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Sonntag, 28. Januar 2018

Der Regierungsbeamte Axel von Rosen

Axel von Rosen kam am 28. Januar 1773 als Sohn eines Regierungspräsidenten in Bogesund zur Welt und erhielt daher über Privatlehrer eine gute Ausbildung, die ihm den Weg zum Beamten öffnen sollte. Aber auch wenn von Rosen dann vom schwedischen Hof angestellt wurde, so interessierte er sich in seinen jungen Jahren mehr für den Kriegsdienst und nahm von 1788 bis 1790 am Krieg gegen Russland teil. Diese Entscheidung sollte sich als sehr positiv erweisen, denn bereits 1805 wurde er dann zum Vice-Regierungspräsidenten der Region Karlstad ernannt, um nur drei Jahre später das Amt ganz zu übernehmen.

Als Regierungspräsident setzte er alle Möglichkeiten ein um ab 1808 die schwedischen Truppen während des Krieges gegen Norwegen zu versorgen, wurde dann jedoch während des Staatsstreichs 1809, als Gustav IV. Adolf vom Thron verstoßen wurde, von Einheiten des Värmlands, die mehr auf norwegischer Seite standen, festgenommen. In der Hoffnung Axel von Rosen ruhig zu stellen, wurde er noch im gleichen Jahr als Regierungspräsident nach Göteborg versetzt. Aber auch diese Versetzung hielt den Politiker nicht davon ab seinen eigenen Ideen zu folgen.

Auch wenn Schweden nun dem Kontinentalsystem angeschlossen war und daher keinen Handel mehr mit Großbritannien führen durfte, führte Axel von Rosen weiterhin heimliche Kontakte mit Großbritannien und hinterging die Verbote Napoleons, nach dem nicht einmal mehr ein Brief unkontrolliert ins Feindesland geraten sollte. Von Rosen gelang es dennoch diese Verbindungen bis zum Friedensschluss im Jahr 1813 aufrecht zu halten. Nach dem Frieden in Kiel von 1814 sollte von Rosen Gouverneur der Region Trondheim werden, konnte jedoch seine Dienststelle auf Grund des norwegischen Aufstands nicht mehr antreten. Axel von Rosen wurde daraufhin als Gouverneur im von Schweden besetzten südlichen Norwegens eingesetzt, bis er als Regierungspräsident zurück nach Göteborg kam. Der Politiker starb am 25. Oktober 1834 im Alter von 61 Jahren in Göteborg.


28. Januar 1568: Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa
28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
28. Januar 1859: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
28. Januar 1929: Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts
28. Januar 1938: Der Biochemiker und Nobelpreisträger Tomas Lindahl
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants
28. Januar 2006: Das Schlittschuhunglück bei Ridö im Mälaren 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Juli 2015

Der Frieden in Örebro, Frieden zwischen Schweden und Großbritannien

Am 18. Juli 1812 kam es während des Reichstags in Örebro zu einem der merkwürdigsten Friedensschlüssen der schwedischen Geschichte, denn im sogenannten Friedenshaus (Fredshuset) in Örebro kam es nicht nur zu einem Friedensvertrag zwischen Russland und Großbritannien, sondern auch einem zwischen Schweden und Großbritannien, zwei Ländern, die sich offiziell seit fast zwei Jahren kriegerisch gegenüberstanden, jedoch in dieser Zeit nicht einen einzigen Schuss aufeinander abgegeben hatten, da sie zur Kriegserklärung lediglich gezwungen worden waren.

Zu dieser Kriegserklärung kam es, da Napoleon während des sogenannten Friedens von Paris im Jahre 1810 das verbündete Schweden dazu zwang sich der französischen Handelsblockade von Großbritannien anzuschließen. Da Großbritannien jedoch der wichtigste Handelspartner der Schweden war, versprach man einerseits die Handelsblockade zu unterstützen, setzte jedoch heimlich Schmuggelschiffe ein, die den Handelsaustausch mit Großbritannien weiterhin garantierte. Als Napoleon von diesem Doppelspiel erfuhr, zwang er Schweden dazu Großbritannien den Krieg zu erklären, da dies jede Handelsbeziehung ausschließen würde. Schweden sollte daher gar nicht kämpfen, sondern den Feind Frankreichs lediglich wirtschaftlich schwächen.

