Donnerstag, 10. November 2011

Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde

Am 10. November 1835 starb Anders Ljungstedt in der portugiesischen Kolonie Macao, ein Mann, der zwar 1759 in Linköping geboren wurde und im Laufe seines Lebens in vieler Hinsicht einzigartige Leistungen für Schweden vollbrachte, aber im Grunde nur seine Jugend in seiner Heimat verbracht hat, denn bereits kurz nachdem er sein Studium in Uppsala beendet hatte, ging er als Lehrer nach Russland. Als er nach zehn Jahren zurück nach Schweden kam, so beschäftigte in König Gustav IV. Adolf als russischen Dolmetscher, bis Anders Ljungstedt, vier Jahre später, erneut auf Reisen ging.

1798 stellte ihn die Schwedische Ostindien-Kompanie im chinesischen Guangzhou an, um dort für die Gesellschaft die Handelsgeschäfte zu führen. Als die Ostindien-Kompanie 1813 aufgelöst wurde, blieb Anders Ljungstedt erst noch zwei Jahre in China, um dann anschließend nach Macao umzuziehen und dort eine eigene Handelsgesellschaft aufzubauen. Einen Großteil seines Einkommens floss unmittelbar zurück nach Schweden, weil er damit in Linköping eine Schule aufbaute, die heute, zu seiner Erinnerung, Anders Ljungstedts Gymnasium heißt.

Anders Ljungstedt kehrte nach seinem Umzug nach China nicht mehr nach Schweden zurück, sondern begann sich intensiv für die Geschichte Macaos zu interessieren. Seine private Forschung führte dann zum ersten nicht von China oder Portugal gefärbten Geschichtswerk über Macao, wofür er auch geschichtliche Dokumente benutze, die später verloren gingen, so dass alle Forschung über Macao seit dieser Zeit auf Anders Ljungstedt zurückgeht. Ander Ljungstedt liegt in Macao begraben, wo 1997 dann selbst eine Straße in Macao nach ihm benannt wurde.

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Copyright: Herbert Kårlin

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