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Sonntag, 7. April 2019

Das Konzerthaus in Stockholm

Das Konzerthaus in Stockholm war eines der ersten Gebäude Schwedens, das konkret für Orchestermusik gebaut wurde, also nicht mehr mehrere Funktionen gleichzeitig hatte. Zum anderen handelt es sich dabei um eines der bedeutendsten Gebäude Schwedens, das im Klassizismus der 20er Jahre erbaut wurde. Für die Formgebung des Konzerthauses wurden mehrere Künstler der Epoche beschäftigt, wobei der Bau so einzigartig wurde, dass er heute den Marktplatz Hötorget geradezu dominiert und den Blick auf sich zieht. Eingeweiht wurde das Konzerthaus in Stockholm am 7. April 1926.

Ab dem Jahr 1926 werden im Konzerthaus in Stockholm auch die Nobelpreise in Medizin, Physik, Chemie und Literatur ausgeteilt, seit 2004 der Polar Music Prize, seit 2008 der Augustpreis und seit 2010 auch der Literaturpreis zur Erinnerung an Astrid Lindgren. Diese Ereignisse zeigen, welche Bedeutung dieses Gebäude im kulturellen Leben Stockholms seit seiner Gründung übernommen hat und welches architektonische Denkmal sich der Architekt Ivar Tengbom mit dem Konzerthaus geschaffen hat, das schon heute alle Voraussetzungen für den Denkmalschutz erfüllt.

Der Gedanke zum Bau einer Konzerthalle tauchte in Stockholm bereits gegen 1860 auf, aber zur Realisierung der Idee fanden sich mehrere Hürden, zum einen die Platzfrage, zum anderen die Finanzierung, so dass der erste Bauplan des Architekten Johan Fredrik Åbom nie verwirklicht wurde und die Vorführungen der Symphonie Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die alte Gasglocke gelegt wurden, was akustisch nicht unbedingt eine ideale Lösung war. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs hatte man den idealen Platz für das Konzerthaus gefunden, auch wenn man für den Bau des Konzerthauses erst einmal Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert abreißen musste. Die Finanzierung wurde dann durch private Spenden und eine bedeutende Donation von Rosa Nachmanson geklärt, die der Stadt ein Vermögen für kulturelle Zwecke hinterlassen hatte.


7. April 1651: Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson
7. April 1859: Der Künstler Johan Axel Gustaf Acke
7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Mai 2017

Der schwedische Architekt Ragnar Hjorth

Ragnar Hjorth kam am 2. Mai 1887 als Sohn eines Pädagogen und Schulreformators in Stockholm zur Welt und studierte erst an der Tekniska Högskolen bevor er sich 1912 an der Kunstakademie einschrieb um zwei Jahre später sein Examen als Architekt abzulegen. Zwischen 1917 und 1921 war Hjorth mehrmals Lehrer für Geschichte der Architektur an der Kunsthochschule, parallel zu seiner Anstellung im schwedischen Bauamt. In diesem Zusammenhang wurde Hjorth auch ein Reisestipendium verliehen, das ihm 1921 eine einjährige Studienreise nach Frankreich, England und Italien ermöglichte.

Auch wenn Ragnar Hjorth während seiner Studienzeit zu einem Spezialisten in Jugendstil und der Nationalromantik ausgebildet wurde, sollte der Architekt weder in seiner staatlichen Aufgabe, noch als Privatarchitekt, je ein Gebäude in diesen beiden Stilen bauen, sondern sich während der erste Jahre dem Klassizismus widmete um dann in den 30er Jahren zu offenen Flächen und dem Funktionalismus zu finden, also ein Vorreiter der modernen Architektur Schwedens zu werden. Den neoklassischen Stil Hjorths findet man insbesondere im Gebäude der Nobelstiftung in Stockholm und den Übergang zum Funktionalismus dann beim Technischen Museum.

