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Samstag, 16. Februar 2019

Die Schriftstellerin Eva von Zweigbergk

Eva von Zweigbergk kam am 16. Februar 1906 als Tochter eines Chefredakteurs und einer Journalistin als Eva Alkman in Göteborg zur Welt und begann nach einer kürzeren Ausbildung an der Kunsthochschule Valand und einem Studium in Kunstgeschichte und Englisch an der Universität Uppsala 1929 bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, der Zeitung, der sie bis 1969 treu bleiben sollte. Von Zweigbergk arbeitete die ersten Jahre insbesondere als Kritikerin von Kinder- und Jugendbüchern, schrieb über Kunstgeschichte und arbeitete zudem als Übersetzerin, bevor sie in den 40er Jahren selbst die ersten Kinderbücher veröffentlichte.

Die ersten Jahre ihres Berufslebens waren für Eva von Zweigbergk auch von privaten Problemen begleitet, da sie sich in der Ehe mit Einar Malm nicht zufrieden fühlte und ihr Liebhaber Vilhelm Moberg lediglich eine stabile Affäre suchte, sich jedoch nicht von seiner Frau scheiden lassen wollte. Von Zweigbergk ließ sich nach der einjährigen Affäre jedoch scheiden und fand mit der nächsten Ehe mit einem Rechtsanwalt die Stabilität um sich auch für die Rechte der Frau im Journalismus einzusetzen, wobei die Journalistin 1937 auch Chefredakteur für die neu eingeführter Frauenseiten der Dagens Nyheter wurde.

Ab den 40er Jahren begann Eva von Zweigbergk auch mehr und mehr als Kulturjournalistin zu arbeiten und begann eigene Kinderbücher zu schreiben, angefangen von Bilderbüchern, die bekannte Illustratoren bebilderten, bis zu Anthologien und Jugendromanen. Die bedeutendste Leistung der Schriftstellerin wurde 1965 dann die erste Geschichte des Kinderbuches in Schweden, das die Zeitspanne von 1750 bis 1950 umfasste. Die Kinder- und Jugendbücher der Autorin zeigen auch deutlich den Übergang von den traditionellen Werken, die immer eine Art gesellschaftliche Lehre beinhalteten zur moderneren Literatur, da die Werke  von Zweigbergks in der Stadt, im Arbeitsleben und anderen Umgebungen spielen, die in der älteren Kinderliteratur Schwedens nicht beachtet wurden.  Eva von Zweigbergk starb am 15. Februar 1984 in Stockholm.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
16. Februar 1944: Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Wörterbuch Deutsch-Schwedisch

Sonntag, 15. April 2018

Der Musiker und Kunstkritiker Ulf Linde

Ulf Linde kam am 15. April 1929 als Sohn eines Ingenieurs in Stockholm zur Welt und entschied sich nach seiner Hochschulreife für die Karriere als Jazzmusiker. Zu Beginn der 50er Jahre spielte er, unter anderem mit Musikern wie Arne Domnérus und Putte Wickman. Gleichzeitig begann Linde jedoch auch ein Studium an der Universität Stockholm, wo er erst ein Chemiestudium begann, dann jedoch Philosophie, Ethnographie und Kunstgeschichte wählte. Parallel hierzu ging dann seine berufliche Karriere als Musiker immer mehr Richtung Kunst über.

Ab 1952 begann Ulf Linde Kunstkritiken in den Dagens Nyhetern zu schreiben, was nur vier Jahre später zu einer festen Zusammenarbeit führte, da sich Linde bei seinen Kritiken von den herkömmlichen Werten eines Kunstkritikers entfernte und die Kritik in eine eigene literarische Kunstform verwandelte, aber auch den Betrachter eines Werkes zu einer Art „Zusammenarbeit“ aufforderte. Erst als Linde 1968 an der Kunsthochschule eine Professur in theoretischer Kunst erhielt, endete seine Tätigkeit bei den Dagens Nyheter.

Nachdem Ulf Linde zwischen 1973 und 1976 bereits Intendant des Moderna Museet in Stockholm war, wurde er 1977 Direktor der Thielska Gallerie, eine Aufgabe, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997 behielt. Im gleichen Jahr wurde Ulf Linde, der am 12. Oktober 213 in Stockholm starb, auch in die Svenska Akademien gewählt und nahm, nach Eyvind Johnson, auf dem Stuhl Nummer 11 Platz. Diesen Stuhl verdankte Linde insbesondere seinen Kunstkritiken, obwohl zu jener Zeit der Umfang und die Reichweite seiner Arbeiten nicht bekannt war, da die Arbeiten Lindes weit verteilt waren und erst später in gesammelter Form vorgelegt wurden.

15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
15. April 1992: Die schwedische Sängerin Amy Diamond
15. April 2003: Karin Fryxell und die Sagenwelt des Värmland

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. August 2016

Die Schriftstellerin und Journalistin Elin Brandell

Elin Brandell, geborene Henriques, wurde am 14. August 1882 als Tochter eines Professors in Norrköping geboren, wuchs jedoch in Stockholm auf. Als Brandell 1906 ihr Studium an der Universität Uppsala mit einer Kandidatur in Philosophie beendete, begann sie bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, einer Tageszeitung, der sie 31 Jahre lang treu blieb und der sie teilweise auch ein neues Gesicht gab. Brandell zeichnete ihre Artikel, die vor allem aktuelle Tagesthemen betrafen, mit der Signatur Regan. Als Journalistin zeichnete sich Brandell dadurch aus, dass sie bei diesen Themen nie eine politische Stellung einnahm, sonder immer sachlich blieb, was ihr auch eine treue Leserschaft einbrachte.

Nach ihren Beiträgen im Lördagsklubben Histan, in dem eine fiktive Frauengruppe Tagesthemen, unter anderem das Wahlrecht für Frauen, diskutiert, begab sich Elin Brandell in die politische Szene, wenn auch erneut ohne politisch einzugreifen. Brandell besuchte den Reichstag und karikierte auf literarische Weise die verschiedenen Politiker, die sie sehr genau beobachtete. Die Journalistin schrieb über das Verhalten der Politiker, ihr Aussehen und ihr Engagement. Für Brandell zählte nur die Person und ihr Verhalten auf der politischen Tribüne, ein Zug, der der Dagens Nyheter sehr viele Leser brachte und Politiker in die Hoffnung versetzte von Brandell bemerkt zu werden.

Elin Brandell, die zur sogenannten Ligan gehörte, der Gruppe an Journalistinnen wie Elin Wägner, Ester Blenda Nordström und Gerda Marcus, war eine der wenigen Frauen jener Zeit, die nicht auf die weiblichen Spalten einer Zeitung verwiesen wurde, auch wenn gerade sie 1924 vermutlich eine Sonntagsbeilage für Frauen bei den Dagens Nyheter durchsetzte, obwohl sie sich persönlich wenig für Haushalt interessierte. Brandell hatte jedoch erkannt, dass diese Beilage der Zeitung eine größere Leserschicht bringen konnte, was sich unmittelbar bestätigte, denn diese Beilage wurde zur beliebtesten Sonntagsbeilage der weiblichen Leser der Zeitung.


14. August 1790: Der Frieden von Värälä und der schwedisch-russischen Krieg
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
14. August 1904: Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma
14. August 1914: Stieg Trenter und der Kriminalroman mit Stockholmer Milieu
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman
14. August 1919: Der schwedische Künstler Gösta Sandels

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 5. April 2016

Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien

Sara Danius wurde am 5. April 1962 als Tochter des Lehrers und Schriftstellers Lars Danius in Täby bei Stockholm geboren und studierte an der Universität Stockholm Literatur und Philosophie. Nach ihrer Kandidatur in Philosophie im Jahre 1986 erwarb sie an der Universität Nottingham den Master of Arts, 1997 legte sie an der Duke University ihren Doktor in Philosophie ab und 1999 folgte die Disputation im gleichen Fach an der Universität Uppsala. 2008 wurde Sara Danius als Professor in Ästhetik an die Södertörns Hochschule berufen, um jedoch 2013 als Professor in Literaturwissenschaft an die Universität Stockholm zurückzukehren.

Sara Danius beleuchtet in ihren literarischen Arbeiten vor allem das Verhältnis zwischen Litteratur und Gesellschaft, was erklärt, warum sie sich insbesondere mit Autoren wie Marcel Proust, Gustave Flaubert, James Joyce oder Thomas Mann auseinandersetzt um einige der Werke dieser Autoren in einen neuen, in einen von der bisherigen Lehre abweichenden Kontext setzt und damit der Literaturwissenschaft neue Denkanstöße bietet. Von Beginn an versuchte Danius die als klassisch betrachteten Autoren in die Denkweise der modernen Welt zu setzen, was natürlich nicht von allen Literaturwissenschaftlern geschätzt wird, da Danius damit herkömmliche Regeln der Literatur bricht.

Diese Modernisierung der Literaturwissenschaft brachte Sara Danius Aufsehen und eine bedeutende Aufmerksamkeit in der Presse, obwohl sie mit ihren Werken kaum die Masse anspricht, wenngleich die Literaturwissenschaftlerin den Lesern der Dagens Nyheter auch als Literaturkritikerin bekannt ist. Bereits 2010 wurde Danius in die Königliche Vitterhetsakadmien gewählt und 2013 wurde sie, nach dem Tod des Schriftstellers Knut Ahnlund, auch als sein Nachfolger in die Svenska Akademien gewählt. Als dann Peter Englund als ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie zurücktrat, übernahm Sara Danius als erste Frau das Amt Englunds und brach damit eine rund 200-jährige Tradition der Einrichtung.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Januar 2016

Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Alving

Als Barbro Alving, vor allem bekannt unter ihrer Signatur Bang, am 22. Januar 1987 im Alter von 78 Jahren in Stockholm starb, ging sie gewissermaßen als Legende in die schwedische Geschichte ein, den es gab nur wenige Punkte in denen die Journalistin und Schriftstellerin nicht gegen die damaligen Normen verstieß und damit für viele Schweden, insbesondere für Frauen, ein Vorbild wurde, auch wenn nur wenige unter den Frauen auch in die Fußstapfen Bangs traten.

Barbro Alving war am 12. Januar 1909 als Sohn eines Lektors und einer Schriftstellerin in Uppsala zur Welt gekommen und begann 1928 als Journalistin für das Stockholms Dagblad zu arbeiten, wurde anschließend Reaktionssekretärin bei Idun und kam 1934 schließlich zu den Dagens Nyheter. Bei den Dagens Nyheter wurde Alving, die um diese Zeit bereits fast ausschließlich als Bang bekannt war, Reporterin und die erste weibliche Auslandskorrespondentin Schwedens. Alving berichtete von den Olympischen Spielen in Berlin, dem spanischen Bürgerkrieg unter Franco, dem finnischen Winterkrieg, dem sowjetischen Überfall in Ungarn und vielen anderen geschichtlichen Ereignissen in der ganzen Welt, und dies in einer im Verhältnis leicht zu lesenden Sprache. Aus diesem Grund ist Barbro Alving auch mehr als Journalistin bekannt als als Schriftstellerin, obwohl sie auch mehrere Bücher herausgab.

