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Montag, 26. März 2018

Die Osterkrawalle des Jahres 1948 in Stockholm

Im Jahre 1948 gab es in Stockholm kaum Räume in denen sich Jugendliche treffen konnten, was dazu führte, dass sich am Samstagabend bisweilen über tausend Jugendliche auf der Götgatan in Södermalm trafen, einem der ärmsten Stadtteile Stockholms jener Zeit, dem Stadtteil in dem Jugendliche, auf Grund der engen Wohnungen, auch nicht zu Hause bleiben konnten, sondern sich nur auf der Straße treffen konnten, was wiederum dazu führte, dass die Polizei diese Ansammlungen regelmäßig auflöste, selbst wenn keinerlei Gefahr davon ausging.

Am 26. März 1948, am Karfreitag, hatten sich dann rund 5000 Jugendliche der schwedischen Hauptstadt zu einem Tanzfest auf dem Medborgarplatsen verabredet, aber noch bevor das Fest in Gang war, tauchte die Polizei auf um diese Versammlung aufzulösen, was zu jener Zeit auf diese Weise geschah, dass die Polizei die Säbel zog und mit Pferden zwischen die Jugendlichen ritt. Wie weit die Polizei bereits zu Beginn Gewalt anwandte, ist unbekannt, aber nach Aussagen mehrerer Jugendlicher trat die Polizei auf jeden Fall sehr provozierend auf.

Wie bei jeder so großen Ansammlung Jugendlicher, waren natürlich auch einige Jugendliche anwesend, die das Auftauchen der Polizei dafür nutzten Steine auf die „Störer“ zu werfen und, auch rund um den Platz, Schäden zu verursachen. Dies wiederum nahm die Polizei zum Anlass mit Übergewalt zu reagieren, die Säbel wurden ebenso eingesetzt wie die Reitpeitschen, so dass es, bei etwa 20 Unruhestiftern, mindestens hundert Jugendliche festgenommen wurden, teilweise mit so großen Verletzungen, dass die Polizeiwagen einen Umweg zum Krankenhaus machen musste, wo allerdings nur erste Hilfe geleistet wurde. Diese Vorgehensweise führte allerdings dazu, dass die Krawalle dann fünf Nächte lang fortsetzten, ohne dass den Jugendlichen eine Versammlungsmöglichkeit gegeben wurde.


26. März 1747: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1828: Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden
26. März 1914: Åke Grönberg, Schauspieler, Sänger und Regisseur
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden
26. März 1963: Das Stadtviertel Krämaren wird die Galerie Krämaren
26. März 2015: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. Mai 2015

Der merkwürdige Tod von Osmo Vallo

Als Osmo Vallo am 30. Mai 1995 nach einem Eingriff der Polizei in Karlstad starb, dachte niemand, dass dieser Tod jahrelang Gesprächsthema bleiben sollte und über Jahre hinweg die Arbeit der schwedischen Polizei in Frage setzen sollte. Und doch war dieser Fall von Beginn an sehr denkwürdig, denn nachdem die Polizei wegen einem Streit von den Nachbarn Vallos gerufen worden war, öffnete dieser der Polizei die Tür, zeigte keine Aggressivität und hatte keine Waffe in der Hand. Dennoch ließen die Polizisten Ballo von ihrem Hund beißen, zwangen ihn gewaltsam auf den Boden und legten ihm Handschellen an.

Osmo Vallo hatte an diesem Tag kein Glück, denn einer der Polizisten war früher Mitglied der Polizisten, die in Stockholm als Basebolligan und ihrer Übergewalt bekannt waren. Die Polizei begnügte sich daher nicht mit den Handschellen, sondern schleppten Vallo, unter Zeugen, vor das Gebäude, einer der Polizisten hüpfte auf den Rücken Vallos und die anderen versetztem ihm mit ihren festen Schuhen zahlreiche Schläge am gesamten Körper. Dann ließen sie den leblosen Vallo mit dem Gesicht nach unten mehrere Minuten leblos liegen bevor sie einen Krankenwagen riefen und, als dieser nicht kam, den leblosen Vallo im Polizeiauto ins Krankenhaus zu bringen, wo nur noch sein Tod festgestellt wurde.

Da sowohl die Mutter des Toten als auch die Presse den Fall nicht vergessen ließen, wurde Osmo Vallo mehrmals obduziert, mit etwas abweichenden Ergebnissen und einem beschönigten Resultat des Rechtsmediziners. Sicher ist jedoch, dass die Polizei Vallo mehrere Rippen gebrochen hatte und ihm 39 blaue Flecken im Gesicht und an den Armen zugefügt hatte. Da jedoch bei drei Obduktionen keine klare Todesursache festgestellt werden konnte, kam es in diesem Punkt nie zu einer Anklage gegen die Polizisten, da es nicht ausreicht, dass die Gesamtheit der Gewalt zum Tode führen kann. Da man allerdings die Gewalt der Polizisten an sich nicht verleugnen konnte, wurde diese 1996, wegen dem Hundebiss und der Gewalteinwirkung, zu einer Geldstrafe verurteilt.


30. Mai 1815: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
30. Mai 1898: Hjalmar Gullberg und das klassische Hörspiel in Schweden
30. Mai 1900: Nils Fredrik Sander und populärwissenschaftliche Mythologie
30. Mai 1907: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
30. Mai 1908: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner
30. Mai 1934: Die Arbeitslosenversicherung in Schweden
30. Mai 1940: Der schwedische Flugpionier Kurt Björkvall
30. Mai 1940: Jan Lööf schafft eine Welt für Kinder
30. Mai 1958: Marie Fredriksson, die Sängerin von Roxette

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Sonntag, 26. August 2012

Olov Svedelid und der Stockholmer Kriminalroman

Olov Svedelid wurde am 26. August 1932 im Stockholmer Stadtteil Kungsholmen geboren und wollte bereits sehr früh Schriftsteller werden. Das einzige Problem dabei war, dass seine Belletristik von allen Verlagen abgelehnt wurde. Die rettende Idee hatte dann seine Frau, die ihm vorschlug doch Kriminalromane zu schreiben. Im Jahre 1964 erschien dann der erste Krimi Svedelids, der allerdings noch in Malmö spielte und nur einen mäßigen Erfolg hatte: Döden tystar mun

Aber Olov Svedelid gab nicht auf bis dann in den 70er Jahren der Erfolg mit seiner Kriminalromanserie mit seinem fiktiven Polizisten Roland Hassel einsetzte. Hassel und seine Kollegen arbeiten überwiegend im Stockholmer Milieu und tauchen in rund 20 Büchern der Autors auf, wo sie schwerere Verbrechen klären, die alle mehr oder weniger einen realen Hintergrund haben und den typischen Stil Svedelids zeigen, der mehr die tatsächliche Arbeit der Polizei hervorhebt als daraus Superdetektive zu machen.

Olov Svedelid gilt als der typische Vertreter der „procedur-deckare“ gilt, einer Gattung an Kriminalromanen bei denen das normale Verfahren eines Polizisten im Vordergrund steht. In diesem Sinne hat Svedelid auch, gemeinsam mit dem Anwalt Leif Silbersky, über 20 Bücher geschrieben in denen der ebenfalls fiktive Rechtsanwalt Rosenbaum die Hauptrolle spielt und tatsächliche Ereignisse den Stoff bieten. Svedelid schrieb außer diesen beiden Kriminalserien noch zehn Kinder-Krimis und zahlreiche andere Bücher, wobei sich der Autor ab der Jahrtausendwende mehr und mehr vom Kriminalroman abwandte. Olov Svedelid starb am 22. September 2008 nach einer längeren Krankheit.


26. August 1551: Die schwedische Königin Margareta Eriksdotter
26. August 1932: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu  
26. August 2005: Der Schwein- und Schlittschuhverein GOSF in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. September 2011