Diese Situation sollte sich jedoch ändern, als französische Truppen im Januar 1812, ohne jede Kriegserklärung, die schwedischen Besitztümer in Pommern und Rügen in Besitz nahmen, denn damit war die Partnerschaft zwischen Frankreich und Schweden beendet und der schwedische König sah Napoleon nun als seinen Feind an. Unmittelbar nach diesem französischen Überfall wurden zwischen Schweden und England wieder Verhandlungen aufgenommen, die sich jedoch bis zum Juli des Jahres hinauszogen, da Kronprinz Karl Johan von Großbritannien die Unterstützung für eine Eroberung Norwegens haben wollte, dies der Sendbote jedoch nicht unterzeichnen konnte, da er dafür keinen Auftrag erhalten hatte.

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 22. März 2015

Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke

Gustaf Lagerbielke kam am 22. März 1777 als Sohn des Admirals Gustaf Lagerbjelke in Stockholm zur Welt und hatte daher nicht nur eine ausgezeichnete Bildung sondern auch alle Voraussetzung für eine politische Karriere am schwedischen Hof. Entsprechend schnell verlief auch die Karriere von Lagerbielke, denn mit 18 wurde er in der Kanzlei angestellt und nur ein Jahr später war er Sekretär im Kabinett für ausländischen Briefwechsel. Auf Grund seiner ausgezeichneten Sprachkenntnisse begann er um diese Zeit auch Gustav IV. Adolf auf nahezu allen seinen Reisen zu folgen.

Gustaf Lagerbielke stieg 1804 bereits zum Staatsekretär auf und war als Berater nahezu permanent an der Seite des Königs, der mehr unterwegs war als sich im Heimatland um die Regierungsgeschäfte zu kümmern. Sämtliche Regierungsgeschäfte gingen daher auf schriftlichem Weg über Lagerbielke, der dadurch am Hof einiges Vertrauen verlor, da ihm nachgesagt wurde mehr seinen Ideen als jenen des Königs zu folgen. Als Lagerbielke im Jahre 1806 Gustav IV. Adolf davon überzeugen wollte nach Schweden zurückzukehren und seinen Aufenthalt in Deutschland abzubrechen, wurde er  von diesem als Hofkanzler nach Stockholm zurückgeschickt.

Nur drei Jahre später kam in Schweden Karl XIII. an die Macht, der Gustaf Lagerbielke wegen seiner guten Beziehungen zu Frankreich und seinen Sprachkenntnissen als Botschafter nach Paris schickte. In Paris neigte Lagerbielke bald zur Verschwendung und einem oberflächlichem Leben, hatte jedoch den Vorteil, dass er engere Beziehungen zu Jean Bernadotte und zu Napoleon hatte. Als daher Jean Bernadotte zu Karl XIV. Johan wurde, kam Lagerbielke zurück nach Stockholm, wurde dort 1821 zum Grafen erhoben und 1825 zu einem der Herren des Reiches . Seine größte Leistung in dieser Zeit war die Erneuerung des schwedischen Theaters nach französischem Vorbild.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige 
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen 
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen

Als sich Schweden im Jahre 1813 entschied während des Krieges gegen Napoleon seinen Nachbarn Dänemark anzugreifen, das auf der Seite Napoleons kämpfte, sollte der schwedische Thronfolger Karl Johan (Karl XIV. Johan) die Geschichte des Nordens grundsätzlich ändern, denn der schnelle Sieg gegen die dänische Armee zwang den Gegner beim Kieler Frieden am 14. Januar 1814 seine Union mit Norwegen aufzugeben und Norwegen an Schweden abzugeben, was zum Beginn der schwedisch-norwegischen Union wurde, die erst 1905 wieder zu Ende ging.

