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Montag, 19. März 2018

Johan Eric Rehn, Architekt und Künstler des Hofes

Der Künstler und Architekt Johan Eric Rehn kam am 18. Mai 1717 als Sohn eines Vogts in Stockholm zur Welt und schrieb sich sehr früh in den der Ingenieurseinheit der schwedischen Verteidigung ein, wo er, neben dem Rang eines Leutnants, auch eine Ausbildung als Baumeister zum Bau von Befestigungen erhielt. Im Jahr 1940 erhielt Rehn ein Stipendium, das ihm ermöglichte die Gravur in Paris zu studieren. Bereits 1945 wurde er jedoch vom Architekten Carl Hårleman zurück nach Schweden gerufen um Muster für die Seiden- Leinen- und Wollfabriken zu schaffen. Rehn ließ sich dabei von den neusten französischen Mustern beeinflussen, die er allerdings dem schwedischen Bedarf und den Geräten der schwedischen Manufaktur anpasste.

Nach seiner Rückkehr aus Paris beschäftigte sich Johan Eric Rehn allerdings nicht nur mit der Musterzeichnung, sondern er entwarf auch kunstindustrielle Gegenstände für Juweliere, Kunsthandwerker und die Porzellanfabrik Rörstrand. So nebenbei entwarf er noch Tapenvorlagen, verwirklichte Gravuren und unterrichtete den Kronprinz Gustav III. und seine Brüder im Zeichnen. In der von Hårleman gegründeten Kunstakademie richtete er zudem eine Ausbildung für Graveure ein. 1755 reiste Rehn dann, gemeinsam mit Johan Pasch nach Italien, um dort, auf Kosten und im Auftrag von Königin Lovisa Ulrika 16 Monate lang die dortige Kunst zu studieren.

Auch wenn Johan Eric Rehn auch als Architekt tätig war und einige bedeutenden Gebäude der Zeit schuf, so wurde er vor allem als Innenarchitekt bekannt, da er von Königin Lovis Ulrika den Auftrag erhielt den Anbau des Schlosses Drottningholm zu dekorieren, Gustav III. ihn mit der Dekoration und Einrichtung von Teilen des Schlosses Gripsholm beauftragte und er schließlich auch noch zwei Räume des Stockholmer Schlosses ausstattete. Seine bedeutendste Leistung hierbei war, dass Rehn immer mehr vom Rokoko abging und, beeinflusst vom Louis-quatorze-Stil den gustavianischen Stil schuf, der mit der Regierungszeit von Gustav III. verbunden wird. Bedeutend war in diesem Zusammenhang auch, dass Johan Eric Rehn, der am 19. März 1793 starb, auch Professor an der Kunstakademie war, dieser Stil also eine ganze Linie an Architekten und Raumgestalter beeinflusste.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1883: Der Katarinahissen in Stockholm
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. Mai 2017

Der Keramiker und Designer Gunnar Nylund

Gunnar Nylund wurde am 1. Mai 1904 als Sohn eines Künstlerpaares in Paris geboren, das dann 1907 mit ihrem Sohn nach Kopenhagen zog, der Heimatstadt der Mutter. Einige Jahre später zog die Familie nach Helsingfors (Helsinki), der Heimat des Vaters. Allerdings floh die Familie vor dem Ausbruch des finnischen Bürgerkrieges im Jahr 1917 dann zurück nach Kopenhagen, wo Nylund eine Internatschule besuchte, in der er 1923 auch das Abitur machte. Im gleichen Jahr erhielt Nylund dann einen Praktikantenplatz in Architektur und Keramik in Finnland. Im folgenden Jahr begann Nylund dann an der königlichen Kunstakademie in Kopenhagen Architektur zu studieren, ein Studium, das er nie zu Ende führte, da er 1925 einen Arbeitsvertrag bei der Porzellanfabrik  Bing & Grøndahl erhielt.

