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Freitag, 14. August 2015

Der Frieden von Värälä beendet den schwedisch-russischen Krieg

Am 14. August 1790 wurde auf Schloss Värälä im südlichen Finnland der sogenannte Frieden von Värälä geschlossen, der den schwedisch-russischen Krieg beendete, und damit auch einen Schlussstrick zwischen den Streitigkeiten zwischen Gustav III. und seiner russischen Kusine Katarina II. beendete. Unterzeichnet wurde der Friedensvertrag allerdings im Schloss Tsarskoje Selo in Sankt Petersburg, und erst am 19. August von schwedischer Seite im Kriegslager in Värälä.

Gustav III. hatte am 2. Juli 1788 den Krieg gegen Russland begonnen, in der Hoffnung die früher von Schweden verlorenen Gebiete wieder zu erobern und Russland dazu zu zwingen sich nicht mehr in die internen Angelegenheiten Schwedens zu mischen, ein Wunsch, der jedoch beim Frieden von Värälä nicht vollständig in Erfüllung ging, da der Krieg unentschieden endete, nicht zuletzt deswegen, weil sich einige schwedischen Offiziere weigerten den Befehlen des schwedischen Königs zu gehorchen. Nach dem Friedensvertrag blieben die Grenzen erhalten, aber beide Seiten mussten sämtliche Gefangene bedingungslos freigeben und Schweden erhielt gewisse Handelsrechte verliehen.

Der Frieden von Värälä konnte jedoch von keiner der beiden Seiten als Erfolg betrachtet werden, denn nicht nur dass Schweden bei diesem Krieg etwa 50.000 Soldaten verloren hatte und Russland Probleme mit dem Nachschub bekam, sondern Russland hatte um diese Zeit weitaus größere Probleme als die Auseinandersetzungen mit Schweden. Seit 1787 war Russland im Krieg mit dem Osmanischen Reich, der sich 1790 alles andere als erfolgreich zeigte und ein Friedensvertrag mit Schweden daher dringend nötig war. Diese Situation führte auch dazu, dass sich Russland nach dem Friedensschluss nicht mehr in schwedische Angelegenheiten mischte, entsprechend dem Frieden in Nystad aus dem Jahre 1721.


14. August 1591: Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie
14. August 1814: Die Union von Schweden und Norwegen
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
14. August 1847: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
14. August 1904: Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma
14. August 1914: Stieg Trenter und der Kriminalroman mit Stockholmer Milieu
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman
14. August 1919: Der schwedische Künstler Gösta Sandels

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Juli 2015

Der Frieden in Örebro, Frieden zwischen Schweden und Großbritannien

Am 18. Juli 1812 kam es während des Reichstags in Örebro zu einem der merkwürdigsten Friedensschlüssen der schwedischen Geschichte, denn im sogenannten Friedenshaus (Fredshuset) in Örebro kam es nicht nur zu einem Friedensvertrag zwischen Russland und Großbritannien, sondern auch einem zwischen Schweden und Großbritannien, zwei Ländern, die sich offiziell seit fast zwei Jahren kriegerisch gegenüberstanden, jedoch in dieser Zeit nicht einen einzigen Schuss aufeinander abgegeben hatten, da sie zur Kriegserklärung lediglich gezwungen worden waren.

Zu dieser Kriegserklärung kam es, da Napoleon während des sogenannten Friedens von Paris im Jahre 1810 das verbündete Schweden dazu zwang sich der französischen Handelsblockade von Großbritannien anzuschließen. Da Großbritannien jedoch der wichtigste Handelspartner der Schweden war, versprach man einerseits die Handelsblockade zu unterstützen, setzte jedoch heimlich Schmuggelschiffe ein, die den Handelsaustausch mit Großbritannien weiterhin garantierte. Als Napoleon von diesem Doppelspiel erfuhr, zwang er Schweden dazu Großbritannien den Krieg zu erklären, da dies jede Handelsbeziehung ausschließen würde. Schweden sollte daher gar nicht kämpfen, sondern den Feind Frankreichs lediglich wirtschaftlich schwächen.

