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Dienstag, 1. Mai 2018

Der Reichsmarschall Lars Kagg

Lars Kagg kam am 1. Mai 1595 als Sohn eines Kammerherrn auf Gut Kiellstor in Örlösa zur Welt und verbrachte seine Kindheit erst im Haus des Vaters, später, nach dem Tod des Vaters, bei seinem zukünftigen Schwiegervater Erik Ribbing. Mit 14 Jahren kam Kagg an den königlichen Hof und mit 16 folgte er dem Kronprinzen Gustaf Adolf und einem Teil der Armee nach Småland um dort gegen die Dänen zu kämpfen, wo er dem Kronprinzen jedoch auch so nahe kam, dass dieser ihn zu seinem Kammerdiener machte. Im Jahr 1616 begann dann, unter Moritz av Oraniens, die militärische Karriere Kaggs.

Kurz nachdem Lars Kagg aus Holland zurückkehrte, wo er unter Oraniens gedient hatte, wurde er von Gustav Adolf gebeten ihn auf seiner Freiersreise nach Deutschland zu begleiten, neben Johan Baner und Johan Hand. Diese Reise sollte für den militärischen Aufstieg Kaggs bedeutend werden, denn als der Kronprinz die anderen Begleiter zurückschickte, behielt er Kagg als persönlichen Begleiter in seiner Nähe. Nach der Rückkehr nach Schweden wurde Kagg dann unmittelbar zum Hofjunker ernannt, ein Jahr später erhielt er den Rang eines Kapitänleutnants und bald darauf war er Kapitän. In dieser Eigenschaft zeigte sich Kagg beim Krieg in Livland so mutig, dass ihm sein weiterer Aufstieg gesichert war.

Während des 30jährigen Krieges hatte Lars Kagg mehrmals bedeutende Aufträge und gehörte zu jener Gruppe, die auch Magdeburg eroberte. Politisch und militärisch war der Einzug in dem völlig zerstörten Magdeburg am 1. Mai 1631 ein Glück für Kagg, denn er wurde in diesem Zusammenhang zum Kommandanten und zum Gouverneur des Stiftes Magdeburg ernannt und war daher während der Schlacht bei Lützen, bei der Gustav II. Adolf getötet wurde, nicht in der Nähe des Königs und wurde nach dem Tod der Königs und jenem von Nils Brahe der oberste Kommandant der Leibgarde, des berühmten goldenen Regiments. Für seine Leistungen während der Kriege erhielt Lars Kagg, der am 19. November 1661 in Stockholm starb, mehrere Güter und Ländereien verliehen, die er jedoch beim Friedensschluss alle verlor, da sie sich dann im Feindesland befanden.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1904: Der Keramiker und Designer Gunnar Nylund
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 1995: Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 7. April 2017

Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson

Als Lennart Torstenson am 7. April 1651 in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten Feldherren in die Geschichte Schwedens ein, obwohl er sich während der letzten zehn Jahre seines Lebens vor allem als Bauherr ausgezeichnet hatte und für einige sehr bedeutende Bauwerke Schwedens verantwortlich war, unter anderem das Schloss Ulvsunda bei Stockholm und der Residenset in Göteborg. Torstenson war erst 1640 aus Krankheitsgründen vom Schlachtfeld nach Schweden zurückgekehrt und war dabei zum Reichsrat ernannt worden.

Lennart Torstenson kam am 17. August 1603 auf Gut Forstena bei Vänersborg als Sohn eines Stadthalters zur Welt, und wurde, wegen der notwendigen Landesflucht seiner Eltern, von Familienangehörigen erzogen. Mit 15 Jahren wurde Torstenson Kammerpage bei Gustav II. Adolf und folgte in dieser Eigenschaft dem König auf dem Feldzug gegen Livland. Einige Jahre später reiste der spätere Feldherr in mehrere Länder, was für jeden Adeligen der Zeit eine Notwendigkeit war um Karriere zu machen. In Deutschland nahm Torstenson noch an der Schlacht in Wallhof teil, was im Grunde der Beginn seiner Ausbildung zum Feldherrn wurde.