Bei Bing & Grøndahl verwirklichte Gunnar Nylund über 2000 Einzelwerke, darunter sehr viele Miniaturen, für die Nylund später auch international bekannt wurde. Als die Porzellanfabrik einen konservativen Direktor bekam, kündigte Nylund, der immer nach Neuerungen strebte. Gemeinsam mit der Chemikerin Nathalie Krebs gründete der Künstler dann ein eigenes Atelier, das sich ab 1930 Saxbo nannte. Unter diesem Namen wurden die beiden weltbekannt und revolutionierten das Steingut, einmal wegen dem eigenen Stil, aber auch wegen der Färbung und der Serienfertigung, die um diese Zeit für Steingut in ganz Skandinavien nicht existierte. Nach den Ausstellungen im Jahr 1930 wurde Nylund von Rörstrand als Künstler geworben.

Als künstlerischer Direktor bei Rörstrand gestaltete und arrangierte Gunnar Nylund rund 20 der Fabrikausstellungen, wobei er 1932 erstmals Steingut der Firma präsentierte, mit einem so großen Erfolg, dass das Röhsska Museum in Göteborg im folgenden Jahr eine entsprechende Ausstellung des Künstlers zeigte und das Steingut des Unternehmens auch auf der Weltausstellung in Chicago des Jahres 1933 zu finden war. Gunnar Nylund, der im Jahr 1997 starb, erneuerte bis Mitte der 40er Jahre die gesamte Kollektion Rörstrands und hatte 1943 seine bedeutendste Ausstellung im Nationalmuseum in Stockholm. Im Jahr 1964 öffnete Nylund dann erneut ein eigenes Atelier in Kopenhagen.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 1995: Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. März 2017

Die Künstlerin und Designerin Sylvia Leuchovius

Sylvia Leuchovius kam am 29. März 1915 in Linneryd im Småland zur Welt. Über die Kindheit, Jugend und Ausbildung von Leuchovius ist kaum etwas bekannt, außer dass sie eine Ausbildung zur Näherin machte bevor sie sich als 30-Jährige an der Slöjdföreningens Skola, der heutigen Hochschule für Design und Kunsthandwerk, in Göteborg einschrieb um  dort dekorative Kunst und Graphik zu studieren. Nach Ende der Ausbildung wurde die Künstlerin vom Direktor der Schule dem Unternehmen Rörstrand empfohlen, wo Leuchovius dann bis 1971 angestellt sein sollte.

Die ersten Jahre bei Rörstrand hatte Sylvia Leuchovius vor allem den Auftrag Keramikdekor zu zeichnen, insbesondere für Keramikplatten und Serviertabletts, die die Künstlerin oft mit Landschaftsmotiven schmückte. Nach wenigen Jahren war Leuchovius auch verantwortlich für öffentliche Kunstwerke und das Design von Steingut. 1955 präsentierte die Künstlerin dann auch ein gesamtes Kaffeeservice, das den Namen Select trägt. Leuchovius gehörte daher auch bald zu den Künstlern deren Werke bei Kunstbiennalen und Ausstellungen weltweit präsentiert wurden und ihr die Anerkennung als eine der bedeutendsten schwedischen Keramikkünstler brachten.

Die erste eigene Ausstellung hatte Sylvia Leuchovius im Jahr 1962 in Stockholm, der zahlreiche internationale und nationale Ausstellungen folgen sollten und ihre stärksten künstlerische Seiten hervorhoben, die Produktion von Steingut mit schimmernder Glasur und Reliefs. Kritiker beschrieben ihre Arbeiten, die oft mit Vögeln, Pflanzen und Kindern dekoriert waren, als Poesie in Ton und Farbe. 1971 wurde Leuchovius, wie alle anderen Künstler des Unternehmens, von Rörstrand entlassen, konnte jedoch nur ein Jahr später als freie Mitarbeiterin bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1976 wieder dort weiterarbeiten. Nach ihrer Pensionierung zog Sylvia Leuchovius, die am 31. März 2003 starb, nach Alingsås um sich dort vor allem dem Malen zu widmen, einer Kunst mit der sie jedoch weitaus weniger Erfolg hatte als mit ihren Keramikarbeiten, die man sowohl im Nationalmuseum in Stockholm, als auch im Röhsska Museum in Göteborg finden kann.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1874: Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Der schwedische Möbeldesigner Carl Malmsten