Nach dem Friedensvertrag in Kiel, der für Dänemark finanziell von großem Vorteil war, sollte vor allem Norwegen, gegen eine entsprechende Entschädigung, für immer an Schweden fallen. Aber auch wenn der schwedische König nach diesem Vertrag Norwegen vorstehen sollte, so sah der Friedensvertrag auch vor dass Norwegen zahlreiche Privilegien erhalten solle und über seine eigenen Gesetze verfügen dürfe. Schweden wollte auf diese Weise ein relativ selbständiges Norwegen schaffen, das sich dadurch jedoch verpflichtet dazu fühlte seinem Partner Schweden Dankbarkeit zu zeigen.

Aber auch wenn der Kieler Frieden bereits am 14. Januar unterzeichnet wurde und anschließend erst in Stockholm und am 7. Februar 1814 auch in Kopenhagen nochmals bestätigt wurde, so konnte der Vertrag erst am 7. August des gleichen Jahres endgültig als abgeschlossen gelten, denn der dänische Stadthalter Christian Fredrik wollte Norwegen nicht an Schweden abtreten und erreichte es sogar dort zum König gekrönt zu werden. Erst nachdem Schweden am 26. Juli 1814 auch Norwegen angegriffen hatte und nach wenigen Tagen besiegt hatte, konnten die Bedingungen des Friedensvertrages endgültig in Kraft treten.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker 
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln 
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens 
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 26. Juli 2013

Der letzte Krieg Schwedens, ein Feldzug gegen Norwegen

Nach den Kriegen Napoleons gehörte die Union Dänemark-Norwegen zu den Verlierern und als am 14. Januar 1814 beim Frieden in Kiel entschieden wurde, dass Norwegen in Zukunft zu Schweden gehören solle, entschieden sich die Norweger für die Unabhängigkeit und unterzeichneten am 17. Mai 1814 die norwegische Konvention, was auf schwedischer Seite mit großem Unwillen aufgenommen wurde, denn ein unabhängiges Norwegen kam für Karl XIII. nicht in Frage.

Der Widerstand der Norweger führte daher am 26. Juli 1814 zum letzten schwedischen Krieg, der vom neu ernannten Thronfolger Jean Baptiste Bernadotte gleitet wurde, der nicht nur eine gut ausgerüstete und starke Armee unter sich hatte, sondern als ehemaliger General Napoleons auch ein sehr erfahrener Feldherr war. Dieser Krieg sollte bereits am 14. August wieder zu Ende gehen als das schwedische Heer bereits von der norwegischen Hauptstadt Kristiania stand. Die Norweger wollten ihre Hauptstadt nicht zerstört sehen und gingen daher einen Friedensvertrag mit Schweden ein.

Die Konvention in Moss am 14. August 1814 war die Basis für die schwedisch-norwegische Union die nach einer Änderung des norwegischen Grundgesetzes im November des gleichen Jahres und den Reichsakten im folgenden Jahr bis zum Jahre 1905 fortsetzen sollte und im Grunde nur eine Kompromisslösung war, da die Norweger sich bei diesem Abkommen den Schweden nicht vollständig unterwerfen mussten und Norwegen für Schweden auch kein Ersatz für das verlorene Finnland darstellte. Der Gewinner war indes Jean Baptiste Bernadotte, der spätere König Karl XIV Johan, der erste König der heutigen Königslinie, da er durch diesen Sieg das schwedische Reich ausgedehnt hatte und dabei seine Stärke zeigte.


26. Juli 1829: Der Bellmansdagen in Schweden 
26. Juli 1919: Bienenhaltung, Imkerverband und Honig in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Mai 2012

Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens

Am 11. Mai 1818 wurde Jean Bernadotte in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und damit zu Karl XIV. Johan. Aber nicht nur Jean Bernadotte war vom bürgerlichen Kreis in die höchste Aristokratie aufgestiegen, sondern auch seine Ehefrau Désirée Clary, die Tochter eines Kaufmanns aus Marseille, wurde damit zur Königin Schwedens. Allerdings wurde auch sie nicht unter ihrem bürgerlichen Namen bekannt, sondern als Königin Desideria, was sie allerdings verabscheute.

Als Jean Bernadotte am 26. Januar 1763 im französischen Pau geboren wurde, deutete nichts darauf hin, dass er später König von Schweden werden konnte, denn sein Vater war Rechtsanwalt und nahm es für gegeben, dass auch der Sohn in diesem Beruf seine Zukunft sah. Jean, was im Schwedischen zu Johan wurde, hatte jedoch kein Interesse an diesem Beruf. Als sein Vater dann starb, musste er sich jedoch entscheiden und wählte am 3. September 1780 den Beruf eines Soldaten, wobei er dabei bei einem Regiment in Korsika landete. Dort erhielt er dann den Beinamen „Belle-Jambe“, weil er einen außerordentlichen Erfolg bei Frauen hatte.

Aber auch als Soldat stieg Jean Bernadotte sehr schnell im Rang und bereits 1804 ernannte ihn Napoleon I. zum ersten Reichsmarschall Frankreichs und wenig später auch zum Gouverneur. Nach einer französischen Legende hatte der zukünftige König Schwedens sich den Satz „Tot allen Königen“ tätowieren lassen, was auch Anlass zu einem französischen Theaterstück wurde (Le Camarade de lit), in dem sich der König „Lebe die Republik“ tätowieren lässt. Auch wenn diese Geschichte nicht belegt ist, so sagte Jean Bernadotte im Jahre 1797 auf jeden Fall, dass er bis zu seinem Tode alle Royalisten bekämpfen werde, was ihn jedoch nicht davon abhielt dann selbst König zu werden.


11. Mai 1762: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. Februar 2012

Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens

Am 7. Februar 1837 starb Gustav IV. Adolf in der Schweiz, ein König, der von Beginn an eine sehr schwierige Stellung in Schweden hatte, da niemand glaubte, dass er der Sohn des vorhergehenden Königs, Gustav III., sei, sondern von Graf Munck von Fulkila, einem Liebhaber der Königin Sofia Magdalena von Dänemark, gezeugt worden sei, da allgemein bekannt war, dass der König unfähig war seine Frau zu befriedigen. Auch wenn Gustav IV. Adolf, geboren am 1. November 1778, von seinem Vater anerkannt wurde und die beste Erziehung bekam, waren Adel und Volk allein wegen der zweifelhaften Herkunft von Beginn an nicht auf der Seite des Thronfolgers.

Gustav IV. Adolf, Gustav Adolfs Torg, Malmö

Da sich Gustav IV. Adolf zudem als ein von Gott auserwähltem König sah, hörte er während seiner Regierungszeit grundsätzlich nicht auf seine Ratgeber und erklärte nicht nur Frankreich unter Napoleon den Krieg (1805 - 1810), sondern führte auch Krieg gegen Finnland (1808 - 1809). Er verlor beide Kriege, wobei er Finnland an Russland abgeben musste und auch an der Blockade gegen England, dem Hauptlieferanten Schwedens, teilnehmen musste. Diese Niederlagen verzieh ihm weder Adel noch das Volk, da beide Gruppen nach den Verlusten erhebliche Nachteile und Probleme erleiden mussten.

Als Gustav IV. Adolf sich im März 1809 entschloss den finnischen Krieg selbst zu befehlen, setzten Carl Johan Adlercreutz und Georg Adlersparre, gemeinsam mit einigen anderen einflussreichen Personen, den König ab und belegten ihn mit seiner Familie im Schloss Gripsholm mit Hausarrest. Am 10. Mai wurde Gustav IV. Adolf dann auch offiziell von den Ständen abgesetzt und schließlich des Landes verwiesen. Die Erben wurden dabei von der Thronfolge ausgeschlossen. Der ehemalige König lebte dann bis zu seinem Tod in der Schweiz, wo er auch mehrere uneheliche Kinder zeugte und vermutlich am Alkohol unterging.