Diese Situation sollte sich jedoch ändern, als französische Truppen im Januar 1812, ohne jede Kriegserklärung, die schwedischen Besitztümer in Pommern und Rügen in Besitz nahmen, denn damit war die Partnerschaft zwischen Frankreich und Schweden beendet und der schwedische König sah Napoleon nun als seinen Feind an. Unmittelbar nach diesem französischen Überfall wurden zwischen Schweden und England wieder Verhandlungen aufgenommen, die sich jedoch bis zum Juli des Jahres hinauszogen, da Kronprinz Karl Johan von Großbritannien die Unterstützung für eine Eroberung Norwegens haben wollte, dies der Sendbote jedoch nicht unterzeichnen konnte, da er dafür keinen Auftrag erhalten hatte.

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 7. März 2015

Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm

Als Carl Gustaf Löwenhielm am 7. März 1768 in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten Politiker der Hutpartei in die Geschichte Schwedens ein, obwohl viele seiner Handlungen im Hintergrund des politischen Geschehens abliefen und Löwenhielm, der unter dem Namen Carl Gustaf Nordberg geboren worden war und seinen Namen bei der Erhebung des Vaters in den Adelsstand erhielt, im Verdacht stand Bestechungsgelder aus dem Ausland akzeptiert zu haben um die schwedische Politik entsprechend zu beeinflussen, eine Anschuldigung, die allerdings nie offiziell bewiesen wurde.

Carl Gustaf Löwenhielm kam am 5. Januar 1701 zur Welt und machte nach seinem Studium an der Universität Uppsala sehr schnell eine politische Karriere und wurde bereits 1729 zum Regierungspräsidenten im Dalsland ernannt. Ab 1738, als Löwenhielm Regierungspräsident im Värmland wurde, begann er im Reichstag für die Ziele der Hutpartei einzutreten, was 1740 dazu führte, dass Löwenhielm in den geheimen Ausschuss einging, der die Friedensbedingungen mit Russland ausarbeitete, obwohl der Krieg mit Russland nicht nicht erklärt war. Diese Friedensbedingungen waren später tatsächlich die Grundlage bei den Friedensverhandlungen der beiden Länder.

Der Einfluss von Carl Gustaf Löwenhielm, der auch bedeutende Industrieanlagen für die Eisenindustrie im Värmland besaß, stieg in den folgen Jahren weiterhin an. Der Politiker spielte vor allem in zwei weiteren Punkten eine wichtige Rolle für Schweden, denn zum einen sorgte er für eine Stabilisierung des Staatshaushalts, unter anderem durch das Verbot der Herstellung von Branntwein und die Einführung der Überflussverordnung (överflödsförordningen), die den Import von damaligen Luxusgütern wie Seide, Kaffee und Schokolade einschränkte, damit nationale Produkte gefördert werden konnten. Zum anderen erhielt er 1765 den Auftrag über eine Zusammenarbeit mit England und Russland zu verhandeln ohne jedoch das Bündnis mit Frankreich zu gefährden. Letzteres gelang dem Politiker allerdings nicht, denn als Frankreich von den Verhandlungen erfuhr, löste das Land seine Abkommen mit Schweden.


7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie 
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF 
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert 
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde 
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 21. Februar 2015

Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)

Zwichen 1743 und 1809 war der finnische Ort Abborrfors (Ahvenkoski) die Grenze zwischen Schweden und Russland, wobei die eine Seite des Flusses vom schwedischen und die andere von russischen Soldaten bewacht wurde. Die Grenze befand sich auf der Hälfte der Brücke zwischen den beiden Ländern, was jedoch Gustav IV. Adolf nicht davon abhielt zu fordern, dass diese Brücke in ganzer Länge die schwedischen Farben tragen müsse, eine Forderung, die er allerdings nicht durchsetzen konnte. Allerdings sollte die gleiche Brücke nur wenige Jahre später eine wichtige Rolle für die schwedische Geschichte spielen.

Am 21. Februar 1808 sollte nämlich die russische Armee, ohne jede Kriegserklärung, die Brücke in Abborrfors überschreiten und damit den Finnischen Krieg einleiten, was zwar von den Schweden vorausgesehen wurde, jedoch zu einem etwas späteren Zeitpunkt. Als Russland seinen Feldzug begann, hatten die Schweden daher nur die Möglichkeit sich erst zurückzuziehen und Verstärkung abzuwarten. Da Schweden um diese Zeit jedoch auch die dänische und die norwegische Grenze verteidigen musste, konnte der Krieg mit Russland, trotz der Zuversicht von Gustav IV. Adolf, nicht gewonnen werden.

