Donnerstag, 9. Juni 2011

Die Götheborg legt wieder in Göteborg an

Am 9. Juni 2007 kehrte die Götheborg, ein Nachbau des im Jahre 1745 an der Hafeneinfahrt gesunkenen Ostindienseglers, von einer fast zweijährigen Reise nach China zurück in ihren Heimathafen in Göteborg. Diese China-Reise, zu der die Götheborg am 2. Oktober des Jahres 2005 aufgebrochen war, war die erste große Reise des Dreimasters, wobei der Segler der gleichen Strecke folgte, die einst das Original der schwedischen Ostindien-Kompanie nahm.


Die Ostindiefararen Götheborg ist weltweit das größte Segelschiff in Holzbauweise, das für Fahrten auf allen Ozeanen zugelassen ist. Das Original, das Jahrhunderte lang auf dem Grund vor Göteborg lag, wurde erst 1986 geborgen und enthüllte, da das Schiff gerade mit voller Last aus China kam, sehr viele Geheimnisse über die Aktivitäten der Ostindien-Kompanie. Auch wenn vom ersten Moment an der Gedanke gewachsen war, das Schiff nachzubauen, wurde erst 1995 mit den Arbeiten begonnen. Acht Jahre später konnte das Schiff dann zu Wasser gelassen werden.

Der Nachbau erforderte den Einsatz von historischem Werkzeug und Material, das man zum Teil in Europa nicht mehr fand. Einige Kleinigkeiten der Götheborg mussten auch den heutigen Seefahrtbestimmungen und der Größe der Besatzung angepasst werden, was jedoch in meisterhafter Weise geschah und selbst an Bord nicht sichtbar ist. Bevor die Götheborg im folgenden Jahr zur Olympiade in London aufbrechen soll und dann ein Jahr später auch Amerika ansegelt soll, kann sie in Göteborg von den Besuchern der Stadt besucht und besichtigt werden.

9. Juni 1960: Eva Dahlgren, mehr als ein musikalisches Symbol Schwedens
9. Juni 1962: Die Rennstrecke Knutstorp in Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. Juni 2011

Die Wikinger, der Beginn einer Geschichte

Der 8. Juni 793 wird allgemein als der Tag betrachtet, an dem die Wikinger ihre erste Erscheinung in der Geschichte machten und damit über mehrere hundert Jahre die Geschichte Skandinaviens beeinflussten. Bis heute weiß niemand, woher diese Wikinger so plötzlich kamen, ob aus Schweden oder Norwegen. Sicher ist jedoch, dass ihre Geschichte mit einem spektakulären Überfall begann.

Am 8. Juni 793 überfiel eine Gruppe Wikinger, die mit ihren Booten an der Nordostküste Englands anlangte, das Kloster Lindisfarne von wo aus zu jener Zeit nahezu ganz England christianisiert wurde. Die Nordmänner verbreiteten Angst und Schrecken, da sie das Kloster plünderten und die Mönche, die nicht fliehen konnten, töteten. Auch wenn es vermutlich Zufall war, dass diese Wikingergruppe nach Lindisfarne kam, so war dieser Überfall dennoch ein Ereignis, das den Ruf der Wikinger besiegelte, denn die Wikinger hatten ausgerechnet ein Kulturzentrum des Christentums angegriffen, das in Verbindung mit ganz Europa war.

Allein wegen diesem ersten Überfall werden die Wikinger noch heute als schreckliche Kämpfer des Nordens gesehen, obwohl ihre Haupttätigkeit Schiffbau und internationaler Handel war und die reinen Überfälle als Piraten eher die Aktionen einer Minderheit war.

Vieles über den Beginn der Wikingerzeit ist noch heute unbekannt und so mancher Überfall war sicher nicht als solcher geplant, denn die Wikinger wollten bisweilen in anderen Ländern Soldaten anwerben, Waren tauschen und suchten vor allem Frauen, die sie mit in die Heimat nehmen wollten. Wegen ihrem Ruf wurden sie jedoch häufig mit Waffen empfangen, was dann meist zur Eroberung durch die Nordmänner führte, die Waren gestohlen wurden und Frauen als Sklavinnen zu folgen hatten.