Carl Malmsten kam am 7. Dezember 1888 als Sohn eines bekannten Arztes unter dem Namen Charley Malmsten in Stockholm zur Welt und sollte im Grunde in die Fußstapfen des Vaters treten, obwohl ihm die Schule wenig zusagte. Als Malmsten nach seinem Militärdienst jedoch krank wurde, begab er sich zur Genesung nach Ägypten und hatte dort die Chance als Künstler zu arbeiten. Als er dann 1909 nach Stockholm zurückkehrte, wollte Malmsten von einem Studium nichts mehr wissen und er machte eine Lehre als Schreiner. Nach Ende seiner Ausbildung setzte der spätere Möbeldesigner im Selbststudium fort und begann auch in verschiedenen Architekturbüros zu arbeiten.

Bereits 1916 hatte Carl Malmsten dann seinen Durchbruch als Möbeldesigner, denn mit seinen ersten selbst geschaffenen Möbeln gewann er den ersten und den zweiten Preis der Ausschreibung für die Innenausstattung des Stockholmer Stadshuset (Rathaus), einer Einrichtung, die man dort noch heute vorfindet. Nach diesem großen Erfolg war Malmsten nahezu über Nacht einer der begehrtesten Möbeldesigner Schwedens geworden, der auch mit dazu beitrug ein sogenanntes schwedisches Design zu schaffen. In zahlreichen Häusern Schwedens findet man noch heute einzelne Möbel des Designers, der am 13. August 1972 auf Öland starb.

Carl Malmsten verband mit seinen Möbeln eine Philosophie, die er weitergeben wollte, unter anderem dadurch dass er eigene Schulen für Möbelschreiner schuf und einige seiner Schöpfungen auch serienmäßig herstellen ließ um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Einige wenige seiner klassischeren Modelle werden noch heute hergestellt. Die Stärke Malmgrens lag im Klassizismus, den er auch fortsetzte als in den 30er Jahren der Funktionalismus in Schweden seinen großen Durchbruch hatte. Seine bedeutendsten Werke dieser Zeit gehören zur Gruppe Swedish Grace, die eine gesamt Stilrichtung der Epoche ausmacht und, vor allem als Porzellan Rörstrands, auch heute noch die schwedische Bevölkerung anspricht.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 1979: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling
7. Dezember 2004: Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Juni 2016

Die Künstlerin und Designerin Signe Persson-Melin

Signe Persson-Melin, eigentlich Signe Harriet Melin, kam am 19. Juni 1925 in Tomelilla zur Welt und interessierte sich sehr früh für kunsthandwerkliches Schaffen. So brach die Künstlerin auch die Schule ab um in einer Keramikfabrik in Lomma zu arbeiten und das Töpfern zu erlernen. Zwischen 1946 und 1948 besuchte Persson-Melin dann die Schule für Kunsthandwerk in Kopenhagen um anschließend ein weiteres Jahr am Konstfack in Stockholm Keramik und Glas zu studieren, die beiden Bereiche in denen die Künstlerin auch bekannt werden sollte.

Signe Persson-Melin richtete sich 1950 ein Atelier in Malmö ein und arbeitete die ersten Jahre insbesondere mit Keramik, wobei sie zeitweise auch fest für die Keramikfabrik in Höganäs arbeitete. Der Durchbruch kam für die Künstlerin bereits 1955 bei der internationalen Ausstellung H55 in Helsingborg, wo Persson-Melin ihre weltbekannten Kräuterdosen aus Ton mit Zinnglasur vorstellte, die sich mittlerweile zu einem wertvollen Sammelobjekt entwickelten, auch wenn diese zu Beginn nur für den gehobenen Haushalt bestimmt waren und durch ihr einfaches Design und die praktische Anwendung überzeugten.