Mit der Zeit erhielt Ragnar Hjorth, der bis zu seiner Pensionierung im Bauamt arbeitete und seit 1927 auch als Schlossarchitekt tätig war, immer mehr Restaurationsaufträge, da er mehrere Baustile beherrschte und daher die Originalstrukturen der Bauten weitgehend erhalten konnte. In diesem Rahmen arbeitete Hjorth, unter anderem, am Schloss Haga, der Domkirche in Göteborg und der Klosterkirche Nydala. Bereits ab dem Ende der 30er Jahre strebte Ragnar Hjorth, der am 2. Mai 1971 in Stockholm starb, sowohl bei Neubauten als auch bei Restaurationen zu einer allgemeingültigen Architektur, im Gegensatz zur Romantik und der Einzigartigkeit eines Gebäudes, was ihn von vielen Architekten der Epoche unterschied.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
2. Mai 1844: Der Dichter und Priester Carl Fredric Dahlgren
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker
2. Mai 1875: Der schwedische Künstler Gunnar Hallström
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Der schwedische Möbeldesigner Carl Malmsten

Carl Malmsten kam am 7. Dezember 1888 als Sohn eines bekannten Arztes unter dem Namen Charley Malmsten in Stockholm zur Welt und sollte im Grunde in die Fußstapfen des Vaters treten, obwohl ihm die Schule wenig zusagte. Als Malmsten nach seinem Militärdienst jedoch krank wurde, begab er sich zur Genesung nach Ägypten und hatte dort die Chance als Künstler zu arbeiten. Als er dann 1909 nach Stockholm zurückkehrte, wollte Malmsten von einem Studium nichts mehr wissen und er machte eine Lehre als Schreiner. Nach Ende seiner Ausbildung setzte der spätere Möbeldesigner im Selbststudium fort und begann auch in verschiedenen Architekturbüros zu arbeiten.

Bereits 1916 hatte Carl Malmsten dann seinen Durchbruch als Möbeldesigner, denn mit seinen ersten selbst geschaffenen Möbeln gewann er den ersten und den zweiten Preis der Ausschreibung für die Innenausstattung des Stockholmer Stadshuset (Rathaus), einer Einrichtung, die man dort noch heute vorfindet. Nach diesem großen Erfolg war Malmsten nahezu über Nacht einer der begehrtesten Möbeldesigner Schwedens geworden, der auch mit dazu beitrug ein sogenanntes schwedisches Design zu schaffen. In zahlreichen Häusern Schwedens findet man noch heute einzelne Möbel des Designers, der am 13. August 1972 auf Öland starb.

Carl Malmsten verband mit seinen Möbeln eine Philosophie, die er weitergeben wollte, unter anderem dadurch dass er eigene Schulen für Möbelschreiner schuf und einige seiner Schöpfungen auch serienmäßig herstellen ließ um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Einige wenige seiner klassischeren Modelle werden noch heute hergestellt. Die Stärke Malmgrens lag im Klassizismus, den er auch fortsetzte als in den 30er Jahren der Funktionalismus in Schweden seinen großen Durchbruch hatte. Seine bedeutendsten Werke dieser Zeit gehören zur Gruppe Swedish Grace, die eine gesamt Stilrichtung der Epoche ausmacht und, vor allem als Porzellan Rörstrands, auch heute noch die schwedische Bevölkerung anspricht.


7. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
7. Dezember 1812: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
7. Dezember 1967: Der Vindelälven wird zum Naturschutzgebiet
7. Dezember 1979: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling
7. Dezember 2004: Gudrun Schyman verlässt die Linken Schwedens
7. Dezember 2007: Die schwedische Sängerin Marie Picasso

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. März 2016

Die Stockholmer Stadtbibliothek

Bereits im Jahre 1728 stiftete der Journalist Andreas Geist seine gesamte und sehr umfangreiche Buchsammlung der Stadt Stockholm um damit den Grundstock für eine Stadtbibliothek zu bieten. Das Projekt wurde nie verwirklicht und erst 1869 entstanden dann in der schwedischen Hauptstadt die ersten Bibliotheken der Kirchengemeinden, gefolgt von Arbeiterbibliotheken und Volksbibliotheken. Nach 1910 kam der Gedanke eine Stadtbibliothek zu gründen, erneut auf, aber auch auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts zögerten die Stadträte, mit dem Ergebnis dass erst am 31. März 1928 die Stockholmer Stadtbibliothek eröffnet werden konnte.