8. Juni 1435: Die berühmteste Kathedrale Schwedens wird eingeweiht 
8. Juni 1941: Alf Robertson, vom Seemann zum Sänger

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Dienstag, 7. Juni 2011

Schweden und Norwegen gehen getrennte Wege

Am 7. Juni 1905 beschloss das norwegische Parlament eine neue Regierung zu bilden und erklärte die 90 Jahre dauernde Union mit Schweden für beendet. Als Ursache galt vor allem, dass es dem schwedischen König Oscar II. nicht mehr gelungen war eine Regierung in Norwegen zu schaffen nachdem sämtliche Parlamentsmitglieder Norwegens zurückgetreten waren. Vor etwas über 100 Jahren wurde daher entschieden, dass es ein norwegisches und ein schwedisches Königreich geben soll, die getrennte Wege gehen.

Der tatsächliche Grund dieser Trennung ist jedoch mehrschichtiger zu sehen, denn Norwegen, das trotz dem schwedischen König, innenpolitisch selbständig war, entfernte sich schon seit mehreren Jahren von Schweden und hatte mittlerweile, mit der Unterschrift Oscar II., selbst eine eigene Flagge erhalten. Zum anderen war der gemeinsame Feind Russland während des japanisch-russischen Krieg besiegt worden, und auch die wirtschaftlichen Interessen der beiden Länder hatten sich schon lange voneinander entfernt. Das Ende der Union war daher mehr eine logische Folge als ein plötzliches Ereignis.

Oscar II. bedauerte diese Trennung sehr, obwohl nur die bürgerliche Rechte Schwedens die Trennung als Verrat ansah, während die Linke Schwedens und ganz Norwegen den Entschluss bejubelten. Vermutlich war aber Oscar II. bereits um diese Zeit zu krank und zu schwach um den Bruch mit Norwegen aufzuhalten und langsichtig zu planen, denn bereits im Jahr darauf konnte er kaum noch sprechen und hatte sehr große Probleme mit seiner Prostata. Am 8. Dezember 1907 starb Oscar II. schließlich als schwer kranker Mann.

7. Juni 1907: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
7. Juni 1988: Die Ebbe Carlsson Affäre und der Tod von Olof Palme 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Juni 2011

Der schwedische Nationaltag

Wer in Schweden vom 6. Juni spricht, denkt an erster Linie an den schwedischen Nationaltag, der an diesem Tag gefeiert wird, auch wenn dieser Tag erst am 6. Juni 1983 zum Nationaltag erklärt wurde und dann 2005 auch zum Feiertag aufstieg. Bis zu diesem Zeitpunkt war der 6. Juni nur der Tag der schwedischen Flagge und sollte an Gustav Vasa erinnern, der am 6. Juni 1523 zum König von Schweden gekrönt wurde.


Warum der Tag der schwedischen Flagge zum Nationaltag und schließlich zum Feiertag wurde, hat vermutlich mehrere Gründe. Zum einen war Schweden eines der wenigen Länder weltweit, die keinen Nationaltag hatten und dies international einen sehr schlechten Eindruck machte, und zum anderen wollte die Regierung einen Tag schaffen, der das Land und seine Geschichte besonders würdigte. Gleichzeitig wollte man am Nationaltag allen, die im vorhergehenden Jahr die Staatsbürgerschaft erhielten, eine bleibende Erinnerung bieten und ihnen zu Ehren den Tag zu einem besonderen Ereignis machen. In vielen Orten des Landes findet für die Neuschweden am Nationaltag auch ein zusätzliches Fest statt an dem sie offiziell willkommen geheissen werden.

Der 6. Juni hat in Schweden jedoch in vieler Hinsicht eine Bedeutung, denn nicht nur dass am 6. Juni 1523 Gustav Vasa gekrönt wurde, am selben Tag des Jahres 1654 verzichtete die schwedische Königin Kristina auf ihren Thron, am 6. Juni 1809 unterschrieb das schwedische Parlament eine Regierungsreform, die den Schweden, unter anderem, die Pressefreiheit und die Redefreiheit garantierte und 1916 wurde dann zu Ehren von Gustav Vasa der Tag der schwedischen Flagge eingeführt.

6. Juni 1973: Jackie Arklöfs Weg zum Verbrecher
6. Juni 2003: Der Ostindiensegler Götheborg wird vom Stapel gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Juni 2011

Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Am 5. Juni 2007 entschied der europäische Gerichtshof, dass auch Schweden den privaten Handel von Alkohol über Internet zulassen muss, auch wenn die Zollgesetze davon unberührt bleiben und importierte Ware daher verzollt werden muss, im Gegensatz zum persönlichen Import während einer Reise innerhalb Europas. Schweden konnte damit zumindest erreichen, dass der Import von Alkohol über Internet keinen Billig-Import ermöglichte.

