Donnerstag, 28. April 2011

Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen

Am 28. April 1938 wurden in schwedischen Gefängnissen dunkle Zellen und die Prygel (körperliche Strafe) abgeschafft, was als eine der bedeutendsten Reformen des Strafvollzugs des 20. Jahrhunderts in Schweden bezeichnet werden kann. Erstaunlich bei diesem Gesetz war vor allem, dass die körperliche Strafe des alten schwedischen Zivilrechts bereits im Jahre 1855 abgeschafft wurde, was sich jedoch nicht auf Strafgefangene in Gefängnissen ausdehnte.

Vita Gaveln, ehemaliges Frauengefängnis in Göteborg

Das erste offizielle Gefängnis Schwedens entstand 1624 in einem früheren Kloster auf Gråmunkeholmen in Stockholm. Im dortigen Tukthus wurden Bettler und „arbeitsscheues Gesindel“ untergebracht und im Barnhuset elternlose Kinder, die wie Zwangseigene von Joachim Firbrandt behandelt wurden. Die dort Gefangenen mussten vor allem in der Spinnerei, der Schmiede, der Weberei und der Seilherstellung arbeiten. Die Gefangenen erhielten dafür ihr Essen, jedoch keinerlei Lohn. Der gesamte Gewinn ging an Joachim Firbrandt.

Die härteste Zeit für Gefangene jeder Art kam jedoch mit einem Gesetz von 1653, in dem es hieß, dass Gefangene (selbst bei Mundraub) „slås i järn och arbeta för sitt brott“, also an Eisenketten festgemacht wurden und für ihre Taten viele Jahre arbeiten mussten. Die Arbeitstage begannen oft morgens um vier Uhr und endeten am Abend um zehn Uhr, außer am Sonntag. Die gefürchtetste Strafe in dieser Epoche war zur Carlstens Fästning nach Marstrand geschickt zu werden, einer Festung, in der viele Gefangene die harte Arbeit nicht überlebten.

28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst

Copyright: Herbert Kårlin

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