Der Einfluss von Barbro Alving ging jedoch weit über die journalistische Aktivität hinaus, denn 1938 bekam sie, mit dem Zeichner Birger Lundquist, eine Tochter, ohne dass Alving jedoch je an eine Heirat dachte. Als die Tochter, genannt Ruffa, ein Jahr alt war, bildete die Journalistin mit Anna Sjöcrona eine Familie, was dazu führte, dass vor allem
Sjöcrona für die Erziehung verantwortlich war, da Alving nahezu ständig unterwegs war. In den 50er Jahren kämpfte Alving, eine überzeugte Pazifistin, die auch zum katholischen Glauben übertrat, gegen den schwedischen Kauf von Kernwaffen und 1955 verweigerte sie die pflichtgemäße Teilnahme an Übungen des Zivilschutzes, was ihr einen Monat Gefängnis einbrachte. 1959 verließ die Journalistin die Dagens Nyheter, da der neue Chefredakteur ihre politische Meinung zu Kernwaffen und dem Atlantikpakt nicht teilte und begann für das Vecko-Journalen zu arbeiten. Barbro Alving war sehr stark von der Feministin Elin Wägner beeinflusst über die sie auch eine Biographie zusammenstellte.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. November 2015

Der Schauspieler, Zeichner und Liedertextschreiber Johan Jolin

Als Johan Jolin am 13. November 1884 auf Lidingö starb, hatte er eine Karriere als Schauspieler, Zeichner, Schriftsteller, Autor von Textbüchern und Schreiber von Liedertexten hinter sich, aber dennoch nie im Beruf arbeiten können, der am besten zu ihm gepasst hätte, denn das Kabarett und die Stand-up-Comedy gab es um diese Zeit noch nicht und Komiker wie Jolin mussten sich daher andere Ausdrucksmöglichkeiten suchen, insbesondere das leichtere Theater.

Johan Jolin war am 28. Dezember 1818 als Sohn eines Hausmeisters in Stockholm zur Welt gekommen, wobei sich seine humoristische Ader bereits während des Studiums an der Universität Uppsala bemerkbar machte, da er sich dort weniger um seine Studien kümmerte, dafür eine bekannte Figur im amüsanten Leber der Studenten war, da er spontan reimen konnte und bei studentischen Schauspielen Zeitgeschehen und Humor auf ideale Weise vereinte. Dies war auch der Grund warum er, unter anderen, von Erik Gustaf Geijer, Carl Jonas Love Almqvist und Lars Johan Hierta ermuntert wurde in diesem Stil fortzusetzen.

Unmittelbar nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1845 begann Johan Jolin am Königlichen Theater zu arbeiten, wobei es ihm gelang die Geschäftsführer davon zu überzeugen nicht nur sein eigenes Stück En komedi vorzuführen, sondern auch noch den bekannteste Schauspieler, Axel Wapensköld, für die Hauptrolle zu erhalten. Allerdings hatte er sich selbst die interessanteste Rolle vorbehalten, denn trotz Nebenrolle konnte er hier die Rollen mehrerer verschiedenen Figuren übernehmen, was ihm die Zukunft als Schauspieler garantierte, denn immerhin blieb Jolin dann 20 Jahre lang dem Königlichen Theater verbunden und er stieg bis zum Leiter der Schauspielschule auf. Als sich Jolin dann vom Theater zurückzog, widmete er sich ganz der erst humoristischen Literatur, später dem Roman. Auch wenn diese Romane sogar als Feuilleton in den Dagens Nyheter und im Aftonbladet veröffentlicht wurden, so geschah dies mehr auf Grund seines Namens als der literarischen Leistung, denn der Nachteil von Jo Jo, wie er zahlreiche Publikationen zeichnete, war, dass er sich nie längere Zeit konzentrieren konnte und daher oft den Faden verlor.


13. November 1748: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule
13. November 1782: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
13. November 1872: Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes
13. November 1918: Werner Aspenström und die Poesie der 40er Jahre
13. November 1931: Der Vatertag in Schweden
13. November 1951: Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 23. Januar 2015

Das Vermächtnis von Jeanette Bonnier

Jeanette Bonnier wurde am 23. Januar 1934 als Tochter des Buchverlegers Albert Bonnier in Stockholm geboren und besitzt ein Zehntel des Gesamtkapitals des Bonnierkonzerns. Die mittlerweile 80-Jährige ist nicht nur eine der reichsten Personen Schwedens, sondern verfügt bis heute über eine ungemeine Macht, da sie als Vorstandsmitglied der Dagens Nyheter, des Expressen und der Svensk Filmindustri das schwedische Denken maßgeblich beeinflussen kann, obwohl Jeanette Bonnier kaum in der Öffentlichkeit auftaucht.

Jeanette Bonnier begann nach ihrer schulischen Ausbildung im Jahre 1952 als Journalistin beim Expressen zu arbeiten um einige Jahre später Reporterin beim Veckojournalen und anschließend beim Bildjournalen zu werden. Einige Jahre lang besaß die kunstinteressierte Bonnier auch eine erfolgreiche Kunstgalerie in New York, ohne jedoch die journalistische Arbeit ganz aufzugeben. Eine Wende in ihrem Leben kam als die einzige Tochter Maria aus der zweiten Ehe 1985 im Alter von 20 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam.

Nach dem Tod der Tochter gründete Jeanette Bonnier die Maria Bonnier Dahlins Stiftung, die wiederum an Erinnerung der Tochter 2006 die Bonnier Kunsthalle in Stockholm errichten ließ. Sowohl die Stiftung als auch die Kunsthalle hat das Ziel jungen schwedischen Künstlern bei ihrer Entwicklung zu helfen. Journalisten der Dagens Nyheter erzählte Bonnier im Jahre 2014, dass ihre nahen Verwanden der Familie Bonnier auf keinen Fall ihren Anteil am Unternehmen erben werden, sondern sie eine Stiftung damit einrichtet die allein mit den Zinsen des Kapitals Künstler, Forscher und verfolgte Journalisten unterstützen wird.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden
23. Januar 1785: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets 
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 23. Dezember 2013

Die Tageszeitung Dagens Nyheter

Nachdem Rudolf Wall sich beim Aftonbladet und der Göteborgs Handels- och Sjöfarts Tidning langsam hochgearbeitet hatte, entschied er sich im Jahre 1864 eine eigene Tageszeitung zu gründen, der er den Namen Dagens Nyheter gab. Die erste Nummer der Zeitung erschien nur einen Tag vor dem Heiligen Abend, am 23. Dezember 1864. Das Ziel des Verlegers war dabei eine Zeitung zu schaffen, die alle Schweden ohne Probleme lesen können und so interessant wie möglich sein sollte. Gleichzeitig sollten auch alle bedeutenden Fragen Schwedens auf neutrale Weise behandelt werden.

Diese Freiheit konnte Rudolf Wall jedoch nur bis 1888 uneingeschränkt ausüben, denn in diesem Jahr erwarb Albert Bonnier seine ersten Aktien an der Zeitung und 1909 hatte Karl Otto Bonnier die absolute Mehrheit der Aktien in seiner Hand und konnte daher den Inhalt der Dagens Nyheter beeinflussen. Bonnier wollte zwar das Prinzip des Gründers in großen Linien beibehalten, jedoch daraus eine Zeitung für die schwedische Hauptstadt machen, die das politische Geschehen des Landes beeinflussen kann.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich die Dagens Nyheter zu einer Zeitung der massiven Meinungsbildung entwickelt, die mehr als einmal das politische Geschehen Schwedens beeinflusste. Das Gewicht der Dagens Nyheter war nicht nur Sensationen auszugraben und Affären aufzudecken, sondern das Ziel war einzigartige Reportagearbeit zu bieten. Auf diese Weise waren auch die anderen Zeitungen Schwedens regelmäßig dazu gezwungen auf Artikel der Dagens Nyheter zu verweisen. Seit Mitte der 90er Jahre verlieren die Dagens Nyheter diese Rolle immer mehr, da ihr Konkurrenten wie das Svenska Dagbladet und die Göteborgs-Posten, aber auch Internet, zu schaffen machen. Die Einsparungen unter den Journalisten lässt dabei auch die Qualität sinken.