Das Urteil überrasche Schweden, da der Generalanwalt des europäischen Gerichtshofs am 30. November 2006 noch zum Ergebnis kam, dass das schwedische Monopol der Systembolaget aufrecht gehalten werden kann, wenn dadurch die Bevölkerung von gesundheitlichen Schäden geschützt wird. Auch wenn die Bewertung eines Generalanwalts vom Gericht nur als Vorschlag gewertet werden kann, so richtet sich der Gerichtshof in nahezu allen Entscheidungen nach diesen Empfehlungen.

Da Schweden, trotz der Bewertung des Generalanwalts, nicht sicher war vor dem europäischen Gerichtshof zu gewinnen, wollte das Land noch am 23. Mai 2007, wenige Tage vor dem Urteil, über die WHO (World Health Organization) eine globale Strategie zur weltweiten Alkoholkontrolle erreichen, damit über eine Resolution der Schaden durch Alkohol durch rechtliche Schritte begrenzt werden kann. Trotz der Unterstützung Europas, Afrikas und aller muslimischen Länder konnte Schweden mit seiner Argumentation keine Entscheidung zu seinen Gunsten erreichen.

5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Juni 2011

Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit

Am 4. Juni 1965 wurde in Örebro vom schwedischen König Gustav VI. Adolf gleichzeitig die Jubiläumsausstellung als auch das Kulturreservat Wadköping eingeweiht. Während Örebro an diesem Tag 700 Jahre alt wurde, entstand mit Wadköping eine völlig neue Altstadt am Rande der Stadt Örebro, die vorher nur in der Literatur existierte.


Wadköping als solches entstand bereits 1919 im Roman Markurells i Wadköping, ein Ort, den sich der Schriftsteller Hjalmar Bergman, der 1883 in Örebro geboren wurde und 1931 in Berlin starb, selbst ausgedacht hatte. Bereits in seinem vorhergehenden Roman hatte der Autor von einem Ort W. gesprochen, der die gleichen Charakteristiken hatte, und später handelten weitere drei Werke in seiner imaginären Stadt Wadköping. In so mancher Hinsicht ist das Wadköping von Hjalmar Bergman eine Mischung aus Örebro und Västerås.

Am 4. Juni 1965 entstand dann jedoch tatsächlich eine Stadt Wadköping, wenn auch als Freiluftmuseum, das zu Beginn als Kulturreservat bezeichnet wurde. Schon seit 1940 überlegte sich Örebro wie es die historischen Gebäude der Stadt retten konnte, was dann jedoch erst mit der Gründung von Wadköping Wirklichkeit wurde. Im Anschluss an den Stadsparken (Stadtpark) findet man heute rund 20 historische Gebäude Örebros, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen und von grossem kulturhistorischen Interesse sind. Jeden Sommer findet dort ein Theaterfestspiel statt und an den Adventssonntagen ein traditioneller Weihnachtsmarkt.

4. Juni 1870: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Juni 2011

Der dritte Frieden von Stockholm

Am 3. Juni 1720 wurde in Stockholm der sogenannte dritte Frieden zwischen Schweden unter Friedrich I. und Dänemark unter Fredrik IV. geschlossen, der dann einen Monat später zusätzlich unter dem Namen Frieden von Fredriksborg im dänischen Schloss Fredriksborg bekräftet wurde und das Ende des Großen Nordischen Krieges (1700-1721) einleitete.

Der Große Nordische Krieg hatte seinen Ursprung darin, dass Dänemark seine Provinzen in Schweden, vor allem Skåne, zurückerobern, den Bund zwischen Schweden und Schleswig zerbrechen und die Vorherrschaft über den Ostseeraum wieder übernehmen wollte. Aus diesem Grunde hatte sich Dänemark unter Fredrik IV. mit August II. von Sachsen und Polen und mit Peter I. von Russland verbunden, die gemeinsam große Teile Schwedens einnahmen.

Der dritte Frieden von Stockholm hatte sowohl für Dänemark als auch für Schweden gewisse Vor- und Nachteile. Schweden verlor seine Zollfreiheit im Öresund, musste zusätzlich 600.000 Reichstaler an Dänemark bezahlen und verpflichtete sich in Zukunft nicht mehr den Herzog von Holstein zu unterstützen. Auf der anderen Seite verpflichtete sich Dänemark alle eroberten Gebiete wieder in den vorherigen Zustand zu versetzten, unter anderem Rügen, Stralsund, Wismar, Vorpommern und Marstrand. Außerdem verpflichtete sich Dänemark dazu Russland nicht mehr zu unterstützen und russischen Piraten das Anlegen in dänischen Häfen zu verbieten.

3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest
3. Juni 1990: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube 


Copyright: Herbert Kårlin