Dieser Krieg und die Weigerung des Königs diesen durch ein Friedensabkommen zu beenden, sollte dazu führen, dass Schweden ganz Finnland, Åland und Teile Västerbottens sowie Lapplands an Russland abtreten musste und zum Großfürstentum Finnland wurde. Auch wenn einige Adelige bereits im Mai durch einen Putsch Gustav IV. Adolf abgesetzt hatten, so suchte man nach dem Krieg nach Sündenböcken und die Offiziere, die kapituliert hatten statt bis zum letzten Blutstropfen der Soldaten zu kämpfen, kamen nur mit knapper Not um eine entsprechende Bestrafung.


21. Februar 1745: Der schwedische Architekt Olof Tempelman 
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen 
21. Februar 1907: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström 
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Kommissar Van Veeteren und Kommissar Barbarotti
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen

Als sich Schweden im Jahre 1813 entschied während des Krieges gegen Napoleon seinen Nachbarn Dänemark anzugreifen, das auf der Seite Napoleons kämpfte, sollte der schwedische Thronfolger Karl Johan (Karl XIV. Johan) die Geschichte des Nordens grundsätzlich ändern, denn der schnelle Sieg gegen die dänische Armee zwang den Gegner beim Kieler Frieden am 14. Januar 1814 seine Union mit Norwegen aufzugeben und Norwegen an Schweden abzugeben, was zum Beginn der schwedisch-norwegischen Union wurde, die erst 1905 wieder zu Ende ging.

Nach dem Friedensvertrag in Kiel, der für Dänemark finanziell von großem Vorteil war, sollte vor allem Norwegen, gegen eine entsprechende Entschädigung, für immer an Schweden fallen. Aber auch wenn der schwedische König nach diesem Vertrag Norwegen vorstehen sollte, so sah der Friedensvertrag auch vor dass Norwegen zahlreiche Privilegien erhalten solle und über seine eigenen Gesetze verfügen dürfe. Schweden wollte auf diese Weise ein relativ selbständiges Norwegen schaffen, das sich dadurch jedoch verpflichtet dazu fühlte seinem Partner Schweden Dankbarkeit zu zeigen.

Aber auch wenn der Kieler Frieden bereits am 14. Januar unterzeichnet wurde und anschließend erst in Stockholm und am 7. Februar 1814 auch in Kopenhagen nochmals bestätigt wurde, so konnte der Vertrag erst am 7. August des gleichen Jahres endgültig als abgeschlossen gelten, denn der dänische Stadthalter Christian Fredrik wollte Norwegen nicht an Schweden abtreten und erreichte es sogar dort zum König gekrönt zu werden. Erst nachdem Schweden am 26. Juli 1814 auch Norwegen angegriffen hatte und nach wenigen Tagen besiegt hatte, konnten die Bedingungen des Friedensvertrages endgültig in Kraft treten.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker 
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln 
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens 
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 14. September 2014

Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege

Der Frieden von Altranstädt am 14. September 1706, einem Ort im heutigen Sachsen, war im Grunde nur ein Teilfrieden während des Großen Nordischen Krieges, hatte jedoch in gewissem Sinne eine besondere Bedeutung, denn er beendete den Krieg zwischen Schweden und Sachsen und jenen zwischen Schweden und Polen gleichzeitig und sicherte zudem den Protestanten in großen Teilen des heutigen Norddeutschland die Religionsfreiheit. Gleichzeitig führte dieser Friedensvertrag dazu, dass sich Karl XII. nur noch auf die Kämpfe mit Russland konzentrieren musste, auch wenn er in diesem Zusammenhang 1709 bei Poltava besiegt wurde.

Der Frieden von Altranstädt war für Karl XII. von größter Bedeutung, denn August der Starke war auf dem besten Wege sein Reich immer mehr in den Norden auszudehnen und hoffte dabei in Polen, das er um diese Zeit bereits weitgehend erobert hatte, eine Erbmonarchie zu schaffen. Im Friedensvertrag von Altranstädt musste August der Starke dann jedoch auf jeden Anspruch auf den polnischen Thron verzichten und sämtliche Gefangene befreien. Zumindest für drei Jahre war damit die Macht des Gegners gebrochen. Auch wenn August der Starke drei Jahre später erneut gegen Schweden in Krieg zog und auch die Krone Polens wieder errungen hatte, so gelang es ihm nach 1706 nicht mehr seine Macht auszubauen und Polen war, nicht zuletzt wegen dem russischen Einfluss, ebenfalls gespalten und seinem König nicht sehr freundlich gesinnt.