In den 60er Jahren ging Signe Persson-Melin auch immer mehr zum Glasdesign über, was dazu führte, dass sie 1967 von der Glashütte Boda als Designerin angestellt wurde. Ihre erste Präsentation bei Boda waren Bier- Wein- und Schnapsgläser unter dem Namen Ruben, die heute ebenfalls beliebte Sammlerobjekte sind. Persson-Melin zeichnete sich durch ihr sehr einfaches Design aus, das in jeden Haushalt passte und dennoch ein sehr individuelles Aussehen hatte. Die Künstlerin, die 1885 die erste Professorin Schwedens für Glas und Design wurde, schuf noch 2014, kurz vor ihrem 90. Geburtstag, ein neues Teeservice für Rörstrand und gilt als die bedeutendste Glaskünstlerin Schwedens.


19. Juni 1652: Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung
19. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
19. Juni 1904: Lars Madsén und das Leben auf dem Lande
19. Juni 1918: Gunnel Vallquist und die moderne katholische Literatur Schwedens
19. Juni 1957: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK
19. Juni 1976: Königliche Hochzeiten in Schweden
19. Juni 2005: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
19. Juni 2010: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. April 2016

Die schwedische Künstlerin Margot Öjemark Wiik

Margot Öjemark Wiik kam am 16. April 1938 als Tochter eine Bauingenieurs in Gävle zur Welt und begann mit 16 Jahren eine künstlerische Ausbildung in der Reybekiels Kunstschule in Stockholm, der sie zwischen 1956 und 1961 ein Kunststudium am Konstfack anschloss. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums hatte Öjemark die Chance ein Jahr lang als Designerin in der Porzellanfabrik Rörstrand zu arbeiten und damit eine gewisse praktische Erfahrung sammeln, denn ihr Ziel war von Beginn an freie Künstlerin zu werden um unabhängig arbeiten zu können.

Im Jahre 1964 ging dann der erste größere Auftrag bei Margot Öjemark Wiik ein, denn sie sollte ein zeitloses Muster für ICA schaffen, das vom Großkonzern ICA noch heute verwendet wird. Im Folgejahr begann Öjemark dann in ihrer eigenen Werkstatt in Brottby zu arbeiten, um jedoch bereits 1972 auf Gut Ingalunda in Bjuråker bei Hudiksvall zu verlagern.  Seit 1989 hat die Künstlerin nun ihre Werkstatt und ihr Atelier „Keramikbrunnen“ im zentralen Hudiksvall. Alle Kunstwerke Öjemarks tragen das Zeichen MÖW, die Anfangsbuchstaben ihres Namens Margot Öjemark Wiik.

Margot Öjemark Wiik gilt als skulpturale Künstlerin, die ihre Stärke vor allem in der Keramik zeigt, wobei sie hierbei nicht nur Tassen, Kannen und Vasen schafft, sondern vor allem durch ihre Gesichter, ihren Wandschmuck und ihre Vögel bekannt wurde. Werke Öjemarks, die auch mehrere Ausstellungen in Norwegen, Deutschland und Finnland hatte, findet man in zahlreichen Museen Schwedens, unter anderem in Sundsvall, Skara und Oskarshamn. Da die Künstlerin auch häufig mit der Schaffung von öffentlicher Kunst beauftragt war, sind zahlreiche ihrer größeren Werke auch in den verschiedensten Schulen Schwedens zu finden.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch
16. April 1937: Henric Westman und die Stadt Linköping
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Die schwedische Künstlerin Anna Boberg

Anna Boberg kam am 3. Dezember 1864 als Tochter eines Architekten und Künstlers unter dem Namen Anna Scholander in Stockholm zur Welt und erhielt eine gute Bildung, besuchte jedoch keinerlei Kunstschule. Vermutlich wurde Boberg von ihrem Vater, der ein sehr erfolgreicher Hobbymaler war, in die Grundlegen der Farbenlehre und des Malens eingeführt, denn die junge Frau hatte bereits im Alter von 18 Jahren, während einer Reise nach Spanien, zu malen begonnen und bewies dabei eine gewisse Fertigkeit die auf eine Grundausbildung in Malerei hinweist.

