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Mittwoch, 9. Januar 2019

Der erste Film Värmlingarna hat Premiere

Im Grunde geht die Geschichte der Värmlingarna auf Fredrik August Dahlgren zurück, der 1845 das entsprechende Lustspiel schrieb, ohne allerdings zu ahnen, dass er damit das Nationalstück Värmlands verfasste, da es bei dem Stück lediglich um eine nahezu unmögliche Liebe zwischen einem reichen Erben und einem armen Mädchen handelt, das, nach zahlreiche Intrigen und einem Selbstmordversuch des Paares zu einem glücklichen Ende führt, ein typisches Stück für ein Bauerntheater, das er mit dem heutigen Nationallied Värmlands enden ließ, das er eigens dem Stück angepasst hatte.

Dieses Theaterstück sollte später die Vorlage für zahlreiche moderne Versionen der Värmlänningarna sein und zu fünf verschiedenen Filmversionen führen. Der erste Film Värmlänningarna wurde in Kristianstad gedreht, weit entfernt vom Värmland, ist jedoch aus mehreren Gründen von besonderer Bedeutung, insbesondere deshalb, weil dieser Film, der am 9. Januar 1910 Premiere hatte, in der Regie von Ebba Lindkvist entstand, der ersten Frau Schwedens, die für ein so monumentales Werk verantwortlich war und damit, wenn auch sehr langsam, auch Frauen half in der Welt der Filmproduktion Fuß zu fassen.

Auch Ebba Lindkvist konnte die Tragweite dieser Geschichte nicht kennen, sondern war vermutlich mehr von der Dramatik des Stückes angezogen. Heute gibt es in Schweden niemanden, der weder Film, noch Theaterstücke oder Fernsehversionen der Värmlänningarna kennt, denn seit 1929 führt der Verein Wermlänningarne jedes Jahr das Theaterstück auf, seit 1948 auch im Skansen. Lediglich während der Kriegsjahre wurde diese Tradition unterbrochen. Während das Originalstück natürlich auch in Värmländisch geboten wird, haben Ebbe Lindkvist, oder später auch Ingmar Bergman, bei ihren Interpretationen das offiziellere Schwedisch gewählt.

9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre
9. Januar 1636: Die neue schwedische Kupferkompanie
9. Januar 1652: Der Feldmarschall und Künstler Axel Sparre 
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin
9. Januar 1895: Greta Johansson und olympisches Gold
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. März 2016

Die schwedische Künstlerin Agda Holst

Agda Holst kam am 2. März 1886 als Tochter eines Tabakhändlers in Nosaby bei Kristianstad zur Welt und besuchte dort sowohl den Kindergarten als auch ein Jahr lang die Volksschule. 1895 zog die Familie dann zurück nach Kristianstad, da ihr Vater dort einen Laden für Garn und Webwaren gegründet hatte, jedoch auch den Verkauf von Tabak fortführte. Als der Vater 1899 starb, übernahm die Mutter das Geschäft und die Tochter Agda musste die Schule gegen das Arbeitsleben tauschen. Ab dieser Zeit und bis zum Tod der Mutter, mit zwei Unterbrechungen, war Agda Holst Haustochter und wohnte gemeinsam mit der Mutter, die sie in allen Aufgaben unterstütze.

In dieser Zeit muss Agda Holst auch den Weg zur Kunst gefunden haben, denn bald begann sie Kunstunterricht an der Tekniska Skolan in Kristianstad zu besuchen. Mit 21 Jahren entschloss sich die Künstlerin dann plötzlich allein nach Paris zu reisen um an der Académie Colarossi ihr Studium zu beenden, als einzige Frau im Kurs, denn auch wenn Tora Vega Holmström und Ellen Trotzig gleichzeitig an der Académie waren, so besuchten diese einen anderen Kurs und hatten einen anderen Freundeskreis. Nach einem Jahr in Paris studierte Holst noch ein weiteres Jahr bei Julius Exter in München, bevor sie zurückkehrte in die Wohnung ihrer Mutter in Kristianstad kehrte.

Im Jahre 1927 hatte Agda Holst ihre erste Separatausstellung in Lund. Diese Ausstellung wurde nicht nur von den Kritikern sehr positiv aufgenommen, sondern Holst wurde anschließend, als einzige Frau, auch in die Gruppe Aura eingeladen und nahm dadurch an zahlreichen gemeinsamen Ausstellungen teil. Agda Holst gehörte in jener Zeit zu den sehr wenigen Künstlerinnen, die von männlichen Kollegen voll anerkannt wurden und nie bekämpft wurde, ohne dass der Grund dafür bekannt wäre. Holst, die am 21. Juni 1976 starb, hatte ihren größten Erfolg in den 30er und 40er Jahren, insbesondere mit Blumenstillleben, die es ihr ermöglichten die Kasse der Familie bedeutend aufzubessern um dem Bruder eine akademische Karriere zu ermöglichen.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 8. Februar 2016