Für Schweden war der Friedensvertrag von Altrnstädt allerdings auch noch aus einem anderen Grunde von großem Interesse, denn August der Starke wurde dazu gezwungen alle schwedischen Landesverräter und Überläufer auszuliefert, insbesondere Johann Patkull, der als Untergrundkämpfer dafür eintrat dass sich Livland von Schweden trenne und der eine enge Zusammenarbeit mit den dänischen, polnischen und russischen Machthabern hatte. Patkull wurde von Karl XII. als einer der größten Feinde Schwedens betrachtet und nach seiner Auslieferung am 10. Oktober 1707 auf eine der grausamsten Weisen hingerichtet.


14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1838: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee
14. September 1910: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson
14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen
14. September 1974: Die schwedische Stiftung Contra
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 12. August 2014

Der Frieden in Nöteborg in der schwedischen Geschichte

Am 12. August 1323 unterzeichnete Magnus Eriksson mit Fürst Juri Daniilowitsch in Nöteborg einen Friedensvertrag, der die Feindlichkeiten zwischen Schweden und der Republik Nowgorod, dem heutigen Russland, beendete. Nach einem 30-jährigen Krieg zwischen den beiden Ländern wurde dabei erstmals die Ostgrenze Schwedens festgelegt, eine Grenze, die bis 1595 an der gleichen Stelle verlaufen sollte. Die beiden Originalverträge gingen leider verloren. Aus diesem Grund gibt uns heute lediglich eine Kopie des schwedischen Vertrages des 16. Jahrhunderts noch einen gewissen Aufschluss über den sogenannten Frieden von Nöteborg.

Allerdings verursachte der Frieden in Nöteborg mehrere Probleme, denn zum einen waren der schwedische und der russische Vertrag nicht identisch und zum anderen waren die Formulierungen teilweise so wage, dass man kaum von einem eindeutigen Grenzverlauf reden kann. Man darf nicht vergessen, dass es um diese Zeit noch keine Landvermessung gab, sondern man Erhebungen, Buchten und andere Kennzeichen als Richtpunkte benutzte, die jedoch nicht in jedem Land den gleichen Namen trugen und an der gleichen Stelle gesehen wurden. Der Spielraum für die Deutung der Grenzen war daher relativ hoch.

Am bedeutendsten kam dies im nördlichsten Teil Schwedens zum Ausdruck, da dort während des Friedens in Nöteborg vor allem Samen lebten, die Gegend also als relativ unwichtig betrachtet wurde. Jedoch bereits im 15. Jahrhundert begann die Besiedlung dieser Gebiete und es kam daher in mehreren Gebieten zu Spannungen, da sowohl Nowgorod als auch Schweden Anspruch auf das Gebiet über der nördlichen Ostsee legten und Russland Zölle von den Flussfischern beanspruchte. Bis heute ist es der Geschichtswissenschaft nicht gelungen den tatsächlichen Grenzverlauf des Jahres 1323 nachzuvollziehen, so dass sich nach wie vor schwedische und russische Geschichtsschreibung widersprechen.


12. August 1652: Der schwedische Reichsmarschall Jakob De la Gardie
12. August 1763: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. Juli 2013

Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi

Als am 9. Juli 1790 die Schlacht bei Svensksund oder, wie sie im Finnischen heißt, bei Ruotsinsalmi, zwischen der russischen und der schwedischen Marine ausbrach, einer Bucht bei Kotska, konnte niemand ahnen, dass dies, historisch gesehen, die bedeutendsten Seeschlacht Schwedens werden sollte. Natürlich darf man dabei die Zusammensetzung der beiden Flotten nicht mit den heutigen vergleichen, denn damals nahmen die unterschiedlichsten Schiffe daran teil und letztmals in der Geschichte Schwedens auch die Galeeren.

Als die Schlacht begann, lagen die schwedischen Schiffe in der Bucht und waren in einer reinen Verteidigungsposition, so dass sich die russische Marine bereits darauf vorbereitete, die schwedischen Schiffe zu gewinnen, aber einige taktische Fehler verhalfen dann den Schweden zum Sieg und dazu, dass zahlreiche russischen Schiffe mit der Besatzung versenkt wurden ohne dass den Schweden viel geschah.