Die schwedische Liga der Maskierten

Am 9. September 1986 gelang es der schwedischen Polizei die als Maskeradligan (Liga der Maskierten) bekannte Gangstergruppe festzunehmen, die während ihrer zweijährigen Aktivität im Stockholmer Raum über fünf Millionen Kronen geraubt hatte. Die Gruppe machte sich vor allem deshalb so bemerkbar, da sich die Mitglieder bei allen sieben Überfällen jeweils als Arbeiter, vor allem aber als Polizisten, verkleideten. Mats Rimdahl, der Anführer der Liga, wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Mats Rimdahl, ein früherer Militärpolizist, wurde dann 1988 von einem Helfer befreit, der die Wachen mit einer Maschinenpistole bedrohte bis Rimdahl vom Gefängnishof aus in die Freiheit klettern konnte. Während der Flucht hielten die Täter ein Polizeiauto an, überwältigten die drei Polizisten und nahmen ihnen Uniformen und Waffen ab. In einem abgelegenen Waldstück sperrten sie dann die Polizisten im Fluchtwagen ein und setzten die Flucht mit dem Polizeifahrzeug fest. Drei Wochen später wurde Mats Rimdahl dann dennoch in Gävle festgenommen und am 4. Januar 1996 vorzeitig entlassen.

Nachdem es dann einige Jahre unterschiedlichen kriminellen Aktivitäten nachgegangen war, die von Gefängnisaufenthalten unterbrochen waren, begann Mats Rimdahl im Jahre 2008 mit einer neuen Karriere, indem er eine Gruppe anführte, die sich auf den Diebstahl von Luxusfahrzeugen spezialisierte, die, nach Aussage der Hersteller, nicht gestohlen werden konnten. Mit einem der 50 gestohlenen Fahrzeuge, einem Porsche Cayenne, machte sich Mats Rimdahl, erneut als falscher Polizist und mit gefälschter Polizeilegitimation, dann auf den Weg nach Deutschland, wo er die Polizei in Lübeck zu einer Verfolgungsjagd herausforderte und dabei ein Mädchen anfuhr. Als seine wahre Identität festgestellt wurde, wurde Rimdahl in Deutschland zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

9. September 1566: Der schwedische Admiral Klas Horn
9. September 1962: Liza Marklund und die Revolte gegen die herkömmliche Buchlandschaft

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Dienstag, 16. August 2011

Fingerabdrücke als Beweismittel in Schweden

Obwohl seit langem die Bedeutung von Fingerabdrücken bekannt war und die schwedische Polizei seit 1880 überlegte Fingerabdrücke bei der Aufklärung von Verbrechen zu benutzen, dauerte es noch bis 1906, bevor sie begann ein Register mit Fingerabdrücken von Verbrechern anzulegen und erst am 16. August 1912 stellte dann der Oberste Gerichtshof in Malmö fest, dass Fingerabdrücke in Schweden als offizielle Beweismittel gewertet werden konnten. Noch heute ist diese Technik, neben DNA-Beweisen, eines der wichtigsten Hilfsmittel bei der Verbrechensbekämpfung.

Die erste Person, die in Schweden dann im Jahre 1907 mit Hilfe der Fingerabdrücke identifiziert werden konnte, war Frans Oskar Roos, der im Klarasee in Stockholm in einen Plastiksack verpackt aus dem Wasser gezogen wurde. Da die Fingerabdrücke von Roos, wegen seiner früheren kriminellen Aktivitäten, bereits in den Registern zu finden war, so konnte seine Identität mit der damals neuen Technik sehr schnell festgestellt werden.

Allerdings dauerte es dann weitere 17 Jahre bis das erste Urteil in Schweden nur auf Grund von Fingerabdrücken gesprochen wurde. Erst in den 50er Jahren wurde dann auch die Technik entwickelt, in der Fingerabdrücke durch die chemische Ninhydrin-Methode sichtbar gemacht werden konnten, was ein bedeutender Sprung in der Kriminaltechnik war. Heute findet man in den schwedischen Registern rund 200.000 Fingerabdrücke gespeichert, die von jeder Polizeistation zur Beweisführung abgerufen werden können.

16. August 1921: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
16. August 1958: Steve Sem-Sandberg, der Autor der offenen Fragen 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. Juni 2011

EU-Gipfel in Göteborg mit Unruhen

Am 14. Juni 2001 fanden in Göteborg, im Rahmen eines EU-Gipfel-Treffens, die ersten Treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush und europäischen Politikern bereits einen Tag vor Beginn der Verhandlungen statt. Zahlreiche Organisation riefen zu diesem Anlass zu Demonstrationen gegen die Europa-Politik und vor allem die Anwesenheit Bushs auf. Parallel zum EU-Gipfel waren hunderte von Gegenveranstaltungen in Göteborg geplant, die großenteils durch den Einsatz der schwedischen Polizei verhindert wurden.

Bis heute wurden die Ereignisse, die zu den bedeutendsten Unruhen Schwedens gehören, nicht vollständig aufgeklärt, da jede Seite Falschinformationen streute und die Presse ausschließlich die offizielle Version von Polizei und Regierung veröffentlichte. Sicher ist jedoch, dass bis zu 50.000 friedliche Demonstranten von etwa 500 „professionellen“ Unruhestiftern mehrerer Länder begleitet und unterwandert wurden, die auf der Paradestraße Avenyn einen Schaden von mehreren Millionen Kronen verursachten und 53 Polizisten, sowie 90 Demonstranten bei gewaltsamen Ausschreitungen auf beiden Seiten teilweise schwer verletzt wurden.

Während rund ein Prozent gewaltsame Demonstranten Unruhe stifteten, schoss die Polizei erstmals seit den Unruhen in Ådalen im Jahre 1931 wieder auf Demonstranten. Als Beweise der Gefährlichkeit des am schwersten Verletzten legte die Polizei eine Filmmontage vor, die an unterschiedlichen Stellen mit unterschiedlichen Personen gedreht waren, wie der Filmer Jahre später erklärte. Nach Informationen der CIA, die Terroristen und Waffen in zwei Schulen in Göteborg vermutete, durchsuchte die Polizei die beiden Schulen und richtete erhebliche Schäden an, ohne jedoch fündig zu werden. Die schlecht koordinierte Aktion zerstörte dabei jedoch jedes Vertrauen, das die Göteborger Jugend in die Polizei gesetzt hatte.

14. Juni 1874: Das Grand Hotel in Stockholm entsteht
14. Juni 1897: Jan Fridegård, der Autor der modernen Klassik Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. Mai 2011

Die schwedische Polizei wird verstaatlicht

Am 20. Mai 1964 beschloss das schwedische Parlament die Polizei zum 1. Januar 1965 zu verstaatlichen. Bis zu diesem Zeitpunkt war jede Kommune selbst für die Organisation einer Polizei zuständig, was nicht nur dazu führte, dass es 554 verschiedene und unabhängige Einheiten in Schweden gab, sondern auch, dass bei übergreifenden Ereignissen die Staatspolizei oder das Militär zu Hilfe geholt werden musste, da die Einsätze jeder Einheit auf die eigene Kommune beschränkt war.

Mit der Reform, die am 20. Mai 1964 beschlossen wurde, verschwand auch der Säbel, der seit 1840 die Hauptwaffe der schwedischen Polizei war und wurde von Pistole und Schlagstock ersetzt. Bis etwa 1890 lieh sich die Polizei die Säbel vom Militär und erst zur Jahrhundertwende verfügte jeder Polizist über den Polizeisäbel, den man heute nur noch in zahlreichen Museen finden kann.

Am 1. Januar 1965 wurde Schweden in 119 Polizeidistrikte eingeteilt und die Koordination erfolgte ab diesem Zeitpunkt durch das sogenannte Rikspolisstyrelse, die Reichspolizei. Gegenwärtig findet man in Schweden rund 18.000 Polizeibeamte und weitere 8000 Personen, die im zivilen Dienst von der Polizeibehörde angestellt sind.

Der Schlagstock wird in Schweden als Waffe betrachtet und darf daher nur mit Sondergenehmigung und nach einer Prüfung getragen werden.

20. Mai 1948: Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa
20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Mai 2011

Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens

Am 14. Mai 1931, vor genau 80 Jahren, wurden vom schwedischen Militär fünf Personen getötet und fünf weitere verletzt, weil sich die Arbeiter in Ådalen für ihre Rechte einsetzten und mit einer Lohnsenkung nicht einverstanden waren. Die tatsächlichen Geschehnisse wurden bis heute nicht vollständig geklärt, da die Berichte der Arbeiter nicht mit jenen der Unternehmer oder des Militärs übereinstimmen und die Presse ebenfalls sehr unterschiedlich berichtete.

