Freitag, 18. November 2011

Die inoffizielle schwedische Nationalhymne

Als am 18. November 1844 erstmals das alte Volkslied „Du gamla, du friska“, das später zu „Du gamla, du fria“ wurde, angestimmt wurde, dachte niemand, dass sich dieses Lied in zwei Strophen zur inoffiziellen schwedischen Nationalhymne entwickeln würde. Denn eigentlich war das Volkslied aus dem Västmanland eine Hymne für den Norden und das Wort Schweden tauchte im ursprünglichen Text nicht ein einziges Mal auf, und noch heute singt man üblicherweise nur die ersten beiden Strophen und nicht die später hinzugefügte dritte oder gar vierte Strophe.

Auch wenn heute „Du gamla, du fria“ bei allen offiziellen Ereignissen als schwedische Hymne dient, so wurde das Volkslied bis heute nicht offiziell als Nationalhymne anerkannt, sondern wird ausschließlich aus rein traditionellen Gründen gesungen, denn Schweden hat, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern dieser Erde, nie über eine Nationalhymne entschieden. Noch erstaunlicher ist dabei natürlich, dass „Du gamla, du fria“ ein Ausdruck für die skandinavische Einheit ist und dazu führt, dass im Grunde die polnische Nationalhymne in Schweden gesungen werden müsste, da diese Hymne als einzige wirklich auch von Schweden spricht, wenn auch in einem etwas anderen Sinn.

Man kann sich natürlich fragen wie dieses Volkslied zur Nationalhymne werden konnte, denn auch wenn Richard Dybeck, der Verfasser des Textes, dafür sorgte, dass das Lied in ganz Schweden bekannt wurde, so benötigt eine Volksweise einen besonderen Anlass um aus der Masse hervorzustechen. Dieses Ereignis bot sich, als der schwedische König Oscar II. sich in der Universität Lund erhob, als das Lied vorgetragen wurde und ihm daher eine besondere Ehre erwies. Als dann der Opernsänger Carl Fredrik Lundqvist noch eine Strophe mit dem Wort Schweden hinzufügte und während einer Vorstellung in der Universität in Uppsala die Weise als „unsere Nationalhymne“ vorstellte, hatte sich das nordische Volkslied in eine inoffizielle Hymne verwandelt.

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Copyright: Herbert Kårlin

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