Wenn man die Anzahl der Schiffe berücksichtigt, die an der Schlacht bei Svensksund beteiligt waren, so handelt es sich um die größte Seeschlacht der schwedischen Geschichte. Gleichzeitig handelt es sich jedoch auch um den größten Sieg, den die schwedische Flotte je erzielte, wobei dieser Sieg auch dafür entscheidend war, dass Schweden einen sehr positiven Friedensvertrag aushandeln konnte, und dies nach nur zwei Tagen an Kämpfen.


9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden 
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. August 2012

Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg

Am 30. August 1721 wurde mit dem Frieden in Nystad der große nordische Krieg endgültig beendet, der zwischen 1700 und 1721 im nördlichen und östlichen Europa tobte und Schwedens Gedanken an eine Großmacht beendete. Im Laufe des Krieges, der begann als Dänemark, Norwegen, Russland, Sachsen und Polen das schwedische Reich angriffen, brachte insgesamt sieben bedeutende Friedensverträge, aber erst jener in Nystad beendete den Krieg tatsächlich.

Im Grunde wollten sowohl Russland als auch Schweden, die sich 1721 noch bekämpften, längst einen Frieden, aber Schweden versuchte durch einen Vertrag mit England Russland seine Stärke zu zeigen um noch möglichst gut bei einem Friedensvertrag abschneiden zu können. Russland kannte den Plan und wollte Schweden wiederum seine Übermacht zeigen indem die russische Flotte noch 1721 nahezu alle Städte an der Ostseeküste angriff und in Brand setzte. Erst diese Überfalle zwangen Schweden dann an den Verhandlungstisch, der letztendlich zum Frieden in Nystad wurde.

Auch wenn Schweden beim Frieden in Nystad auf einen Teil seiner Gebiete verzichten musste, unter anderem auf Livland und Lettland, so gab Russland  vier Wochen nach dem Vertrag Finnland wieder zurück an Schweden und sagte dem Land eine Entschädigung von zwei Millionen Reichstaler zu. Gleichzeitig versicherte Russland allen Ländern, die früher zu Schweden gehörten, die Religionsfreiheit und garantierte ihnen weiterhin alle Handelsprivilegien, die sie vorher besaßen. Durch die relativ geringen Forderungen Russlands sollte vor allem eine bessere Verständigung zwischen der schwedischen Königin Ulrika Eleonora und dem Zaren Peter dem Großen geschaffen werden, jedoch Schweden auch klar gemacht werden, dass eine Ausdehnung des Reiches nicht in Frage kommt.


30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin 

Mittwoch, 21. März 2012

Die Konvention auf Åland

Die Konvention auf Åland am 21. März 1809 beendete die militärischen Streitigkeiten zwischen Russland und Schweden, was zum Ergebnis hatte, dass Russland sich verpflichtete Schweden nicht anzugreifen und Åland wieder zu verlassen. Allerdings musste sich Schweden, bevor die russischen Truppen sich am 25. März, wenn auch nur vorübergehend, tatsächlich aus Åland zurückzogen, dazu verpflichten Åland nicht mehr neu zu besetzen und zu akzeptieren, dass die Inseln zu Finnland gehörten, das wiederum in seiner Gesamtheit von Russland besetzt war.

Nur wenige Monate bevor es zu dieser Konvention auf Åland kam, hatte der russische Zar Alexander I. sein Heer beauftragt Schweden anzugreifen, wenn auch nur aus taktischen Gründen, denn er wollte Schweden zu einem Friedensvertrag zwingen aus dem eindeutig hervorgeht, dass Finnland in russische Hände fällt. Der Plan war nicht nur Åland anzugreifen, sondern der Kampf sollte gleichzeitig auf mehreren Fronten stattfinden. 17.000 Soldaten sollten gleichzeitig Åland und Umeå angreifen, die sie zu Fuß über die zugefrorene Ostsee erreichten und der nördliche Teil von Västerbotten sollte durch das Überschreiten des Flusses Kemi erreicht werden.

Durch die Konvention auf Åland wurden dann sämtliche Kriegshandlungen zwischen Russland und Schweden gestoppt, sie bedeutete aber auch, dass die Herrschaft Schwedens auf Åland endgültig zu Ende war, denn von 1809 bis zur finnischen Unabhängigkeit im Jahre 1917 blieb die Inselgruppe in russischem Besitz um dann direkt in das finnische Reich überzugehen. Russlands große Zeit, in der auch die Bomarsund Festung gebaut wurde, dauerte jedoch ebenfalls nur bis zum Frieden von Paris im Jahre 1856 durch den Åland entmilitarisiert wurde.