Sicher ist jedoch, dass die Krise der 30er Jahre zu Absatzschwierigkeiten führte, die Arbeiter jedoch nicht mit noch weniger Geld auskommen konnten. Seit Anfang 1930 brodelte bereit ein Konflikt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft wegen Lohnsenkungen, was auch zu mehreren Streiks führte und am 13. Mai 1931 ihren Höhepunkt erreichte und 6000 Arbeiter zu gemeinsamen Aktionen zusammenführte.

Da die Unternehmen, trotz der Streiks, ihre Aktivitäten aufrecht halten wollten, stellten sie Studenten und professionelle Streikbrecher für die notwendigen Arbeiten ein, was teilweise zu sehr gewaltsamen Ausschreitungen führte. Da es in Schweden damals noch keine nationale Polizei gab, durften die zu Hilfe gerufenen Beamten nicht eingreifen und die Lokalregierung bat um Hilfe des Militärs. Während einer abschließenden Demonstration glaubten einige Soldaten Waffen in den Händen der Demonstranten zu sehen und Schüsse zu hören. Sie eröffneten daher selbst das Feuer und töteten vier Demonstranten und einen Zuschauer.

Dieses Ereignis in Ådalen, das als reiner Arbeitskampf begann und von dem die linken Parteien Schwedens noch heute sprechen, hatte vor allem zwei Wirkungen auf die schwedische Geschichte. Zum einen richtete sich eine starke Kritik gegen das militärische Eingreifen und das Volk forderte, dass sich Schüsse von Militärs auf Streikende nie mehr wiederholen dürfen. Zum anderen wurde nach dem Ereignis die Diskussion über eine nationale Polizei eingeleitet, die dann bereits 1933 gegründet wurde und das Militär bei Aufruhr ersetzte.

14. Mai 1959: Schweden führt die allgemeine Zusatzpension ATP ein
14. Mai 1981: Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Donnerstag, 17. März 2011

Weibliche Polizei in Schweden

Am 17. März 1908 stellte die Polizei in Stockholm die ersten drei Frauen an, wobei diese ersten drei schwedischen „Polizistinnen“ natürlich nicht die gleichen Arbeitsaufgaben hatten wie Männer, sondern sich vor allem um Frauen und Kinder kümmern sollten, die von den männlichen Polizisten zum Revier gebracht wurden. Diese ersten „Polizistinnen“ waren mehr Sozialarbeiter als Polizeibeamte und wurden daher auch Polizeischwestern genannt.

Im Jahre 1943 waren es dann bereits 26 sogenannte Polizeischwestern, die innerhalb der schwedischen Polizei tätig waren, was, verglichen mit den 6200 Polizisten des Landes, jedoch eine sehr geringe Zahl war und sich nur auf die größeren Städte erstreckte. Und es dauerte weitere sechs Jahre, bis Frauen auch Zugang zur Grundausbildung der Polizei hatten. Bis dahin war die Mehrheit unter ihnen als Krankenschwestern ausgebildet.

Zu Beginn wurde allerdings die weibliche, ausgebildete Polizei nur für interne Arbeiten eingesetzt, bis im Jahre 1957 die ersten Frauen in Stockholm auch dazu ausgebildet wurden auf Streife zu gehen und auch eine Uniform tragen durften. Erst am 20. Januar 1958 wurde dann die erste Frau tatssächlich im regulären Dienst der schwedischen Polizei eingesetzt.

Die Reaktion von unterschiedlichen Seiten ließ jedoch nicht auf sich warten, da Frauen als zu schwach und zu gefährdet für diesen Dienst angesehen wurden. Stockholm entschied sich daher keine Frauen mehr zum Streifendienst auszubilden.

Im Jahre 1965 begann man dann, als die Polizei staatlich neu organisiert wurde, erneut über Frauen im Polizeidienst zu diskutieren, was dazu führte, dass ab 1969 Frauen wieder intern Dienst bei der Polizei leisten konnten, jedoch keine Uniformen mehr tragen durften, was dann von zwei Frauen vor Gericht gebracht wurde.

Nachdem die beiden Frauen vor Gericht ihr Recht auf das Tragen von Polizeiuniformen durchsetzen konnten, hob die Reichspolizei 1971 auch die Bestimmung auf, dass Frauen nur interne Aufgaben übernehmen durften. Seit dieser Zeit sind nun weibliche und männliche Polizisten in Schweden gleich gestellt.

17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur 

Copyright: Herbert Kårlin