7. Februar 1909: Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. Dezember 2011

Königin Desideria, die unschwedische Königin

Am 17. Dezember 1860 starb die schwedische Königin Desideria, die erst mit Napoléon Bonaparte verlobt war, dann mit dem General Duphot, bevor sie schließlich Jean Baptiste Bernadotte heiratete, der später als König Karl XIV. Johan auf den schwedischen Thron stieg. Aber Desideria wurde die Königin nur von den Bewohnern Schwedens genannt, denn sie hasste diesen Namen und griff daher ausschließlich zu ihrem französischen Vornamen Désirée.

Als Königin Desideria, die am 21. August 1829 in der Storkyrkan in Stockholm zur Königin gekrönt wurde, im Jahre 1798 den zukünftigen König Karl XIV Johan heiratete, so führten beide eine Art Fernehe, denn während ihr Mann unterwegs war oder sich in Schweden aufhielt, bevorzugte sie Paris und war nur 1910 für eine sehr kurze Zeit in dem Land, das sie nicht mochte, da das Leben dort zu trist war und die Natur zu hart. Die Jahre ab 1823 verbrachte Desideria dann dennoch in Schweden, wobei sie auch die Königin Norwegens war, auch wenn sie sich nie dort aufhielt und nie in Norwegen gekrönt wurde, da sie wegen ihrem katholischen Glauben die Krone Norwegens nicht aufsetzen durfte.

Die Zeit, die Königin Desideria in Schweden verbrachte, verbrachte sie fast ausschließlich in der Einsamkeit, da sie sich weder an das Land, noch an das Leben am Hofe gewöhnen konnte oder wollte. Politik interessierte sie nicht und um Kontakte zu vermeiden machte sie die Nacht zum Tage und schlief dann, wenn die anderen Bewohner des Schlosses aktiv waren. Selbst in Schweden verbrachte sie wenig Zeit mit ihrem Gatten, denn sie lebte die meiste Zeit mit ihrem Hofstaat im Sommerschloss Rosersberg, wo sie nachts lange Spaziergänge im Schlossgarten machte. Da niemand Desideria wirklich kannte, und auch ihr exzentrisches Verhalten, führten zu zahlreichen Anekdoten, die um ihr Leben kreisten. Desideria starb 1860 kurz nach einem Opernbesuch in Stockholm.

17. Dezember 1863: Der schwedische Künstler Gunnar G:son Wennerberg
17. Dezember 1951: Der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ hat Premiere

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. August 2011

Die Union von Schweden und Norwegen

Am 14. August 1814 wurde durch die Konvention in Moss Norwegen der schwedischen Krone unterstellt, ohne jedoch seine Autonomie in internen Fragen oder ihr Rechtssystem zu verlieren. Dieser Zusammenschluss wurde 1815 in den Reichsakten aufgenommen und besiegelte die Trennung von Dänemark und Norwegen. Norwegen konnte mit dieser Entscheidung sowohl seine Gesetze als auch alle seine staatlichen Einrichtungen behalten und musste lediglich den schwedischen König akzeptieren und sich in der Außenpolitik den Entscheidungen Stockholms unterwerfen.

Die Union zwischen Schweden und Norwegen, die durch die Konvention in Moss entstand, hatte Bestand bis zur norwegischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1905 und beruhte darauf, dass der schwedische König Karl XIII. bei seinem Kampf gegen Dänemark-Norwegen einen erfahrenen General hatte, der sich bereits unter Napoleon bewährt hatte und als neu ernannter schwedischer Kronprinz die Geschichte Schwedens bis heute beeinflusst. Der General war kein geringerer als Jean Baptiste Bernadotte, der späteren König Karl XIV. Johan.

Der neue König wurde von Norwegen mit Unmut anerkannt und hatte zu Beginn einen sehr schweren Stand in Norwegen, das die vollkommene Unabhängigkeit anstrebte. Innerhalb weniger Jahre stellte das Land jedoch fest, dass es unter dem schwedischen König nicht wie vorher unter Dänemark, als Untertan betrachtet wurde, sondern eher als gleichmäßiger Partner einer Union, was die Zusammenarbeit der beiden Länder förderte und beiden Ländern zu Gute kam.

14. August 1571: Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman

Copyright: Herbert Kårlin