Bereits 1628 wurde Lennart Torstenson Oberleutnant im Regiment von Gustaf Horn und zwei Jahre später wurde er Oberst der Artillerie. Die Artillerie war die neue und modernste Waffe von Gustaf II. Adolf, die Torstenson verbesserte und die dem schwedischen König zu seinen Siegen verhalf. Mit Hilfe der Artillerie gelang Torstenson, der 1632 zum General der Artillerie ernannt wurde, ein Sieg nach dem anderen, wobei der Glückszug jedoch 1632 unterbrochen wurde, als der Feldherr bei Alte Veste gefangen genommen wurde und ein Jahr im Gefängnis in Ingolstadt verbringen musste. Nach einem Gefangenenaustausch eroberte Torstenson noch die Festung Landsberg, musste dann jedoch ein Jahr später den toten König nach Schweden begleiten. Der Feldherr sollte anschließend noch ein weiteres Mal die schwedische Armee in Deutschland von der Niederlage retten bevor er wegen seiner Krankheit endgültig nach Schweden zurückkehren musste.


7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Juli 2015

Der Feldherr und Stadtplaner Clas Larsson Fleming

Als der Feldherr und Stadtplaner Clas Larsson Fleming am 26. Juli 1644 durch eine verirrte Kugel starb und in letzter Sekunde noch einen Nachfolger, Carl Gustaf Wrangel, als Befehlshaber der schwedischen Marine einsetzen konnte, ging er als einer der größten Kriegsherren in die schwedische Geschichte ein, aber auch als bedeutender Stadtplaner Stockholms, als Erneuerer der Kriegsmarine und Gründer von zwei Eisenhütten, obwohl Fleming auch derjenige war, der für den Untergang des Kriegsschiffes Vasa bei ihrer Jungfernfahrt verantwortlich war.

Clas Larsson Fleming, oft auch nur Klas Fleming oder Clas Fleming genannt, war i März 1592 in Willnäs, im heutigen Finnland, zur Welt gekommen und hatte nach seinen Studien an ausländischen Universitäten sehr schnell eine militärische Karriere gemacht, da er auf Grund seines Mutes König Gustaf II. Adolf während des Russischen Krieges (Ingermanländska kriget) positiv auffiel und dessen Vertrauen gewann. Fleming zeigte sich dabei jedoch nicht nur als ausgezeichneter Feldherr, sondern fertigte in seiner Eisenhütte auch die ersten Schwerte an, die bis dahin immer importiert werden mussten, und zeigte damit auch als Kaufmann und Fabrikant seine Einfallskraft.

In seiner Rolle als Stadthalter Stockholms konnte der in diesem Bereich völlig unerfahrene Clas Larsson Fleming auch seine bis dahin verborgenen Fähigkeiten als Stadtplaner unter Beweis stellen, wobei Fleming nicht nur das Straßennetz mit seinen verschiedenen Marktplätzen verbesserte, sondern auch die Jakobs Kirche und die Schleusen (Slussen) fertigstellte. Fleming gab Stockholm ein modernes Gesicht, obwohl der durch seine anderen Tätigkeiten, zum Beispiel in seiner Waffenschmiede, und Kriege relativ wenig Zeit für die Stadtplanung Stockholms aufwenden konnte. Fleming gilt in der schwedischen Geschichte als einer der gebildetsten Kriegsherren, der jeden seiner Schritte auf das Genaueste überlegte.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 22. April 2014

Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens

Bernhard von Beskow wurde am 22. April 1796 in einer sehr wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Stockholm geboren, was natürlich in jener Zeit auch bedeutete, dass er als Kind eine hervorragende Bildung erhielt. Sein erster wichtiger Lehrer war dabei der Skalde Jonas Magnus Stiernstolpe, der ihm ein sehr breites Wissen vermittelte. Mit elf Jahren schrieb sich von Beskow dann an der Universität Uppsala ein wo er bereits mit 18 Jahren sein Kanzleiexamen ablegte und damit eine Arbeit in der Handels- und Finanzabteilung des Königs fand. In nur vier Jahren stieg von Beskow dann zum Protokollsekretär auf.

Auch wenn das erste Werk Bernhard von Beskows bereits im Jahre 1816 veröffentlicht worden war, kam sein Durchbruch erst nach einer längeren Reise nach Dänemark, Deutschland, die Schweiz und nach Italien. Unter dem Einfluss mehrerer deutscher Dichter und seines Vorbildes Esaias Tegnér verfasste von Beskow Sveriges anor für das er den großen Preis der Svenska Akademien erhielt. Auch wenn von Beskow in dieser Zeit seiner berufliche Laufbahn fortsetzte und selbst der Privatsekretär des Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar I., wurde, so sah sich von Beskow nun vor allem als Dichter und beschränkte seine administrativen Aufgaben auf ein Minimum.

Bernhard von Beskow zeigte sich als Literat nicht nur als streitsüchtig und überheblich, sondern er wehrte sich auch gegen jede Kritik, was sich noch verstärkte als er Mitglied der Svenska Akademien geworden war und er als Direktor des königlichen Theaters eingesetzt worden war. Im Alter verwandelten sich die Poesie und das Drama von Beskows mehr und mehr zu politischen Schriften in denen er die konservativsten Ideen der Monarchie verteidigte. Selbst seine Werke über Erik XIV. Oder Gustaf II. Adolf sind mit Vorsicht zu lesen, da von Beskow in all seinen Werken nach einem schwedischen historischen Ideal suchte, das teilweise weit von der Realität entfernt liegt.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Die Schlacht bei Lund, ein Tag in der Geschichte Schwedens

Die Schlacht bei Lund am 4. Dezember 1676 gilt als eine der tödlichsten Schlachten der schwedischen Geschichte bei der sich die Schweden unter der Führung von Karl XI. und die Dänen unter Kristian V. gegenüberstanden. Bei Einbruch der Nacht sollten 3000 Schweden und 6500 Dänen auf dem Schlachtfeld liegen und sich zusätzlich rund 2000 Dänen in schwedischer Gefangenschaft befinden. Die Hälfte aller Soldaten, die an der Schlacht beteiligt waren, hatten in nur wenigen Stunden ihr Leben lassen müssen.

Auch wenn die Schweden bereits morgens um 2 Uhr 30 Richtung dänische Linien aufbrachen, so kam es erst gegen neun Uhr zur tatsächlichen Auseinandersetzung, die dem schwedischen Heer sehr bald eine vorteilhafte Lage brachte, da die Dänen noch nach alten Techniken kämpften und die Schweden eine von Gustav II. Adolf entwickelte neue Technik anwandten, die es ermöglichte, dass die schwedische Minderheit das dänische Reiterheer sehr schnell schwächen konnte und teilweise zur Flucht zwang. Gegen drei Uhr nachmittags wurden die dänische Armee dann von zwei Seiten bedroht und nur etwa 90 Minuten später musste sie endgültig zum Rückzug blasen.

Dieser schwedische Sieg beendete zwar den Krieg zwischen Dänemark und Schweden nicht, führte jedoch dazu, dass Schweden nun einen festen Fuß in Skåne hatte und die Dänen nach einer neuen Verteidigungsstrategie suchen mussten. Dass sie dabei auch zahlreiche Dörfer abbrannten, half ihnen jedoch wenig dabei die Bevölkerung Skånes hinter sich zu vereinen. Die Schweden hatten es nicht viel einfacher als sie in Teilen Skånes und in Blekinge einen Treueeid gegenüber dem schwedischen König forderten, aber als die Soldaten jeden Kritiker ermordeten, fügte sich das Volk sehr schnell. Der Krieg selbst sollte noch fast drei Jahre lang fortsetzen und endete erst am 27. September 1679 mit einem Friedensvertrag.


4. Dezember 1843: Schwedische Verleger beschließen eine gemeinsame Politik 
4. Dezember 1994: Der Storeplansmord in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin