Samstag, 18. Januar 2014

Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde

Am 15. Juni 1960 hatte man die Almöbron, gemeinsam mit der Källösundsbron und der Stenungsöbron, eingeweiht und damit eine Landverbindung zwischen dem Festland und der Insel Tjörn geschaffen. Um diese Zeit war die Almöbron die weltweit längste Bogenbrücke, die täglich bis zu 12.000 Fahrzeuge verkraften konnte, ein Wunderwerk, das durch seine Konstruktion jedoch auch eine Schwäche hatte, da die Architekten zwar den Straßenverkehr sehr gut eingeplant hatten, nicht jedoch an die Risiken des Schiffsverkehrs dachten.

Am frühen Morgen des 18. Januar 1980 kam es daher zu einer Katastrophe an die sich noch heute sehr viele Bewohner Westschwedens erinnern, denn um 1 Uhr 30 kollidierte der Frachter Star Clipper mit einem Bogenrohr der Brücke, das diese Wucht nicht verkraftete. Innerhalb von Sekunden stürzten 278 Meter Straße in die Tiefe. Da die Zementmassen auch die Funkausrüstung des Schiffes beschädigten, konnten die Rettungseinheiten nur verspätet informiert werden und ein Lastwagen sowie sechs Personenwagen fuhren über die Kante in die Tiefe. Acht Menschen verloren auf diese Weise ihr Leben.

Die Untersuchungen des Unfalls führten zu keinen klaren Ergebnissen, so dass spontan niemand die Schuld an diesem Unfall bekam. Erst viel später erfuhr man, das die Star Clipper bereits am Vortag in Norwegen Probleme mit der Steuerung hatte und nahezu in einen Felsen gefahren war. Der norwegische Lotse hatte diese Information seinem schwedischen Kollegen leider nicht weitergegeben und der Kapitän des Frachters wollte vermutlich keine Zeit auf einer Werft verbringen um eine Kontrolle oder Reparation vornehmen zu lassen. Erst am 9. November 1981 konnte dann die neue Brücke, die Tjörnbron, von Carl XVI. Gustaf eingeweiht werden.


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Copyright: Herbert Kårlin

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