23. Dezember 1943: Silvia Renate Sommerlalth wird in Schweden Königin 
23. Dezember 1980: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. April 2012

LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg

Am 2. April 1957 gründeten SAS, Dagens Nyheter und die Stockholmstidningen gemeinsam die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg, kurz LIN genannt. Die Maschinen der Gesellschaft sollten nachts vor allem Zeitungen und Post transportieren und am Tag dann Passagiere befördern. Linjeflyg verband zu Beginn elf schwedische Städte, wobei die gleichen Maschinen, allerdings unter dem Namen SAS, auch nach Kopenhagen flogen.

Im Laufe der Jahre flog Linjeflyg, die seinen Standort in Stockholm-Bromma hatte, dann 37 schwedische Flughäfen an und unter dem Namen SAS zusätzlich Kopenhagen und Oslo. Als die Gesellschaft LIN dann am 1. Januar 1993 innerhalb von SAS (Scandinavian Airlines System) aufging, hatte sich Linjeflyg zur größten Fluggesellschaft Schwedens im Inlandsflug entwickelt und war in ganz Skandinavien zu einem festen Begriff geworden.

Dennoch begannen bereits im Jahre 1990 Probleme für Linjeflyg, als SAS seinen Anteil an den Transportunternehmer Bilspedition verkauft hatte, denn in dieser Zeit plante LIN mit der norwegischen Gesellschaft Braathens und der dänischen Firma Maersk zu fusionieren und eine schwedische Billigfluggesellschaft aus LIN zu machen, was eine direkte Konkurrenz zu SAS bedeutete. Um das Monopol im skandinavischen Luftraum zu behalten, kaufte daher SAS im Jahre 1992 die gesamte Gesellschaft auf und gliederte sie in die Scandinavian Airlines System ein.


2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 10. März 2012

Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens

Am 10. März 1911 wurde Olof Lagercrantz in der schwedischen Hauptstadt Stockholm geboren, ein Schriftsteller, der weniger wegen seiner eigenen lyrischen Werke bekannt wurde, sondern vielmehr als langjähriger Chefredakteur der Tageszeitung Dagens Nyheter und noch mehr als der gefürchtetste Literaturkritiker des Landes, der das literarische Wirken Schwedens der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts maßgeblich beeinflusste.

Olof Lagercrantz war, trotz seiner bürgerlichen Herkunft, ein Vertreter der radikalen linken Bewegung Schwedens ohne jede Kompromisse. Der Autor verdammte jede Fernsehreklame und verglich sie mit einem Konzentrationslager, er verurteilte jede Art von Religion und sah die Bibel als Werk des Teufels und er forderte die sexuelle Freiheit, was ihm den Ruf einbrachte, dass er Schweden zu einem pornografischen Land machen wolle. Es war daher kaum verwunderlich, dass sich Olof Lagercrantz mehr Feinde als Freunde schaffte.

Als Literaturkritiker von Dagens Nyheter entwickelte sich Olof Lagercrantz zu einer Person, die nahezu autoritär über die Entwicklung der Literatur Schwedens entschied. Er konnte jungen, unbekannten Autoren zu einem Bestseller verhelfen oder sie in die tiefste Verzweiflung stürzen, da seine Kritiken von seinen eigenen Werten ausgingen und weit jenseits jeder Objektivität zu suchen waren. Lars Gyllensten der Svenska Akademien machte Olof Lagercrantz deswegen auch für den Selbstmord von Harry Martinson verantwortlich, da er die Leistungen des Autors über alle Massen banalisierte.

10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. August 2011

Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter

Am 20. August 1893 starb Axel Rudolf Mauritz Wall, der Gründer der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter, der ersten Morgenzeitung, die je in Schweden erschien. Dagens Nyheter ist noch heute die größte Morgenzeitung Schwedens und ist mittlerweile vollständig im Besitz und der Leitung des Großkonzerns Bonnier AB und gilt als die schwedische Zeitung, die am meisten Einfluss auf die politische Meinung der Bürger Schwedens ausübt.

Axel Mauritz Wall, war 1864 nicht nur der Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Dagens Nyheter, sondern war auch nach 1874, als das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft verwandelt wurde, weiterhin Vorstand des Unternehmens und gab die Leitung erst mit seinem Tode ab. Dagens Nyheter bezeichnet sich selbst als liberal neutral und kritisiert sowohl rechte als auch linke Politik, was jedoch auch eine gewisse Manipulation der Leser fördert.

Das Leben von Axel Mauritz Wall hatte seine Höhepunkte und Tiefpunkte, da er in einfachen Verhältnissen aufwuchs und sich in jeder Stufe seines Lebens erneut hocharbeiten musste. Erst entwickelte er sich vom Bürojungen zum Leiter einer Druckerei, was ihm auch die Bürgerschaft in Stockholm einbrachte. Sein nächstes Unternehmen als Händler von Branntwein ging in Konkurs und schließlich arbeitete er sich erneut vom einfachen Journalist bis zum Gründer der Dagens Nyheter hoch. Seine journalistische Karriere drückte sich von Beginn an durch ein starkes politisches Engagement aus, das die Dagens Nyheter noch heute prägt.

20. August 1843: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
20. August 1904: Gustav Sandgren, vom Industriearbeiter zum Literat 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. März 2011

Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden

Am 5. März 1922 entschloss sich der Sportklub IFK Mora den ersten Vasalauf, oft auch Wasalauf geschrieben, (Vasaloppet) zu veranstalten, nachdem die Presse bereits seit rund einem Monat über einen Skilauf zwischen Sälen und Mora diskutiert hatte.

Briefmarke nach Fotos von Nisse Schmidt und Ulf Pal, Graphiker: Henrik Karlsson, Graveur: Lars Sjööblom

Die ursprüngliche Idee kam von Anders Pers, der am 10. Februar 1922 einen Artikel in der Vestmanslands Läns Tidning veröffentlichte und dabei an Gustav Eriksson Vasas, dem späteren König Gustav Vasa, Flucht auf Skiern im Jahre 1520 erinnerte. Mit einem Skirennen sollte man die Erinnerung an den königlichen Freiheitskämpfer aufrecht halten.

Die Tageszeitung Dagens Nyheter war von der Idee so begeistert, dass der geplante Skilauf am nächsten Tag nicht nur groß präsentiert wurde, sondern der Artikel führte auch dazu, dass die Stockholmer Zeitung 1000 Kronen für den nur als Idee existierenden Plan spendete.

Durch dieses Echo entschloss sich dann der IFK Mora tatsächlich einen Vasalauf zu veranstalten, der bereits am 19. März des gleichen Jahres stattfinden sollte. Trotz der kurzen Frist meldeten sich 136 Skiläufer zu diesem ersten Vasaloppet an, wovon 119 dann auch tatsächlich an den Start gingen. Der Sieger, Ernst Alm, brauchte sieben Stunden, 32 Minuten und 49 Sekunden für die 90 Kilometer lange Strecke.

Heute ist der Vasalauf, der jeweils am ersten Sonntag im März veranstaltet wird, nicht nur eine Woche mit mehreren sportlichen Ereignissen, sondern auch eines der bedeutendsten Volksfeste Schwedens, das den Händlern der Umgebung einen Umsatz von rund 140 Millionen Kronen beschert. Am Ziel in Mora findet an diesem Tag ein gigantiches Volksfest statt dessen Ausmaß man nur verstehen kann wenn man einmal in seinem Leben an diesem Tag in Mora war.

5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios 

Copyright: Herbert Kårlin - Briefmarke: Schwedische Post