu arbeiten. Erst 1923 nahm Ahnlund dann seine akademische Laufbahn wieder auf und begann als Dozent an der Stockholmer Hochschule zu arbeiten, was ihm dann fünf Jahre die erste Professur in Geschichte an der gleichen Hochschule einbrachte. Der Geschichtswissenschaftler gab jedoch die publizistische Tätigkeit nicht ganz auf und, vor allem während des Zweiten Weltkriegs, griff er häufig in die Debatte ein und zeigte sich dabei deutlich als Nationalist, der Schweden eine besondere Rolle innerhalb der europäischen Geschichte gab und dabei an die Idee der schwedischen Großmacht anknüpfte.

Nils Ahnlund gehörte auf der einen Seite zur Gruppe der Wissenschaftler, die auf eine wissenschaftliche Anerkennung großen Wert legten und daher in den verschiedensten Vereinigungen aktiv war und dem es wichtig war Mitglied in der Vitterhetsakademien, der Vetenskapsakademien und der Svenska Akademien zu werden, was ihm nicht zuletzt auch dadurch gelang, dass er die Rolle des Norden innerhalb der Geschichte immer wieder in den Vordergrund stellte. Auf der anderen Seite wollte Ahnlund seine Meinung auch unter dem Volk so weit wie möglich verbreiten. Der Wissenschaftler popularisierte daher seine Themen und verbreitete seine geschichtliche Warte in zahlreichen Zeitschriften und im Rundfunk, was in gewisser Weise auch das nationalistische Denken im Schweden der 40er und 50er Jahre stärkte.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1834: Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander
23. August 1834: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
23. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
23. August 1931: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm
23. August 2010: Der schwedische Künstler Elis Aidanpää

Copyright: Herbert Kårlin