Als Anna Boberg 23 Jahre alt war, begann sie ernsthaft zu malen, vor allem in Aquarell, und nur ein Jahr später hatte sie ihre erste Ausstellung. Während der ersten Jahre ihrer Aktivität als Künstlerin versuchte sich Boberg an verschiedenen Kunstrichtungen, arbeitete an Wandmalereien, schuf eine Vase für die Glashütte Rörstrand und erstellte Webarbeiten. Einige Textilien der Künstlerin wurden selbst in der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 ausgestellt, bei der ihr Ehemann Ferdinand Boberg als Ausstellungsarchitekt beschäftigt war.

Die größten künstlerischen Werke Anna Bobergs entstanden jedoch erst ab 1901, als die Künstlerin die Landschaft Nordschwedens und des nördlichen Teils von Norwegen entdeckte. Vor allem die Lofoten sollten Boberg so stark beeinflussen dass sie dann 33 Jahre lang überwiegend die Natur und die Menschen der Lofoten malte, meist im Winter. Die Künstlerin hielt sich so oft auf den Lofoten auf, dass ihr Ehemann dort sogar ein kleines Häuschen baute in dem Boberg lange Monate über völlig allein lebte um zu malen. Als die Bilder der Künstlerin 1903 erstmals in Stockholm ausgestellt wurden, waren die Kritiker wenig begeistert, was jedoch Anna Boberg nicht von ihrem Ziel abhielt. Zwei Jahre später stellte sie ihre Bilder in Paris aus, was zu einer bedeutenden Karriere in Frankreich führte. Bis heute ist Anna Boberg, die am 27. Januar 1935 starb, in Schweden weitaus weniger bekannt als in Frankreich.


3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1890: Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 11. Oktober 2014

Der schwedische Künstler Alf Wallander

Alf Wallander wurde am 11. Oktober 1862 als Sohn eines Architekten in Stockholm geboren und entschied sich sehr früh für die Laufbahn eines Künstlers. Nach dem Besuch der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, studierte Wallander ab 1879 Malerei an der Kunstakademie in Stockholm. 1885 beendete er seine Ausbildung und erhielt ein Stipendium für eine Studienreise nach Paris. In Paris entstanden dann auch die ersten Werke des Künstlers, wobei sein Gemälde Julottan, das schon 1886 als erstes größeres Werk von Wallander fertiggestellt war, bereits an das Museum in Minneapolis verkauft wurde.

Nur drei Jahre später wurde im Salon de Paris sein Ausstellungsgemälde von Kritikern bemerkt, was dem jungen Künstler endgültig die Tür zur Welt der Kunst öffnete. Noch in Paris wandte sich Alf Wallander dann der Pastellmalerei zu, einer Kunstrichtung, der er in den Folgejahren die Treue hielt. Eines seiner ersten Pastellgemälde, Tiggargubben, findet man heute im Kunstmuseum in Göteborg. Als Wallander 1890 nach Stockholm zurückkehrte, schloss er sich sehr schnell der Künstlergruppe an, die Ernst Josephson gegründet hatte und sich der akademischen Lehre widersetzte, also schwedische Kunst nicht mehr als Folge eines klassischen nordischen Ideals sehen wollte.

Ab Mitte der 90er Jahre, als Alf Wallander bereits zu den anerkannten Künstlern Schwedens gehörte, kam erneut eine künstlerische Wende, denn als der Künstler für eine Lotterie einige Tonkrüge für Rörstrand bemalte, entdeckte er ein Material, das ihn herausforderte und faszinierte. Gerade die Arbeit mit Porzellan sollte Wallander dann eine neue Karriere als Künstler bieten, denn seine Werke fanden Zugang zu den bedeutendsten Ausstellungen weltweit. Die Theorie des Künstlers war, dass nur dann eine Wohnung einladend ist wenn industrielle Porzellanhersteller mit Künstlern arbeiten, die die ideale Form und die Schönheit in einen Raum bringen können.


11. Oktober 1816: Der Schauspieler und Theaterdirektor Edvard Stjernström
11. Oktober 1858: Der schwedische Künstler Nils Kreuger
11. Oktober 1891: Skansen in Stockholm, Tierpark und Museumsdorf
11. Oktober 1948: Göran Rosenberg und die Freiheit der Juden
11. Oktober 1996: Radiostation in Grimeton unter Denkmalschutz

Copyright: Herbert Kårlin

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