21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Freitag, 3. Februar 2012

Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft

Erst am 3. Februar 1699 wurde den Bewohnern Jämtlands die schwedische Staatsbürgerschaft aufgezwungen, obwohl bereits 1645 der Friedensvertrag in Brömsebro Jämtland dem schwedischen Reich zuordnete. Die Jämtländer waren damit die letzte Volksgruppe, die zum heutigen Schweden kam. Diese späte Entscheidung führte allerdings auch dazu, dass die industrielle Entwicklung Jämtlands nie die der anderen Regionen des Landes einholen konnte und der Region bis heute eine gewisse Sonderstellung gibt.

Seit 1170 gehörte Jämtland zum norwegischen Reich und wurde als das östlichste Norwegen bezeichnet, das im Grunde mehr als Grenzgebiet zu Schweden gesehen wurde als tatsächlich als zu Norwegen gehörend. Die Region Jämtland konnte daher unter norwegischer Herrschaft eine gewisse Autonomie behalten, musste jedoch sehr hohe Steuern zahlen, was dem Gebiet jede Chance eines Aufschwungs nahm.

Als sich 1536 Norwegen und Dänemark vereinte, geriet Jämtland unter die Regierung von Kopenhagen und wurde damit der häufigste Schauplatz für kriegerische Handlungen zwischen Dänemark und Schweden, bis die Region dann mit dem Frieden von Brömsebro im Jahre 1645 an Schweden fiel, was jedoch die Kriegshandlungen zwischen den beiden Ländern nicht beendete. Auch die Jämtländer begannen einen Partisanenkrieg gegen Schweden zu führen, da sie eine Unabhängigkeit anstrebten und ihrer eigene Gesetzessammlung folgen wollten. Erst 1699 wurden sämtliche Probleme dadurch beseitigt, dass alle Jämtländer zwangsweise zu Schweden erklärt wurden.

3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. September 2011

Schweden führt einen Krieg ohne Ergebnisse

Am 13. September 1757 begann der Pommernkrieg, einer der Kleinkriege, die während des Siebenjährigen Krieges stattfanden. Schweden war im Grunde nicht am Siebenjährigen Krieg beteiligt, aber die Hutpartei, die in jener Zeit in Schweden die Macht ausübte, sah 1757 die Chance das 1720 an Preußen abgetretene Pommern wieder zu erobern und dabei gleichzeitig die preußische Königin Lovisa Ulrika unschädlich zu machen, die im Jahr zuvor einen Revolutionsversuch unternommen hatte.

Da die Hutpartei jedoch nicht die Unterstützung für einen Angriffskrieg hatte, griff die Partei zu einer Hintertür. Da sie mit Frankreich und Österreich ein Abkommen hatte, das die drei Länder verpflichtete für die Freiheit Deutschlands zu sorgen, zogen am 13. September 1757 rund 20.000 schwedische Soldaten in Pommern ein, um lediglich die Freiheit Deutschlands zu verteidigen. Da dies natürlich zu kriegerischen Handlungen gegen das schwedische Heer führte, konnte Schweden offiziell in den Krieg eingreifen und verlor damit den Status der Friedenstruppe.

Da die Hutpartei irrtümlich davon ausging, dass sie nur die von den Alliierten eroberten Gebiete besetzen musste, waren die Soldaten schlecht ausgerüstet und auf keinen Krieg vorbereitet in den sie unmittelbar verstrickt wurden. Ein Sieg war daher in weite Ferne gerückt. Als dann mit dem Tod der russischen Kaiserin Elisabeth im Jahre 1762 das befreundete Russland sich zum Feind entwickelte, musste Schweden am 22. Mai 1762 in Hamburg einen Friedensvertrag unterzeichnen, der für alle Seiten ohne Gewinn oder Verlust ausging. Dieser Krieg führte allerdings auch dazu, dass die Hutpartei in Schweden nur wenige Jahre später ihre gesamte Macht verlor.

13. September 1861: Stockholm wird mit Strom versorgt
13. September 1932: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg 

Copyright: Herbert Kårlin