Das Folkets hus (Haus des Volkes) in Göteborg

Mit der wachsenden Arbeiterbewegung in Schweden und den ersten Gewerkschaften Ende des 19. Jahrhunderts kam in Schweden auch der Ruf nach Versammlungslokalen auf, Räumen für die Volksbildung und nach kulturellen Veranstaltungen für Arbeiter. In dieser Bestrebung entstand am 27. September 1890 in einer Werkstatt in Kristianstad das erste Folkets Hus (Haus des Volkes) Schwedens. Im gleichen Jahr plante man in Malmö den Bau eines Folkets Hus, das den Bedürfnissen von Arbeitern und Gewerkschaften weitaus näher kam als die Werkstatt in Kristianstad. Allerdings sollte das Folkets Hus in Malmö erst am 2. April 1893 eingeweiht werden und seine Arbeit aufnehmen.

Auch in Göteborg, wie in mehreren anderen Städten Schwedens, kam bereits Ende des 19. Jahrhunderts der Wunsch nach eigenen Räumen für Arbeiteraktivitäten auf, aber auch hier entschied man sich erst die Räume des lokalen Arbeitervereins am Järntorget dafür zu verwenden, wobei man die Räume am Järntorget vor allem wegen seiner langen Geschichte der Arbeiterbewegung wählte. Obwohl man sehr bald feststellte, dass man ein gesamtes Gebäude für die Treffen, den Unterricht und die Veranstaltungen benötigte, so sollte es noch bis 1944 dauern bis man den Architekten Nils Einar Eriksson mit dem Bau eines Folkets Hus am Göteborger Järntorget beauftragte. Am 8. Februar 1952 konnten die Gewerkschaften dann endlich in das Folkets Hus in Göteborg einziehen, denn an diesem Tag fand die Einweihung der Basisgebäude statt, das anschließend noch mit dem Kino Draken und dem Tanzrestaurant Vågen ergänzt wurde, die vier Jahre später eingeweiht wurden.

Seit 1952 hat sich das Folkets Hus in Göteborg natürlich sehr verändert, auch wenn das Kino Draken noch heute existiert und aus dem Tanzrestaurant Vågen das Dansforum wurde, also immer noch der Tanz im Zentrum steht. Die Hauptaktivität des Folkets Hus am Järntorget ist heute die Organisation von Konferenzen, die bei weitem nicht mehr alle mit der Arbeiterbewegung verknüpft werden können und das Folksteater zieht ebenfalls nicht mehr Arbeiter an, sondern Personen, die ein alternatives Theater suchen. In den zahlreichen Räumen des Folkets Hus in Göteborg findet man auch ein kleines „Museum“ mit mehreren bekannten Künstlern Göteborgs, aber auch diese Gemälde sind nicht mehr der Allgemeinheit zugänglich.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 22. Mai 2011

Die Gründung Kristianstads

Nachdem die Schweden die dänische Stadt Vä niederbrannten, gründete der dänische König Kristian IV. am 22. Mai 1614, unmittelbar nach dem Ende des Kalmarkrieges, in der Nähe der früherern Stadt Vä Kristianstad, dessen Name noch heute an den dänischen Monarchen erinnert. Kristianstad trägt auch noch heute das Siegel des dänischen Königs (C4) in seinem Stadtwappen und ist damit vermutlich weltweit die einzige Stadt, dessen Symbol aus dem Ausland kommt.

Die Stadt Kristianstad, die ihre Stadtrechte erst 1622 erhielt, wurde von Kristian IV. mit starken Mauern, Wallgraben und Bastionen als Festung gebaut, was man heute jedoch nicht mehr sehen kann, da alle Befestigungen 1847 abgetragen waren und die Wallgräben gefüllt wurden. Es sind jedoch noch einige wenige Gebäude aus der Gründungszeit erhalten. Ab 1861 entwickelte sich Kristianstad dann zu einem Industriezentrum, wo unter anderem Eisenbahnen und Dampfer gebaut wurden.

Im letzten Jahrhundert verwandelte sich Kristianstad schließlich in das Lebensmittelzentrum Schwedens, wo sich die bedeutendsten Lebensmittelhersteller etablierten. In Kristianstad findet man Swedish Meats, Kronfågel, Skånemejerier, Delicato, Konsumbagarn und zahlreiche andere Großunternehmen des Landes. Als Spezialitäten der Stadt gelten unter anderem Bullens Pilsnerkorv, Mor Annas Gurkor und eine der ältesten Käsesorten der Welt: Herrgårdsost.

22. Mai 1934: Sibylla, mehr als eine Gatukök in Schweden
22. Mai 1946: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald 

Copyright: Herbert Kårlin