Dieses Mal kam die Initiative zur Gründung einer Stadtbibliothek von der Stiftung Knut und Alice Wallenberg, die der Stadt im Jahre 1918 eine Million Kronen zu diesem Zweck zur Verfügung stellte, unter der Voraussetzung, dass die Stadt das Grundstück für den Bau des Gebäudes zur Verfügung stellt und aus einer weiteren Stiftung 575.000 Kronen für die Bibliothek vorsieht. Der Stadtrat zögerte dennoch und erst als die Stiftung Wallenberg weitere 130.000 Kronen stiftete, entschied man sich in Stockholm eine Stadtbibliothek zu bauen. Bei der Einweihung am 31. März 1928 waren Gäste wie Prinz Eugen, Knut Wallenberg und Otto Bonnier anwesend um den Wert dieser von Stockholmern lang ersehnten Bibliothek hervorzuheben.

Bereits von Beginn an war der Stadtarchitekt Gunnar Asplund mit dem Bauprojekt betraut, zumal er um diese Zeit auch an einem Bebauungsplan um den Observatorielunden arbeitete, wo sich heute auch die Stadtbibliothek befindet. Die Inspiration für den Bau, der noch Züge des nordischen Klassizismus trägt, jedoch bereits zum Funktionalismus neigt, kam aus den USA und vor allem der Rotonde de la Villette in Paris. Die Mischung der architektonischen Stile wurde später international als Swedish Grace bezeichnet, da die Stadtbibliothek in Stockholm ein Vorbild für zahlreiche schwedische Bauten wurde, unter anderem auch für die Stadtbibliothek in Örebro. Noch heute spricht man in Stockholm bisweilen nicht von der Stadtbibliothek, sondern vom Asplundhuset, eine Name, der an den Architekten erinnern soll.


31. März 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
31. März 1712: Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
31. März 1897: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Juli 2012

Albert Lindhagen und die Planung Stockholms

Albert Lindhagen wurde am 25. Juli 1823 in Askeby in Östergötland geboren und war ursprünglich Jurist und zweitrangig Politiker. Bekannt wurde er jedoch durch seinen sogenannten Lindhagenplanen, der Stockholm seinen Charakter als europäische Großstadt gab, was noch heute insbesondere am Karlaplan und am Stureplan deutlich wird. Albert Lindhagen hat damit den Teil Stockholms geschaffen, der als die schwedische Revolution der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts betrachtet werden kann.

Wer heute Stockholm genauer betrachtet, stellt fest, dass die Stadt im Grunde nur nach drei Stadtplänen erbaut wurde. Nach dem Plan von Clas Larsson Fleming aus dem 17. Jahrhundert mit seinem Einfluss der Renaissance, jenem von Albert Lindhagen, der Stockholm den Klassizismus brachte und schließlich Yngve Larsson, der mit der Norrmalmsreglering im 20. Jahrhundert den Modernismus hinzufügte. Alle neuen Pläne Stockholms passen sich den Strukturen an, die diese drei Planer Stockholms ursprünglich schufen.

Auch wenn Albert Lindhagen eigentlich Recht in Uppsla studiert hatte, so interessierte er sich insbesondere für die nordische Städteplanung, wobei ihn hierbei alle Aspekte interessierten, angefangen von der Brandgefahr bis zur Gesundheit der Bewohner und der Infrastruktur. Mit seinen Arbeiten beeinflusste Lindhagen sämtliche Stadtplaner Schwedens des 19. Jahrhunderts, inklusive jener, die bis zum Ersten Weltkrieg aktiv als Stadtplaner tätig waren. Lindhagen ließ sich bei der Entwicklung Stockholms allerdings von den Ideen Haussmanns beeinflussen, so dass man gewisse Parallelen zwischen Paris und Stockholm finden kann.


25. Juli 1526: Gustav Vasa und der Svea Kanal vom Mälaren zum Vänern
25. Juli 1700: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin