Freitag, 7. Oktober 2016

Die Fattighusån als Kampf gegen stinkende Kanäle

Als König Gustav II. Adolf 1621 die Stadt Göteborg gründete, hatte er sich dabei für ein Kanalsystem nach holländischem Muster entschieden, denn die Lage der Stadt war aus strategischen Gründen gewählt worden, obwohl man an dieser Stelle Lehm und Schlamm fand, eine Trockenlegung also die Basis für den Bau Göteborgs war. Als die Bauherren dann den Vorschlag machten diesen Kanalsystem mit Hilfe eines weiteren Kanals, der mit einem Fluss verbunden sein sollte, mit Frischwasser zu versorgen, da das Wasser der Kanäle nicht nur zur Zubereitung von Essen und zum Waschen benutzt werden sollte, sondern auch ständig von Schiffen befahren wurde und dort auch der Abfall Göteborgs landete, weigerte sich der König, da die Staatskasse die Kriege finanzieren sollte und nicht den Luxus von Frischwasser.

Erst 1639, nach dem Tode des Königs, konnte die Diskussion über einen Kanal, der die Mölndalån, einen schiffbaren Fluss, über einen Kanal mit dem Stora Hamnkanalen und dem Wallgraben verbinden sollte, neu aufgenommen werden und ein Jahr später begann die Arbeit am 640 Meter langen Fattighusån, dem Kanal, der damals allerdings noch Gullbergs Kanal hieß. Auch wenn der Zufuhr an Frischwasser eher ein sehr beschränktes Ergebnis brachte, so stellte sich die Idee sehr bald als vorteilhaft heraus, denn dadurch war Göteborg über einen Wasserweg auch direkt mit dem Hinterland verbunden.

Als der Fattighusån am 7. Okober 1641 fertiggestellt war und eingeweiht wurde, sollten die Bewohner Göteborgs auch das Trinkwasser an diesem Kanal holen, was sich jedoch bereits im folgenden Jahrhundert als unsinnig erwies, denn entlang des Kanals entstand eine Bekleidungsindustrie mit Gerbern, was dazu führte, dass dieses Wasser ungenießbar wurde und den Bau einer Wasserleitung von einer Quelle außerhalb Göteborgs zum Zentrum nötig machte. Der Name Fattighusån für den Kanal entstand erst nach 1767, als am Kanal in einer früheren Kleidungsfabrik ein Armenhaus (fattighus) eingerichtet wurde. Ein Teil dieser Gebäude, inklusive der Kirche für die Armen, ist bis heute erhalten geblieben.


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Copyright: Herbert Kårlin

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